Waren Odin (Woden) und seine Kameraden Türken? Über eine kühne These aus der Aufklärung
von Birol Kılıç
Es ist eine dieser Behauptungen, die zunächst wie eine reine Provokation klingen – und doch auf einen realen, durchaus ehrwürdigen Ursprung zurückgehen: Odin, der Göttervater der nordischen Mythologie, sei ein Türke gewesen. Der Satz stammt nicht von einem Fantasten, sondern von einem der Begründer der schwedischen Geschichtsschreibung.
Der Göttervater aus dem Norden
Wer war Odin? Ein Nachschlagewerk zur Wikingerzeit fasst es so:
„Der Göttervater Odin ist die wichtigste Gestalt des germanischen Götterhimmels und zugleich in der Überlieferung wohl auch die komplexeste Figur in der nordischen Mythologie. Während im nordgermanischen Raum vor allem die Bezeichnung ‚Odin‘ gebräuchlich ist, ist die oberste Gottheit der Asen im südgermanischen Gebiet auch als ‚Wodan‘ oder ‚Wotan‘ bekannt.“ (wikingerzeit.net)
Ein schwedischer Aufklärer und seine These
Um eben diese Gestalt geht es. Sven Lagerbring (1707–1787), Professor in Lund und einer der Väter der modernen schwedischen Historiografie, veröffentlichte 1764 eine Abhandlung unter dem Titel „Bref till Cancellie-Rådet och Riddaren, Herr Joh. Ihre om Swenska och Turkiska Språkens likhet“ – einen Brief an den Gelehrten Johan Ihre über die Ähnlichkeit zwischen dem Schwedischen und dem Türkischen. Darin vertrat er die These, die Vorfahren der Schweden seien Türken gewesen, Odin und seine Gefährten eingeschlossen. So wird Lagerbring in der türkischen Rezeption zitiert:
„Unsere Vorfahren sind Türken, welche Kameraden von Odin waren. Es gibt Leute, die dich dazu bringen wollen, zu denken, sie seien Geten oder Thraker. Es ist mir gleich, ob es mich diskreditiert oder nicht. Odin und seine Kameraden waren Türken. Wir germanischen Menschen sind im Ursprung Türken, und wir haben uns dieser Tatsache nicht zu schämen. Die Türken sind ein sehr ehrenwertes und stolzes Volk. Odins Vater war geboren als Bur, Sohn von Buri/Börü; das bedeutet auf Türkisch ‚Wolf‘.“ (Sven Lagerbring, 1764, in der überlieferten Fassung)
Hier ist Redlichkeit geboten: Der authentische Brieftext von 1764 ist deutlich nüchterner und argumentiert vor allem sprachvergleichend; die zugespitzte, pathetische Formulierung entstammt eher der späteren Überlieferung als dem Original. Der Kern aber ist echt – Lagerbring hielt es tatsächlich für erwiesen, dass Odin und sein Gefolge Türken gewesen seien, und sein erklärtes Anliegen war kein trennendes, sondern das Aufspüren gemeinsamer Wurzeln.
Eine Idee mit mittelalterlichen Wurzeln
Bemerkenswert ist überdies, dass Lagerbring diese Vorstellung nicht erfunden hat. Ihre Wurzel liegt im Mittelalter. Der isländische Gelehrte Snorri Sturluson schildert bereits im 13. Jahrhundert – in der Prosa-Edda und in der Ynglinga saga – Odin als einen aus „Asien“ eingewanderten König; der Name der Asen (altnordisch Æsir) wurde dabei kurzerhand von Asia abgeleitet. Ein Jahrhundert vor Lagerbring trieb der schwedische Orientalist Johan Gabriel Sparwenfeld die Idee sogar so weit, Odin aus Kaschgar herzuleiten und Asgard mit dieser zentralasiatischen Stadt gleichzusetzen. Es ist dieselbe gelehrte Mode, die im mittelalterlichen Europa halbe Nationen von den Trojanern abstammen ließ: reizvoll, aber eher Legende als belegte Geschichte.
Wie die These in die Türkei kam
In der Türkei populär gemacht hat die These der Autor Abdullah Gürgün, der in seinem Buch über die Ähnlichkeiten zwischen dem Schwedischen und dem Türkischen Lagerbring aufgreift:
„Der Name Wotan entwickelte sich wie folgt: Odin – Uodan – Wodan – Wotan. Prof. Sven Lagerbring sagte, dass Odin ein Türke war und aus ‚Türkheim‘ stammte. Er brachte den Germanen das Schreiben bei. Sein echter Name sei Öden/Ödin gewesen und bedeute ‚absteigendes Feuer‘ auf Alttürkisch. Die germanische Runenschrift sei fast identisch mit der Orhon-Runenschrift der Türken. Auch Thor sei ein Türke gewesen, und sein Name gehe auf ‚Tur‘ zurück wie in Turan und Turhan.“ (nach Abdullah Gürgün)
So schön diese Herleitungen klingen – der Forschungsstand verlangt an mehreren Stellen Widerspruch, und gerade wer die These ernst nimmt, sollte ihre Schwächen kennen.
Erster Einwand: die Sprache
Lagerbring schrieb 1764 – Jahrzehnte bevor die vergleichende Sprachwissenschaft (Rask, Bopp, Grimm) im frühen 19. Jahrhundert die Methode entwickelte, mit der sich Sprachfamilien überhaupt sauber voneinander trennen lassen. Seine Wortvergleiche gehören einer vorwissenschaftlichen Epoche an. Pikanterweise verraten gerade seine eigenen Beispiele mehr, als ihm lieb gewesen wäre: Wörter wie peder (Vater), mader (Mutter) oder berader (Bruder) sind persischen Ursprungs – und das Persische gehört, wie das Schwedische, zur indogermanischen Sprachfamilie. Diese Ähnlichkeiten belegen ein gemeinsames indogermanisches Erbe, nicht eine türkische Abstammung.
Zweiter Einwand: die Runen
Der Forschungsstand spricht gegen eine Herleitung des Futhark aus dem Göktürk- bzw. Orchon-Alphabet: Das ältere Futhark leitet sich nach heutigem Kenntnisstand aus einer der oberitalischen (etruskisch-norditalischen) Schriften des 1. bis 2. Jahrhunderts n. Chr. ab; die Vimose-Inschriften datieren bereits ins 2. Jahrhundert. Die Orchon-Runen hingegen sind erst im 8. Jahrhundert bezeugt – also rund sechs Jahrhunderte jünger. Eine Schrift kann sich schwerlich aus einer jüngeren herleiten. Die verblüffende optische Ähnlichkeit erklärt sich zwanglos daraus, dass beide Schriften für das Ritzen in Stein und Holz gemacht waren und deshalb vorwiegend aus geraden Linien bestehen. Und doch bleibt eine legitime, offene Frage: Könnten kantige Kerbschriften, die von Skandinavien bis Zentralasien auftreten, auf eine sehr alte, gemeinsame Schreibidee zurückgehen? Das ist kein Beweis – aber eine Frage, die zu stellen erlaubt ist.
Dritter Einwand: die Genetik
Zuletzt ist die Genetik herangezogen worden. Die große aDNA-Studie in Science (2019), an der Ron Pinhasi von der Universität Wien als Senior-Autor beteiligt war, beschreibt es so:
„In Europa haben aDNA-Studien deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft zusammen mit einem Zustrom von Menschen mit Abstammung aus Anatolien ankam.“ (Narasimhan et al., Science 2019)
Die Studie verknüpft die Ausbreitung der indogermanischen Sprachen mit einer Zuwanderung aus der eurasischen Steppe (der Jamnaja-Kultur). Diese Steppen-Abstammung ist jedoch indogermanisch, nicht türkisch. Und die vielzitierte Wikinger-Genomstudie (Nature, 2020) zeigt vor allem, dass die Wikinger keine einheitliche Ethnie oder Nation waren, sondern ein bunt gemischter Verbund – ein faszinierender Befund, aber kein Beleg für eine türkische Herkunft.
Was bleibt?
Nicht der Beweis, dass die Skandinavier von Türken abstammen – den liefern weder Sprachwissenschaft noch Genetik. Wohl aber etwas Feineres: Die nordische Überlieferung selbst verortete die Herkunft ihres höchsten Gottes im Osten. Ein Gelehrter der Aufklärung nahm das ernst und glaubte, darin eine Verwandtschaft zu erkennen. Zwischen den Reitervölkern der Steppe und den Völkern Europas gab es über Jahrhunderte realen Kontakt, und ihre Sprachen teilen auffällige strukturelle Züge – Agglutination, Vokalharmonie, das Fehlen des grammatischen Geschlechts.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieser kühnen These aus dem Jahr 1764: Sie sagt weniger über die Gene der Schweden aus als über die alte Sehnsucht des Menschen, im Fremden den Verwandten zu erkennen. Und das ist, bei allem gebotenen wissenschaftlichen Vorbehalt, keine „Frechheit“ – sondern ein schöner Gedanke.
Quellen:
Sven Lagerbring: Bref till Cancellie-Rådet och Riddaren, Herr Joh. Ihre om Swenska och Turkiska Språkens likhet. Lund 1764 (Königliche Bibliothek / Universität Lund).
Abdullah Gürgün: İsveççe ve Türkçe arasındaki benzerlikler (deutsche Ausgabe: „Schwedisch und die Ähnlichkeiten mit dem Türkischen“).
Snorri Sturluson: Prosa-Edda (Prolog, Gylfaginning) und Heimskringla (Ynglinga saga), 13. Jahrhundert.
V. M. Narasimhan et al.: The formation of human populations in South and Central Asia. Science, 2019 (unter Beteiligung von Ron Pinhasi, Universität Wien).
A. Margaryan et al.: Population genomics of the Viking world. Nature, 2020.
Das Geheimnis germanischer und alttürkischer Runen lüften – Frankfurter Allgemeine Zeitung: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/das-geheimnis-germanischer-und-alttuerkischer-runen-lueften-16322542.html
Zur Runologie (Dissertation, Universität zu Köln): https://kups.ub.uni-koeln.de/9453/1/Runologie.pdf
Odin – wikingerzeit.net: http://www.wikingerzeit.net/kultur-der-wikinger/glaube-der-wikinger/goetter/asen/odin.html
Über eine kühne These aus der Aufklärung
von Birol Kilic
Es ist eine dieser Behauptungen, die zunächst wie eine reine Provokation klingen – und doch auf einen realen, durchaus ehrwürdigen Ursprung zurückgehen: Odin, der Göttervater der nordischen Mythologie, sei ein Türke gewesen. Der Satz stammt nicht von einem Fantasten, sondern von einem der Begründer der schwedischen Geschichtsschreibung.

Der Göttervater aus dem Norden
Wer war Odin? Ein Nachschlagewerk zur Wikingerzeit fasst es so:
„Der Göttervater Odin ist die wichtigste Gestalt des germanischen Götterhimmels und zugleich in der Überlieferung wohl auch die komplexeste Figur in der nordischen Mythologie. Während im nordgermanischen Raum vor allem die Bezeichnung ‚Odin‘ gebräuchlich ist, ist die oberste Gottheit der Asen im südgermanischen Gebiet auch als ‚Wodan‘ oder ‚Wotan‘ bekannt.“
(wikingerzeit.net)
Ein schwedischer Aufklärer und seine These
Um eben diese Gestalt geht es. Sven Lagerbring (1707–1787), Professor in Lund und einer der Väter der modernen schwedischen Historiografie, veröffentlichte 1764 eine Abhandlung unter dem Titel „Bref till Cancellie-Rådet och Riddaren, Herr Joh. Ihre om Swenska och Turkiska Språkens likhet“ – einen Brief an den Gelehrten Johan Ihre über die Ähnlichkeit zwischen dem Schwedischen und dem Türkischen. Darin vertrat er die These, die Vorfahren der Schweden seien Türken gewesen, Odin und seine Gefährten eingeschlossen. So wird Lagerbring in der türkischen Rezeption zitiert:
„Unsere Vorfahren sind Türken, welche Kameraden von Odin waren. Es gibt Leute, die dich dazu bringen wollen, zu denken, sie seien Geten oder Thraker. Es ist mir gleich, ob es mich diskreditiert oder nicht. Odin und seine Kameraden waren Türken. Wir germanischen Menschen sind im Ursprung Türken, und wir haben uns dieser Tatsache nicht zu schämen. Die Türken sind ein sehr ehrenwertes und stolzes Volk. Odins Vater war geboren als Bur, Sohn von Buri/Börü; das bedeutet auf Türkisch ‚Wolf‘.“
(Sven Lagerbring, 1764, in der überlieferten Fassung)

Hier ist Redlichkeit geboten: Der authentische Brieftext von 1764 ist deutlich nüchterner und argumentiert vor allem sprachvergleichend; die zugespitzte, pathetische Formulierung entstammt eher der späteren Überlieferung als dem Original. Der Kern aber ist echt – Lagerbring hielt es tatsächlich für erwiesen, dass Odin und sein Gefolge Türken gewesen seien, und sein erklärtes Anliegen war kein trennendes, sondern das Aufspüren gemeinsamer Wurzeln.
Eine Idee mit mittelalterlichen Wurzeln
Bemerkenswert ist überdies, dass Lagerbring diese Vorstellung nicht erfunden hat. Ihre Wurzel liegt im Mittelalter. Der isländische Gelehrte Snorri Sturluson schildert bereits im 13. Jahrhundert – in der Prosa-Edda und in der Ynglinga saga – Odin als einen aus „Asien“ eingewanderten König; der Name der Asen (altnordisch Æsir) wurde dabei kurzerhand von Asia abgeleitet. Ein Jahrhundert vor Lagerbring trieb der schwedische Orientalist Johan Gabriel Sparwenfeld die Idee sogar so weit, Odin aus Kaschgar herzuleiten und Asgard mit dieser zentralasiatischen Stadt gleichzusetzen. Es ist dieselbe gelehrte Mode, die im mittelalterlichen Europa halbe Nationen von den Trojanern abstammen ließ: reizvoll, aber eher Legende als belegte Geschichte.
Wie die These in die Türkei kam
In der Türkei populär gemacht hat die These der Autor Abdullah Gürgün, der in seinem Buch über die Ähnlichkeiten zwischen dem Schwedischen und dem Türkischen Lagerbring aufgreift:
„Der Name Wotan entwickelte sich wie folgt: Odin – Uodan – Wodan – Wotan. Prof. Sven Lagerbring sagte, dass Odin ein Türke war und aus ‚Türkheim‘ stammte. Er brachte den Germanen das Schreiben bei. Sein echter Name sei Öden/Ödin gewesen und bedeute ‚absteigendes Feuer‘ auf Alttürkisch. Die germanische Runenschrift sei fast identisch mit der Orhon-Runenschrift der Türken. Auch Thor sei ein Türke gewesen, und sein Name gehe auf ‚Tur‘ zurück wie in Turan und Turhan.“
(nach Abdullah Gürgün)
So schön diese Herleitungen klingen – der Forschungsstand verlangt an mehreren Stellen Widerspruch, und gerade wer die These ernst nimmt, sollte ihre Schwächen kennen.
Erster Einwand: die Sprache
Lagerbring schrieb 1764 – Jahrzehnte bevor die vergleichende Sprachwissenschaft (Rask, Bopp, Grimm) im frühen 19. Jahrhundert die Methode entwickelte, mit der sich Sprachfamilien überhaupt sauber voneinander trennen lassen. Seine Wortvergleiche gehören einer vorwissenschaftlichen Epoche an. Pikanterweise verraten gerade seine eigenen Beispiele mehr, als ihm lieb gewesen wäre: Wörter wie peder (Vater), mader (Mutter) oder berader (Bruder) sind persischen Ursprungs – und das Persische gehört, wie das Schwedische, zur indogermanischen Sprachfamilie. Diese Ähnlichkeiten belegen ein gemeinsames indogermanisches Erbe, nicht eine türkische Abstammung.
Zweiter Einwand: die Runen
Der Forschungsstand spricht gegen eine Herleitung des Futhark aus dem Göktürk- bzw. Orchon-Alphabet: Das ältere Futhark leitet sich nach heutigem Kenntnisstand aus einer der oberitalischen (etruskisch-norditalischen) Schriften des 1. bis 2. Jahrhunderts n. Chr. ab; die Vimose-Inschriften datieren bereits ins 2. Jahrhundert. Die Orchon-Runen hingegen sind erst im 8. Jahrhundert bezeugt – also rund sechs Jahrhunderte jünger. Eine Schrift kann sich schwerlich aus einer jüngeren herleiten. Die verblüffende optische Ähnlichkeit erklärt sich zwanglos daraus, dass beide Schriften für das Ritzen in Stein und Holz gemacht waren und deshalb vorwiegend aus geraden Linien bestehen. Und doch bleibt eine legitime, offene Frage: Könnten kantige Kerbschriften, die von Skandinavien bis Zentralasien auftreten, auf eine sehr alte, gemeinsame Schreibidee zurückgehen? Das ist kein Beweis – aber eine Frage, die zu stellen erlaubt ist.
Dritter Einwand: die Genetik
Zuletzt ist die Genetik herangezogen worden. Die große aDNA-Studie in Science (2019), an der Ron Pinhasi von der Universität Wien als Senior-Autor beteiligt war, beschreibt es so:
„In Europa haben aDNA-Studien deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft zusammen mit einem Zustrom von Menschen mit Abstammung aus Anatolien ankam.“
(Narasimhan et al., Science 2019)
Die Studie verknüpft die Ausbreitung der indogermanischen Sprachen mit einer Zuwanderung aus der eurasischen Steppe (der Jamnaja-Kultur). Diese Steppen-Abstammung ist jedoch indogermanisch, nicht türkisch. Und die vielzitierte Wikinger-Genomstudie (Nature, 2020) zeigt vor allem, dass die Wikinger keine einheitliche Ethnie oder Nation waren, sondern ein bunt gemischter Verbund – ein faszinierender Befund, aber kein Beleg für eine türkische Herkunft.
Was bleibt?
Nicht der Beweis, dass die Skandinavier von Türken abstammen – den liefern weder Sprachwissenschaft noch Genetik. Wohl aber etwas Feineres: Die nordische Überlieferung selbst verortete die Herkunft ihres höchsten Gottes im Osten. Ein Gelehrter der Aufklärung nahm das ernst und glaubte, darin eine Verwandtschaft zu erkennen. Zwischen den Reitervölkern der Steppe und den Völkern Europas gab es über Jahrhunderte realen Kontakt, und ihre Sprachen teilen auffällige strukturelle Züge – Agglutination, Vokalharmonie, das Fehlen des grammatischen Geschlechts.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Botschaft dieser kühnen These aus dem Jahr 1764: Sie sagt weniger über die Gene der Schweden aus als über die alte Sehnsucht des Menschen, im Fremden den Verwandten zu erkennen. Und das ist, bei allem gebotenen wissenschaftlichen Vorbehalt, keine „Frechheit“ – sondern ein schöner Gedanke.
Quellen:
Sven Lagerbring: Bref till Cancellie-Rådet och Riddaren, Herr Joh. Ihre om Swenska och Turkiska Språkens likhet. Lund 1764 (Königliche Bibliothek / Universität Lund).
Abdullah Gürgün: İsveççe ve Türkçe arasındaki benzerlikler (deutsche Ausgabe: „Schwedisch und die Ähnlichkeiten mit dem Türkischen“).
Snorri Sturluson: Prosa-Edda (Prolog, Gylfaginning) und Heimskringla (Ynglinga saga), 13. Jahrhundert.
V. M. Narasimhan et al.: The formation of human populations in South and Central Asia. Science, 2019 (unter Beteiligung von Ron Pinhasi, Universität Wien).
A. Margaryan et al.: Population genomics of the Viking world. Nature, 2020.
Das Geheimnis germanischer und alttürkischer Runen lüften – Frankfurter Allgemeine Zeitung: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/das-geheimnis-germanischer-und-alttuerkischer-runen-lueften-16322542.html
Zur Runologie (Dissertation, Universität zu Köln): https://kups.ub.uni-koeln.de/9453/1/Runologie.pdf
Odin – wikingerzeit.net: http://www.wikingerzeit.net/kultur-der-wikinger/glaube-der-wikinger/goetter/asen/odin.html
Das Geheimnis der alttürkischen Runen
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/hoch-schule/das-geheimnis-germanischer-und-alttuerkischer-runen-lueften-16322542.html
Wissenschaftliche Arbeit zu Runologie
https://kups.ub.uni-koeln.de/9453/1/Runologie.pdf
ODIN
http://www.wikingerzeit.net/kultur-der-wikinger/glaube-der-wikinger/goetter/asen/odin.html