TKG gratuliert schwedischem Unternehmer mit türkischen Wurzeln zum Unternehmer des Jahres

TKG gratuliert schwedischem Unternehmer mit türkischen Wurzeln zum Unternehmer des Jahres
Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat dem schwedischen Unternehmer Brazer Bozlak mit türkischen Wurzeln zu seiner Auszeichnung als „Årets Företagare i Sverige 2026“ gratuliert. In einer am 19. Oktober 2026 in Wien veröffentlichten Stellungnahme würdigte die Organisation nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg des Gastronomen, sondern hob auch die gesellschaftliche Bedeutung unternehmerischer Leistungen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte hervor. Die Auszeichnung in Schweden betrachtet die TKG zudem als positives Signal für Anerkennung, Integration und gesellschaftliche Zugehörigkeit.

Wien/Stockholm. Der schwedische Unternehmer Brazer Bozlak, Gründer der international tätigen Restaurantgruppe Urban Italian Group, ist am 18. Oktober 2026 im Stockholmer Rathaus als „Årets Företagare i Sverige 2026“ ausgezeichnet worden. Der Preis wird vom unabhängigen schwedischen Unternehmerverband Företagarna vergeben, der nach eigenen Angaben rund 60.000 Unternehmer vertritt. Bozlak setzte sich im nationalen Auswahlverfahren gegen die Gewinner aus 20 weiteren schwedischen Regionen durch.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) nahm diese Auszeichnung zum Anlass, dem Unternehmer von Wien aus ihre Glückwünsche zu übermitteln und zugleich auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leistungen von Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte in Europa aufmerksam zu machen.

Nach Auffassung der TKG ist Bozlaks unternehmerischer Aufstieg ein ermutigendes Beispiel für junge Menschen, Gewerbetreibende, Selbstständige und angehende Unternehmer mit familiären Wurzeln in der Türkei. Seine Entwicklung zeige, welche Möglichkeiten sich durch Eigeninitiative, Qualifikation, wirtschaftliche Verantwortung und die konsequente Umsetzung eigener Geschäftsideen eröffnen könnten.

Vom insolventen Restaurant zur internationalen Unternehmensgruppe

Bozlak, der 1989 geboren wurde und in Schweden aufwuchs, begann seine unternehmerische Laufbahn in der Gastronomie im Jahr 2017. Damals übernahm er in der mittelschwedischen Stadt Falun die Konkursmasse eines gescheiterten Restaurants. Aus diesem Betrieb entstand die Marke Basta, die später zum Ausgangspunkt einer international expandierenden Gastronomiegruppe wurde.

Heute betreibt Urban Italian Group Restaurants in mehreren schwedischen Städten sowie in Spanien. Zu den Gastronomiekonzepten gehören unter anderem Basta, Florentine, Trattoria Giorgio’s, Villa Valentina und Lola Maria. Weitere Standorte in Norwegen sind angekündigt.

Nach Angaben des Unternehmens soll die Beschäftigtenzahl im Zuge der Expansion auf annähernd 1.000 Menschen steigen. Für 2027 strebt die Gruppe einen Jahresumsatz von einer Milliarde schwedischen Kronen an. Dabei handelt es sich um Unternehmensangaben beziehungsweise Planungsziele und nicht um unabhängig bestätigte Konzernzahlen.

Die Jury des schwedischen Unternehmerverbandes würdigte insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung, die unternehmerische Initiative sowie die Beschäftigungs- und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Restaurantgruppe.

TKG: Unternehmer schaffen Arbeitsplätze und tragen zum Gemeinwohl bei

In ihrer Stellungnahme betont die Türkische Kulturgemeinde in Österreich, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht ausschließlich an persönlichen Vermögensverhältnissen oder Unternehmensumsätzen gemessen werden sollte. Wer Unternehmen gründe, investiere, Arbeitsplätze schaffe, Mitarbeiter beschäftige sowie Steuern und Sozialabgaben entrichte, leiste zugleich einen Beitrag zur Finanzierung und Entwicklung des Gemeinwesens.

Die Organisation sieht darin eine wichtige Dimension gesellschaftlicher Integration. Menschen mit Einwanderungsgeschichte könnten durch wirtschaftliche Eigenständigkeit nicht nur ihre persönlichen Lebensverhältnisse verbessern, sondern auch Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen, in der sie leben.

Gerade die Verbindung von persönlicher Initiative, Beschäftigung, steuerlicher Leistung und langfristiger unternehmerischer Verantwortung verdiene nach Auffassung der TKG größere öffentliche Anerkennung.

Für die Organisation ist Bozlaks Erfolg deshalb auch über die Gastronomiebranche hinaus von Bedeutung. Er könne Menschen mit türkischen Wurzeln in Österreich, Deutschland, Schweden und anderen europäischen Ländern dazu ermutigen, eigene wirtschaftliche Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Schwedische Auszeichnung als Signal gesellschaftlicher Anerkennung

Besondere Bedeutung misst die TKG dem Umstand bei, dass ein schwedischer Unternehmerverband einen Geschäftsmann mit türkischem familiärem Hintergrund mit einer seiner angesehenen Auszeichnungen würdigt.

Die Entscheidung sei aus Sicht der Organisation ein positives Beispiel dafür, dass unternehmerische Leistung unabhängig von Herkunft oder familiärer Einwanderungsgeschichte anerkannt werden könne.

Die TKG verbindet damit zugleich eine integrationspolitische Botschaft. Menschen mit türkischen Wurzeln dürften in der öffentlichen Diskussion nicht ausschließlich über Fragen der Migration, Religion, kulturellen Herkunft oder vermeintlicher Integrationsdefizite wahrgenommen werden. Ebenso müssten ihre wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leistungen Berücksichtigung finden.

Die Auszeichnung Bozlaks steht nach Auffassung der TKG beispielhaft für eine solche leistungsorientierte Anerkennung. Dabei handelt es sich um eine Ehrung durch einen unabhängigen Unternehmerverband und nicht um einen staatlichen Preis der schwedischen Regierung.

Anerkennung kann die Verbundenheit mit dem Heimatland stärken

Einen weiteren Schwerpunkt der Wiener Stellungnahme bildet die Frage, welche Auswirkungen öffentliche Anerkennung auf das Zugehörigkeitsgefühl von Menschen mit Einwanderungsgeschichte haben kann.

Die TKG vertritt die Auffassung, dass die Würdigung erfolgreicher Unternehmer mit türkischen Wurzeln auch das gesellschaftliche Selbstverständnis anderer Menschen mit vergleichbarer Familiengeschichte positiv beeinflussen könne.

Wenn Bürger mit Einwanderungsgeschichte erleben, dass ihre Leistungen unabhängig von ihrer Herkunft anerkannt werden, könne dies ihre Identifikation mit dem Land, in dem sie leben, und ihre Verbundenheit mit dessen gesellschaftlichen Institutionen stärken.

In diesem Zusammenhang verweist die Organisation ausdrücklich darauf, dass türkische familiäre Wurzeln und eine enge Verbundenheit mit Schweden keineswegs im Widerspruch stehen müssten. Menschen könnten ihre kulturelle Herkunft bewahren und sich gleichzeitig als selbstverständlicher Bestandteil der schwedischen Gesellschaft verstehen.

Die Ehrung eines einzelnen Unternehmers erlaubt zwar keine allgemeinen Rückschlüsse auf die Integrationspolitik oder die gesellschaftliche Haltung ganz Schwedens gegenüber Menschen türkischer Herkunft. Nach Einschätzung der TKG kann sie jedoch ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung darstellen.

Ein Beispiel auch für Österreich und Deutschland

Mit ihrer Stellungnahme richtet die Türkische Kulturgemeinde in Österreich den Blick zugleich auf die wirtschaftliche Rolle von Menschen türkischer Herkunft in anderen europäischen Ländern.

Unternehmer, Selbstständige, Gewerbetreibende und Arbeitgeber mit Einwanderungsgeschichte seien in zahlreichen Branchen tätig und trügen durch Investitionen, Beschäftigung und steuerliche Leistungen zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer jeweiligen Länder bei.

Die TKG spricht sich deshalb dafür aus, diese Beiträge stärker in der öffentlichen Wahrnehmung zu berücksichtigen. Der gesellschaftliche Wert von Menschen mit Einwanderungsgeschichte dürfe nicht auf ihre Herkunft reduziert werden, sondern müsse auch anhand ihrer Leistungen, Fähigkeiten und ihrer Verantwortung für das Gemeinwesen betrachtet werden.

Zum Abschluss ihrer am 19. Oktober 2026 in Wien veröffentlichten Stellungnahme gratulierte die Türkische Kulturgemeinde in Österreich Brazer Bozlak sowie seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Auszeichnung und wünschte ihm für die weitere internationale Entwicklung seiner Restaurantgruppe Erfolg.

Mit ihrer Reaktion auf die schwedische Preisverleihung verbindet die TKG somit zwei Anliegen: die Anerkennung einer konkreten unternehmerischen Leistung und die Forderung nach einer differenzierteren öffentlichen Wahrnehmung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beiträge von Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte in Europa.

Quellen: Stellungnahme der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) vom 19. Oktober 2026; Företagarna, Preisverleihung vom 10. Oktober 2026; Unternehmensinformationen der Urban Italian Group.

Andreas Günes

Redaktion, Türkische Allgemeine

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