Wien, 13.09.2026 – Der türkische Außenminister Hakan Fidan hat während eines zweitägigen offiziellen Besuchs in Syrien den bevorstehenden Besuch von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Damaskus angekündigt. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem syrischen Amtskollegen Esad Hasan Şeybani in Damaskus berichtete Fidan über die jüngsten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Beziehungen zwischen Türkei und Syrien auf neuem Kurs
Fidan betonte, dass die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien in den vergangenen zwei Jahren deutliche Fortschritte gemacht haben. Nach seinen Worten hat sich Syrien nicht nur zur Türkei, sondern zur gesamten Welt neu positionieren müssen. Er stellte fest, dass der Übergang von der alten zur neuen syrischen Staatsführung ein Element für Frieden und Stabilität in der Region geworden sei. Die syrische Regierung bemühe sich verstärkt um die Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten in allen Bereichen und es sei spürbar, wie Syrien täglich weitere Fortschritte bei der Bewältigung der Folgen des langen Bürgerkriegs mache.
Geplanter Besuch Erdoğans in Damaskus
Fidan erklärte, dass ein offizieller Besuch von Präsident Erdoğan in Syrien in naher Zukunft geplant sei. Dies verleihe der aktuellen Visite besondere Bedeutung, da dadurch der politische Dialog weiter vertieft werden solle.
Bewertung der SDG-Auflösung und israelische Angriffe
Der Außenminister äußerte sich auch zur Ankündigung der Selbstauflösung der YPG/SDG und bezeichnete diese Entwicklung als wichtig und bedeutend. Es sei nun entscheidend, diese Absichten rasch praktisch umzusetzen. Zugleich kritisierte Fidan Israels Vorgehen in der Region deutlich. Die Politik Israels stelle das größte Hindernis für die positive Entwicklung im Kampf gegen den Terrorismus dar und schade der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen. Israel trage mit seinen Angriffen dazu bei, Syrien zu destabilisieren, unterstütze sogar Organisationen wie den IS und sei direkt in die Instabilität verwickelt. Die Türkei setze sich weiterhin dafür ein, dass Syrien seine volle Souveränität wiedererlangt und als stabiler Nachbarstaat auftreten könne.
Wirtschaft und Infrastruktur im Mittelpunkt der Gespräche
Themen wie gemeinsame Wirtschaftsprojekte, Investitionen und der Ausbau der Infrastruktur standen im Vordergrund. Der Minister hob insbesondere das Engagement türkischer und syrischer Unternehmer und deren großes Interesse an bilateraler Zusammenarbeit hervor. Zudem spiele die Rückkehr und Integration syrischer Flüchtlinge, die teils seit über zehn Jahren in der Türkei leben, eine bedeutende Rolle.
Detaillierter Ablauf der offiziellen Visite
Im Rahmen seines Syrien-Besuchs traf Fidan nicht nur Außenminister Şeybani, sondern wurde nach Angaben aus türkischen Regierungskreisen auch von Staatspräsident Ahmed Şara empfangen und sprach mit Innenminister Enes Hattab. Die Gespräche umfassten die Entwicklung der Beziehungen seit dem 8. Dezember 2024 sowie Themen wie Handel, Energie, Verkehr und regionale Kooperationsprojekte. Außerdem sollte die rechtliche und institutionelle Basis der Zusammenarbeit gefestigt werden.
Integration und regionale Sicherheit
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Integrationsprozess innerhalb Syriens, insbesondere der Implementierung der Auflösung der SDG. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Staatsautorität gestärkt sowie alle gesellschaftlichen Gruppen, inklusive der Turkmenen, auf der Grundlage gleichberechtigter Staatsbürgerschaft in den Prozess einbezogen werden.
Regionale Entwicklungen und Unterstützung aus der Türkei
Die Türkei bekräftigte ihre Unterstützung für die territoriale Integrität, Souveränität und wirtschaftliche Stabilisierung Syriens. Darüber hinaus standen die Entwicklungen im Süden Syriens und die Auswirkungen der israelischen Angriffe auf die Sicherheitslage im Mittelpunkt der Beratungen.





