Erdoğan und Aliyev bekräftigen enge Partnerschaft

Erdoğan und Aliyev bekräftigen enge Partnerschaft
CÜMHÜRIYET

Die Präsidenten der Türkei und Aserbaidschans haben anlässlich des sechsten Jahrestages des aserbaidschanischen Sieges im Bergkarabach-Krieg die enge Zusammenarbeit ihrer Länder bekräftigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Schuscha betonten Recep Tayyip Erdoğan und Ilham Aliyev die Bedeutung ihrer politischen und strategischen Partnerschaft.

Schuscha/Ankara, 08.11.2026 – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist am Sonntag auf Einladung seines aserbaidschanischen Amtskollegen Ilham Aliyev nach Bergkarabach gereist. Anlass war der 8. November, der in Aserbaidschan seit dem militärischen Sieg über Armenien im Jahr 2020 als nationaler Siegestag begangen wird.

Erdoğan wurde gemeinsam mit seiner Ehefrau Emine Erdoğan auf dem internationalen Flughafen Füsuli von Aliyev und dessen Ehefrau Mehriban Aliyeva empfangen. Anschließend reisten die beiden Staatschefs nach Schuscha, wo Erdoğan mit militärischen Ehren begrüßt wurde. Nach einem bilateralen Gespräch traten die Präsidenten gemeinsam vor die Presse.

Aliyev: „Unsere Brüderlichkeit ist unerschütterlich“

Aliyev würdigte die Unterstützung der Türkei während des 44 Tage dauernden Krieges im Herbst 2020. Aserbaidschan werde diese Unterstützung niemals vergessen. Die beiden Völker seien durch eine gemeinsame Geschichte, Kultur und enge politische Beziehungen miteinander verbunden.

„Unsere Einheit und Brüderlichkeit sind unerschütterlich. Wer versucht, sie zu schwächen, wird sein Ziel niemals erreichen“, erklärte der aserbaidschanische Präsident. Die Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Aserbaidschan sei ein wichtiger Faktor für die gesamte Region.

Erdoğan: „Unsere Verbundenheit wird fortbestehen“

Erdoğan gedachte in seiner Ansprache der im Karabach-Krieg getöteten aserbaidschanischen Soldaten. Der militärische Sieg Aserbaidschans sei nach seinen Worten eine Quelle des Stolzes für die gesamte turksprachige Welt.

Die Beziehungen zwischen Ankara und Baku gingen weit über gewöhnliche diplomatische Kontakte hinaus. Ihre Grundlage seien eine gemeinsame Geschichte und die Überzeugung, auch künftig gemeinsam handeln zu können.

Erdoğan erinnerte an die am 15. Juni 2021 unterzeichnete Schuscha-Erklärung, mit der beide Staaten ihre Zusammenarbeit auf Bündnisebene vertieft hatten. Versuche, diese Partnerschaft zu schwächen, würden keinen Erfolg haben.

Der türkische Präsident verwies zudem auf die umfangreichen Wiederaufbau- und Infrastrukturmaßnahmen in der Region. Bei der Fahrt nach Schuscha habe die Delegation sieben Tunnel durchquert. Dies verdeutliche die Fortschritte beim Ausbau der Verkehrsverbindungen. Er hoffe, bei seinem nächsten Besuch eine noch weiter entwickelte Stadt vorzufinden.

Sechster Jahrestag des Kriegsendes

Der zweite Krieg um Bergkarabach begann am 27. September 2020 und endete nach 44 Tagen mit einer von Russland vermittelten Waffenstillstandsvereinbarung vom 9. November, die in der Nacht zum 10. November in Kraft trat. Aserbaidschan erlangte dabei die Kontrolle über Schuscha und weitere zuvor armenisch kontrollierte Gebiete. Nach einer weiteren Militäroffensive im September 2023 übernahm Baku auch die vollständige Kontrolle über Bergkarabach.

Der 8. November wurde in Aserbaidschan zum nationalen Siegestag erklärt, nachdem ursprünglich der 10. November vorgesehen gewesen war. Das Datum wurde auch mit Rücksicht auf den Todestag des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk geändert.

Erdoğan hatte Aliyev bereits vor seinem Besuch in einem Glückwunschschreiben zum Jahrestag gratuliert. Darin bezeichnete er die Entwicklung des Südkaukasus von einer Konfliktregion zu einem Raum der Zusammenarbeit und wirtschaftlichen Entwicklung als gemeinsames Ziel beider Staaten.

Hochrangige türkische Delegation

Erdoğan wurde bei seinem Besuch unter anderem von Außenminister Hakan Fidan, Verteidigungsminister Yaşar Güler, Landwirtschaftsminister İbrahim Yumaklı, Geheimdienstchef İbrahim Kalın und Kommunikationsdirektor Burhanettin Duran begleitet.

Auf dem Besuchsprogramm standen zudem Gedenkveranstaltungen in Chodschali und Chankendi sowie ein offizielles Essen.

Quellen: Anadolu Ajansı (AA), Präsidentschaftskanzleien der Türkei und Aserbaidschans, Report.az, 8. November 2026.

Andreas Günes

Redaktion, Türkische Allgemeine

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