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 TKG erinnert an Jahrestag des Martyriums von Salih Niyazi Dedebaba

WIEN, 28.11.2025-Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat zum Jahrestag des Martyriums von Salih Niyazi Dedebaba eine Erklärung veröffentlicht. Darin würdigt sie den geistigen Führer der Bektaschies, dessen Wirken die Geschichte des Balkans und Anatoliens geprägt hat.

 Die Erklärung im Wortlaut

In ihrer Mitteilung erinnert die TKG an Geburt, Leben und Wirken von Salih Niyazi Dedebaba. Er wurde am 15. März 1876 im Dorf Starje im osmanischen Sandschak Gorice geboren ( Heute in Albanien) und trat schon früh den Bektaschi-Weg ein. Seine charismatische Führung und geistige Tiefe machten ihn zu einer prägenden Gestalt, die den Orden zu einem moralischen Kompass für soziale Gerechtigkeit und Freiheit verwandelte.

Dedebaba war der letzte Postnişîn des Hacı-Bektaş-Veli-Dergâh. Nach der Schließung der Tekken 1925 sah er darin keinen Niedergang, sondern einen historischen Wendepunkt. 1930 verlegte er das geistige Zentrum nach Tirana und gründete die Kryegjyshata, die bis heute als Weltzentrum des Bektaschismus besteht.

Das Bektaschi-Weltzentrum in Tirana, Albanien, dient als internationaler Hauptsitz des Bektaschi-Ordens. Es umfasst eine Teqe (Kultstätte), ein Museum sowie umfangreiche Archivbestände. Aktuell plant die albanische Regierung, dem Zentrum einen besonderen Status zu verleihen, der ihm eine eigenständige Souveränität innerhalb des Landes ermöglichen könnte.

Unterstützung für die Republik
Während des Türkischen Unabhängigkeitskrieges unterstützten Dedebaba und die Bektaschi-Ältesten Mustafa Kemal Pascha geistig und logistisch. Atatürks Besuch im Hacı-Bektaş-Veli-Dergâh 1919 gilt als symbolischer Moment, der die Nähe der Bektaschies zu den Idealen der Republik zeigte.

Widerstand und Martyrium
Als Mussolinis Armeen 1939 Albanien besetzten, rief Dedebaba die Gemeinschaft zum Widerstand mit moralischem Mut auf. Am 28. November 1941 wurde er nach den Feierlichkeiten zum albanischen Unabhängigkeitstag zusammen mit seinem Gehilfen Derwisch Aziz ermordet. Historiker sehen seine antifaschistische Haltung als Motiv.

Vermächtnis
– In der Türkei: Überleben des Bektaschismus im Einklang mit den Werten der Republik.
– In Albanien: Institutionalisierung als respektierte religiöse Identität.
– Weltweit: Die Kryegjyshata in Tirana bleibt das Herz der Bektaschi-Welt.

Reflexion
Das Leben von Salih Niyazi Dedebaba sei, so die TKG, mehr als die Biografie eines geistigen Führers. Es sei die Geschichte einer Seele zwischen Widerstand und Weisheit, Wahrheit und Opfer. Sein Martyrium sei keine Endstation, sondern eine Erinnerung: Wer Ungerechtigkeit ablehnt und Glauben mit Freiheit sowie Weisheit mit Ehre vereint, vergeht nicht.

„Jede Seele wird den Tod kosten. Dann werdet ihr zu Uns zurückkehren.“ (Koran 29:57)

„Welcher Mensch kann leben und den Tod nicht sehen? Wer vermag seine Seele aus der Macht des Grabes zu retten?“ (Psalm 89:48, Mezmurlar Kitabı 89:48)

Die TKG schließt ihre Erklärung mit dem Wunsch, dass die Seelen von Salih Niyazi Dedebaba und Derwisch Aziz gesegnet seien. Ihr Name bleibe Symbol für Weisheit, Freiheit und die unantastbare Würde der Menschheit. ( Türkische Allgemeine, 28.11.2025)

 

Andreas Günes

Redaktion, Türkische Allgemeine

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Andreas Günes

Redaktion, Türkische Allgemeine
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