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	<description>Ihre Zeitung für Türkische News aus dem Deutschsprachigen Raum</description>
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		<title>Ermittlungen gegen Ertuğrul Özkök und Sera Kadıgil wegen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Aug 2026 08:49:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wien, 03.08.2026 – Die Staatsanwaltschaften in Istanbul und Ankara haben Ermittlungen gegen&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/08/03/ermittlungen-gegen-ertugrul-oezkoek-und-sera-kadigil-wegen/">Ermittlungen gegen Ertuğrul Özkök und Sera Kadıgil wegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wien, 03.08.2026 – Die Staatsanwaltschaften in Istanbul und Ankara haben Ermittlungen gegen den Journalisten Ertuğrul Özkök sowie die TİP-Abgeordnete Sera Kadıgil eingeleitet. Beide Verfahren stehen im Zusammenhang mit Äußerungen, die sich kritisch gegenüber dem amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan richteten. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft leitete von Amts wegen ein Verfahren gegen Ertuğrul Özkök ein, nachdem dieser in einer TV-Sendung kontroverse Aussagen gemacht hatte. In der Sendung mit Journalistin Bahar Feyzan verglich Özkök das aktuelle politische System der Türkei mit dem unter Francisco Franco in Spanien und betonte, dass kein politisches Regime dauerhaft sei. Zudem erklärte er, dass das türkische Regierungssystem stark auf die Person Erdoğans zugeschnitten sei und es nach dessen Amtszeit keinen vergleichbaren Nachfolger gebe. Özkök führte aus: „Ich habe als Student miterlebt, wie das Franco-Regime in Spanien zusammengebrochen ist. Solche Regimes sind nie für immer. Das heutige System in der Türkei ist auf Erdoğans Persönlichkeit zugeschnitten. Es gibt keinen zweiten Menschen, der dieses System so weitertragen könnte.“ Außerdem betonte er, dass die Wahlchancen des Präsidenten größer wären, wenn Gerechtigkeit, Menschenrechte und Pressefreiheit in der Türkei gestärkt würden.</p>
<p class="article-subheading"><strong>Ermittlungen auch gegen sera kadıgil wegen aussagen auf mitveranstaltung</strong></p>
<p>Die Staatsanwaltschaft in Ankara leitete ebenfalls von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Sera Kadıgil, Abgeordnete der Türkischen Arbeiterpartei (TİP), ein. Anlass war eine Rede, die Kadıgil am 31. Juli bei einer Parteiveranstaltung in Izmir gehalten hatte. Ihr wird nach Artikel 299 des Türkischen Strafgesetzbuchs „Beleidigung des Präsidenten“ sowie nach Artikel 310 Absatz 2 „Bedrohung“ vorgeworfen. In ihrer Ansprache erklärte Kadıgil: „Tayyip Erdoğan loszuwerden, ist unsere wichtigste und oberste Priorität, und ich schwöre, wir werden es schaffen. Seid gewiss, wir werden ihn los.“ Diese Aussage veranlasste die Ermittlungsbehörden in Ankara, ein offizielles Verfahren einzuleiten.</p>
<p class="article-subheading"><strong>Ti̇p sieht sich in meinungsfreiheit eingeschränkt</strong></p>
<p>Die Türkische Arbeiterpartei (TİP) zeigte sich über die Ermittlungen empört. Die Parteiorganisation in Izmir bezeichnete in einer Erklärung auf sozialen Medien die Einleitung eines Verfahrens gegen politische Kritik von Abgeordneten als Eingriff in die Meinungsfreiheit. In der Mitteilung hieß es weiter, dass Kritik am Präsidenten faktisch kriminalisiert werde und das Justizsystem als Mittel politischer Unterdrückung instrumentalisiert werde. Die Partei warf der Staatsanwaltschaft außerdem vor, sich mit „Hexenjagden“ in den sozialen Medien zu beschäftigen, anstatt sich auf öffentlich diskutierte Rechtsverstöße zu konzentrieren.</p>
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		<title>Sechs Jahrzehnte traumhafte Liebe: Eine Wienerin und ein türkischer Diplomat</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/19/sechs-jahrzehnte-traumhafte-liebe-eine-wienerin-und-ein-tuerkischer-diplomat/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 08:04:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Liebe über sechs Jahrzehnte: Eine Wienerin (85) und ein türkischer Diplomat&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/19/sechs-jahrzehnte-traumhafte-liebe-eine-wienerin-und-ein-tuerkischer-diplomat/">Sechs Jahrzehnte traumhafte Liebe: Eine Wienerin und ein türkischer Diplomat</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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<h3 class="entry-title post__title">Eine Liebe über sechs Jahrzehnte: Eine Wienerin (85) und ein türkischer Diplomat (95) – „Das Leben ist ein Traum“</h3>
<p> </p>
</div>
</div>
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<p data-start="63" data-end="149">Eine Wiener Erinnerung an den Doyen der türkischen Diplomatie, Botschafter Pulat Tacar</p>
<p data-start="151" data-end="177">Redaktionelle Vorbemerkung</p>
<p data-start="179" data-end="466">Am 19. Juli 2026 veröffentlichte die traditionsreiche, republikanisch-säkulare türkische Tageszeitung Cumhuriyet auf ihrer zweiten Seite einen persönlichen Erinnerungsbeitrag des in Wien lebenden Verlegers und Publizisten Birol Kılıç über Pulat Tacar, einen der Doyens der türkischen Diplomatie. Der frühere Botschafter starb im Alter von 95 Jahren in Bodrum, geborgen in den Armen seiner geliebten, aus Wien stammenden Ehefrau Sylvia Tacar. Bis zu seinem letzten Atemzug hielt die 85-Jährige seine Hand; um sie herum waren jene Katzen versammelt, die das gemeinsame Leben des Paares über viele Jahre begleitet hatten – beinahe so, als würden auch sie in stiller Nähe Abschied nehmen und für ihn beten. Sylvia Tacar setzt ihr Leben nun allein mit den Katzen fort, die Teil ihrer gemeinsamen Geschichte geworden sind. Pulat Tacar jedoch bleibt nicht nur als bedeutender Diplomat, Schriftsteller und Denker in Erinnerung, sondern vor allem als beispielhafter Mensch, Brückenbauer,  dessen Haltung, Bildung, Anstand und Menschlichkeit ihn weit über seine Ämter hinaus in das Gedächtnis seiner Zeit eingeschrieben haben.</p>
<p data-start="468" data-end="884">Der Text verbindet einen Nachruf mit den Erinnerungen an eine Begegnung, die am 9. November 2021 im historischen Café Mozart neben der Wiener Staatsoper stattfand. Im Mittelpunkt steht dabei nicht allein der Diplomat, Schriftsteller und Intellektuelle Pulat Tacar, sondern auch eine außergewöhnliche österreichisch-türkische Lebens- und Liebesgeschichte, die 1960 in Wien begann und mehr als sechs Jahrzehnte währte.</p>
<p data-start="886" data-end="1115">Was Sylvia und Pulat Tacar miteinander verband, waren nicht nur Liebe, Achtung und Treue, sondern auch Bildung, kulturelle Offenheit und die Fähigkeit, Herkunft nicht als Grenze, sondern als menschliche Bereicherung zu begreifen.</p>
<p data-start="1117" data-end="1397">Die nachfolgende deutsche Fassung folgt dem türkischen Original in Inhalt, Aufbau, Wiederholungen und Ton. Ergänzende Abschnitte erläutern einzelne historische und kulturelle Bezüge für deutschsprachige Leser, ohne den ursprünglichen Text und seinen inneren Rhythmus zu verändern.</p>
<p data-start="1399" data-end="1440">Nachfolgend die deutsche Übersetzung des türkischen Essays von Birol Kılıç aus Wien, der in der Tageszeitung Cumhuriyet auf Seite 2 veröffentlicht wurde.</p>
<h4 data-start="1399" data-end="1440"><strong>Cumhuriyet, Seite 2, Istanbul, 19.07.2026</strong></h4>
<h3 data-start="1442" data-end="1518">Zum Andenken an den Doyen der türkischen Diplomatie, Botschafter Pulat Tacar</h3>
<p data-start="1520" data-end="2551">Pulat Tacar, einer der Doyens der Diplomatie der Republik Türkei, Schriftsteller, Denker und ein wahrer „Citoyen“, ist im Alter von 95 Jahren in Bodrum verstorben. An seiner Seite stand über mehr als sechs Jahrzehnte Sylvia Tacar, eine Niederösterreicherin und Wienerin, die ihm in Liebe, Achtung und tiefer innerer Verbundenheit durch das Leben folgte. Pulat Tacar lernte sie vor über sechzig Jahren während seiner diplomatischen Tätigkeit kennen und machte ihr einen Heiratsantrag, obwohl Eheschließungen mit ausländischen Staatsbürgerinnen im türkischen Außenministerium jener Zeit für Diplomaten nicht gestattet waren. Er ging damit als einer der ersten türkischen Diplomaten in die Geschichte ein, der dieses Verbot aus Liebe durchbrach. Mit seinem umfassenden Wissen, seiner Mehrsprachigkeit, seiner diplomatischen Erfahrung und seiner außergewöhnlichen geistigen Weite hinterließ er nicht nur bedeutende Werke, sondern auch zahlreiche Freunde, Weggefährten und ein Vermächtnis, das weit über sein eigenes Leben hinausreicht.</p>
<h4 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="auto"><strong>Der Citoyen als säkular-republikanisches Ideal</strong></h4>
<p data-start="2593" data-end="2892">Die Bezeichnung „Citoyen“ ist in diesem Text bewusst gewählt. Sie beschreibt mehr als den rechtlichen Status eines Staatsbürgers. Gemeint ist der aufgeklärte, verantwortungsbewusste und selbständig denkende Mensch, der sich nicht als Untertan, sondern als aktives Mitglied der Gesellschaft begreift.</p>
<p data-start="2894" data-end="3351">Pulat Tacar verkörperte dieses republikanische Ideal: gebildet, weltzugewandt, dem Recht und der Vernunft verpflichtet und zugleich bereit, Geschichte nicht als starres Dogma, sondern mit kritischem Verantwortungsbewusstsein zu betrachten. Sein Verständnis von Diplomatie beruhte nicht allein auf der Vertretung staatlicher Interessen. Es schloss das Zuhören, das Verstehen und die Suche nach tragfähigen Brücken zwischen Menschen, Staaten und Kulturen ein.</p>
<p data-start="3353" data-end="3572">Pulat Tacar, einer der Doyens der Diplomatie der Republik Türkei, Schriftsteller, Intellektueller und ein wahrer „Citoyen“, ist im Alter von 95 Jahren in Bodrum aus dem Leben geschieden. Möge seine Seele Frieden finden.</p>
<p data-start="3574" data-end="4144">Als einer der herausragenden Vertreter jener erlesenen Generation der türkischen Diplomatie, die im Geist und in den Werten der Republik herangewachsen war, hinterließ Tacar ein bedeutendes geistiges Vermächtnis. Dieses gründete sich nicht allein auf die hohen Ämter, die er im Laufe seines diplomatischen Lebens bekleidete, sondern ebenso auf die Bücher, die er nach seinem Eintritt in den Ruhestand verfasste, auf seine Arbeiten zu Recht und Geschichte sowie auf seine nachhaltigen Beiträge in den Bereichen der Menschenrechte, der Demokratie und der Kulturdiplomatie.</p>
<h4 data-start="4146" data-end="4198">Tacar: „Die Hagia Sophia als gemeinsames Erbe der Menschheit“</h4>
<p data-start="4200" data-end="4622">Auch in der Debatte um die Hagia Sophia zeigte sich Pulat Tacars republikanisches, völkerrechtlich geschultes und auf Verständigung gerichtetes Denken. In einem im Juni 2020 veröffentlichten Gespräch erklärte er, die Hagia Sophia gehöre rechtlich und territorial unzweifelhaft zur Türkei, sei durch ihre Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes jedoch zugleich zu einem gemeinsamen Erbe der gesamten Menschheit geworden.</p>
<div id="attachment_10572" class="wp-caption aligncenter">
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-10572 size-full" src="https://www.turkischegemeinde.at/wp-content/uploads/96b809dd31d62ceb80c0faba697ff006-432x470-1.webp" alt="" width="432" height="470" aria-describedby="caption-attachment-10572" /></p>
<p id="caption-attachment-10572" class="wp-caption-text">Hagia Sophia</p>
</div>
<p data-start="4624" data-end="5017">Mit diesem freiwilligen Schritt habe die Republik Türkei ihre staatliche Souveränität nicht aufgegeben, wohl aber eine besondere Verantwortung gegenüber der internationalen Gemeinschaft übernommen. Tacar erinnerte daran, dass Atatürks Entscheidung, die Hagia Sophia 1934 in ein Museum umzuwandeln, eine frühe und bedeutende Geste des Dialogs zwischen Religionen und Zivilisationen gewesen sei.</p>
<p data-start="5019" data-end="5155">Seine Haltung war eindeutig: „Die Hagia Sophia ist das gemeinsame Erbe der gesamten Menschheit. Sie sollte als Museum erhalten bleiben.“</p>
<p data-start="5157" data-end="5494">Sie müsse, so Tacar, unverändert und wie ein der Türkei anvertrautes Gut für kommende Generationen bewahrt werden. Ihre politische Instrumentalisierung vertiefe religiöse Gegensätze, beschädige das internationale Ansehen der Türkei und widerspreche dem säkularen, friedensorientierten und modernisierenden Gründungsgedanken der Republik.</p>
<h4 data-start="5496" data-end="5548">Eine Wiener Erinnerung an ein säkulares, republikanisches Leben</h4>
<p data-start="5550" data-end="5738">Manche Begegnungen dauern nur wenige Stunden und bleiben dennoch ein Leben lang gegenwärtig. Das Gespräch mit Pulat und Sylvia Tacar im Café Mozart gehörte zu diesen seltenen Augenblicken.</p>
<p data-start="5740" data-end="6091">Es war keine gewöhnliche Unterhaltung über ein Buch, über Diplomatie oder über vergangene Jahre. Es war die Begegnung mit zwei Menschen, deren gemeinsames Leben selbst zu einer Erzählung geworden war: zu einer Erzählung von Liebe und Mut, von Heimat und Fremde, von geistiger Unabhängigkeit und von jener stillen Würde, die keiner großen Worte bedarf.</p>
<p data-start="6093" data-end="6473">Wir erinnern an Pulat Tacar mit jenem unvergesslichen Gespräch, das wir am 9. November 2021 im historischen Café Mozart unmittelbar neben der Wiener Staatsoper mit ihm führen durften. Damals war er einundneunzig Jahre alt. An seiner Seite befand sich seine in Wien geborene Ehefrau Sylvia Tacar, die seit mehr als sechzig Jahren seine Lebensgefährtin und treue Wegbegleiterin war.</p>
<p data-start="6475" data-end="6911">Der verstorbene Pulat Tacar kam jedes Jahr gemeinsam mit seiner Frau Sylvia Tacar nach Wien. Seinen Aufenthalt verbrachte er hier mit einem überaus bescheidenen, zugleich jedoch dichten und außerordentlich anspruchsvollen Kulturprogramm, in dessen Mittelpunkt vor allem die Oper stand. Kennengelernt hatten wir einander durch unsere verlegerische Tätigkeit, durch seine eigenen Werke und durch die Bücher, die wir veröffentlicht hatten.</p>
<p data-start="6913" data-end="7143">Eines seiner letzten Werke war den Katzen gewidmet: „Das Leben ist ein Traum – Lest uns aus der Feder der Katzen“. Auch dieses Buch zeigte, dass Pulat Tacar ein großer türkischer Denker war, der den Geist Yunus Emres in sich trug.</p>
<h4 data-start="7145" data-end="7166">Der Geist Yunus Emres</h4>
<p data-start="7168" data-end="7386">Der im Text erwähnte Yunus Emre zählt zu den bedeutendsten Dichtern und mystischen Denkern der türkischen Sprache. Sein Werk steht für Menschenliebe, Bescheidenheit, innere Reife und die Überwindung trennender Grenzen.</p>
<p data-start="7388" data-end="7764">Wenn Pulat Tacar mit dem Geist Yunus Emres in Verbindung gebracht wird, so verweist dies auf eine Haltung, in der Bildung und Gelehrsamkeit nicht zur Überheblichkeit führen, sondern zu Mitgefühl, Maß und menschlicher Nähe. Hinter dem erfahrenen Diplomaten und scharfsinnigen Analytiker stand ein Mensch, für den geistige Größe ohne Menschlichkeit keinen bleibenden Wert besaß.</p>
<p data-start="7766" data-end="8209">Als ein Ehepaar, dessen Leben über viele Jahre hinweg eng mit Katzen verbunden war, erzählen Pulat und Sylvia Tacar darin sowohl von den gemeinsam mit ihren Tieren verbrachten Jahren als auch von ihrer eigenen Lebensgeschichte und ihren persönlichen Abenteuern. Sie tun dies aus dem Blickwinkel ihrer Katzen, die sie „meine Mutter“ und „mein Vater“ nennen, und lassen ihre Erinnerungen gleichsam aus dem Mund dieser stillen Gefährten sprechen.</p>
<h4 data-start="8211" data-end="8264">Ein Buch über Katzen – und über das menschliche Leben</h4>
<p data-start="8266" data-end="8553">„Das Leben ist ein Traum – Lest uns aus der Feder der Katzen“ ist weit mehr als ein Katzenbuch. Indem Sylvia und Pulat Tacar ihre gemeinsame Geschichte aus der Perspektive ihrer tierischen Gefährten erzählen, schaffen sie eine heitere und zugleich tiefgründige Distanz zum eigenen Leben.</p>
<p data-start="8555" data-end="8895">Die Katzen werden zu stillen Zeugen einer außergewöhnlichen Ehe, einer diplomatischen Laufbahn, zahlreicher Ortswechsel, historischer Umbrüche und eines langen gemeinsamen Weges. Aus ihrer vermeintlichen Sicht werden Erinnerungen, Beobachtungen und menschliche Schwächen erzählt, ohne dass die Würde der dargestellten Menschen verlorengeht.</p>
<p data-start="8897" data-end="9178">Hinter der spielerischen Erzählform steht eine ernste und beinahe philosophische Einsicht: Das Leben vergeht wie ein Traum. Doch Liebe, Erinnerung und das geschriebene Wort vermögen etwas von diesem Traum festzuhalten und über die Grenzen der eigenen Lebenszeit hinaus zu bewahren.</p>
<h4 data-start="9180" data-end="9206">Liebe auf den ersten Blick</h4>
<p data-start="9208" data-end="9422">Vor genau einundsechzig Jahren war Pulat Tacar in Wien als Diplomat des Außenministeriums der Republik Türkei bei der Internationalen Atomenergie-Organisation der Vereinten Nationen tätig. Er war dreißig Jahre alt.</p>
<p data-start="9424" data-end="9531">Am 14. Januar 1960 lernte er bei einer privaten Einladung Sylvia kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick.</p>
<p data-start="9533" data-end="9769">Bereits am folgenden Tag, dem 15. Januar 1960, lud er die damals noch junge Wienerin, die in ihren Zwanzigern war, in jenes Café Mozart ein, in dem wir heute saßen. Nach einigen schönen und wohlgewählten Worten stellte er ihr die Frage: <em>„Ich schätze Sie sehr. Was würden Sie davon halten, wenn wir von nun an unser Leben Hand in Hand miteinander teilten?“</em></p>
<p data-start="9891" data-end="9971">Als sich Sylvia Tacar später unserem Gespräch anschloss, fragte ich sie lachend: <em>„Sie haben sich also bereits einen Tag nach Ihrer ersten Begegnung zur Heirat entschlossen. Stimmt das? Wäre es nicht besser gewesen, sich etwas mehr Zeit zu lassen? Weshalb diese Eile?“</em></p>
<p data-start="10161" data-end="10249">Sylvia Tacar schlang ihren Arm um Pulat Bey, lächelte ein wenig verlegen und antwortete: „<em>Es stimmt, es stimmt. Wenn er es so erzählt, dann ist es auch wahr.“</em></p>
<p data-start="10322" data-end="10367">Daraufhin stellte ich ihr eine weitere Frage: „<em>Wir schreiben das Jahr 1960. Ein türkischer Diplomat, den Sie erst am Vortag kennengelernt hatten, reicht Ihnen am nächsten Tag in Wien die Hand und sagt: ‚Mich hat die Liebe wie ein Blitz getroffen.‘ Was sagten Ihre Familie und Ihr Umfeld dazu? Gab es keinerlei Vorurteile gegenüber Türken?“</em></p>
<p data-start="10664" data-end="10708">Sylvia Tacars Antwort kam ohne jedes Zögern: <em>„Nein, die gab es nicht. Weder in meiner Familie noch bei mir selbst oder in meinem Umfeld. Niemand legte uns Steine in den Weg. Ganz im Gegenteil: Alle liebten Pulat. Die jungen Türken jener Zeit waren hochgebildete, weltgewandte und mehrsprachige Menschen, hervorgegangen aus dem Außenministerium der Türkei und aus der Türkei Atatürks. Nicht nur Pulat war so. Auch sämtliche türkischen Diplomaten in seinem Umfeld entsprachen diesem Bild. Sie standen weit über dem Durchschnitt eines damaligen Europäers oder Österreichers: intellektuell, fleißig, diszipliniert, kultiviert und ihrer Zeit zugewandt. Es waren beispielhafte junge Menschen.“</em></p>
<p data-start="11356" data-end="11450">Als ich Sylvia Tacar fragte: „Vermissen Sie Wien heute?“, gab sie eine bemerkenswerte Antwort:<em> „Nein, ich vermisse Wien nicht. Ich bin in der Türkei glücklich. Mit meinen Katzen und mit meinem geliebten Ehemann Pulat bin ich sehr glücklich. Ich vermisse Wien nicht …“</em></p>
<h4 data-start="11626" data-end="11635">Nachklang</h4>
<p data-start="11637" data-end="11945">Vier Jahre nach jener Begegnung im Café Mozart ist Pulat Tacars Stimme verstummt. Geblieben sind seine Bücher, seine Gedanken und die Erinnerung an einen Menschen, der Diplomatie nicht als bloße Vertretung staatlicher Interessen verstand, sondern als Kunst des Zuhörens, des Verstehens und des Brückenbauens.</p>
<div id="attachment_10573" class="wp-caption aligncenter">
<figure id="attachment_10573" aria-describedby="caption-attachment-10573" style="width: 450px" class="wp-caption aligncenter"><img decoding="async" class="wp-image-10573 size-full" src="https://www.turkischegemeinde.at/wp-content/uploads/IMG_3925-450x338-1.webp" alt="" width="450" height="338" aria-describedby="caption-attachment-10573" /><figcaption id="caption-attachment-10573" class="wp-caption-text">Silvia und Pulat Tacar am 9. November 2021 im historischen Café Mozart mit dem Verleger, Autor und Publizisten Birol Kılıç</figcaption></figure>
<p id="caption-attachment-10573" class="wp-caption-text">
</div>
<p data-start="11947" data-end="12160">Geblieben ist auch die Geschichte einer Liebe, die am 14. Januar 1960 in Wien begann, bereits einen Tag später im Café Mozart ihr lebensentscheidendes Versprechen erhielt und mehr als sechs Jahrzehnte überdauerte.</p>
<p data-start="12162" data-end="12471">Pulat Tacar hinterließ ein Leben, das von republikanischer Verantwortung, geistiger Disziplin und menschlicher Offenheit geprägt war. Sylvia Tacar blieb über all diese Jahrzehnte hinweg nicht nur seine Ehefrau und Weggefährtin, sondern auch die Zeugin, Mitgestalterin und Bewahrerin dieses gemeinsamen Lebens.</p>
<p data-start="12473" data-end="12578">Das Leben mag ein Traum sein. Doch manche Menschen hinterlassen beim Erwachen Spuren, die nicht vergehen.</p>
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<p data-start="12973" data-end="13062"><a href="https://www.cumhuriyet.com.tr/turkiye/duayen-buyukelci-pulat-tacar-in-ardindan-2521977">Cumhuriyet, „Duayen Büyükelçi Pulat Tacar’ın ardından“, Seite 2, Istanbul, 19. Juli 2026.</a></p>
<p data-start="13064" data-end="13192"><a href="https://www.yenivatan.at/emekli-bueyuekelci-pulat-tacar-ayasofya-tuem-insanligin-ortak-mirasidir-mueze-olarak-kalmalidir/">Hagia Sofia-Neue Heimat Zeitunhg Yeni Vatan Gazetesi,<br />
„Emekli Büyükelçi Pulat Tacar: Ayasofya tüm insanlığın ortak mirasıdır. Müze olarak kalmalıdır“, Juni 2020.</a></p>
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<p><img decoding="async" class="wp-image-10567 size-full" src="https://www.turkischegemeinde.at/wp-content/uploads/38971ca4-3ef0-4df9-9256-733c3e0762c6.webp" alt="" width="1280" height="720" aria-describedby="caption-attachment-10567" /></p>
<p id="caption-attachment-10567" class="wp-caption-text">Sylvia und Pulat Tacar am 9. November 2021 im historischen Café Mozart neben der Wiener Staatsoper. Pulat Tacar hält das gemeinsam verfasste Buch „Kedilerin Kaleminden Okuyun Bizi“ in den Händen – eine aus der Perspektive ihrer Katzen erzählte Geschichte über Liebe, Erinnerung und ein mehr als sechs Jahrzehnte währendes gemeinsames Leben. Foto: Birol Kılıç. Café Mozart</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/19/sechs-jahrzehnte-traumhafte-liebe-eine-wienerin-und-ein-tuerkischer-diplomat/">Sechs Jahrzehnte traumhafte Liebe: Eine Wienerin und ein türkischer Diplomat</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<title>Österreich zwischen Wahn und zartem Rosa</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/16/oesterreich-zwischen-wahn-und-zartem-rosa/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 11:39:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Land braucht ihre Arbeitskraft – und stellt eine verfassungsrechtlich geschützte Religionsgemeinschaft&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/16/oesterreich-zwischen-wahn-und-zartem-rosa/">Österreich zwischen Wahn und zartem Rosa</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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<h3 data-start="10902" data-end="11122"><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="2">Ein </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="69">Land braucht ihre </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="87">Arbeitskraft – und stellt eine </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="118">verfassungsrechtlich geschützte </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="150">Religionsgemeinschaft unter </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="178">Pauschalverdacht</span></h3>
</div>
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<p> </p>
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<div class="my-4 flex h-5 justify-center" role="separator" aria-label="heute 17:57">
<p> </p>
<p>Birol Kılıç, Beobachtungen und Analysen aus Wien, 16.07.2026</p>
<p>Das Bild eines syrischen Mitarbeiters, der in der weißen Uniform einer traditionsreichen Wiener Konditorei den Gästen Kaffee bringt, fasst die Widersprüche der österreichischen Debatte über Migration, Arbeitskraft und Integration in einem einzigen Augenblick zusammen.</p>
<p>Auf der einen Seite steht ein junger Syrer, der vor einigen Jahren als Schutzsuchender ins Land kam, Deutschkurse besuchte und – auch wenn er die Sprache noch nicht fehlerfrei beherrscht – in einem traditionsreichen Wiener Betrieb zu arbeiten begonnen hat, der längst zur sichtbaren Identität der Stadt gehört. Auf der anderen Seite steht in Wien und in ganz Österreich die begründete Angst, die durch Gewalt, Drogenhandel, Diebstahl, sexuelle Übergriffe und Bandendelikte entsteht, in die schon sehr junge syrische Kinder und Jugendliche verwickelt sind – und die zunehmend in Abscheu und Hass umschlagenden Reaktionen.</p>
<p>Das Problem ist, dass diese beiden Wirklichkeiten nicht voneinander getrennt werden. Wer Verbrechen begeht, und wer arbeitet; wer Gewalt ausübt, und wer sein Leben ehrlich aufzubauen versucht – all das wird unter denselben Titel „Syrer“ und in der Folge unter denselben Titel „Muslim“ gefasst. Die strafrechtliche Verantwortung für die einzelne Tat verschwindet dadurch nicht; aber sie wird zunehmend so dargestellt, als wäre sie die gemeinsame Schuld einer ganzen religiösen Gemeinschaft sprich die Muslime. Obwohl sie sehr verschieden sind.</p>
<p>Das eindrücklichste Beispiel ereignete sich vor wenigen Tagen. Am Abend des 9. Juli verletzte im Wielandpark in Favoriten ein zwölfjähriges Kind mit einem Messer drei Jugendliche; einer der Verletzten, ein Fünfzehnjähriger, schwebte in Lebensgefahr. Die Tat ist entsetzlich, und die Empörung der Angehörigen der Opfer ist vollauf berechtigt.</p>
<p>Doch gerade dieser Vorfall zeigt, worum es geht. Denn in der Berichterstattung tritt eine Tatsache meist in den Hintergrund: Sowohl der mutmaßliche Täter als auch die drei Opfer haben einen syrischen Hintergrund.</p>
<p>Es handelt sich also nicht um den „Angriff einer Gemeinschaft auf die Gesellschaft“, sondern weitgehend um ein Gewaltproblem, das aus fehlender Integration, sehr jungem Alter und ungelösten sozialen Verhältnissen erwächst – und dessen Preis am härtesten oft die Kinder ebendieser Gemeinschaft zahlen. Dennoch wurde der Vorfall binnen Minuten unter die Überschrift „MigrantengewaltÄ bzw. „Moslemgewalt“ gestellt. Dabei kann die tragische Tat eines erst zwölfjährigen, strafunmündigen Kindes nicht zur gemeinsamen Schuld einer ganzen Religion erklärt werden. Verantwortung ist individuell; die Lösung heißt nicht Stigmatisierung, sondern Kinderschutz, Integration und echte Sozialpolitik.  <span class="s1">Wenn es sein muss, kann man ihn auch in seine Heimat schicken.</span><span class="s1"><br />
</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Aber man darf nicht alle Bürgerinnen und Bürger in Österreich wegen ihres muslimischen Hintergrunds stigmatisieren – schon gar nicht mit angeblich „wissenschaftlichen“ Meinungsforschungen, die später von der Politik unter den Schlagworten „Integration“ und „Null Toleranz“ als kindische Zeichnungen in Rot‑Weiß‑Schwarz stolz präsentiert werden, in der Hoffnung, der FPÖ Stimmen abzujagen.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Das ist bedenklich.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Niemand wählt das Schmiedchen, wenn der Schmied selbst danebensteht.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Sogar viele Menschen aus der Türkei – quer durch alle Couleurs – <strong>wählen heute die FPÖ</strong> und nicht die ÖVP.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Nicht weil sie plötzlich rechts geworden wären, sondern weil sie protestieren wollen oder selbst unter bestimmten politischen Entscheidungen leiden.</span></p>
<h2>Das zarte Rosa einer Wiener Institution</h2>
<p>Diese traditionsreiche Wiener Konditorei ist nicht bloß ein Betrieb, der Kaffee und Kuchen verkauft. Mit ihrem zartrosa Schriftzug, ihren weiß-rosa Uniformen und den Mitarbeiterinnen, die über Jahre zum Markenbild gehörten, ist sie ein Baustein der nostalgischen Stadtidentität Wiens. Früher sah man in ihren Auslagen zumeist gepflegte junge Frauen in rosa Röcken – die „Wiener Grazie“ einer bestimmten Epoche.</p>
<p>Heute trägt dieselbe Uniform ein bärtiger junger Syrer. Dieser junge Mann, der vor einigen Jahren nach Österreich kam und offenbar Deutsch gelernt und erste Integrationsangebote in Anspruch genommen hat, serviert nun an einem der sichtbarsten Orte Wiens. Sein Deutsch ist nicht fehlerfrei. Aber er verständigt sich, nimmt Bestellungen auf, trägt Kaffee, erfüllt seine Aufgabe höflich und gepflegt.</p>
<p>Diese Szene ist, noch vor jedem Märchen von „Multikulturalität“, ein deutliches Zeichen des Arbeitskräftemangels. Offensichtlich finden traditionsreiche Betriebe das einheimische Personal, das früher hier arbeitete, nicht mehr in ausreichender Zahl. Die durch niedrige Löhne, Schichtdienst und Wochenendarbeit frei gewordenen Stellen werden von neu Angekommenen gefüllt. So wird das zarte Rosa dieser Marke zum Sinnbild nicht nur der Wiener Nostalgie, sondern auch des sich wandelnden Arbeitsmarkts.</p>
<p>Der syrische Mitarbeiter steht damit nicht nur für einen persönlichen Integrationserfolg, sondern für den Bedarf der österreichischen Wirtschaft an der Arbeit von Zugewanderten. Ein Mensch, den der Staat vor wenigen Jahren in den Deutschkurs schickte, trägt heute die Uniform einer der sichtbarsten Marken der Wiener Kultur. Das ist Integration in konkreter Gestalt: Deutsch lernen, arbeiten, Gäste bedienen, in das Steuer- und Sozialsystem einzahlen, sich ein eigenes Leben aufbauen.</p>
<h2>Verbrechen muss Verbrechen heißen</h2>
<p>Syrische Schutzsuchende werden in der Presse meist über Kriminalitätsmeldungen sichtbar. Drogenhandel, Diebstahl, sexuelle Übergriffe, Gewalt und Bandenbildung sind ernste Probleme, die sich nicht beschönigen lassen. Wer eine Straftat begeht – gleich welcher Herkunft und Religion –, muss den klaren Folgen des Rechts begegnen. Gewalt, Frauenfeindlichkeit und Bandenwesen lassen sich nicht mit „kulturellen Unterschieden“ oder „Trauma“ entschuldigen.</p>
<p>Doch man muss die Täter von einer breiten Gemeinschaft unterscheiden. Das Verbrechen eines jungen Syrers ist nicht das Verbrechen aller Syrer. Das Verbrechen eines Muslims lässt sich nicht allen Muslimen zuschreiben. Der Rechtsstaat gründet auf individueller Verantwortung: Bestraft wird, wer schuldig ist – nicht die Unschuldigen derselben Religion oder Herkunft.</p>
<p>Doch die politische und mediale Sprache achtet diese Unterscheidung immer weniger. Vorfälle, in die einzelne Jugendliche verwickelt sind, wandern rasch unter die Überschrift „Gewalt muslimischer Jugendlicher“. So treten Herkunft, Alter, soziales Umfeld und individuelle Verantwortung in den Hintergrund; das Muslimischsein wird zum Universaletikett, das jedes Problem erklären soll.</p>
<p>Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht „Sind Syrer gut oder schlecht?“, sondern: Wie wird die straffällige Minderheit entschlossen bestraft – und wie wird zugleich die arbeitende, sich einbringende Mehrheit vor pauschaler Stigmatisierung geschützt? Sicherheit zu gewährleisten und Diskriminierung zu verhindern sind keine Gegensätze. Der Rechtsstaat ist verpflichtet, beides gemeinsam zu leisten.</p>
<h2>Wie muslimische Identität zur Problemkategorie wurde</h2>
<p>Der kritischste Punkt ist die Rolle des Österreichischen Integrationsfonds, des ÖIF. Der ÖIF ist eine aus öffentlichen Mitteln finanzierte und dem Integrationsressort zugeordnete Einrichtung, die den Auftrag hat, Schutzberechtigten Deutsch beizubringen, sie auf das Arbeitsleben vorzubereiten und ihre Teilhabe zu fördern. Auch der Weg des syrischen Mitarbeiters ist vermutlich Teil dieses Systems: Deutschkurs, Integrationsprogramm, Arbeitsleben.</p>
<p>Die Aufgabe des ÖIF ist in diesem Sinne die eines „Feuerlöschers“: Er soll Spannungen abbauen, Vorurteilen entgegenwirken und Teilhabe erleichtern. Doch derselbe ÖIF behandelte in der umstrittenen Studie „Integrationsbarometer 02/2025″ Muslime als eine eigene Problemkategorie.</p>
<p>Das grundlegende Problem: <strong>Muslimischsein ist weder ein Aufenthaltsstatus noch eine Migrationskategorie.</strong> Ein Muslim kann österreichischer Staatsbürger sein, in diesem Land geboren sein und über keinerlei Migrationserfahrung verfügen. Dennoch rahmt eine Frage wie „das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen“ die religiöse Identität so, als wäre sie an sich ein Integrationsproblem.</p>
<h2>Von der staatlichen Studie zur Parteikampagne</h2>
<p>Diese umstrittenen Daten des ÖIF wurden anschließend in der politischen Kommunikation der ÖVP verwendet. In einem Posting hieß es: „Wussten Sie, dass zwei Drittel das Zusammenleben mit Muslimen als schwierig empfinden?“ Darunter stand der Slogan „Null Toleranz“.</p>
<p>Doch gegen wen richtet sich Null Toleranz? Gegen Straftäter? Gegen Gewalt? Gegen Drogenbanden? Oder unbestimmt gegen Muslime? Das Problem ist gerade diese Unbestimmtheit. Statt konkreter Taten wird eine religiöse Gemeinschaft in den Mittelpunkt gerückt, und so werden alle Muslime mittelbar in eine Kategorie des Verdachts gestellt.</p>
<p>Eine Sprache, die Muslime pauschal stigmatisiert, widerspricht eigentlich der christlich-sozialen Tradition der ÖVP aus der Nachkriegszeit – einer Tradition, die das Österreich nach dem Krieg auf Ausgleich, gesellschaftlichen Frieden und religiöse Toleranz gründete. Doch die durch die ungeordnete Migration nach 2015 ausgelöste Sorge, „die Heimat gehe verloren“, hat ein Klima geschaffen, in dem aufhetzende Sprache Stimmen bringt – um den Preis, dass sich die Partei von ihren eigenen Werten entfernt.</p>
<p>Noch gravierender ist, dass die Daten dieser Kampagne nicht von einem privaten Institut stammen, sondern von einer aus Steuermitteln finanzierten, zur Neutralität verpflichteten Einrichtung. So verschwimmt die Grenze zwischen staatlicher Institution und Parteipropaganda.</p>
<h2>Feuerlöscher oder Brandbeschleuniger?</h2>
<p>Der ÖIF sagt dem Schutzsuchenden einerseits: „Lerne Deutsch, arbeite, integriere dich.“ Und der junge Syrer tut genau das. Andererseits misst die Studie derselben Einrichtung, wie „schwierig“ die religiöse Gemeinschaft, der auch er angehört, empfunden wird – und ein politischer Akteur macht daraus die Botschaft „Das Zusammenleben mit Muslimen ist schwierig“. Das ist kein Kommunikationsfehler, sondern die Selbstbeschädigung der Glaubwürdigkeit der Integrationspolitik.</p>
<p>Den ÖIF unmittelbar zum Brandstifter zu erklären, wäre ein schwerer Vorwurf, und wir erheben ihn nicht. Doch eine offene Frage muss gestellt werden: Dient der von dieser Einrichtung erzeugte Studienrahmen dazu, den gesellschaftlichen Brand zu löschen – oder ihn zu vergrößern?</p>
<p>Die verdeckte Botschaft droht zu lauten: „Wie viel du auch arbeitest, wie gut du auch Deutsch lernst – weil du Muslim bist, bleibst du dennoch in einer Problemkategorie.“ Eine solche Sprache stärkt die Integration nicht. Sie schwächt das Zugehörigkeitsgefühl und bestraft arbeitende, rechtstreue Menschen.</p>
<h2>Die gelöschte und veränderte Studie</h2>
<p>Rund um das „Integrationsbarometer 02/2025″ gibt es einen weiteren Punkt, der die Debatte verschärft. Warum wurde die ursprüngliche Fassung am 23. April entfernt und am 26. April ohne offen ausgewiesene Versionskennzeichnung ersetzt? Diese Änderungen wurden nicht kenntlich gemacht, es wurde keine Versionsgeschichte vorgelegt und keine Erklärung gegeben.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8200 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2.jpg" alt="" width="2813" height="1500" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2.jpg 2813w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-300x160.jpg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1024x546.jpg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-768x410.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1536x819.jpg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-2048x1092.jpg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-260x140.jpg 260w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-560x300.jpg 560w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-800x427.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1160x619.jpg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1920x1024.jpg 1920w" sizes="(max-width: 2813px) 100vw, 2813px" /></p>
<p>Wenn eine steuerfinanzierte Einrichtung, die den Anspruch wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit erhebt, eine politisch sensible Studie nachträglich verändert, ist zu erwarten, dass sie offenlegt, welcher Teil aus welchem Grund geändert wurde. Deshalb lassen sich an den ÖIF folgende Fragen richten: Was wurde geändert? Wer hat es veranlasst? Mit welcher Begründung? Warum wurde die erste Fassung entfernt? Warum wurde die zweite nicht als „korrigierte Fassung“ gekennzeichnet?</p>
<p>Hinzu kommt: Seit sechs Jahren wurde das erste Barometer des Jahres regelmäßig zwischen April und Juni veröffentlicht. Doch bis heute, mit Stand 16. Juli 2026, ist das Integrationsbarometer 01/2026 nicht erschienen. Wir kennen den Grund nicht. Doch die Frage stellt sich: Warum wurde eine seit sechs Jahren ununterbrochene Routine erstmals durchbrochen? Wir hoffen, dass es künftig nicht mit stigmatisierender Sprache weitergeht, sondern mit der eigentlichen Aufgabe des ÖIF: echter Integrationsarbeit.</p>
<figure id="attachment_8201" aria-describedby="caption-attachment-8201" style="width: 2880px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8201 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1.jpeg" alt="" width="2880" height="1892" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1.jpeg 2880w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-300x197.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-1024x673.jpeg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-768x505.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-1536x1009.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-2048x1345.jpeg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-800x526.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-1160x762.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 2880px) 100vw, 2880px" /><figcaption id="caption-attachment-8201" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Der ÖIF misst mit suggestiven, tendenziösen Fragen, wie „unerträglich“ die Bevölkerung das Zusammenleben mit Muslimen empfinde – und stellt dann Schlagzeilen wie „zwei Drittel“ in den Raum. Befragt werden dabei gezielt österreichische Staatsbürgerinnen und Bürger über eine religiöse Gruppe, als handle es sich um ein Problem. Das ist kulturell rassistisch grundierte Fragestellung, deren Ergebnisse anschließend politisch aufgegriffen und zur Aufwiegelung auf Parteiseiten verwendet werden.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Dabei wird eine Wirklichkeit vollständig ausgeblendet: Musliminnen und Muslime – aus der Türkei, dem Iran, Ägypten, aus Syrien, Afghanistan und vielen anderen Ländern – arbeiten in ganz Österreich als Ärztinnen und Ärzte, Unternehmer, Ingenieure, Pflegekräfte, Wissenschaftlerinnen und Künstler. Sehen die Verantwortlichen das nicht?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Eine Haltung, die aus der eigenen Geschichte nichts gelernt hat und eine ganze Glaubensgemeinschaft zur Problemkategorie erklärt – welches Ziel verfolgt sie eigentlich?</p>
<h2>Und wo bleiben die Vertreter?</h2>
<p>Die Verantwortung liegt nicht allein bei Staat und Politik. Manche Organisationen, die sich zum<strong> „Vertreter der Muslime“</strong> erklären, schweigen, wenn es darum geht, gegenüber Verbrechen, Gewalt und Bandenwesen klar Stellung zu beziehen. Dieses Schweigen ist nicht unschuldig, denn gerade es erleichtert die Verallgemeinerungen der Politik. Ein Vertreter, der angesichts eines Verbrechens nicht offen sagen kann „Das sind nicht unsere Werte, dieses Verhalten ist inakzeptabel“, bereitet – ohne es zu merken – der Stigmatisierung den Boden.</p>
<p>Recht, Gleichheit und Demokratie verlangen nicht nur staatliche, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung. Der Staat darf im Kampf gegen die Kriminalität keine verfassungsrechtlich geschützte religiöse Minderheit pauschal unter Verdacht stellen. Und wer sich zum Vertreter dieser Gemeinschaft erklärt, muss gegenüber Verbrechen furchtlos, offen und klar Haltung zeigen. Wenn beide Seiten versagen, zahlen am Ende die einfachen Menschen den höchsten Preis, die ehrlich in ihrem Viertel zu leben versuchen.</p>
<h2>Hier liegt der wahre Wahn</h2>
<p>Der Wahn, in dem Österreich lebt, liegt nicht bei dem Syrer, der vor dieser Konditorei arbeitet. Der Wahn besteht darin, dass ein Land, das Arbeitskraft braucht, dieselben Menschen, die diesen Bedarf decken, zugleich über ihre religiöse Identität unter Verdacht stellt – und dass die umstrittenen Ergebnisse einer zur Neutralität verpflichteten Einrichtung von einem politischen Akteur in einer Angstkampagne verwendet werden können.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Der syrische Mitarbeiter in weißer Uniform zeigt nicht das Scheitern der Integration, sondern dass sie möglich ist. Und diese Integration verläuft in beide Richtungen: Einige bedeutende Filialen dieser Kette werden von Unternehmerinnen und <a href="https://www.instagram.com/p/DQmKPMzjHuq/?img_index=4">Unternehmern mit türkischem Migrationshintergrund geführt</a> – mit erheblichen Investitionen und mit zahlreichen österreichischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Das eigentliche Scheitern liegt in einer Politik, die ihn nicht nach seiner Arbeit und seinem Verhalten beurteilt, sondern seine religiöse Identität zur gesellschaftlichen Problemkategorie macht – im diametralen Widerspruch zur Verfassung der Republik, die genau diese Gleichheit schützt, und um den Preis, dass Hass gegen Menschen allein wegen ihres Glaubens geschürt wird.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Wir warnen davor seit 18.12.2025. Diese Entwicklung ist hochproblematisch.</p>
<p> </p>
<p><a href="https://www.instagram.com/p/DSZ2UV0DLBu/?igsh=MTR6Nnl4ZjkxbXplaA%3D%3D">https://www.instagram.com/p/DSZ2UV0DLBu/?igsh=MTR6Nnl4ZjkxbXplaA%3D%3D</a></p>
<p><a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260429_OTS0045/integrationsbarometer-022025-warum-wurde-die-originalstudie-am-2304-geloescht-geaendert-und-am-2604-ohne-kennzeichnung-ersetzt">https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260429_OTS0045/integrationsbarometer-022025-warum-wurde-die-originalstudie-am-2304-geloescht-geaendert-und-am-2604-ohne-kennzeichnung-ersetzt</a></p>
<p> </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7843 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1447" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-scaled.jpg 2560w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-300x170.jpg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-1024x579.jpg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-768x434.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-1536x868.jpg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-2048x1157.jpg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-800x452.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-1160x655.jpg 1160w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8200 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2.jpg" alt="" width="2813" height="1500" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2.jpg 2813w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-300x160.jpg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1024x546.jpg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-768x410.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1536x819.jpg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-2048x1092.jpg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-260x140.jpg 260w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-560x300.jpg 560w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-800x427.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1160x619.jpg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Beschwerde2-1-2-1920x1024.jpg 1920w" sizes="(max-width: 2813px) 100vw, 2813px" /></p>
<figure id="attachment_8201" aria-describedby="caption-attachment-8201" style="width: 2880px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8201 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1.jpeg" alt="" width="2880" height="1892" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1.jpeg 2880w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-300x197.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-1024x673.jpeg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-768x505.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-1536x1009.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-2048x1345.jpeg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-800x526.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1-1160x762.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 2880px) 100vw, 2880px" /><figcaption id="caption-attachment-8201" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
</div>
</div>
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		<title>Avusturya cinnet ile hafif pembe şapka arasında</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 16 Jul 2026 08:07:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Avusturya’nın cinneti ve girdabı: iş gücüne muhtaç olduğu insanı dini üzerinden şüpheli&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/16/avusturya-cinnet-ile-hafif-pembe-sapka-arasinda/">Avusturya cinnet ile hafif pembe şapka arasında</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="_chunkWrapper_yu34g_39">
<h3 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Avusturya’nın cinneti ve girdabı: iş gücüne muhtaç olduğu insanı dini üzerinden şüpheli kılmak ve damgalayarak „kültürel ırkçılık“ yapmak</h3>
</div>
<div class="_chunkWrapper_yu34g_39">
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Viyana’nın köklü bir pastanesinde beyaz üniformasıyla kahve taşıyan genç bir Suriyeli ile Favoriten’in parklarında yaşanan şiddet, aynı ülkenin iki yüzü. Avusturya bir yandan göçmen emeğine muhtaç, öte yandan aynı insanları dinî kimlikleri üzerinden bir „sorun kategorisine“ yerleştiriyor. Üstelik bu kez damgayı vuran yalnızca siyaset değil: vergiyle finanse edilen bir devlet kurumunun, ÖIF’in „Integrationsbarometer“ araştırması. Suçla topluluğu ayırmadan okuyan bu dil, ne güvenlik getiriyor ne adalet — yalnızca girdabı derinleştiriyor.</p>
<p><a href="https://www.instagram.com/p/DSZ2UV0DLBu/?igsh=MTR6Nnl4ZjkxbXplaA%3D%3D">https://www.instagram.com/p/DSZ2UV0DLBu/?igsh=MTR6Nnl4ZjkxbXplaA%3D%3D</a></p>
</div>
<figure id="attachment_7843" aria-describedby="caption-attachment-7843" style="width: 2560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7843 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-scaled.jpg" alt="" width="2560" height="1447" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-scaled.jpg 2560w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-300x170.jpg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-1024x579.jpg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-768x434.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-1536x868.jpg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-2048x1157.jpg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-800x452.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/02/image002-1160x655.jpg 1160w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-7843" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
<p>Birol Kılıç, Viyana´dan gözlem ve analizler, 15.07.2027</p>
<p>Viyana’nın köklü pastane zinciri Aida’nın beyaz üniforması ve şapkasıyla müşterilere kahve taşıyan Suriyeli bir çalışanın görüntüsü, Avusturya’daki göç, iş gücü ve uyum tartışmasının bütün çelişkilerini tek karede topluyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bir tarafta birkaç yıl önce sığınmacı olarak ülkeye gelen, Almanca kurslarına katılan ve henüz kusursuz konuşamasa da Avusturya kimliğinin bir parçası sayılan, sade ve halkın içinden bir işletmede çalışmaya başlayan genç bir Suriyeli bulunuyor. Diğer tarafta ise Viyana’da ve tüm Avusturya’da, çok genç yaşlardan itibaren bazı Suriyeli çocuk ve gençlerin karıştığı şiddet, uyuşturucu ticareti, hırsızlık, cinsel saldırı ve çete olaylarının toplumda yarattığı haklı bir korku — ve giderek tiksinti ve nefrete dönüşen tepkiler — var.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Sorun, bu iki gerçekliğin birbirinden ayrılmamasıdır.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Suç işleyenlerle çalışanlar, şiddete karışanlarla hayatını dürüstçe kurmaya çalışanlar aynı „Suriyeli“, ardından aynı „Müslüman“ başlığı altında toplanıyor. Böylece bireysel suçların hukuki sorumluluğu ortadan kalkmıyor, fakat giderek dinî bir topluluğun ortak suçuymuş gibi sunuluyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bunun en çarpıcı örneği geçtiğimiz günlerde yaşandı. 9 Temmuz akşamı, Favoriten’deki <a href="https://polizei.news/2026/07/10/wien-messerattacke-im-park-drei-jugendliche-verletzt-syrer-12-gefasst/">Wielandpark’ta 12 yaşında bir çocuk bıçak çekerek üç genci yaraladı;</a> 15 yaşındaki biri hayati tehlike geçirdi. Olay korkunçtur ve mağdurların yakınlarının öfkesi sonuna kadar haklıdır.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Fakat bu olay, tam da bu yazının anlatmaya çalıştığı şeyi gösteriyor. Çünkü haberlerde çoğu zaman geri planda kalan bir gerçek var: hem fail, hem de üç mağdur aynı kökenden, Suriyeli. Bu, bir „topluluğun topluma saldırısı“ değil; büyük ölçüde entegrasyon eksikliğinden, çok genç yaştan ve çözülemeyen çevre koşullarından kaynaklanan bir şiddet sorunudur ve bedelini en ağır biçimde çoğu zaman yine aynı topluluğun çocukları ödemektedir.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Buna rağmen olay, dakikalar içinde „göçmen şiddeti“ ve „Müslüman gençlerin tehlikesi“ başlığına taşındı. Oysa 12 yaşında, cezai ehliyeti dahi olmayan bir çocuğun trajik biçimde şiddete başvurması, bütün bir dinin ya da halkın ortak suçu ilan edilemez. Sorumluluk bireyseldir; çözüm ise damgalama değil, çocuk koruma, entegrasyon ve gerçek sosyal politikadır.</p>
<p>Sorun, bu iki gerçekliğin birbirinden ayrılmamasıdır.</p>
<p>Suç işleyenlerle çalışanlar, şiddete karışanlarla hayatını dürüstçe kurmaya çalışanlar aynı „Suriyeli“, ardından aynı „Müslüman“ başlığı altında toplanıyor. Böylece bireysel suçların hukuki sorumluluğu ortadan kalkmıyor, fakat giderek dinî bir topluluğun ortak suçuymuş gibi sunuluyor.</p>
<h3>Cafe Aida’nın hafif pembe kimliği</h3>
<p>Viyana’nın köklü bir pastane zinciri, Viyana’da yalnızca kahve ve pasta satan bir işletme değildir. Hafif pembe tabelası, pembe dekorasyonu, beyaz-pembe üniformaları ve uzun yıllar markayla özdeşleşen kadın çalışanlarıyla Viyana’nın nostaljik şehir kimliğinin parçalarından biridir.</p>
<p>Eskiden Viyana’nın  bu köklü bir pastane zinciri vitrininde çoğunlukla pembe etekli, bakımlı genç kadın çalışanlar görülürdü. Bu görüntü, belirli bir dönemin „Viyana zarafeti“ olarak hafızalara yerleşmişti.</p>
<p>Bugün ise aynı markanın üniformasını sakallı, genç bir Suriyeli sığınmacı taşıyor.</p>
<p>Birkaç yıl önce Avusturya’ya gelen, kısa Almanca ve uyum kurslarından geçmiş olması muhtemel bu genç, şimdi Viyana’nın en görünür noktalarından birinde müşterilere servis yapıyor. Almancası kusursuz değil. Fakat iletişim kuruyor, sipariş alıyor, kahve taşıyor, kibar ve bakımlı bir şekilde görevini yerine getiriyor.</p>
<p>Bu sahne, romantik bir „çok kültürlülük“ masalından önce, Avusturya’daki iş gücü açığının açık bir göstergesidir.</p>
<p>Belli ki Viyana’nın köklü bir pastane zinciri gibi köklü işletmeler, geçmişte bu alanlarda çalışan yerli kadın personeli artık yeterli sayıda bulamıyor. Düşük ücretler, vardiyalı çalışma, hafta sonu mesaisi ve hizmet sektörüne azalan ilgi nedeniyle boşalan yerler, yeni gelen sığınmacılar tarafından dolduruluyor.</p>
<p>Aida’nın hafif pembe kimliği böylece yalnızca Viyana nostaljisinin değil, değişen Avusturya iş piyasasının da simgesi hâline geliyor.</p>
<h3>İş gücü açığının pembesi</h3>
<p>Avusturya’da işsizlik ile iş gücü açığı aynı anda yaşanabiliyor. Bir tarafta iş arayan insanlar bulunurken, diğer tarafta gastronomi, bakım, temizlik, taşımacılık, turizm ve hizmet sektörlerinde işletmeler uygun personel bulmakta zorlanıyor.</p>
<p>Bunun nedeni yalnızca ülkede çalışabilecek insan bulunmaması değildir. Açık işlerin ücretleri, vardiyaları, hafta sonu çalışma şartları, ulaşım imkânları ve işin toplumsal itibarı ile iş arayanların beklentileri çoğu zaman örtüşmüyor.</p>
<p>Bu durumda boşluğu kim dolduruyor? Yeni gelen ve henüz daha iyi bir mesleki seçeneğe sahip olmayan sığınmacılar.</p>
<p>Beyaz üniformalı Suriyeli çalışan, bu nedenle yalnızca kişisel bir uyum başarısını değil, Avusturya ekonomisinin göçmen emeğine duyduğu ihtiyacı da temsil ediyor. Birkaç yıl önce devletin dil kursuna gönderdiği insan, bugün Viyana kültürünün en görünür markalarından birinin üniformasını taşıyor.</p>
<p>Bu, entegrasyonun somut hâlidir: Almanca öğrenmek, işe gitmek, müşteriye hizmet etmek, vergi ve sosyal güvenlik sistemine katkıda bulunmak, kendi hayatını kurmak.</p>
<h3>Suriyelilerin görünmeyen yüzü</h3>
<p>Suriyeli sığınmacılar Avusturya basınında çoğunlukla suç haberleri üzerinden görünür oluyor. Uyuşturucu ticareti, hırsızlık, cinsel saldırılar, park ve okul çevrelerindeki şiddet, çeteleşme ve farklı gruplar arasındaki çatışmalar ciddi sorunlardır.</p>
<p>Bu olayların üzeri örtülemez. Suç işleyen herkes, kökeni ve dini ne olursa olsun, Avusturya hukukunun öngördüğü ağır ve kesin sonuçlarla karşılaşmalıdır. Şiddet, kadın düşmanlığı, uyuşturucu ticareti ve çeteleşme „kültürel farklılık“, „uyum sorunu“ veya „travma“ gibi gerekçelerle mazur gösterilemez.</p>
<p>Fakat suç işleyen kişilerle geniş bir topluluğu birbirinden ayırmak gerekir.</p>
<p>Bir Suriyeli gencin işlediği suç, bütün Suriyelilerin suçu değildir. Bir Müslümanın işlediği suç da bütün Müslümanlara mal edilemez. Hukuk devleti bireysel sorumluluk üzerine kuruludur. Suçlu kimse cezalandırılır; aynı dine veya kökene sahip suçsuz insanlar değil.</p>
<p>Ne var ki Avusturya’daki siyasi ve medyatik dil, bu ayrımı giderek daha az gözetiyor. Bazı Suriyeli gençlerin karıştığı olaylar, hızla „Müslüman gençlerin şiddeti“ başlığına taşınıyor. Böylece köken, yaş, toplumsal çevre, suç türü ve bireysel sorumluluk geri plana itiliyor; Müslümanlık ise her sorunu açıklayan ortak etiket hâline getiriliyor.</p>
<p>Aida’nın önünde çalışan Suriyeli genç bu nedenle önemlidir. Çünkü o, suç haberlerinin arkasında kalan başka bir gerçeği gösteriyor: Almanca öğrenen, çalışan ve kendi hayatını kurmaya uğraşan binlerce insan da var.</p>
<h3>Parklarda korku, iş yerlerinde ihtiyaç</h3>
<p>Avusturya’nın yaşadığı çelişki tam da burada başlıyor.</p>
<p>Bir tarafta bazı genç grupların Viyana’nın parklarında, okullarında ve kamusal alanlarında yarattığı güvenlik sorunu var. Bu olaylar, mahalle sakinlerinin kendilerini güvensiz hissetmesine, çocuklarını parklara göndermekten çekinmesine ve göç politikasına duyulan tepkinin büyümesine yol açıyor.</p>
<p>Bu korkuları küçümsemek yanlıştır. İnsanların güvenli bir mahallede yaşama, çocuklarını korkmadan dışarı çıkarma ve kamusal alanları huzur içinde kullanma hakkı vardır.</p>
<p>Diğer tarafta ise aynı ülkenin ekonomisi, Suriyeli sığınmacıların emeğine giderek daha fazla ihtiyaç duyuyor. Aida’nın beyaz üniformalı çalışanı, bu ihtiyacın en görünür örneklerinden biridir.</p>
<p>Dolayısıyla Avusturya’nın önündeki mesele „Suriyeliler iyi mi, kötü mü?“ gibi ilkel bir soru değildir.</p>
<p>Asıl soru şudur: Suç işleyen azınlık nasıl kararlılıkla cezalandırılacak, aynı zamanda çalışan, dil öğrenen ve topluma katılan çoğunluk nasıl toplu damgalamadan korunacaktır?</p>
<p>Sağlıklı bir devlet politikası bu iki görevi aynı anda yerine getirmelidir. Güvenliği sağlamakla ayrımcılığı önlemek birbirinin karşıtı değildir. Tam tersine, hukuk devleti ikisini birlikte yapmak zorundadır.</p>
<h3>Suçun adı suç olmalıdır</h3>
<p>Avusturya siyasetinin bir bölümü, tek tek suç olaylarını dinî ve kültürel bir toplulukla ilişkilendirerek seçmen korkusunu kullanıyor. Bazı Müslüman kuruluşlar ise şiddet, suç ve çeteleşme karşısında açık ve inandırıcı bir tutum geliştirmekte yetersiz kalıyor.</p>
<p>Bu sessizlik, siyasetin genellemelerini kolaylaştırıyor.</p>
<p>Suç işleyen bir kişinin Müslüman olması, suçu İslami yapmaz. Fakat Müslüman toplum içinde faaliyet gösteren kuruluşların da şiddet, kadın düşmanlığı, uyuşturucu ticareti ve çeteleşme karşısında açık bir tavır göstermesi gerekir.</p>
<p>Hak, eşitlik ve demokrasi yalnızca devletten talep edilen kavramlar değildir. Toplumsal sorumluluk da gerektirir.</p>
<p>Buna karşılık devletin görevi, suçla mücadele ederken bütün bir dinî topluluğu zan altında bırakmamak ve korku üretmemektir.</p>
<p>İşte bu sınırın Avusturya’da giderek tehlikeli biçimde aşındığı görülüyor.</p>
<h3>Müslüman kimliği nasıl sorun kategorisine dönüştürüldü?</h3>
<p>Meselenin en kritik noktası, Avusturya Entegrasyon Fonu’nun, yani ÖIF’nin rolüdür.</p>
<p>ÖIF, iltica veya ikincil koruma hakkı bulunan kişilere Almanca öğretmek, onları çalışma hayatına hazırlamak ve topluma katılımlarını desteklemekle görevli, vergilerle finanse edilen bir kamu kurumudur.</p>
<p>Kurum, okuma yazma aşamasından C1 düzeyine kadar Almanca kursları sunduğunu belirtiyor. Aida’nın önündeki Suriyeli çalışanın geçtiği yol da muhtemelen bu sistemin bir parçasıdır: dil kursu, uyum programı ve ardından çalışma hayatı.</p>
<p>ÖIF’nin görevi bu anlamda bir „Feuerlöscher“, yani yangın söndürücü olmaktır. Toplumsal gerilimleri azaltmalı, önyargılarla mücadele etmeli ve yeni gelen insanların topluma katılmasını kolaylaştırmalıdır.</p>
<p>Ancak aynı ÖIF, „Integrationsbarometer 02/2025“ adı altında hazırlattığı tartışmalı araştırmada Müslümanları ayrı bir kabul ve sorun kategorisi olarak ele aldı.</p>
<p>Buradaki temel problem şudur: Müslümanlık bir göç veya oturma statüsü değildir. Bir Müslüman Avusturya vatandaşı olabilir, bu ülkede doğmuş olabilir ve hiçbir göç deneyimine sahip olmayabilir. Buna rağmen „Müslümanlarla Müslüman olmayanların birlikte yaşaması“ şeklindeki bir soru, dinî kimliği başlı başına bir uyum problemiymiş gibi çerçeveliyor.</p>
<h3>Devlet araştırmasından parti kampanyasına</h3>
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<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">ÖIF tarafından üretilen bu tartışmalı veri daha sonra ÖVP’nin siyasi iletişiminde kullanıldı. Paylaşımda şu ifade öne çıkarıldı: „İnsanların üçte ikisinin Müslümanlarla birlikte yaşamayı zor bulduğunu biliyor muydunuz?“</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Paylaşımın altında ayrıca „Sıfır tolerans“ sloganı yer aldı.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Fakat sıfır tolerans kime karşıdır? Suç işleyenlere mi? Şiddete mi? Anayasa düşmanlığına mı? Uyuşturucu çetelerine mi? Yoksa belirsiz biçimde Müslümanlara mı?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Sorun tam da bu belirsizliktir. Somut suç ve davranışlar yerine dinî bir topluluk merkeze alınmakta, böylece bütün Müslümanlar dolaylı olarak bir şüphe ve uyumsuzluk kategorisinin içine yerleştirilmektedir.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Burada bir gerçeğin altını çizmek gerekir. Müslümanları toptan damgalayan böyle bir dil, aslında kısa adı ÖVP olan Avusturya Halk Partisi gibi Hıristiyan-Sosyal geleneğe sahip bir partinin 1945 sonrası siyasi kimliğine terstir. Bu gelenek, savaş sonrası Avusturya’sını uzlaşma, toplumsal barış ve dinî hoşgörü üzerine kurmuştu.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ancak son yıllarda, özellikle 2015 sonrası düzensiz göç dalgasının yarattığı „vatan elden gidiyor“ endişesi, siyasette kışkırtıcı dilin oy getirdiği bir iklim oluşturdu. Bu hassas konular üzerinden korku üretmek, kısa vadede siyasi kazanç sağlıyor olabilir. Ne var ki bu, partinin kendi tarihsel değerlerinden uzaklaşması pahasına gerçekleşiyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Daha vahimi, bu siyasi kampanyanın temelindeki verinin özel bir araştırma kuruluşundan değil, vergilerle finanse edilen ve tarafsız olması gereken bir devlet kurumundan gelmesidir. Böylece devlet kurumu ile parti propagandası arasındaki sınır bulanıklaşıyor. ÖIF’nin araştırması, siyasi bir aktör tarafından korku ve seçim kampanyası malzemesine dönüştürülüyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Oysa kışkırtma bir çözüm değildir. Ne güvenlik sorununu çözer, ne toplumsal gerilimi azaltır; yalnızca bölünmeyi derinleştirir. Korkuyu körükleyerek belli bir topluluğun „kendiliğinden gideceğini“ ummak büyük bir aldanmadır. Milyonlarca Suriyeli ve Afgan sığınmacıyı ağırlamış bir ülke olan Türkiye’nin deneyimi de gösteriyor ki, bu tür meseleler ancak akılcı, insan onurunu koruyan ve hukuka dayanan politikalarla yönetilebilir — korku siyasetiyle değil.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bir toplumu birlikte yaşatan şey, ortak korkular değil, ortak kurallar ve karşılıklı saygıdır. Devletin görevi, bu saygıyı zayıflatmak değil, güçlendirmektir.</p>
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<p>Paylaşımın altında ayrıca „Sıfır tolerans“ sloganı yer aldı.</p>
<p>Fakat sıfır tolerans kime karşıdır? Suç işleyenlere mi? Şiddete mi? Anayasa düşmanlığına mı? Uyuşturucu çetelerine mi? Yoksa belirsiz biçimde Müslümanlara mı?</p>
<p>Sorun tam da bu belirsizliktir. Somut suç ve davranışlar yerine dinî bir topluluk merkeze alınmakta, böylece bütün Müslümanlar dolaylı olarak bir şüphe ve uyumsuzluk kategorisinin içine yerleştirilmektedir.</p>
<p>Daha vahimi, bu siyasi kampanyanın temelindeki verinin özel bir araştırma kuruluşundan değil, vergilerle finanse edilen ve tarafsız olması gereken bir devlet kurumundan gelmesidir.</p>
<p>Böylece devlet kurumu ile parti propagandası arasındaki sınır bulanıklaşıyor. ÖIF’nin araştırması, sorumlu siyasi parti tarafından korku ve seçim kampanyası malzemesine dönüştürülüyor.</p>
<h3>Yangın söndürücü mü, yangına körük mü?</h3>
<p>ÖIF bir yandan Suriyeli sığınmacıya şunu söylüyor: „Almanca öğren, kursa git, çalış, kendi ayaklarının üzerinde dur ve topluma uyum sağla.“</p>
<p>Suriyeli genç de bunu yapıyor. Aida’nın üniformasını giyiyor, müşterilere hizmet ediyor, sigorta primi ve vergi ödüyor.</p>
<p>Diğer tarafta aynı kurumun araştırması, onun da içinde bulunduğu dinî topluluğun toplum tarafından ne kadar „zor“ bulunduğunu ölçüyor. Sorumlu siyasi parti ise bu sonucu alıp „Müslümanlarla birlikte yaşamak zordur“ mesajına dönüştürüyor.</p>
<p>Bu, basit bir iletişim hatası değildir. Bu, entegrasyon politikasının kendi inandırıcılığını zedelemesidir.</p>
<p>ÖIF’yi doğrudan „kundakçı“ ilan etmek ağır bir itham olur ve bunu yapmıyoruz. Ancak sorulması gereken açık bir soru var: Kurumun ürettiği araştırma çerçevesi, toplumsal yangını söndürmeye mi hizmet ediyor, yoksa onu büyütmeye mi?</p>
<p>Devletin verdiği örtülü mesaj şu hâle gelme riski taşıyor: „Ne kadar çalışırsan çalış, ne kadar Almanca öğrenirsen öğren, ne kadar kurallara uyarsan uy; Müslüman olduğun için yine de bir sorun kategorisinin içindesin.“</p>
<p>Böyle bir dil uyumu güçlendirmez. Aidiyet duygusunu zayıflatır ve çalışan, başarılı, hukuka bağlı insanları cezalandırır.</p>
<h3>Silinen ve değiştirilen araştırma</h3>
<p>ÖIF’nin „Integrationsbarometer 02/2025“ araştırması etrafındaki tartışmayı büyüten başka bir nokta daha bulunuyor.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-82792 size-full aligncenter" src="https://www.yenivatan.at/wp-content/uploads/2026/07/OBS_20260429_OBS0022_1777447968_medium.jpg" alt="" width="512" height="289" /></p>
<p><a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260429_OTS0045/integrationsbarometer-022025-warum-wurde-die-originalstudie-am-2304-geloescht-geaendert-und-am-2604-ohne-kennzeichnung-ersetzt">İlk yayımlanan sürüm 23 Nisan’da internetten kaldırıldı ve 26 Nisan’da yeni bir sürümle değiştirildi. Ancak bu değişiklikler açık biçimde işaretlenmedi, bir sürüm geçmişi sunulmadı ve kamuoyuna ayrıntılı bir açıklama yapılmadı.</a></p>
<p>Vergilerle finanse edilen ve bilimsel güvenilirlik iddiası taşıyan bir kurumun, siyasi açıdan son derece hassas bir araştırmayı sonradan değiştirmesi hâlinde, hangi bölümün neden değiştirildiğini açıkça göstermesi beklenir.</p>
<p>Silmek, değiştirmek ve yeni sürümü işaretlemeden yayımlamak, sıradan bir redaksiyon işlemi midir, yoksa kurumsal şeffaflık ve kamu güveni meselesi midir?</p>
<p>Bu nedenle ÖIF’ye şu sorular yöneltilebilir: Neler değiştirildi? Değişiklikleri kim istedi? Hangi bilimsel veya hukuki gerekçeyle yapıldı? İlk sürüm neden kaldırıldı? İkinci sürüm neden açıkça „düzeltilmiş sürüm“ olarak işaretlenmedi?</p>
<h3>Asıl cinnet burada</h3>
<p>Avusturya’nın yaşadığı cinnet, Aida’nın önünde çalışan Suriyelide değildir.</p>
<p>Cinnet, iş gücüne ihtiyaç duyan bir ülkenin, bu ihtiyacı karşılayan insanları aynı zamanda dinî kimlikleri üzerinden şüpheli hâle getirmesidir.</p>
<p> </p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-large wp-image-82793" src="https://www.yenivatan.at/wp-content/uploads/2026/07/Kein-Titel-800-x-1500-px-800-x-500-px-3-720x450.jpg" alt="" width="720" height="450" /></p>
<p>Cinnet, suç işleyen gençlerle dürüstçe çalışan binlerce insanı aynı „Müslüman“ torbasına koymaktır.</p>
<p>Cinnet, bir insana önce „Almanca öğren, çalış ve uyum sağla“ demek; bunu yaptıktan sonra da „Toplum senin dinî topluluğunla birlikte yaşamayı zor buluyor“ mesajı vermektir.</p>
<p>Cinnet, tarafsız olması gereken bir kamu kurumunun ürettiği tartışmalı araştırma sonuçlarının, bu kurumdan sorumlu siyasi parti tarafından korku kampanyasında kullanılabilmesidir.</p>
<p>Cafe Aida’nın hafif pembe vitrini, bugün Avusturya’nın iki yüzünü aynı anda gösteriyor.</p>
<p>Birinci yüzünde çalışan, öğrenen ve topluma katılan Suriyeli var.</p>
<p>İkinci yüzünde ise onun dinî kimliğini toplumsal sorun kategorisine yerleştiren devlet araştırması ve bu araştırmadan siyasi kazanç sağlamaya çalışan parti dili bulunuyor.</p>
<p>Beyaz üniformalı Suriyeli çalışan, uyumun başarısızlığını değil, mümkün olduğunu gösteriyor.</p>
<p>Asıl başarısızlık, bu insanı emeği ve davranışıyla değerlendirmek yerine, Müslüman kimliği üzerinden topluca ölçen ve damgalayan sistemdedir.</p>
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<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Hocam, işte Aida yazınıza eklenebilecek bölüm. Öfkenizi taşıyor ama sizi vurmuyor — suçu bireye, damgalamayı sisteme, sessizliği temsilcilere bağlıyor. Her cümle savunulabilir.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">ÖIF, son yıllarda yılda iki kez, adına „Integrationsbarometer 01“ ve „02“ diyerek ve yılını ekleyerek, vergilerle finanse edilen ve „bilimsel kamu araştırması“ olarak sunulan metinler yayınlıyordu. Bu metinlerin dili, çoğu zaman uyum terminolojisi üzerinden Müslümanların ve sığınmacıların ne kadar „sorunlu“ olduğunu ölçen bir çerçeve taşıyordu.</p>
<figure id="attachment_8191" aria-describedby="caption-attachment-8191" style="width: 2880px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8191 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds.jpeg" alt="" width="2880" height="1892" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds.jpeg 2880w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-300x197.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1024x673.jpeg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-768x505.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1536x1009.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-2048x1345.jpeg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-800x526.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/17.12.2025-2026-Download-Integrationsfonds-1160x762.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 2880px) 100vw, 2880px" /><figcaption id="caption-attachment-8191" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Son sayı olan Integrationsbarometer 02/2025’e yönelik — bir bölümü belgelerle ortaya konan — ağır eleştiriler, kamuoyunda geniş yankı buldu. İşte tam burada dikkat çekici bir gelişme var: Son altı yıldır yılın ilk barometresi düzenli olarak Nisan ile Haziran arasında yayınlanıyordu. Ancak bugün, 16 Temmuz 2026 itibarıyla, Integrationsbarometer 01/2026 hâlâ yayınlanmış değil.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8071 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2.jpg" alt="" width="2813" height="1500" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2.jpg 2813w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-300x160.jpg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-1024x546.jpg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-768x410.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-1536x819.jpg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-2048x1092.jpg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-260x140.jpg 260w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-560x300.jpg 560w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-800x427.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-1160x619.jpg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/05/Beschwerde2-1-2-1920x1024.jpg 1920w" sizes="(max-width: 2813px) 100vw, 2813px" /></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bunun nedenini bilmiyoruz. Belki bir gecikmedir, belki başka bir sebep. Ama sorulması gereken açık bir soru var: Bu yıl, altı yıldır aksamayan bir yayın düzeni neden ilk kez bozuldu? 2026’da bir Integrationsbarometer yapılacak mı; yapılacaksa hangi kurum tarafından, hangi bütçeyle? Umarız bundan sonrası, damgalayan bir dille değil, ÖIF’in asıl görevi olan gerçek entegrasyon çalışmasıyla devam eder.</p>
<h3 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-[1.125rem] font-bold">Favoriten: bir mahalle, iki gerçeklik</h3>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Viyana’nın en kalabalık ilçesi Favoriten, 250 bine yaklaşan nüfusuyla bu tartışmanın en keskin yaşandığı yerdir. Yerli Avusturyalıların ve başta Türkiye kökenliler olmak üzere on yıllardır burada yaşayan göçmenlerin yanı sıra, son yıllarda gelen sığınmacılar da bu ilçede yoğunlaşıyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Burada gerçek bir sorun var. Bazı gençlerin karıştığı uyuşturucu ticareti, şiddet, cinsel saldırı ve çeteleşme olayları, mahalle sakinlerinde haklı bir korku ve öfke yaratıyor. Bu korkuyu küçümsemek yanlıştır. İnsanların güvenli bir mahallede yaşama, çocuklarını korkmadan parka gönderme ve kamusal alanı huzur içinde kullanma hakkı vardır. Suç işleyen herkes, kökeni ve dini ne olursa olsun, hukukun öngördüğü ağır sonuçlarla karşılaşmalıdır.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Fakat asıl mesele burada başlıyor: Suç işleyen bireylerle, aynı mahallede dürüstçe hayatını kuran, çalışan, vergi ödeyen on binlerce insanı ayırmak gerekir. Bir çetenin işlediği suç, bütün bir dinin suçu değildir.</p>
<p><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="2">10. Viyana </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="14">Favoriten’de bir tramvay </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="39">durağında yaşanan ve Ünsal </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="66">Media tarafından </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="83">paylaşılan olay, sosyal </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="107">medyada geniş </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="121">tartışmaya yol açtı. Bu </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="145">tür görüntüler çoğu </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="165">zaman anında köken </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="184">üzerinden okunuyor — ki </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="208">bu yazının dikkat </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="226">çektiği tehlike de tam </span><span class="_animating_yu34g_10" data-newtext-seq="249">olarak budur.</span><br />
<a href="https://www.facebook.com/reel/1300293745101811">https://www.facebook.com/reel/1300293745101811</a></p>
<h3 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-[1.125rem] font-bold">Damgalama nasıl üretiliyor?</h3>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Avusturya’daki sağcı siyasetin bir bölümü tam da bu ayrımı siliyor. Tek tek suç olaylarını „Müslümanlık“ kimliğine bağlıyor, bütün bir dini topluluğu şeytanlaştırıyor ve insanların dinleri yüzünden şu ya da bu özelliğe sahip olduğunu ima ediyor. „Politischer Islam“ gibi tanımsız bir kavram, her suçu açıklayan sihirli bir etikete dönüştürülüyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bu damgalamanın en tehlikeli yanı, artık yalnızca siyasi söylemle sınırlı kalmamasıdır. Vergilerle finanse edilen, tarafsız olması gereken kamu kurumları, çanak sorularla hazırlanmış sözde bilimsel araştırmalar yayınlıyor. Ardından bu sonuçlar, siyasi aktörler tarafından nefret üretmek için sosyal medyada dolaşıma sokuluyor. Devlet araştırması, parti kampanyasına; parti kampanyası da sokaktaki öfkeye yakıt oluyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bu döngü tehlikelidir. Çünkü toplumsal gerilim böyle beslenir. Bir mahalledeki gerçek güvenlik sorunu, bütün bir dini topluluğa karşı genel bir düşmanlığa dönüştürülürse, sonunda kimse kazanmaz. Ne güvenlik sağlanır, ne adalet. Sadece bölünme derinleşir. Bu gidişata karşı hepimizin uyanık olması ve açıkça uyarması gerekir.</p>
<h3 class="text-text-100 mt-3 -mb-1 text-[1.125rem] font-bold">Peki temsilciler nerede?</h3>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ancak sorumluluk yalnızca devlette ve siyasette değildir. Kendini „Müslüman temsilcisi“ ilan eden, Afrika’ya ve başka ülkelere kurban ve yardım için bol bol para toplayan kimi kuruluşlar, iş suç, şiddet, uyuşturucu ve çeteleşme karşısında net bir tavır göstermeye gelince sessiz kalıyor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Bu sessizlik masum değildir. Çünkü tam da bu suskunluk, siyasetin genellemelerini kolaylaştırıyor. Suç karşısında açıkça, „bu bizim değerlerimiz değildir, bu davranış kabul edilemez“ diyemeyen bir temsilci, farkında olmadan damgalamaya zemin hazırlıyor. Üstelik bu kuruluşların çoğu, eleştiriye gelince son derece alıngan; ama sorumluluk almaya gelince ortada yok.</p>
<h3 class="p1"><span class="s1">Arsızlığın anlamı yok</span></h3>
<p class="p1"><span class="s1">Hak, eşitlik ve demokrasi yalnızca devletten talep edilen kavramlar değildir; aynı zamanda toplumsal sorumluluk gerektirir. Devlet, suçla mücadele ederken anayasal koruma altındaki yaklaşık 800 bin kişilik bir dinî azınlığı toptan zan altında bırakmamakla yükümlüdür. Bir topluluğu “Frankenstein–Drakula” benzeri imgelerle şeytanlaştırmak, hem hukuken hem vicdanen kabul edilemez.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Öte yandan, kendini bu topluluğun temsilcisi ilan edenlerin de sorumluluğu vardır:</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Suç ve yanlış karşısında korkusuz, açık ve net bir duruş sergilemek.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Hem sorunlar karşısında sünepelik göstermek hem de ortada sanki toplum tarafından seçilmiş bir temsilciymiş gibi şov yapmak, yalnızca kişisel veya grupsal maddi–manevi çıkarları “Müslüman ve İslam temsilcisi” adı altında kovalamak, insanları rahatsız ediyor ve kamu vicdanını yaralıyor.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Kimse sizi seçmedi.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Kimse “bizim adımıza konuşun” demedi.</span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Bu nedenle arsızlığın anlamı yok.</span></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">İki taraf da görevini yapmadığında, bedeli en ağır biçimde ödeyen, o mahallede dürüstçe yaşamaya çalışan sıradan  ve sade insanlar oluyor.</p>
<p>.</p>
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<p> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/16/avusturya-cinnet-ile-hafif-pembe-sapka-arasinda/">Avusturya cinnet ile hafif pembe şapka arasında</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/16/avusturya-cinnet-ile-hafif-pembe-sapka-arasinda/feed/</wfw:commentRss>
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		<media:content url="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Kein-Titel-800-x-1500-px-800-x-500-px-3-1.jpg" medium="image"></media:content>
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		<title>„Unser Haus ist auch Dein Haus“</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/09/unser-haus-ist-auch-dein-haus/</link>
					<comments>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/09/unser-haus-ist-auch-dein-haus/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 09 Jul 2026 08:02:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Unser Haus ist auch Dein Haus“ Istanbul 1992: Als ein Schüler aus&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1><strong>„Unser Haus ist auch Dein Haus“<br />
</strong></h1>
<h3><strong><br />
</strong><strong>Istanbul 1992: Als ein Schüler aus Mainz die Türkei entdeckte</strong></h3>
<p>von Birol Kilic, Beobachtungen und Analysen aus Wien, 09.07.2026</p>
<p>Vor 34 Jahren reiste der aus Mainz stammende, heute in Wien lebende Historiker und Autor Christoph Bathelt als fünfzehnjähriger Schüler nach Istanbul. Seine damaligen Erinnerungen erzählen von türkischer Gastfreundschaft, Schüleraustausch, Şeker Bayramı(Zuckerfest), İstanbul Lisesi, Hagia Sophia, Atatürk, Bosporus und einer Stadt zwischen Geschichte und Gegenwart.</p>
<p class="p1"><span class="s1">Bekanntlich sind Österreicher und Deutsche in der Türkei – aufgrund der Waffenbrüderschaft im Ersten Weltkrieg und der vielen GastarbeiterInnen aus diesen Ländern – respektierte Gäste. Nach dem Ersten Weltkrieg und bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Istanbul sogar eine kleine österreichische Kolonie, ähnlich wie die deutschen GastarbeiterInnen, die stolz am Aufbau der modernen, laizistischen Türkei mitgewirkt haben – wofür wir bis heute dankbar sind. Viele autochthone ÖsterreicherInnen und Deutsche haben deshalb ihre neue Heimat in der Türkei leicht gefunden.</span></p>
<p>Bathelt hat uns diesen zwölfseitigen Originaltext freundlicherweise überlassen. Wir haben ihn gelesen und aus dem Blickwinkel eines aus Istanbul stammenden Österreichers für unsere Leserinnen und Leser zusammengefasst und eingeordnet. Das Originaldokument stellen wir am Ende als PDF zur Verfügung.</p>
<h4 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-section-id="120x3zx" data-start="1255" data-end="1293"><span role="text"><strong data-start="1258" data-end="1293">Ein Text aus einer anderen Zeit</strong></span></h4>
<p data-start="1295" data-end="1814">Manchmal sagt ein alter Reisebericht mehr über Europa, die Türkei und menschliche Begegnungen als viele politische Analysen. Christoph Bathelt war fünfzehn Jahre alt, als er im Jahr 1992 mit achtzehn Schülern und drei Lehrerinnen aus Mainz nach Istanbul reiste. Der Austausch führte die Gruppe vom Rabanus-Maurus-Gymnasium zum İstanbul Lisesi. Für den jungen Schüler war es die erste große Begegnung mit einer Stadt, die damals für viele westdeutsche Jugendliche zugleich fremd, faszinierend und schwer einzuordnen war.</p>
<p data-start="1816" data-end="2256">Bathelt nannte seinen Bericht damals: <strong data-start="1854" data-end="1930">„Istanbul 1992 – Mit den Augen eines fünfzehnjährigen Europäers gesehen“</strong>. Schon dieser Titel erklärt die Haltung des Textes. Hier schreibt kein Experte, kein Diplomat, kein politischer Kommentator. Hier schreibt ein Jugendlicher, der beobachtet, staunt, vergleicht, manchmal lacht, manchmal irritiert ist und am Ende merkt, dass eine Reise mehr verändern kann als hundert Erklärungen über ein Land.</p>
<p data-start="2258" data-end="2633">Der Bericht beginnt mit der Ankunft der Mainzer Schüler im Luftraum von Istanbul und mit jenem leichten „Kribbeln“, das viele in der Gruppe verspürten. Der Schüleraustausch war damals noch Neuland, und ausgerechnet die ersten Tage sollten die deutschen Gäste während des Şeker Bayramı, des Zuckerfests zum Ende des Ramadan, allein in ihren türkischen Gastfamilien verbringen.</p>
<p data-start="2635" data-end="3168">Heute, im Jahr 2026, wirkt dieser Text wie eine kleine Zeitkapsel. Die Türkei hat sich seit 1992 stark verändert. Istanbul hat sich noch stärker verändert. Aus der Metropole von damals ist eine Megastadt geworden, politisch, wirtschaftlich, kulturell und städtebaulich kaum wiederzuerkennen. Aber gerade deshalb ist dieser alte Blick wertvoll. Er zeigt nicht die Türkei aus der Perspektive aktueller Schlagzeilen. Er zeigt die Türkei einer Begegnung: Familie, Schule, Essen, Geschichte, Moschee, Kirche, Basar, Bosporus und Abschied.</p>
<p data-start="3170" data-end="3690">Der Text ist kein touristisches Werbebild. Er ist auch keine idealisierte Erinnerung. Er enthält Bewunderung, Irritation, Humor, jugendliche Unsicherheit und offene Neugier. Genau daraus entsteht seine Glaubwürdigkeit. Bathelt sieht Istanbul nicht nur als Stadt der Monumente. Er erlebt Istanbul als gelebten Stadtraum, als Alltag, als Familienwelt, als Kulturraum und als Ort, an dem sich Europa und die Türkei nicht abstrakt begegnen, sondern am Esstisch, im Klassenzimmer, auf der Straße und im Abschied am Flughafen.</p>
<h4 data-section-id="1ywj675" data-start="3692" data-end="3719"><span role="text"><strong data-start="3695" data-end="3719">Der Satz, der bleibt</strong></span></h4>
<p data-start="3721" data-end="4141">Der stärkste Satz des ganzen Textes fällt nicht in der Hagia Sophia, nicht im Topkapı-Palast und nicht am Bosporus. Er fällt in einer türkischen Familie. Bathelt beschreibt, wie er während der Feiertage mit seiner Gastfamilie Verwandte und Bekannte besuchte. Schon am ersten Tag lernte er Istanbul nicht als touristische Kulisse kennen, sondern als bewohnte Stadt, als Netz von Wegen, Wohnungen, Besuchen und Gesprächen.</p>
<p data-start="4143" data-end="4771">Er erinnert sich an türkische Süßigkeiten, an den für einen deutschen Magen vielleicht etwas überfordernden Zucker, an ein Haus am Marmarameer, an Sonne, Schatten, Spiele, Essen und Gespräche über Erdkunde, Namensgebung, Politik, Musik und Kunst. Vor allem aber erinnert er sich an die Großzügigkeit seiner Gastgeber. Er schreibt, man habe sich beinahe geniert, irgendeinen Wunsch zu äußern, weil er sofort erfüllt worden sei. Dann folgt jener Satz, der mehr als drei Jahrzehnte später noch immer berührt: <strong data-start="4649" data-end="4707">„Unser einziger Zweck ist es, Dich zufriedenzustellen“</strong>, habe er gehört. Und dann: <strong data-start="4735" data-end="4771">„Unser Haus ist auch Dein Haus.“</strong></p>
<p data-start="4773" data-end="5209">Dieser Satz ist nicht nur eine private Erinnerung. Er steht für eine Form von Gastfreundschaft, die viele Menschen aus der Türkei kennen und die im europäischen Diskurs oft unterschätzt wird. In politischen Debatten wird über Migration, Integration, Identität, Religion und kulturelle Differenz gesprochen. Bathelts Text zeigt eine andere Ebene: den konkreten Menschen. Die Gastfamilie ist keine Kategorie. Sie ist ein Zuhause auf Zeit.</p>
<p data-start="5211" data-end="5713">Auch seine Beobachtungen über den Alltag in der Familie sind aufschlussreich. Er beschreibt die Umstellung als leicht, weil die Familie „sehr westlich orientiert“ gewesen sei. Gleichzeitig bemerkt er Unterschiede beim Teetrinken, beim Verzicht auf Schweinefleisch und bei den Essgewohnheiten. Morgens wurde reichlich gegessen, mittags eher wenig, abends dann das, was er aus Deutschland als Mittagessen kannte. Das Essen schmeckte ihm ausgezeichnet, so sehr, dass er sogar glaubte, zugenommen zu haben.</p>
<p data-start="5715" data-end="6074">Gerade diese einfachen Beobachtungen sind heute wichtig. Sie zeigen, dass kulturelle Begegnung nicht zuerst in Konferenzsälen entsteht. Sie entsteht in Küchen, Wohnzimmern, Schulhöfen, Familienbesuchen und gemeinsamen Mahlzeiten. Der junge Gast aus Mainz wird nicht nur herumgeführt. Er wird aufgenommen. Und weil er aufgenommen wird, beginnt er zu verstehen.</p>
<h4 data-section-id="1pjukir" data-start="6076" data-end="6130"><span role="text"><strong data-start="6079" data-end="6130">Ein deutsches Klassenzimmer im Herzen Istanbuls</strong></span></h4>
<p data-start="6132" data-end="6742">Dass ausgerechnet das İstanbul Lisesi ( Istanbul Gymnasium) zum Ziel der Mainzer Schüler wurde, ist mehr als eine organisatorische Randnotiz. Diese Schule steht für eine besondere deutsch-türkische Bildungsgeschichte. Sie gehört zu den traditionsreichsten Schulen der Türkei und ist bis heute mit deutscher Sprache, deutscher Bildungstradition und deutsch-türkischem Austausch verbunden. Schon die Erwähnung des deutschen Direktors, Herrn Bangert, macht deutlich, dass Bathelt dort nicht einfach irgendeine Schule besuchte, sondern einen Ort, an dem türkische und deutsche Bildungswege seit Jahrzehnten miteinander verflochten sind.</p>
<p data-start="6744" data-end="7167">Bathelt beschreibt den Schulalltag mit wachem Blick. Der Schulappell beeindruckt ihn: Schülerinnen und Schüler stehen in Reih und Glied, die Nationalhymne wird gesungen, anschließend geht man geordnet in den Unterricht. Der Direktor empfängt die Gäste in einem holzgetäfelten Büro und erinnert daran, dass er selbst Jahre zuvor in Mainz gewesen sei. Auch der deutsche Direktor, Herr Bangert, empfängt die Gruppe freundlich.</p>
<p data-start="7169" data-end="7552">Interessant ist, wie Bathelt das Unterrichtsklima beschreibt. Im Englischunterricht versteht er wenig, was er mit Humor auf den Akzent der Lehrerin zurückführt. Die Themen seien ähnlich gewesen wie in Mainz, nur erscheine ihm die Schulstunde lang, weil sie der Länge einer deutschen Doppelstunde entsprochen habe. Unterrichtsbeginn war um halb neun, das gewöhnliche Ende um drei Uhr.</p>
<p data-start="7554" data-end="8147">Besonders lebendig wird sein Bericht im Musikunterricht. Die Lehrerin schreibt ein Lied an die Tafel, die Schüler schreiben es ab und studieren es ein. Dann sollen die deutschen Gäste ein deutsches Volkslied singen. Die Gruppe schiebt die Aufgabe auf Bathelt, weil er angeblich gut singen könne. Ihm fallen vor Schreck nur Liedanfänge ein. Als dann auch noch bekannt wird, dass er Geige spielt, befürchtet er, die Lehrerin könne sofort eine Geige hervorholen. Zum Glück ist keine vorhanden. Am Ende bleibt eine humorvolle Szene über Erwartungsdruck, Kultur, Musik und jugendliche Verlegenheit.</p>
<p data-start="8149" data-end="8521">Solche Szenen sind kostbar. Sie erzählen nicht nur von Schule. Sie erzählen von der Unsicherheit echter Begegnung. Man will sich zeigen, aber nicht blamieren. Man will höflich sein, aber nicht überfordert werden. Man will verstehen, aber versteht nicht alles. Gerade darin liegt die Wahrheit eines Austauschs. Nicht alles läuft glatt. Aber gerade das macht ihn menschlich.</p>
<h4 data-section-id="1hzlj0e" data-start="8523" data-end="8568"><span role="text"><strong data-start="8526" data-end="8568">Istanbul als lebendiges Geschichtsbuch</strong></span></h4>
<p data-start="8570" data-end="9042">Der Text wird besonders stark, wenn Bathelt durch Istanbul geht und merkt, dass diese Stadt kein Museum ist, sondern ein lebendiges Geschichtsbuch. Der Dolmabahçe-Palast beeindruckt ihn durch eine Pracht, die er in Europa kaum vergleichbar findet. Er erwähnt Versailles, Wien und St. Petersburg, sieht aber im Dolmabahçe eine eigene Größe. Dabei fällt ihm auch auf, warum der Palast für die Türkei eine besondere Bedeutung hat: Er ist der Sterbeort Mustafa Kemal Atatürks.</p>
<p data-start="9044" data-end="9452">Atatürk selbst wird Bathelt während seines Aufenthalts sympathischer. Er registriert Bilder, Büsten und Sprüche, die überall anzutreffen seien. Ein Satz über Kultur erscheint ihm besonders vernünftig: Ein Land ohne Kultur habe sich eine wichtige Lebensader zerschnitten. Auch der bekannte Ausspruch <strong data-start="9343" data-end="9383">„Sağlam kafa sağlam vücutta bulunur“</strong> fällt ihm auf, den er mit <strong data-start="9410" data-end="9441">„Mens sana in corpore sano“</strong> verbindet.</p>
<p data-start="9454" data-end="9961">Rumeli Hisarı erlebt er als Festung, die Sultan Mehmet zur Eroberung Konstantinopels in kurzer Zeit errichten ließ. Er staunt über die Wehrgänge, Türmchen und Treppen ohne Geländer und merkt an, dass so etwas in Deutschland wohl kaum erlaubt wäre. Auch das Valens-Aquädukt fasziniert ihn. Als Mainzer, der nur die „bemitleidenswerten Römersteine“ seiner Heimat kenne, sei es für ihn ein Muss gewesen, das etwa 20 Meter hohe Bauwerk zu betreten. Von dort habe er eine weite Aussicht über die Altstadt gehabt.</p>
<p data-start="9963" data-end="10332">Der Blick des Jugendlichen ist dabei nie nur bewundernd. Er vergleicht, manchmal spitz, manchmal ironisch. Er sieht Pracht, aber auch Baufälligkeit. Er sieht große Geschichte, aber auch Alltag. Gerade diese Mischung verhindert, dass der Text zur bloßen Verklärung wird. Istanbul erscheint nicht als Postkarte, sondern als gewaltiger, widersprüchlicher, lebendiger Raum.</p>
<h4 data-section-id="1l81vi7" data-start="10334" data-end="10401"><span role="text"><strong data-start="10337" data-end="10401">Hagia Sophia, Topkapı und die religiöse Schichtung der Stadt</strong></span></h4>
<p data-start="10403" data-end="10867">Einer der Höhepunkte ist der Besuch der Hagia Sophia. Bathelt widerspricht zunächst Werner von Siemens, der im 19. Jahrhundert eher kühl über manche Bauwerke Konstantinopels geschrieben hatte. Für den jungen Schüler ist die Hagia Sophia ein Denkmal der Menschheit. Er beschreibt, wie man vor einem solchen Bau stumm werde und wie deutlich dort werde, dass einzelne Menschen nur kurz auf der Welt sind, während menschliches Schöpfertum Jahrhunderte überdauern kann.</p>
<p data-start="10869" data-end="11344">Gerade an dieser Stelle wird Bathelts Blick besonders interessant. Er weist Siemens dort zurück, wo dieser die Stadt und ihre Bauwerke von außen skeptisch betrachtet. Zugleich stimmt er Siemens zu, als dieser die innere Größe der Kuppel der Hagia Sophia beschreibt. Ein Fünfzehnjähriger widerspricht einem großen Namen des 19. Jahrhunderts, gibt ihm aber im entscheidenden Moment doch recht. Auch das ist Istanbul: Die Stadt lässt niemanden mit fertigen Urteilen davonkommen.</p>
<p data-start="11346" data-end="11931">Interessant ist auch seine Beobachtung zur religiösen Geschichte des Bauwerks. Er spricht von der „Wiederverwendung“ einer christlichen Kirche als islamische Moschee und vergleicht dies mit Moscheen in Ungarn oder Spanien, die heute als Kirchen dienen. Der Fünfzehnjährige formuliert keine Theorie. Aber er sieht etwas Wesentliches: Istanbul besteht aus Schichten. Christentum, Islam, Byzanz, Osmanisches Reich und moderne Türkei stehen hier nicht sauber getrennt nebeneinander. Sie überlagern sich. Sie bleiben sichtbar. Sie widersprechen einander nicht nur, sie erzählen miteinander.</p>
<p data-start="11933" data-end="12365">Gerade aus heutiger Sicht ist dieser Blick bemerkenswert. In aktuellen Debatten werden Bauwerke wie die Hagia Sophia oft sofort politisch gelesen. Bathelts Blick von 1992 ist anders. Er ist unmittelbarer. Er sieht einen Raum, eine Kuppel, Geschichte, Staunen und die Spuren verschiedener religiöser Ordnungen. Manchmal ist der erste Blick nicht der vollständigste, aber er kann ehrlicher sein als ein späterer ideologischer Zugriff.</p>
<p data-start="12367" data-end="12800">Auch der Topkapı-Palast bleibt ihm stark in Erinnerung. Er erwähnt Kunstschätze aus aller Welt, japanisches und chinesisches Porzellan, Uhren, Orden, Edelsteine, Reliquien des Propheten Mohammed und die Aussicht auf den Bosporus. Gleichzeitig bedauert er, dass die Zeit zu kurz war, um alles wirklich aufzunehmen. Diese Klage zieht sich durch viele echte Reiseberichte: Man sieht viel, aber versteht erst später, was man gesehen hat.</p>
<h4 data-section-id="bxx94s" data-start="12802" data-end="12851"><span role="text"><strong data-start="12805" data-end="12851">Basar, Friseur und der Humor des Reisenden</strong></span></h4>
<p data-start="12853" data-end="13460">Bathelts Bericht wäre nicht so lebendig, wenn er nur aus Sehenswürdigkeiten bestünde. Er erzählt auch von kleinen Missgeschicken, und gerade diese Szenen machen den Text menschlich. Im Großen Basar gerät er an einen Schuhputzer. Zuerst soll das Putzen ein Geschenk sein, dann wird doch ein Bakschisch erwartet. Am Ende zahlt er fünf Mark, nach eigener Einschätzung viel zu viel. Ein türkischer Schüler rettet ihn schließlich aus der Situation. Der junge Mainzer kommentiert das nicht arrogant, sondern selbstironisch. Er berichtet sogar, dass andere aus der Gruppe sich noch ungeschickter angestellt hätten.</p>
<p data-start="13462" data-end="13918">Am Abend folgt eine weitere Szene: der Gang zum Friseur. Bathelt schreibt mit bewusstem Wortspiel, er habe einen Teil seiner „Manneszierde“ verloren, nämlich seine Haare. Mit seinem Austauschpartner Cüneyt geht er zum „berber“, lässt diesen verhandeln und betrachtet nach einer Viertelstunde vorsichtig das Ergebnis. Am Ende findet er die Frisur erträglich. Cüneyts Onkel meint, er sehe nun aus wie ein richtiger Türke. Bathelt versteht das als Kompliment.</p>
<p data-start="13920" data-end="14277">Solche Passagen sind wichtig, weil sie zeigen, wie Begegnung funktioniert. Nicht als abstrakter Dialog der Kulturen, sondern als Situation: Schuhe, Haare, Essen, Sprache, Missverständnisse, Lachen, Scham, Hilfe. Genau dadurch entsteht Nähe. Wer nur Sehenswürdigkeiten abhakt, bleibt Besucher. Wer solche kleinen Situationen erlebt, beginnt sich zu erinnern.</p>
<h4 data-section-id="1gxqhuy" data-start="14279" data-end="14340"><span role="text"><strong data-start="14282" data-end="14340">Eyüp, Pierre Loti und die Grenzen des Touristendaseins</strong></span></h4>
<p data-start="14342" data-end="14781">Beim Besuch der Eyüp Sultan Camii zeigt Bathelt ein bemerkenswertes Maß an Selbstkritik. Er beschreibt, dass die Gruppe an den Gläubigen vorbeizog, Fotos machte und sich nicht besonders pietätvoll benahm. Ihn störte das. Für einen fünfzehnjährigen Schüler ist das eine klare Beobachtung: Man kann als Tourist anwesend sein und doch etwas falsch machen. Man kann einen heiligen Ort sehen und ihn gleichzeitig nicht ausreichend respektieren.</p>
<p data-start="14783" data-end="15265">Anschließend führt der Weg nach Pierre Loti. Bathelt beschreibt das Café auf einem Hügel am Rande des Goldenen Horns. Von dort hat die Gruppe einen guten, wenn auch vernebelten Blick auf Istanbul. Zur Mittagszeit hört sie mehrere Muezzine gleichzeitig. Die Gebete in verschiedenen Tonhöhen und zeitlichen Verschiebungen wirken auf ihn merkwürdig und eindrucksvoll zugleich. Wieder ist es kein politischer Satz, sondern eine Sinneserfahrung: Klang, Höhe, Stadt, Religion, Entfernung.</p>
<p data-start="15267" data-end="15574">Diese Stelle zeigt gut, warum der alte Text heute lesenswert ist. Er beschreibt nicht abstrakt „den Islam“ oder „die Religion“. Er beschreibt Geräusche, Räume, Menschen, Verhalten. Er ist manchmal naiv, aber gerade dadurch nicht berechnend. Er muss keine These beweisen. Er hält fest, was er sieht und hört.</p>
<h4 data-section-id="1so4oov" data-start="15576" data-end="15635"><span role="text"><strong data-start="15579" data-end="15635">Ein Museum, ein Präsident und eine Stadt in Bewegung</strong></span></h4>
<p data-start="15637" data-end="16157">Auch das Archäologische Museum beeindruckt ihn. Bathelt nennt es eines der bedeutendsten Museen seiner Art. Er schreibt über Statuen, Reliefs, Steinarbeiten, Sarkophage und den sogenannten Alexandersarkophag. Besonders interessant findet er, dass Teile noch farbig erhalten sind. Die Funde aus Troja enttäuschen ihn hingegen, weil er den Tonscherben nicht viel Spannendes abgewinnen kann. Auch das ist ein ehrlicher Schülerblick: Nicht alles, was historisch bedeutend ist, muss einen Jugendlichen automatisch begeistern.</p>
<p data-start="16159" data-end="16771">Dann geschieht etwas Unerwartetes. Auf dem Rückweg bemerkt die Gruppe eine große Menschenmenge, viele Polizisten und Hubschrauber. Ihnen fällt ein, dass der französische Präsident François Mitterrand zur gleichen Zeit in Istanbul ist. Tatsächlich sieht Bathelt Mitterrand und den türkischen Staatspräsidenten Turgut Özal aus der Sultan-Ahmet-Moschee kommen. Er steht nach eigener Erinnerung nur etwa zwei Meter entfernt. Auch diese Szene zeigt Istanbul 1992: internationale Politik, lockere Sicherheitsvorkehrungen, neugierige Menschen, Journalisten und ein Jugendlicher, der plötzlich neben Staatsmännern steht.</p>
<p data-start="16773" data-end="17240">Der Weg zum Galata-Turm führt über die alte Galata-Brücke, die kurz zuvor abgebrannt und nicht mehr benutzbar war. Danach geht es durch die İstiklâl Caddesi, die Bathelt mit der ehemaligen Wilhelmstraße in Berlin vergleicht, weil sich dort das frühere Botschaftsviertel befand. Auch hier verbindet er Istanbul mit europäischer Geschichte. Für ihn ist Istanbul nicht Gegenwelt zu Europa, sondern Teil einer gemeinsamen, komplizierten, vielfach überlagerten Geschichte.</p>
<h4 data-section-id="50wnvv" data-start="17242" data-end="17273"><span role="text"><strong data-start="17245" data-end="17273">Abschied mit Kälteschock</strong></span></h4>
<p data-start="17275" data-end="17759">Am Ende kommt der Abschied. Früh am Morgen muss die Gruppe zum Flughafen. Bathelt schreibt, es sei kein Vergnügen gewesen, um sechs Uhr dort sein zu müssen, aber es habe ihm ermöglicht, Istanbul einmal ohne Verkehr zu erleben. Der Abschied von der Gastfamilie ist herzlich. Er verabschiedet sich auf Türkisch, mit Küssen auf die Wangen, und wird großzügig beschenkt. In Mainz angekommen erlebt er einen Kälteschock: von etwa 20 Grad in Istanbul auf drei oder vier Grad in Deutschland.</p>
<p data-start="17761" data-end="18156">Sein Fazit ist klar: Der Schüleraustausch habe sich in menschlicher und kultureller Hinsicht vollkommen gelohnt. Er sei sicher nicht das letzte Mal in Istanbul gewesen. Dann zitiert er einen Satz, der wie eine Botschaft an heutige Debatten klingt: Es sei besser, einmal zu sehen als hundertmal zu hören. Bathelt fügt hinzu: oder zu lesen. Für Istanbul und seine Bewohner treffe das besonders zu.</p>
<p data-start="18158" data-end="18444">Dieser Satz ist der eigentliche Schlüssel des ganzen Berichts. Er widerspricht der bequemen Haltung, Länder nur aus der Ferne zu beurteilen. Er sagt: Man muss sehen. Man muss hingehen. Man muss Menschen begegnen. Man muss sich auch einmal irren, schämen, wundern und korrigieren lassen.</p>
<h4 data-section-id="1k1olrt" data-start="18446" data-end="18491"><span role="text"><strong data-start="18449" data-end="18491">Warum dieser Text heute lesenswert ist</strong></span></h4>
<p data-start="18493" data-end="18904">Warum veröffentlichen wir 2026 einen Text aus dem Jahr 1992? Weil er an eine einfache Wahrheit erinnert: Begegnung verändert Wahrnehmung. Wer nur über ein Land spricht, bleibt oft bei Vorurteilen stehen. Wer dort in einer Familie lebt, in eine Schule geht, mit Menschen isst, durch Straßen läuft, Moscheen und Kirchen betritt, sich verirrt, staunt, vergleicht und wieder Abschied nimmt, nimmt etwas anderes mit.</p>
<p data-start="18906" data-end="19265">Christoph Bathelts Erinnerungen sind keine politische Stellungnahme. Sie sind auch kein idealisiertes Türkei-Bild. Er sieht Schönes und Schwieriges, Gastfreundschaft und Schmutz, Pracht und Verfall, Ordnung und Chaos, Geschichte und Alltag. Genau deshalb wirkt der Text glaubwürdig. Er ist nicht glatt. Er ist ein persönlicher Blick aus einer bestimmten Zeit.</p>
<p data-start="19267" data-end="19724">Der Junge, der diese Zeilen im Mai 1992 in Mainz niederschrieb, blickt heute als Historiker und Autor auf jene Reise zurück. Der Text ist mit seinem Verfasser gealtert, aber seine Stimme ist jung geblieben. Gerade dieser Abstand macht ihn interessant. Wir lesen nicht nur, wie Istanbul damals war. Wir lesen auch, wie ein fünfzehnjähriger Europäer versuchte, eine große Stadt, eine fremde Familie, eine andere Schule und eine reiche Geschichte zu verstehen.</p>
<p data-start="19726" data-end="20134">Die Türkei der frühen 1990er Jahre ist nicht die Türkei von 2026. Istanbul ist heute größer, dichter, schneller, digitaler, teurer, politischer und globaler. Aber die entscheidende Frage bleibt: Was sieht ein junger Mensch, wenn er nicht nur ein Land besucht, sondern Menschen begegnet? Bathelts Antwort steht zwischen den Zeilen seines Berichts. Er sieht nicht nur eine Stadt. Er sieht ein Zuhause auf Zeit.</p>
<p data-start="20136" data-end="20492">Es ist kein Zufall, dass Bathelt seinen deutschen Bericht mit einer Lebensweisheit beschließt, die auch in der Türkei verstanden wird: Einmal sehen ist besser als hundertmal hören. Vielleicht ist das die stillste Form von Verständigung: dass ein Gast am Ende nicht nur über ein Land spricht, sondern etwas von diesem Land in seinem eigenen Denken mitnimmt.</p>
<p data-start="20494" data-end="20914">Deshalb stellen wir diesen Text unseren Leserinnen und Lesern zur Verfügung. Nicht als Nostalgie. Nicht als politische Botschaft. Sondern als Dokument einer Begegnung zwischen Mainz und Istanbul, zwischen Deutschland und der Türkei, zwischen Jugend, Geschichte und persönlicher Erfahrung. Und vielleicht auch als Erinnerung daran, dass Verständigung oft nicht mit großen Worten beginnt, sondern mit einem einfachen Satz:</p>
<p> </p>
<p data-start="20954" data-end="21140" data-is-last-node="" data-is-only-node=""><strong data-start="20954" data-end="21140" data-is-last-node="">Das Originaldokument „Istanbul 1992 – Mit den Augen eines fünfzehnjährigen Europäers gesehen“ von Christoph Bathelt, Mainz im Mai 1992, stellen wir nachfolgend als PDF zur Verfügung.</strong></p>
<p><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/07/Istanbul1992.odt">„Unser Haus ist auch Dein Haus.“</a></p>
<p> </p>
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		<item>
		<title>Ein österreichischer Verleger mit türkischen Wurzeln bringt österreichische Erinnerungsgeschichte ins Parlament</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/08/ein-oesterreichischer-verleger-mit-tuerkischen-wurzeln-bringt-oesterreichische-erinnerungsgeschichte-ins-parlament/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Jul 2026 06:48:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Buch „Die Heimat in der Schultasche“ wurde in den Sonderbereich „Altösterreich“&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Das Buch „Die Heimat in der Schultasche“ wurde in den Sonderbereich „Altösterreich“ der Parlamentsbibliothek aufgenommen. Die Graphic Novel erzählt eine wahre Fluchtgeschichte aus der Perspektive eines Kindes – und erinnert daran, wie Krieg, Vertreibung und Neubeginn die österreichische Nachkriegsgeschichte bis heute prägen.</h4>
<p><strong>Wien, 08.07.2026</strong> – Das 2023 im Wiener Neue Welt Verlag erschienene Buch „Die Heimat in der Schultasche“ wurde in den Sonderbereich „Altösterreich“ der Bibliothek des Österreichischen Parlaments aufgenommen. Der Direktor der Parlamentsbibliothek, <strong>Mag. Harald Böck,</strong> empfing Vertreter des Verlags gemeinsam mit dem Autor, Historiker und Publizisten Christoph Bathelt, der die Geschichte seiner eigenen Familie dokumentiert hat, sowie dessen Mutter. Ebenfalls anwesend war der Verleger des Buches und CEO des Neue Welt Verlags, der Publizist Birol Kılıç. Böck gab dabei auch einen kurzen Überblick über die Parlamentsbibliothek und stellte das Werk persönlich in den Ausstellungsbereich.</p>
<p>Die Programmphilosophie des Neue Welt Verlags wird auf der Webseite als österreichisch beschrieben, aber stets mit dem Blick über die Grenzen hinaus in die „Neue Welt“. Genau in diesem Sinne steht auch dieses Buch: Es erzählt eine österreichische und mitteleuropäische Geschichte, öffnet sie aber zugleich für eine breitere europäische und menschliche Perspektive.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-2102 size-full entered litespeed-loading" src="https://neueweltverlag.at/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2025-03-24-um-16.58.37.png" alt="" width="1648" height="1738" data-lazyloaded="1" data-ll-status="loading" /></p>
<p><strong>Eine Graphic Novel über ein Kriegskind</strong></p>
<p>Bei dem Buch handelt es sich um eine Graphic Novel, die auf einer wahren Flucht- und Vertreibungsgeschichte beruht. Im Mittelpunkt steht <strong>Heinz Herwig Bathelt,</strong> der am Ende des Zweiten Weltkriegs als sechsjähriges Kind aus Schlesien nach Österreich kam. Die Geschichte wird aus der Perspektive eines Kindes erzählt und macht erfahrbar, was Krieg, Heimatverlust, Angst, Unsicherheit und Entwurzelung für jene bedeuteten, die als Kinder keine Entscheidung über ihr Schicksal treffen konnten und dennoch die Folgen der großen politischen Katastrophen Europas tragen mussten.</p>
<p><strong>„Altösterreich“ als historischer Erinnerungsraum</strong></p>
<p>Dass dieses Buch in der Parlamentsbibliothek im Sonderbereich<strong> „Altösterreich“</strong> Platz findet, ist mehr als die bloße Aufnahme eines einzelnen Titels in eine Sammlung. Es berührt einen größeren historischen Zusammenhang: die Erinnerung an das alte Österreich, an die ehemalige Habsburgermonarchie, an die nach dem Zerfall alter Ordnungen entstandenen Brüche, an Krieg, Zerstörung, Flucht, Vertreibung und an jene Menschen, die nach 1945 ihre Heimat verloren, in Österreich eine neue Heimat fanden, obwohl sie dort lange nicht willkommen waren. In diesem Zusammenhang wird „Die Heimat in der Schultasche“ zu einem Werk, das nicht nur eine Familiengeschichte erzählt, sondern ein Stück europäischer Erfahrungsgeschichte sichtbar macht.</p>
<p><strong>Der Begriff „Altösterreich“</strong></p>
<p>Der Begriff „Altösterreich“ verweist auf eine historische Welt, die nach dem Ersten Weltkrieg politisch zerbrach, deren kulturelle, familiäre und biografische Spuren aber bis heute in vielen Lebensgeschichten fortwirken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Millionen Menschen aus Regionen Mittel- und Osteuropas vertrieben oder mussten fliehen. Viele von ihnen kamen nach Österreich. Unter ihnen befanden sich Menschen, deren Familiengeschichten mit dem alten Österreich, mit der Habsburgermonarchie, mit Schlesien, Böhmen, Mähren, der Bukowina, Galizien oder anderen Regionen des einstigen mitteleuropäischen Raumes verbunden waren.</p>
<p><strong>Das Parlament als Ort demokratischer Erinnerung</strong></p>
<p>Die Aufnahme eines solchen Buches in die Bibliothek des Österreichischen Parlaments ist daher auch erinnerungspolitisch von Bedeutung. Das Parlament ist nicht nur ein Ort der Gesetzgebung. Es ist auch ein Ort des demokratischen Gedächtnisses. Dort wird sichtbar, welche Themen eine Republik als Teil ihrer historischen Verantwortung versteht. Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg gehören zu diesen Themen. Sie betreffen nicht nur Statistiken, Grenzverschiebungen oder politische Abkommen, sondern konkrete Menschen, Familien, Kinder und Biografien.</p>
<p><strong>Erinnerung ohne Hass</strong></p>
<p>„Die Heimat in der Schultasche“ nähert sich diesem Thema nicht mit einer Sprache der Anklage, der Verbitterung oder der Rache. Das Buch erzählt von Schmerz, Verlust und Armut, aber es verwandelt diese Erfahrung nicht in Hass. Gerade darin liegt seine besondere Stärke. Es zeigt, dass Erinnerung nicht spalten muss. Erinnerung kann auch verbinden, wenn sie menschliches Leid ernst nimmt und zugleich den Willen zur Versöhnung bewahrt.</p>
<p><strong>Die Heimat in der Schultasche</strong></p>
<p>Der Titel des Buches ist dabei programmatisch. <strong>Die Heimat passt nicht wirklich in eine Schultasche.</strong> <strong>Und doch trägt ein Kind, das aus seiner Welt herausgerissen wird, Reste dieser Heimat mit sich:</strong> Erinnerungen, Bilder, Gerüche, Ängste, einzelne Gegenstände, Bruchstücke von Sprache und Familie. Die Schultasche wird so zu einem Symbol für eine verlorene Kindheit und für den Versuch, in einer neuen Umgebung weiterzuleben. Das Buch macht diese Erfahrung in einer Form zugänglich, die auch junge Leserinnen und Leser erreichen kann.</p>
<p><strong>Frauen und Kinder als Opfer von Krieg und Gewalt</strong></p>
<p>Der Neue Welt Verlag beschreibt das Werk als eine wahre Fluchtgeschichte am Ende des Zweiten Weltkriegs. Frauen und Kinder seien oft die hilflosesten Opfer von Krieg und Gewalt. Diese Feststellung bildet den humanitären Kern des Projekts. Fast täglich sehen Menschen heute in den Medien Bilder von Kriegen, Vertreibungen und zerstörten Lebenswelten. Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er-Jahren und der aktuelle Krieg in der Ukraine oder anderen Ländern haben erneut gezeigt, dass Flucht und Heimatverlust keine fernen historischen Begriffe sind. Sie können jederzeit auch in unmittelbarer europäischer Nachbarschaft Realität werden.</p>
<p><strong>Das lange Schweigen über Vertreibung</strong></p>
<p>Gleichzeitig erinnert das Buch daran, dass auch Deutschland und Österreich selbst in großem Ausmaß von Flucht und Vertreibung betroffen waren. Millionen deutschsprachige Menschen verloren nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat. In vielen Familien blieb diese Erfahrung lange unausgesprochen. Trauerarbeit, Traumabewältigung und eine breitere öffentliche Beschäftigung mit den sogenannten Kriegskindern setzten vielerorts erst spät ein. Gerade deshalb kommt Werken, die diese Erfahrungen verständlich, empathisch und ohne ideologische Verhärtung erzählen, eine besondere Bedeutung zu.</p>
<p><strong>Ein schwieriges Thema in zugänglicher Form</strong></p>
<p>Die Entscheidung, die Geschichte von <strong>Heinz Herwig Bathelt</strong> als Graphic Novel zu erzählen, ist ebenfalls bemerkenswert. Umfangreiche wissenschaftliche Werke über Flucht, Vertreibung und Kriegskinder sind wichtig, erreichen aber oft nur ein spezialisiertes Publikum. Eine Graphic Novel kann einen anderen Zugang eröffnen. Sie verbindet Text und Bild, historische Erfahrung und emotionale Anschaulichkeit. Sie kann jungen Menschen einen Einstieg in ein schwieriges Thema ermöglichen, ohne die Schwere des Stoffes zu verharmlosen.</p>
<p><strong>Der Autor Christoph Bathelt über seinen Vater Heinz Herwig Bathelt</strong></p>
<p>Der Autor, Historiker und Publizist <strong>Christoph Bathel</strong>t, der die Geschichte seines Vaters dokumentiert hat, beschreibt die Bedeutung des Projekts mit persönlichen Worten. Das Trauma der Flucht und die darauffolgende arme Kindheit hätten seinen Vater <strong>Heinz Herwig Bathelt </strong> tief geprägt, ihn aber nie verbittert oder verhärtet. Die Erfahrungen seines Vaters bestätigten für ihn ein Wort <strong>Viktor Frankls,</strong> wonach es nur zwei menschliche „Rassen“ gebe: die „Rasse“ der anständigen Menschen und die „Rasse“ der unanständigen Menschen.</p>
<p>Bathelt betont, er sei froh, dass der Neue Welt Verlag und sein Freund Birol Kılıç diese Absicht verstanden und das Buch veröffentlicht hätten, weil es das Verbindende und damit Versöhnende dokumentiere. Das Buch könne auch für heutige Migrantinnen und Migranten ein Tor sein, um sich besser mit den Empfindlichkeiten ihrer neuen Heimat auseinanderzusetzen, wenn sie verstehen, wie diese Gesellschaft entstanden ist.</p>
<p><strong>Brücke zur Gegenwart</strong></p>
<p>Diese Aussage verweist auf eine zweite Ebene des Buches. Es geht nicht nur um die Vergangenheit der Vertriebenen nach 1945. Es geht auch um die Frage, wie heutige Gesellschaften mit Erinnerung umgehen. Wer selbst eine Migrationsgeschichte hat oder aus einer Familie stammt, die Vertreibung, Flucht, Krieg oder Entwurzelung erlebt hat, kann in solchen historischen Erfahrungen Anknüpfungspunkte finden. Die Geschichte der Heimatvertriebenen ist daher nicht nur eine Geschichte der Vergangenheit. Sie kann auch helfen, heutige Debatten über Zugehörigkeit, Integration, Heimat und Verantwortung differenzierter zu führen.</p>
<p><strong>Neue Welt Verlag: Österreichisch mit Blick in die „Neue Welt“</strong></p>
<p>Der Verleger Birol Kılıç beschreibt die Programmphilosophie des Neue Welt Verlags als österreichisch, aber zugleich offen für den Blick über Grenzen hinaus. Der Verlag wolle seit vielen Jahren Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Generationen bauen – mit Humanismus, Friedensverständnis und Empathie. Mit diesem Projekt sei nicht nur formal etwas Neues geschaffen worden. Es sei auch ein Thema gewählt worden, das die Vergangenheit des europäischen Kontinents bis heute präge.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-2108 aligncenter entered litespeed-loading" src="https://neueweltverlag.at/wp-content/uploads/2026/07/Bildschirmfoto-2026-07-07-um-20.56.06-936x1024.jpeg" alt="" width="417" height="456" data-lazyloaded="1" data-ll-status="loading" /></p>
<p><strong>Europäische Fluchtgeschichten</strong></p>
<p>Kılıç verweist in diesem Zusammenhang auch auf andere Flucht- und Vertreibungserfahrungen in Europa. Er habe viele Geschichten von Türken, Albanern und Bosniaken gehört, die vom Balkan vertrieben wurden und in die Türkei geflüchtet waren, sowie von Menschen, die vor und nach dem Ersten Weltkrieg durch Gewalt, Massaker und politische Umbrüche ihr Hab und Gut verloren hätten. Österreich, Ungarn und Deutschland waren im Ersten Weltkrieg Waffenbrüder. Auch die Erfahrungen von Bosniaken, die aus Bosnien flohen, und von Menschen aus dem Kosovo, die seit den 1990er-Jahren als Flüchtlinge nach Wien und Österreich kamen, sich hier ein neues Leben aufbauten und integrierten, seien Teil einer europäischen Erinnerung, die dokumentiert werden müsse.</p>
<p>Damit spannt das Buch einen Bogen zwischen verschiedenen historischen Erfahrungen von Flucht und Vertreibung. Die Geschichte eines schlesischen Kindes am Ende des Zweiten Weltkriegs steht nicht isoliert. Sie verweist auf ein Grundthema Europas: Menschen verlieren ihre Heimat durch Krieg, Nationalismus, Gewalt, Zusammenbruch von Staaten und politische Radikalisierung. Manche schaffen es, in einer neuen Umgebung Fuß zu fassen. Andere bleiben ein Leben lang von Verlust und Trauma geprägt. Eine demokratische Erinnerungskultur muss diese Erfahrungen ernst nehmen, ohne sie gegeneinander auszuspielen.</p>
<p><strong>Frieden als Grundhaltung: „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“</strong></p>
<p>In der Stellungnahme des Verlegers wird auch der Friedensgedanke ausdrücklich betont. Kılıç verweist auf Mustafa Kemal Atatürks Grundsatz „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“ und auf die Überzeugung, dass Krieg nur dann legitim sein könne, wenn er der Verteidigung des Vaterlandes diene. Daraus leitet er eine klare Haltung ab: Europa, Österreich und die Welt bräuchten eine Kultur des Friedens, der Wachsamkeit und der demokratischen Verantwortung. Für die freiheitlich-demokratische <span class="s1">säkulare  </span>Grundordnung des Rechtsstaates müsse man jeden Tag eintreten.</p>
<p><strong>Eine typische und zugleich außergewöhnliche Geschichte</strong></p>
<p>Die Geschichte von <strong>Heinz H. Bathelt</strong> ist nach Angaben des Verlags einerseits typisch für viele Menschen seiner Generation, andererseits aber wegen seiner genauen Beobachtungsgabe und zahlreicher überraschender Details außergewöhnlich. Illustriert wurde das Buch von der slowakischen Grafikerin <strong>Klára Štefanovičová.</strong> Es erschien im DIN-A4-Format, als Softcover, und umfasst 32 farbige Seiten.</p>
<p><strong>Österreichische Erinnerungsgeschichte</strong></p>
<p>Ein österreichischer Verleger mit türkischen Wurzeln publiziert österreichische Erinnerungsgeschichte. Das ist für den Neue Welt Verlag kein Einzelfall. Der Verlag hat sich bereits in früheren Publikationen mit historischen Verbindungslinien zwischen Österreich, Europa und der Türkei beschäftigt. Dazu zählen unter anderem das gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegebene Werk <a href="https://neueweltverlag.at/buchpraesentation-orient-okzident-das-neue-buch-des-neue-welt-verlag/">„Orient und Okzident – 500 Jahre Erinnerungen und Wahrnehmungen“,</a> Publikationen zu dem bedeutenden <a href="https://neueweltverlag.at/neues-buch-andreas-tietze-und-die-oesterreichische-turkologie/">Turkologen Prof. Dr. Andreas Tietze s</a>owie das Buch über den <a href="https://neueweltverlag.at/heinrich-krippelatatuerks-bildhauer-aus-wien/">Altösterreicher Heinrich Krippel,</a> der als Bildhauer zentraler Atatürk-Denkmäler in die Geschichte einging. Der Verlag unterstützte zudem das<a href="https://www.facebook.com/www.turkischegemeinde.at/videos/870231334756162/"> Denkmal für Krippel in Ober-St.-Veit</a>.</p>
<p><strong>„Nicht nur eine biografische Randnotiz“</strong></p>
<p>Besonders hervorzuheben ist der verlegerische Hintergrund dieses Projekts. Birol Kılıç, Publizist und Verleger des Neue Welt Verlags in Wien, hat mit „Die Heimat in der Schultasche“ ein Werk über eines der sensibelsten Kapitel der österreichischen und mitteleuropäischen Nachkriegsgeschichte herausgegeben: Flucht, Vertreibung, Heimatvertriebene, Kriegskinder und die Suche nach einer neuen Heimat.</p>
<p>Aus Sicht von Birol Kılıç ist „Die Heimat in der Schultasche“ nicht nur eine biografische Randnotiz, sondern ein kulturpolitisch bedeutsames Erinnerungsprojekt. Ein österreichischer Verlag mit türkisch geprägter Verlegerbiografie widmet sich damit einem österreichischen und mitteleuropäischen Thema, das tief in die Geschichte dieses Landes hineinreicht: Flucht, Vertreibung, Heimatverlust und der schwierige Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg.</p>
<p>Damit steht auch <strong>„Die Heimat in der Schultasche“</strong> in einer verlegerischen Linie, die österreichische Geschichte nicht eng national, sondern als Teil eines größeren europäischen und kulturellen Gedächtnisses versteht. Österreich erscheint in dieser Perspektive als ein Land mit Höhen und Tiefen, mit großen Söhnen und Töchtern unterschiedlicher Herkunft, aber mit einer gemeinsamen Verantwortung für Erinnerung, Demokratie und Frieden.</p>
<p><strong>Zugehörigkeit durch Verantwortung und Taten</strong></p>
<p>In einer Zeit, in der Herkunft oft als Trennlinie verstanden wird, zeigt dieses Buch das Gegenteil. Ein österreichischer Verleger mit türkischer und migrantischer Biografie trägt dazu bei, eine österreichische Schmerzerfahrung sichtbar zu machen und in die öffentliche Erinnerung einzuschreiben. Er macht damit deutlich, dass Zugehörigkeit zu Österreich nicht nur über Abstammung, sondern auch über Verantwortung, Respekt vor der Geschichte des Landes und aktive Teilnahme an seiner demokratischen Kultur entsteht. Ohne diese Menschen und alle Menschen in Österreich wäre der demokratische und wirtschaftliche Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Form nicht möglich gewesen.</p>
<p><strong>Ein Beitrag zur gemeinsamen Erinnerung</strong></p>
<p>Die Aufnahme von „Die Heimat in der Schultasche“ in den Sonderbereich „Altösterreich“ der Parlamentsbibliothek ist deshalb nicht nur für den Neue Welt Verlag von Bedeutung. Sie ist auch ein Zeichen dafür, dass Erinnerungskultur offen, verbindend und dialogfähig sein kann. Das Werk zeigt, dass ein österreichischer Verleger mit türkischen Wurzeln in Österreich nicht auf Themen wie Migration, Integration oder Minderheiten reduziert werden muss, sondern auch über die historischen Wunden und Schmerzen der österreichischen Mehrheitsgesellschaft publizieren kann. Genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Buches: Es verbindet historische Sensibilität mit humanistischer Haltung und macht aus einer Familiengeschichte einen Beitrag zur gemeinsamen österreichischen und europäischen Erinnerung.</p>
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<p>Weitere Informationen zum Buch:</p>
<p><a href="https://oe1.orf.at/ugcsubmission/view/40fadb02-68d7-45a0-8a0b-1c2248443707/Die-Flucht-aus-Sicht-eines-sechsjaehrigen-Kindes">https://oe1.orf.at/ugcsubmission/view/40fadb02-68d7-45a0-8a0b-1c2248443707/Die-Flucht-aus-Sicht-eines-sechsjaehrigen-Kindes</a></p>
<p><a href="https://neueweltverlag.at/krieg-und-kriegsfolgen-als-graphic-novel/">https://neueweltverlag.at/krieg-und-kriegsfolgen-als-graphic-novel/</a></p>
<p><a href="https://neueweltverlag.at/">https://neueweltverlag.at/</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/08/ein-oesterreichischer-verleger-mit-tuerkischen-wurzeln-bringt-oesterreichische-erinnerungsgeschichte-ins-parlament/">Ein österreichischer Verleger mit türkischen Wurzeln bringt österreichische Erinnerungsgeschichte ins Parlament</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Authors, Journalists and Cultural Figures from Europe Call for the Release of Deniz Göktaş</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/authors-journalists-and-cultural-figures-from-europe-call-for-the-release-of-deniz-goektas/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 10:56:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>More than 185 writers, illustrators, journalists, publishers, theatre professionals, musicians, folk poets,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/authors-journalists-and-cultural-figures-from-europe-call-for-the-release-of-deniz-goektas/">Authors, Journalists and Cultural Figures from Europe Call for the Release of Deniz Göktaş</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2></h2>
<h4>More than 185 writers, illustrators, journalists, publishers, theatre professionals, musicians, folk poets, cartoonists and artists living across Europe have issued a joint statement calling for the release of Turkish stand-up satirist Deniz Göktaş. The signatories stressed that humour, satire and art are indispensable elements of democratic societies and called for the pre-trial detention order to be reviewed in light of Article 10 of the European Convention on Human Rights.</h4>
<p> </p>
<p><strong>BRUSSELS, 05.07.2026-</strong>A broad group of writers, illustrators, journalists, publishers and artists living in Europe has issued a joint appeal calling for the release of Turkish stand-up satirist Deniz Göktaş.</p>
<p>The statement was signed more than 185 names from Germany, Belgium, the Netherlands, Austria, Sweden, France, the United Kingdom, Switzerland and Ireland. Among the signatories are one of Germany’s first Turkish-origin cabaret artists, Şinasi Dikmen; theatre figures Atilla Cansever, İbrahim Yarar, Şaban Ol and Hilal Nesin; folk poets Âşık Şahturna and Ozan Emekçi; artist Ferhat Tunç; rapper Ezhel; journalists and writers Doğan Özgüden, İnci Tuğsavul, Osman Okkan, Gürsel Köksal, Atilla Keskin, Can Dündar, Nihat Kemal Ateş, Haydar Eroğlu and Murat Tuncel; cartoonists İsmail Doğan, Hayati Boyacıoğlu and Erdoğan Karayel; and humour writer Erdinç Utku.</p>
<h4><strong>Freedom of expression at the centre</strong></h4>
<p>In the joint statement, the signatories emphasized that freedom of thought and expression, art and humour are inseparable parts of democratic life.</p>
<p>They underlined that artists and satirists have, throughout history, produced works that critically examine those in power, social contradictions and everyday life. Such creative expression, they said, is one of the most vital domains of freedom of expression.</p>
<h4><strong>“Criticism, humour and art must be protected”</strong></h4>
<p>The statement stressed that criticism, humour and art are not areas to be punished in democratic societies, but values that must be protected.</p>
<p>According to the signatories, disagreeing with an opinion can never justify silencing it through criminal sanctions. They also recalled the fundamental principles of the rule of law, including the presumption of innocence, the right to a fair trial and the principle of proportionality.</p>
<h4><strong>Reference to Article 10 of the European Convention on Human Rights</strong></h4>
<p>The signatories drew attention to Article 10 of the European Convention on Human Rights, to which Türkiye is a party. They noted that freedom of expression protects not only ideas that are welcomed or considered harmless, but also those that are disturbing, critical or humorous.</p>
<p>The statement also referred to the European Court of Human Rights’ ruling in <em>Eon v. France</em>, in which the Court emphasized that satire is a legitimate form of expression which, by its nature, may involve exaggeration and provocation, and that punishing such expression can have a chilling effect on democratic public debate.</p>
<h4><strong>“Humour that refuses to remain silent is thought that cannot be silenced”</strong></h4>
<p>One of the central sentences of the appeal reads:</p>
<p>“Humour that refuses to remain silent is thought that cannot be silenced.”</p>
<p>The signatories placed the case of Deniz Göktaş within a broader discussion on artistic freedom, satire and democratic culture.</p>
<h4><strong>Anatolia’s tradition of humour and satire</strong></h4>
<p>The statement also referred to Anatolia’s long tradition of humour and satire, mentioning Nasreddin Hodja, Bektashi anecdotes, Mevlana, and Karagöz and Hacivat.</p>
<p>It also pointed to <em>Diyojen</em>, founded in 1870 during the Ottoman era, as part of the institutionalization of modern written humour and satire. Against this cultural background, the signatories argued, artists and satirists must be able to express themselves freely without fear of criminal sanctions.</p>
<h4><strong>Concern over pre-trial detention</strong></h4>
<p>The signatories described the pre-trial detention order against Deniz Göktaş as deeply troubling from the perspective of freedom of expression and condemned it.</p>
<p>They called for the decision to be reconsidered in light of Article 10 of the European Convention on Human Rights.</p>
<h4><strong>Call for immediate release</strong></h4>
<p>Göktaş was remanded in pre-trial detention over several humorous remarks in his latest performance on allegations of “insulting the President” and “publicly denigrating religious values.”</p>
<p>The signatories said they expect Deniz Göktaş to be released immediately, with due regard for fundamental rights and freedoms.</p>
<h4><strong>A call to the democratic public</strong></h4>
<p>The statement concludes with a call for a future in which polarization once again gives way to peace and tolerance, free thought prevails, and joy also has its rightful place.</p>
<p>The joint appeal was signed by 186 writers, illustrators, journalists, publishers, theatre professionals, musicians, folk poets, cartoonists and artists living across Europe.</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=ksaVzHyClto">https://www.youtube.com/watch?v=ksaVzHyClto</a></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">1- İbrahim Yarar (Theatre Director – Netherlands)<br />
2- Erdinç Utku (Humour Writer and Theatre Director – Belgium)<br />
3- Aşık Şahturna (Folk Poet and Activist – Germany)<br />
4- Ezhel (Rapper – Germany)<br />
5- Doğan Özgüden (Journalist, Writer – Belgium)<br />
6- İnci Tuğsavul (Journalist, Writer – Belgium)<br />
7- Can Dündar (Journalist, Writer – Germany)<br />
8- Ozan Şiar (Writer, Artist, Poet and Journalist – Germany)<br />
9- Haydar Eroğlu (Poet – Netherlands)<br />
10- İsmail Doğan (Cartoonist – Belgium)<br />
11- Birol Kılıç (Publisher, Writer – Austria)<br />
12- Gürsel Köksal (Journalist, Writer – Germany)<br />
13- Attilla Keskin (Writer – Germany)<br />
14- Erdoğan Karayel (Cartoonist – Germany)<br />
15- Ali Cabbar (Artist and Writer – Belgium)<br />
16- Nihat Kemal Ateş (Poet – Belgium)<br />
17- Tanar Çatalpınar (Artist – Belgium)<br />
18- Sibel Dinçer (Theatre Artist and Musician – Belgium)<br />
19- Atilla Cansever (Director, Theater Ulüm – Germany)<br />
20- Mehmet Tanlı (Journalist – Germany)<br />
21- Mehmet Emin Alkanlar (Journalist – Netherlands)<br />
22- Adil Yiğit (Journalist – Germany)<br />
23- Süheyla Kaplan (Journalist – Germany)<br />
24- Ufuk Evlâ Bostan (Journalist – Germany)<br />
25- Ali Bağseven (Arts Organiser – Belgium)<br />
26- Assoc. Prof. Dr. Hıdır Eren Çelik (Writer – Germany)<br />
27- Murat Çakır (Writer – Germany)<br />
28- Murat Saydam (Poet, Writer and Radio Host – Belgium)<br />
29- Selçuk Şahin Polat (Writer – Germany)<br />
30- Ferman F. Karayığit (Theatre Director – Germany)<br />
31- Kasım Palabıyık (Theatre Actor – Germany)<br />
32- Leyla Dönmez Suveren (Painter – Germany)<br />
33- Ali Temiz (Musician – Germany)<br />
34- Nida Sevindik (Actor – Germany)<br />
35- Meryem Ağgül (Actor – Germany)<br />
36- Nuhmettin Karagül (Theatre Group Manager – Germany)<br />
37- Serpil Yıldız (Actor – Germany)<br />
38- Pakize Palabıyık (Theatre Group Manager – Germany)<br />
39- Maviş Güneşer (Musician – Germany)<br />
40- Reyhan Kuyumcu (Director – Germany)<br />
41- Fatma Çiftçi (Actor – Germany)<br />
42- Gülşure Keskin (Musician – Germany)<br />
43- Taner Tanrıverdi (Musician – Germany)<br />
44- Orhan Çelik (Writer – Germany)<br />
45- Ümmü Yılmaz (Actor – France)<br />
46- Nurcan Keskin (Theatre Artist – Germany)<br />
47- Mehmet Esatoğlu (Theatre Director – Germany/Türkiye)<br />
48- Sevim Tarhan (Poet/Writer – Germany)<br />
49- Ali Rıza Korkut (Theatre Artist/Instructor – Germany)<br />
50- Erdal Boyoğlu (Writer – Germany)<br />
51- Ali Haydar Nergis (Journalist – Sweden)<br />
52- Faruk Eskioğlu (Journalist, Writer – United Kingdom)<br />
53- İbrahim Eroğlu (Writer/Poet – Netherlands)<br />
54- Yalçın Baykul (Writer – Germany)<br />
55- Arif Bektaş (Journalist – United Kingdom)<br />
56- Hasan Boz (Journalist, Writer – United Kingdom)<br />
57- Sedat Sarıcı (Musician, Writer – United Kingdom)<br />
58- Fergül Yücel (Sculptor, Writer – United Kingdom)<br />
59- Nevzat Çopur (Painter – Belgium)<br />
60- Kadir Kankılıç (Composer, Musician – Belgium)<br />
61- Ali Çarman (Journalist, Writer – Germany)<br />
62- Mevlüt Asar (Writer – Germany)<br />
63- Prof. Dr. H. Neşe Özgen (Writer – Germany)<br />
64- Zeki Rüzgar (Journalist – Germany)<br />
65- Cem Duman (Publisher, Writer – Netherlands)<br />
66- Medine Durmann (Journalist – Germany)<br />
67- Aslı Filiz (Painter – Germany)<br />
68- Kazım Gündoğan (Researcher and Writer – Germany)<br />
69- Ozan Emekçi (Folk Poet – Germany)<br />
70- Ümit Kaya (Poet, Musician – Germany)<br />
71- Şükrü Yıldız (Journalist – Germany)<br />
72- Kenan Taşkesen (Theatre Artist – Germany)<br />
73- Zerrin Buğday (Musician – Germany)<br />
74- Işın Ertürk (Journalist – Germany)<br />
75- Ferhat Tunç (Artist – Germany)<br />
76- Hasan Hayri Ateş (Writer – Germany)<br />
77- Yaşar Kahraman (Musician – Germany)<br />
78- Seher Yeğin (Writer – Germany)<br />
79- İlhan Atasoy (Cabaret Artist and Writer – Germany)<br />
80- Canan Kayışlı (Writer – Germany)<br />
81- Kazım Cumert (Writer – Netherlands)<br />
82- Cemal Akça (Writer, Photographer – Netherlands)<br />
83- Recai Aksu (Journalist – Germany)<br />
84- Ahmet Sefa (Writer – Netherlands)<br />
85- Aytekin Kılıç (Saz Artist – Belgium)<br />
86- Kamil Aydemir (Poet – Netherlands)<br />
87- Bülent Kaya (Writer – Switzerland)<br />
88- Agop Yıldız (Folk Poet – Netherlands)<br />
89- Sırrı Ayhan (Writer – Germany)<br />
90- Serap Varan (Poet – Netherlands)<br />
91- Cahide Özer (Poet – Germany)<br />
92- Gani Cansever (Poet, Folk Poet – Germany)<br />
93- Ali Yıldırım (Writer, Artist – Netherlands)<br />
94- Sabri Varan (Writer, Photographer – Germany)<br />
95- Yaşar Çiçekdemir (Writer – Netherlands)<br />
96- Murat Tuncel (Writer, Journalist – Netherlands)<br />
97- Ali Gümüş (Poet – Netherlands)<br />
98- İrfan Erdoğan (Writer – Germany)<br />
99- Halit Umar (Writer, Poet – Netherlands)<br />
100- Hilal Nesin (Theatre Artist and Writer – France)<br />
101- Şinasi Dikmen (Cabaret Artist and Writer – Germany)<br />
102- Şaban Ol (Theatre Director and Writer – Netherlands)<br />
103- Hıdır Murat Doğan (Artist, Writer – Germany)<br />
104- Mustafa Temel (Journalist – Germany)<br />
105- Selma Koçiva (Writer – Germany)<br />
106- Mehmet Taş (Writer – United Kingdom)<br />
107- Hayati Boyacıoğlu (Cartoonist – Germany)<br />
108- Osman Okkan (Journalist – Germany)<br />
109- Selman Şimşek (Poet, Writer, Publisher – Netherlands)<br />
110- Gülnar Meral (Poet, Theatre Artist – Netherlands)<br />
111- Berin Uyar (Writer – Germany)<br />
112- Nilüfer Yıldırım (Poet – Netherlands)<br />
113- Erkan Pehlivan (Journalist – Germany)<br />
114- Seda Şanlıer (Journalist – Sweden)<br />
115- Yener Orkunoğlu (Writer – Germany)<br />
116- Çağdaş Gökbel (Journalist, Writer – Ireland)<br />
117- Vicdan Özerdem (Writer – Germany)<br />
118- Sultan Karataş (Poet, Writer – United Kingdom)<br />
119- Olcay Jennings (Translator – United Kingdom)<br />
120- Aslı Erdoğan (Writer – Germany)<br />
121- Erhan Eren (Producer-Director – Germany)<br />
122- Mustafa Bozdurgut (Journalist – Germany)<br />
123- Haydar Doğan (Poet, Writer – Germany)<br />
124- Bektaş Tosun (Poet, Writer, Researcher – Netherlands)</p>
<div dir="auto">125- Hüseyin Eryılmaz (Poet – Belgium)<br />
126- Öncü Göçebe (Musician – United Kingdom)<br />
127- Bülent Koçuroğlu (Writer and Artist – Netherlands)<br />
128- Hakan Erol (Journalist and Author – Germany)<br />
129- Sevim Ünal (Painter and Author – Belgium)<br />
130- Birgül Göker Perdisa (Journalist and Author – Italy)<br />
131- Şükran Bağcık (Poet – Germany)<br />
132- Gülsen Gülbeyaz (Author – Germany)<br />
133- Vehbi Koca (Photographic Artist – United Kingdom)<br />
134- Bahar Kimyongür (Author – Belgium)<br />
135- Nedim Şahin (Artist – Germany)<br />
136- Hasan Subaşı (Journalist – Germany)<br />
137- Cumali Yağmur (Journalist – Germany)<br />
138- Birol Keskin (Journalist – Germany)<br />
139- Yunus Ülger (Journalist and Author – Germany)<br />
140- Mehmet Yıldız (Journalist and Author – Germany)<br />
141- Özcan Buze (Journalist and Author – Norway)<br />
142- İlhan İşözen (Cartoonist – Germany)<br />
143- Orhan İşözen (Ebru Artist – Germany)<br />
144- Demir Sönmez (Journalist, Author and Photographic Artist – Switzerland)<br />
145- Kemal Yalçın (Author – Germany)<br />
146- Necdet Yüksekbaş (Poet – Netherlands)<br />
147- Sidem Samsun (Author – Germany)<br />
148- Ufuk Uyanık (Cartoonist – United Kingdom)<br />
149- Hüseyin Kaplan (Musician – United Kingdom)<br />
150- Temel Işık (Journalist – Germany)<br />
151- Mehmet Ötün (Musician – Germany)<br />
152- Kazım Doğan (Journalist – Germany)<br />
153- Başak Canda (Journalist and Author – Belgium)<br />
154- Dilek Dizdar (Author – Germany)<br />
155- Nafiz Özbek (Author – Germany)<br />
156- Hüseyin Şenol (Journalist and Author – Germany)<br />
157- Alirıza Güler (Journalist – Germany)<br />
158- Muzaffer Topgüme (Musician – Belgium)<br />
159- Ekin Kapusuz (Press Spokesperson – Germany)<br />
160- Bahattin Gemici (Poet and Author – Germany)<br />
161- Adnan Aytaç (Journalist – Germany)<br />
162- Gülay Kılıçdoğan (Director – Germany)<br />
163- Hilmi Tozan (Public Relations Expert – Germany)<br />
164- Mehmet Tepebaşı (Author – Netherlands)<br />
165- Ali Çolak (Musician – Germany)<br />
166- Yusuf Demir (Author and TV Program Producer – Germany)<br />
167- Ömer Yaprakkıran (Graphic Designer – Germany)<br />
168- Ali Baran (Artist – Germany)<br />
169- Halil İçöz (Author – Germany)<br />
170- Turan Akpınar (Author – Germany)<br />
171- Nafize Can (Painter – Belgium)<br />
172- Enver Enli (Journalist and Author – Germany)<br />
173- Yaşar Ekin (Poet and Author – Germany)<br />
174- Halil Beran (Author – Germany)<br />
175- Tuncay Yıldırım (Journalist – Germany)<br />
176- Prof. Dr. Kemal Bozay (Academic and Author – Germany)<br />
177- Ozan Özgür Çağdaş (Musician – Switzerland)<br />
178- Ümit Erzurumlu (Painter – United Kingdom)<br />
179- Ahmetcan Uzlaşık (Journalist, Author and Poet – Belgium)<br />
180- Ahmet Güven (Author – United Kingdom)<br />
181- Akman Gedik (Poet and Author – Germany)<br />
182- Yaver Zeytinoğlu (Author – Belgium)<br />
183- Ali Rıza Orman (Author – Germany)<br />
184- Cafer Cebe (Poet – Germany)<br />
185- Zafer Yörük (Academic and Author)<br />
186- Birgül Solmaz (Poet – Netherlands)</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/authors-journalists-and-cultural-figures-from-europe-call-for-the-release-of-deniz-goektas/">Authors, Journalists and Cultural Figures from Europe Call for the Release of Deniz Göktaş</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<title>Autorinnen, Journalisten und Künstler aus Europa fordern Freilassung von Deniz Göktaş</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/autorinnen-journalisten-und-kuenstler-aus-europa-fordern-freilassung-von-deniz-goektas/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 08:21:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Erklärung wurde von 186 in Europa lebenden Autorinnen und Autoren (&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/autorinnen-journalisten-und-kuenstler-aus-europa-fordern-freilassung-von-deniz-goektas/">Autorinnen, Journalisten und Künstler aus Europa fordern Freilassung von Deniz Göktaş</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Die Erklärung wurde von 186 in Europa lebenden Autorinnen und Autoren ( Tendenz steigend), Zeichnerinnen und Zeichnern, Journalistinnen und Journalisten, Verlegerinnen und Verlegern, Theaterschaffenden, Musikerinnen und Musikern, Volkssängerinnen und Volkssängern, Karikaturistinnen und Karikaturisten sowie Künstlerinnen und Künstlern unterzeichnet.</h4>
<p> </p>
<p> </p>
<p><strong>BRÜSSEL, 05.07.2026- </strong>Mehr als 185 in Europa lebende Autorinnen und Autoren, Zeichnerinnen und Zeichner, Journalistinnen und Journalisten, Verlegerinnen und Verleger sowie Künstlerinnen und Künstler haben in einer gemeinsamen Erklärung die Freilassung des türkischen Stand-up-Satirikers Deniz Göktaş gefordert.</p>
<p>Unter den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern befinden sich unter anderem der erste türkischstämmige Kabarettist Deutschlands, Şinasi Dikmen, die Theatermacher Atilla Cansever, İbrahim Yarar, Şaban Ol und Hilal Nesin, die Volkssänger Âşık Şahturna und Ozan Emekçi, der Künstler Ferhat Tunç, der Rapper Ezhel, die Journalistinnen, Journalisten und Autorinnen und Autoren Doğan Özgüden, İnci Tuğsavul, Osman Okkan, Gürsel Köksal, Atilla Keskin, Can Dündar, Nihat Kemal Ateş, Haydar Eroğlu und Murat Tuncel sowie die Karikaturisten İsmail Doğan, Hayati Boyacıoğlu und Erdoğan Karayel und der Humorautor Erdinç Utku.</p>
<p>Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner leben unter anderem in Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Schweden, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und Irland.</p>
<h4><strong>Forderung nach Freilassung</strong></h4>
<p>In der Erklärung fordern die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner, dass Deniz Göktaş freigelassen wird. Sie verweisen darauf, dass Gedanken- und Meinungsfreiheit, Kunst und Humor unverzichtbare Bestandteile demokratischen Lebens seien.</p>
<p>Humor, der eine Gesellschaft zum Nachdenken bringe und sie beim Lachen zum Hinterfragen anrege, gehöre zu den wesentlichen Elementen einer demokratischen Ordnung. Künstlerinnen, Künstler und Satirikerinnen und Satiriker hätten im Laufe der Geschichte immer wieder Machtverhältnisse, gesellschaftliche Widersprüche und den Alltag kritisch beleuchtet.</p>
<h4><strong>Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit</strong></h4>
<p>Die Erklärung betont, dass Kritik, Humor und Kunst in demokratischen Gesellschaften nicht bestraft, sondern geschützt werden müssten. Die Ablehnung einer Meinung könne niemals ein Grund sein, sie mit strafrechtlichen Mitteln zum Schweigen zu bringen.</p>
<p>Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erinnern in diesem Zusammenhang an grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien wie die Unschuldsvermutung, das Recht auf ein faires Verfahren und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.</p>
<h4><strong>Verweis auf Artikel 10 der EMRK</strong></h4>
<p>Besonders hervorgehoben wird Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention, die auch die Türkei ratifiziert hat. Die Meinungsfreiheit schütze nicht nur allgemein akzeptierte oder als harmlos empfundene Äußerungen, sondern auch störende, kritische und humoristische Ausdrucksformen.</p>
<p>In der Erklärung heißt es, eine Demokratie bleibe unvollständig und verkümmere, wenn Kunst und Humor nicht frei seien.</p>
<h4><strong>EGMR-Urteil Eon gegen Frankreich</strong></h4>
<p>Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verweisen zudem auf das Urteil <em>Eon gegen Frankreich</em> des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2013. Darin habe der Gerichtshof betont, dass Satire eine legitime Ausdrucksform sei, die ihrem Wesen nach Elemente der Übertreibung und Provokation enthalten könne.</p>
<p>Die Bestrafung solcher Äußerungen könne eine abschreckende Wirkung auf die demokratische öffentliche Debatte entfalten, heißt es in der Erklärung.</p>
<h4><strong>„Humor, der nicht schweigt“</strong></h4>
<p>Ein zentraler Satz des Appells lautet:</p>
<p>„Humor, der nicht schweigt, ist Denken, das sich nicht zum Schweigen bringen lässt.“</p>
<p>Die Erklärung stellt Deniz Göktaş damit nicht nur als Einzelfall dar, sondern ordnet den Vorgang in eine breitere Debatte über Kunstfreiheit, Satire und demokratische Streitkultur ein.</p>
<h4><strong>Anatoliens Tradition von Humor und Satire</strong></h4>
<p>Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner verweisen außerdem auf die lange Humor- und Satiretradition Anatoliens. Genannt werden Nasreddin Hodscha, die Bektaschi-Anekdoten, Mevlana sowie Karagöz und Hacivat.</p>
<p>Auch die moderne schriftliche Satire im Osmanischen Reich wird erwähnt: Mit der Zeitschrift <em>Diyojen</em> habe sich im Jahr 1870 eine moderne schriftliche Satiretradition institutionalisiert.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund müssten sich Künstlerinnen, Künstler und Satirikerinnen und Satiriker ohne Angst vor strafrechtlichen Sanktionen frei äußern können, heißt es in dem Appell.</p>
<h4><strong>Besorgnis über Untersuchungshaft</strong></h4>
<p>Die gegen Deniz Göktaş verhängte Untersuchungshaft betrachten die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner aus Sicht der Meinungsfreiheit als besorgniserregend. Sie verurteilen die Entscheidung und fordern eine erneute Prüfung im Lichte von Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention.</p>
<p>Göktaş war wegen einiger humoristischer Äußerungen in seiner letzten Vorstellung unter den Vorwürfen der „Beleidigung des Staatspräsidenten“ und der „öffentlichen Herabwürdigung religiöser Werte“ inhaftiert worden.</p>
<h4><strong>Appell an die demokratische Öffentlichkeit</strong></h4>
<p>Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner erwarten, dass Deniz Göktaş unter Wahrung der Grund- und Freiheitsrechte unverzüglich freigelassen wird.</p>
<p>Abschließend wünschen sie sich eine Zukunft, in der Polarisierung wieder dem Frieden und der Toleranz weicht, freies Denken herrscht und auch die Freude ihren Platz hat.</p>
<p>Die Erklärung wurde bislang von 186 in Europa lebenden Autorinnen und Autoren, Zeichnerinnen und Zeichnern, Journalistinnen und Journalisten, Verlegerinnen und Verlegern, Theaterschaffenden, Musikerinnen und Musikern, Volkssängerinnen und Volkssängern, Karikaturistinnen und Karikaturisten sowie Künstlerinnen und Künstlern unterzeichnet –<strong> Tendenz steigend.</strong></p>
<p>1- İbrahim Yarar (Theaterregisseur – Niederlande)<br />
2- Erdinç Utku (Humorautor und Theaterregisseur – Belgien)<br />
3- Aşık Şahturna (Volkssänger und Aktivist – Deutschland)<br />
4- Ezhel (Rapper – Deutschland)<br />
5- Doğan Özgüden (Journalist, Autor – Belgien)<br />
6- İnci Tuğsavul (Journalistin, Autorin – Belgien)<br />
7- Can Dündar (Journalist, Autor – Deutschland)<br />
8- Ozan Şiar (Autor, Künstler, Dichter und Journalist – Deutschland)<br />
9- Haydar Eroğlu (Dichter – Niederlande)<br />
10- İsmail Doğan (Karikaturist – Belgien)<br />
11- Birol Kılıç (Verleger, Autor – Österreich)<br />
12- Gürsel Köksal (Journalist, Autor – Deutschland)<br />
13- Attilla Keskin (Autor – Deutschland)<br />
14- Erdoğan Karayel (Karikaturist – Deutschland)<br />
15- Ali Cabbar (Künstler und Autor – Belgien)<br />
16- Nihat Kemal Ateş (Dichter – Belgien)<br />
17- Tanar Çatalpınar (Künstler – Belgien)<br />
18- Sibel Dinçer (Theaterschaffende, Musikerin – Belgien)<br />
19- Atilla Cansever (Theater Ulüm, Theaterregisseur – Deutschland)<br />
20- Mehmet Tanlı (Journalist – Deutschland)<br />
21- Mehmet Emin Alkanlar (Journalist – Niederlande)<br />
22- Adil Yiğit (Journalist – Deutschland)<br />
23- Süheyla Kaplan (Journalistin – Deutschland)<br />
24- Ufuk Evlâ Bostan (Journalistin – Deutschland)<br />
25- Ali Bağseven (Kultur- und Kunstorganisator – Belgien)<br />
26- Doz. Dr. Hıdır Eren Çelik (Autor – Deutschland)<br />
27- Murat Çakır (Autor – Deutschland)<br />
28- Murat Saydam (Dichter, Autor und Radiomoderator – Belgien)<br />
29- Selçuk Şahin Polat (Autor – Deutschland)<br />
30- Ferman F. Karayığit (Theaterregisseur – Deutschland)<br />
31- Kasım Palabıyık (Theaterschauspieler – Deutschland)<br />
32- Leyla Dönmez Suveren (Malerin – Deutschland)<br />
33- Ali Temiz (Musiker – Deutschland)<br />
34- Nida Sevindik (Schauspielerin – Deutschland)<br />
35- Meryem Ağgül (Schauspielerin – Deutschland)<br />
36- Nuhmettin Karagül (Leiter einer Theatergruppe – Deutschland)<br />
37- Serpil Yıldız (Schauspielerin – Deutschland)<br />
38- Pakize Palabıyık (Leiterin einer Theatergruppe – Deutschland)<br />
39- Maviş Güneşer (Musikerin – Deutschland)<br />
40- Reyhan Kuyumcu (Regisseurin – Deutschland)<br />
41- Fatma Çiftçi (Schauspielerin – Deutschland)<br />
42- Gülşure Keskin (Musikerin – Deutschland)<br />
43- Taner Tanrıverdi (Musiker – Deutschland)<br />
44- Orhan Çelik (Autor – Deutschland)<br />
45- Ümmü Yılmaz (Schauspielerin – Frankreich)<br />
46- Nurcan Keskin (Theaterschaffende – Deutschland)<br />
47- Mehmet Esatoğlu (Theaterregisseur – Deutschland/Türkei)<br />
48- Sevim Tarhan (Dichterin/Autorin – Deutschland)<br />
49- Ali Rıza Korkut (Theaterschaffender/Ausbilder – Deutschland)<br />
50- Erdal Boyoğlu (Autor – Deutschland)<br />
51- Ali Haydar Nergis (Journalist – Schweden)<br />
52- Faruk Eskioğlu (Journalist, Autor – Großbritannien)<br />
53- İbrahim Eroğlu (Autor/Dichter – Niederlande)<br />
54- Yalçın Baykul (Autor – Deutschland)<br />
55- Arif Bektaş (Journalist – Großbritannien)<br />
56- Hasan Boz (Journalist, Autor – Großbritannien)<br />
57- Sedat Sarıcı (Musiker, Autor – Großbritannien)<br />
58- Fergül Yücel (Bildhauerin, Autorin – Großbritannien)<br />
59- Nevzat Çopur (Maler – Belgien)<br />
60- Kadir Kankılıç (Komponist, Musiker – Belgien)<br />
61- Ali Çarman (Journalist, Autor – Deutschland)<br />
62- Mevlüt Asar (Autor – Deutschland)<br />
63- Prof. Dr. H. Neşe Özgen (Autorin – Deutschland)<br />
64- Zeki Rüzgar (Journalist – Deutschland)<br />
65- Cem Duman (Verleger, Autor – Niederlande)<br />
66- Medine Durmann (Journalistin – Deutschland)<br />
67- Aslı Filiz (Malerin – Deutschland)<br />
68- Kazım Gündoğan (Forscher, Autor – Deutschland)<br />
69- Ozan Emekçi (Volkssänger – Deutschland)<br />
70- Ümit Kaya (Dichter, Musiker – Deutschland)<br />
71- Şükrü Yıldız (Journalist – Deutschland)<br />
72- Kenan Taşkesen (Theaterschaffender – Deutschland)<br />
73- Zerrin Buğday (Musikerin – Deutschland)<br />
74- Işın Ertürk (Journalistin – Deutschland)<br />
75- Ferhat Tunç (Künstler – Deutschland)<br />
76- Hasan Hayri Ateş (Autor – Deutschland)<br />
77- Yaşar Kahraman (Musiker – Deutschland)<br />
78- Seher Yeğin (Autorin – Deutschland)<br />
79- İlhan Atasoy (Kabarettist und Autor – Deutschland)<br />
80- Canan Kayışlı (Autorin – Deutschland)<br />
81- Kazım Cumert (Autor – Niederlande)<br />
82- Cemal Akça (Autor, Fotograf – Niederlande)<br />
83- Recai Aksu (Journalist – Deutschland)<br />
84- Ahmet Sefa (Autor – Niederlande)<br />
85- Aytekin Kılıç (Saz-Musiker – Belgien)<br />
86- Kamil Aydemir (Dichter – Niederlande)<br />
87- Bülent Kaya (Autor – Schweiz)<br />
88- Agop Yıldız (Volkssänger – Niederlande)<br />
89- Sırrı Ayhan (Autor – Deutschland)<br />
90- Serap Varan (Dichterin – Niederlande)<br />
91- Cahide Özer (Dichterin – Deutschland)<br />
92- Gani Cansever (Dichter, Volkssänger – Deutschland)<br />
93- Ali Yıldırım (Autor, Künstler – Niederlande)<br />
94- Sabri Varan (Autor, Fotograf – Deutschland)<br />
95- Yaşar Çiçekdemir (Autor – Niederlande)<br />
96- Murat Tuncel (Autor, Journalist – Niederlande)<br />
97- Ali Gümüş (Dichter – Niederlande)<br />
98- İrfan Erdoğan (Autor – Deutschland)<br />
99- Halit Umar (Autor, Dichter – Niederlande)<br />
100- Hilal Nesin (Theaterschaffende und Autorin – Frankreich)<br />
101- Şinasi Dikmen (Kabarettist und Autor – Deutschland)<br />
102- Şaban Ol (Theaterregisseur und Autor – Niederlande)<br />
103- Hıdır Murat Doğan (Künstler, Autor – Deutschland)<br />
104- Mustafa Temel (Journalist – Deutschland)<br />
105- Selma Koçiva (Autorin – Deutschland)<br />
106- Mehmet Taş (Autor – Großbritannien)<br />
107- Hayati Boyacıoğlu (Karikaturist – Deutschland)<br />
108- Osman Okkan (Journalist – Deutschland)<br />
109- Selman Şimşek (Dichter, Autor, Verleger – Niederlande)<br />
110- Gülnar Meral (Dichterin, Theaterschaffende – Niederlande)<br />
111- Berin Uyar (Autorin – Deutschland)<br />
112- Nilüfer Yıldırım (Dichterin – Niederlande)<br />
113- Erkan Pehlivan (Journalist – Deutschland)<br />
114- Seda Şanlıer (Journalistin – Schweden)<br />
115- Yener Orkunoğlu (Autor – Deutschland)<br />
116- Çağdaş Gökbel (Journalist, Autor – Irland)<br />
117- Vicdan Özerdem (Autorin – Deutschland)<br />
118- Sultan Karataş (Dichterin, Autorin – Großbritannien)<br />
119- Olcay Jennings (Übersetzerin – Großbritannien)<br />
120- Aslı Erdoğan (Autorin – Deutschland)<br />
121- Erhan Eren (Produzent, Regisseur – Deutschland)<br />
122- Mustafa Bozdurgut (Journalist – Deutschland)<br />
123- Haydar Doğan (Dichter, Autor – Deutschland)<br />
124- Bektaş Tosun (Dichter, Autor, Forscher – Niederlande)</p>
<div dir="auto"><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="0">125- Hüseyin Eryılmaz </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="22">(Dichter – Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="22">126- Öncü Göçebe </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="59">(Musiker – Großbritannien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="59">127- Bülent </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="98">Koçuroğlu (Schriftsteller und Künstler </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="137">– Niederlande)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="137">128- Hakan Erol </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="168">(Journalist und Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="205">129- Sevim Ünal (Malerin und Autorin – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="244">Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="244">130- Birgül Göker Perdisa </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="279">(Journalistin und Autorin – Italien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="316">131- Şükran Bağcık (Dichterin – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="348">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="348">132- Gülsen Gülbeyaz </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="382">(Autorin – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="382">133- Vehbi Koca </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="422">(Fotokünstler – Großbritannien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="454">134- Bahar Kimyongür </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="475">(Autor – Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="475">135- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="498">Nedim Şahin (Künstler – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="522">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="522">136- Hasan </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="546">Subaşı (Journalist – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="567">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="567">137- Cumali </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="592">Yağmur (Journalist – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="613">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="613">138- Birol </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="637">Keskin (Journalist – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="658">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="658">139- Yunus </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="682">Ülger (Journalist </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="700">und Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="712">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="712">140- Mehmet Yıldız </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="744">(Journalist und Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="781">141- Özcan Buze (Journalist und Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="821">Norwegen)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="821">142- İlhan İşözen </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="849">(Karikaturist – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="849">143-</span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="882"> Orhan İşözen </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="896">(Ebru-Künstler – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="896">144- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="931">Demir Sönmez (Journalist, </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="957">Autor und Fotokünstler – Schweiz)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="957">145- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="996">Kemal Yalçın (Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="996">146- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1036">Necdet Yüksekbaş (Dichter – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1064">Niederlande)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1064">147- Sidem Samsun </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1095">(Autorin – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1095">148- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1124">Ufuk Uyanık </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1136">(Karikaturist – Großbritannien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1136">149- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1173">Hüseyin Kaplan (Musiker – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1199">Großbritannien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1199">150- Temel Işık </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1231">(Journalist – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1231">151- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1263">Mehmet Ötün (Musiker – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1286">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1286">152- Kazım Doğan </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1316">(Journalist – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1316">153- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1348">Başak Canda (Journalistin und </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1378">Autorin – Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1378">154- Dilek </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1408">Dizdar (Autorin – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1426">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1426">155- Nafiz Özbek (Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1465">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1465">156- Hüseyin Şenol </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1497">(Journalist und Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1534">157- Alirıza Güler </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1553">(Journalist – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1553">158- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1585">Muzaffer Topgüme (Musiker – Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1622">159- Ekin Kapusuz (Pressesprecher – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1658">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1658">160- Bahattin Gemici </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1692">(Dichter und Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1692">161- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1731">Adnan Aytaç (Journalist – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1770">162- Gülay Kılıçdoğan </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1792">(Regisseurin – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1792">163- Hilmi </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1831">Tozan (PR-Experte – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1864">164- Mehmet Tepebaşı (Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1894">Niederlande)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1894">165- Ali Çolak (Musiker – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1933">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1933">166- Yusuf Demir (Autor </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="1970">und TV-Produzent – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2002">167- Ömer Yaprakkıran (Grafiker – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2036">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2036">168- Ali Baran (Künstler </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2074">– Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2074">169- Halil İçöz </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2105">(Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2105">170- Turan </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2138">Akpınar (Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2138">171- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2173">Nafize Can (Malerin – Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2173">172- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2209">Enver Enli (Journalist und </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2236">Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2236">173- Yaşar Ekin </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2273">(Dichter und Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2294">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2294">174- Halil Beran (Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2333">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2333">175- Tuncay Yıldırım </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2367">(Journalist – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2367">176- Prof. </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2405">Dr. Kemal Bozay (Akademiker und </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2437">Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2437">177- Ozan </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2468">Özgür Çağdaş (Musiker – Schweiz)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2501">178- Ümit Erzurumlu (Maler – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2530">Großbritannien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2530">179- Ahmetcan Uzlaşık </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2568">(Journalist, Autor und Dichter – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2601">Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2601">180- Ahmet Güven (Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2636">Großbritannien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2636">181- Akman Gedik </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2669">(Dichter und Autor – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2669">182- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2708">Yaver Zeytinoğlu (Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2734">Belgien)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2734">183- Ali Rıza Orman (Autor – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2772">Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2772">184- Cafer Cebe </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2801">(Dichter – Deutschland)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2801">185- Zafer </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2836">Yörük (Akademiker und Autor)</span><br />
<span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2836">186- </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2870">Birgül Solmaz (Dichterin – </span><span class="_animating_6ta1u_10" data-newtext-seq="2897">Niederlande)</span></div>
<h3><strong>DEUTSCH</strong></h3>
<p><strong>Der türkische Stand-up-Satiriker Deniz Göktaş soll freigelassen werden!</strong></p>
<p><strong>Gemeinsame Erklärung von in Europa lebenden Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren, Zeichnerinnen und Zeichnern sowie Künstlerinnen und Künstlern</strong></p>
<p>Deniz Göktaş ist ein türkischer Humorautor, Stand-up-Künstler und Satiriker, dessen Arbeit von schwarzem Humor, politischer Satire, Selbstironie und scharfen gesellschaftskritischen Beobachtungen geprägt ist. Er nimmt Machtverhältnisse ebenso aufs Korn wie die Opposition, das eigene gesellschaftliche Milieu und nicht zuletzt sich selbst.</p>
<p>Seine Stand-up-Show „Ölü Deniz“ wurde auf YouTube fast zehn Millionen Mal angesehen; nachdem sie viral gegangen war, wurden gegen ihn Ermittlungen wegen der Vorwürfe der „Beleidigung des Staatspräsidenten“ und der „öffentlichen Herabwürdigung religiöser Werte“ eingeleitet. Medienberichten zufolge wurde Göktaş bei seiner Rückkehr aus dem Ausland am Flughafen Istanbul festgenommen; nach der Gesundheitskontrolle wurde er mit auf dem Rücken angelegten Handschellen zur Polizei gebracht. Diese Form der Behandlung erfüllt uns im Hinblick auf Meinungsfreiheit, Menschenwürde und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit mit großer Sorge und Betroffenheit.</p>
<p>Als in Europa lebende Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren, Zeichnerinnen und Zeichner sowie Künstlerinnen und Künstler betrachten wir die Gedanken- und Meinungsfreiheit, die Kunst und den Humor als unverzichtbare Bestandteile demokratischen Lebens.</p>
<p>Humor, der die Gesellschaft zum Nachdenken bringt und sie beim Lachen zum Hinterfragen anregt, gehört zu den unverzichtbaren Elementen einer demokratischen Ordnung. Künstlerinnen und Künstler sowie Satirikerinnen und Satiriker haben im Laufe der Geschichte Werke geschaffen, die Machtverhältnisse, gesellschaftliche Widersprüche und den Alltag kritisch beleuchten; diese schöpferische Arbeit zählt zu den wichtigsten Bereichen der Meinungsfreiheit.</p>
<p>Kritik, Humor und Kunst sind in demokratischen Gesellschaften keine Bereiche, die bestraft, sondern solche, die geschützt werden müssen. Die Ablehnung einer Meinung kann niemals ein Grund sein, sie mit strafrechtlichen Mitteln zum Schweigen zu bringen. Die Grundprinzipien des Rechts verlangen, dass die Unschuldsvermutung, das Recht auf ein faires Verfahren und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit unter allen Umständen gewahrt bleiben.</p>
<p>Gemäß Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention, die auch die Türkei ratifiziert hat, schützt die Meinungsfreiheit nicht nur allgemein akzeptierte oder als harmlos empfundene Äußerungen, sondern auch störende, kritische und humoristische Ausdrucksformen. Wo Kunst und Humor nicht frei sind, bleibt auch die Demokratie zwangsläufig unvollständig und verkümmert. So hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Urteil <em>Eon gegen Frankreich</em> (2013) hervorgehoben, dass Satire eine legitime Ausdrucksform ist, die ihrem Wesen nach Elemente der Übertreibung und Provokation enthalten kann, und dass die Bestrafung solcher Äußerungen eine abschreckende Wirkung auf die demokratische öffentliche Debatte entfaltet.</p>
<p>Humor, der nicht schweigt, ist Denken, das sich nicht zum Schweigen bringen lässt.</p>
<p>In Anatolien, das den weltweit bekannten Volksphilosophen und Meister des Humors Nasreddin Hodscha hervorgebracht hat, das in den Erzählungen von Nasreddin Hodscha und den Bektaschi-Anekdoten seinen scharfen Geist und seine Toleranz sichtbar macht, in dem ein Symbol der Toleranz wie Mevlana aufblühte und in dem Karagöz und Hacivat entstanden sind, müssen Künstlerinnen und Künstler sowie Satirikerinnen und Satiriker sich frei äußern können, ohne strafrechtliche Sanktionen befürchten zu müssen.</p>
<p>Als Erbinnen und Erben einer Kultur, in der sich mit „Diyojen“ im Jahr 1870 die moderne schriftliche Satire im Osmanischen Reich institutionalisierte, rufen wir daher die gesamte demokratische Öffentlichkeit dazu auf, für Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und das Recht auf ein faires Verfahren einzutreten. Die gegen Deniz Göktaş verhängte Untersuchungshaft betrachten wir aus Sicht der Meinungsfreiheit als besorgniserregend und verurteilen sie.</p>
<p>Wir bekräftigen unsere Überzeugung, dass eine freie Gesellschaft eine Gesellschaft ist, die mit Kritik und Humor im Frieden lebt, und fordern, dass die Entscheidung im Lichte von Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention erneut geprüft wird.</p>
<p>Wir erwarten, dass Deniz Göktaş, der wegen einiger humoristischer Äußerungen in seiner letzten Vorstellung unter den Vorwürfen der „Beleidigung des Staatspräsidenten“ und der „öffentlichen Herabwürdigung religiöser Werte“ inhaftiert wurde, unter Wahrung der Grund- und Freiheitsrechte unverzüglich freigelassen wird.</p>
<p>Wir wünschen uns eine Zukunft, in der die Polarisierung wieder dem Frieden und der Toleranz weicht, in der freies Denken herrscht und auch die Freude ihren Platz hat.</p>
<p>Diesen Appell richten wir mit Respekt an die demokratische Öffentlichkeit.</p>
<h3><strong>ENGLISH</strong></h3>
<p><strong>The Turkish Stand-up Satirist Deniz Göktaş Should Be Released!</strong></p>
<p><strong>Joint Statement by Journalists, Writers, Cartoonists, and Artists Living in Europe</strong></p>
<p>Deniz Göktaş is a Turkish humor writer, stand-up artist, and satirist whose work is shaped by black humor, political satire, self-irony, and sharp observations of society. He takes aim at power structures as well as the opposition, his own social milieu, and not least himself.</p>
<p>His stand-up show “Ölü Deniz” has been viewed almost ten million times on YouTube. After the show went viral, an investigation was launched against him on allegations of “insulting the President” and “publicly denigrating religious values.” According to media reports, Göktaş was detained at Istanbul Airport upon his return from abroad; after a medical examination, he was taken to the police with his hands cuffed behind his back. This form of treatment fills us with great concern and dismay with regard to freedom of expression, human dignity, and the principle of proportionality.</p>
<p>As journalists, writers, cartoonists, and artists living in Europe, we regard freedom of thought and expression, art, and humor as indispensable components of democratic life.</p>
<p>Humor that makes society think and encourages it to question while laughing is one of the indispensable elements of a democratic order. Throughout history, artists and satirists have created works that critically examine power structures, social contradictions, and everyday life; this creative work is among the most important spheres of freedom of expression.</p>
<p>In democratic societies, criticism, humor, and art are not areas to be punished, but values that must be protected. Disagreeing with an opinion can never justify silencing it through criminal sanctions. The fundamental principles of law require that the presumption of innocence, the right to a fair trial, and the principle of proportionality be upheld under all circumstances.</p>
<p>Pursuant to Article 10 of the European Convention on Human Rights, which Türkiye has also ratified, freedom of expression protects not only generally accepted statements or those regarded as harmless, but also disturbing, critical, and humorous forms of expression. Where art and humor are not free, democracy itself inevitably remains incomplete and stunted. Indeed, in <em>Eon v. France</em> (2013), the European Court of Human Rights emphasized that satire is a legitimate form of expression which, by its nature, may contain elements of exaggeration and provocation, and that punishing such expressions has a chilling effect on democratic public debate.</p>
<p>Humor that does not remain silent is thought that cannot be silenced.</p>
<p>In Anatolia, which gave rise to the world-renowned folk philosopher and humorist Nasreddin Hodja, where sharp wit and tolerance are reflected in the stories of Nasreddin Hodja and the Bektashi anecdotes, where a symbol of tolerance such as Mevlana flourished, and where Karagöz and Hacivat emerged, artists and satirists must be able to express themselves freely without fear of criminal sanctions.</p>
<p>As heirs to a culture in which modern written satire became institutionalized in the Ottoman Empire with <em>Diyojen</em> in 1870, we therefore call upon the entire democratic public to stand up for freedom of expression, the rule of law, and the right to a fair trial. We consider the pre-trial detention imposed on Deniz Göktaş deeply troubling from the perspective of freedom of expression, and we condemn it.</p>
<p>We reaffirm our conviction that a free society is one that lives in peace with criticism and humor, and we call for the decision to be reviewed in light of Article 10 of the European Convention on Human Rights.</p>
<p>We expect Deniz Göktaş, who was detained over several humorous remarks in his latest performance on allegations of “insulting the President” and “publicly denigrating religious values,” to be released immediately, with due regard for fundamental rights and freedoms.</p>
<p>We wish for a future in which polarization once again gives way to peace and tolerance, in which free thought prevails, and in which joy also has its rightful place.</p>
<p>We respectfully address this appeal to the democratic public.</p>
<h3><strong>FRANÇAIS</strong></h3>
<p><strong>Que Deniz Göktaş soit libéré !</strong></p>
<p>En tant qu’écrivains, dessinateurs, journalistes et artistes vivant en Europe, nous considérons la liberté de pensée et d’expression, l’art et l’humour comme des composantes indissociables de la vie démocratique.</p>
<p>L’humour, qui fait réfléchir la société tout en la faisant rire et s’interroger, est l’un des éléments indispensables de la vie démocratique. Tout au long de l’histoire, les artistes et les humoristes ont produit des œuvres critiquant le pouvoir, les contradictions sociales et la vie quotidienne ; cette production a été l’un des domaines les plus importants de la liberté d’expression.</p>
<p>La critique, l’humour et l’art sont, dans les sociétés démocratiques, des domaines à protéger et non à sanctionner. Le désaccord avec une idée ne peut justifier de la faire taire par une sanction pénale. Les principes fondamentaux du droit exigent le respect en toutes circonstances de la présomption d’innocence, du droit à un procès équitable et du principe de proportionnalité.</p>
<p>Conformément à l’article 10 de la Convention européenne des droits de l’homme, dont la Turquie est signataire, la liberté d’expression garantit non seulement les idées bien accueillies ou jugées inoffensives, mais aussi les expressions dérangeantes, critiques et humoristiques. Dans une société où l’art et l’humour ne sont pas libres, la démocratie ne peut être qu’incomplète et rabougrie. La Cour européenne des droits de l’homme, dans l’arrêt <em>Eon c. France</em>, a d’ailleurs souligné que la satire est une forme d’expression légitime comportant des éléments d’exagération et de provocation, et que la sanction de ce type d’expression aurait un effet dissuasif sur le débat public démocratique.</p>
<p>L’humour qui ne se tait pas est une pensée qu’on ne peut réduire au silence.</p>
<p>En Anatolie, terre qui a vu naître Nasreddin Hodja — philosophe populaire et maître de l’humour connu dans le monde entier —, où l’esprit de tolérance incarné par Mevlana s’est épanoui, où les récits de Nasreddin Hodja et des Bektachis témoignent d’un esprit vif et de tolérance, et où sont nés Karagöz et Hacivat, les artistes et les humoristes doivent pouvoir s’exprimer librement, sans crainte de sanction pénale.</p>
<p>C’est pourquoi, en tant qu’héritiers d’une culture où l’humour écrit moderne s’est institutionnalisé avec <em>Diyojen</em> (1870) sous l’Empire ottoman, nous invitons l’ensemble de l’opinion démocratique à défendre la liberté d’expression, l’État de droit et le droit à un procès équitable. Nous jugeons préoccupante, du point de vue de la liberté d’expression, la décision d’arrestation prise à l’encontre de Deniz Göktaş, et nous la condamnons.</p>
<p>Nous réaffirmons notre conviction qu’une société libre est une société en paix avec la critique et l’humour, et demandons que cette décision soit réexaminée à la lumière de l’article 10 de la Convention européenne des droits de l’homme.</p>
<p>Göktaş, arrêté pour « insulte au président de la République » et « dénigrement public des valeurs religieuses » en raison de certaines expressions humoristiques utilisées lors de son dernier spectacle, doit être immédiatement remis en liberté dans le cadre des droits et libertés fondamentaux. Nous souhaitons qu’à la polarisation succèdent de nouveau la paix et la tolérance, et qu’advienne un avenir joyeux où règne la liberté de pensée.</p>
<p>Nous portons ceci respectueusement à la connaissance de l’opinion publique.</p>
<h3><strong>NEDERLANDS</strong></h3>
<p><strong>Laat Deniz Göktaş vrij!</strong></p>
<p>Als schrijvers, cartoonisten, journalisten en kunstenaars die in Europa wonen, beschouwen wij de vrijheid van denken en meningsuiting, kunst en satire als onlosmakelijke onderdelen van een democratische samenleving.</p>
<p>Satire die mensen aan het lachen maakt én tegelijkertijd aan het denken zet, is een wezenlijk onderdeel van de democratie. Door de geschiedenis heen hebben kunstenaars en satirici werken gecreëerd waarin machthebbers, maatschappelijke tegenstellingen en het dagelijkse leven kritisch worden belicht. Dergelijke artistieke expressie vormt een van de belangrijkste uitingen van de vrijheid van meningsuiting.</p>
<p>Kritiek, satire en kunst zijn in een democratische samenleving geen zaken die bestraft moeten worden, maar waarden die bescherming verdienen. Het oneens zijn met een mening kan nooit een rechtvaardiging vormen om die met strafrechtelijke middelen het zwijgen op te leggen. De fundamentele beginselen van de rechtsstaat vereisen dat het vermoeden van onschuld, het recht op een eerlijk proces en het proportionaliteitsbeginsel onder alle omstandigheden worden gerespecteerd.</p>
<p>Overeenkomstig artikel 10 van het Europees Verdrag voor de Rechten van de Mens, waarbij ook Turkije partij is, beschermt de vrijheid van meningsuiting niet alleen opvattingen die worden gewaardeerd of als onschadelijk worden beschouwd, maar ook uitingen die schokkend, kritisch of satirisch zijn. In een samenleving waar kunst en satire niet vrij zijn, blijft ook de democratie onvermijdelijk onvolledig en verzwakt. Het Europees Hof voor de Rechten van de Mens heeft in de zaak <em>Eon t. Frankrijk</em> bevestigd dat satire een legitieme vorm van meningsuiting is die wordt gekenmerkt door overdrijving en provocatie, en dat het bestraffen ervan een afschrikkend effect heeft op het democratische publieke debat.</p>
<p>Satire die niet zwijgt, is een gedachte die niet het zwijgen kan worden opgelegd.</p>
<p>In Anatolië – het land dat Nasreddin Hodja, de wereldwijd bekende volksfilosoof en meester van de humor, heeft voortgebracht; waar de geest van verdraagzaamheid, belichaamd door Mevlana, tot bloei kwam; waar de verhalen van Nasreddin Hodja en Bektaşi getuigen van scherpe geest en tolerantie; en waar Karagöz en Hacivat zijn ontstaan – moeten kunstenaars en satirici zich vrij kunnen uiten zonder vrees voor strafrechtelijke vervolging.</p>
<p>Als erfgenamen van een cultuur waarin de moderne geschreven satire in het Ottomaanse Rijk werd geïnstitutionaliseerd met <em>Diyojen</em> (1870), roepen wij de volledige democratische publieke opinie op om de vrijheid van meningsuiting, de rechtsstaat en het recht op een eerlijk proces te verdedigen. Wij beschouwen het bevel tot voorlopige hechtenis tegen Deniz Göktaş als bijzonder zorgwekkend vanuit het oogpunt van de vrijheid van meningsuiting en veroordelen deze beslissing.</p>
<p>Wij herhalen onze overtuiging dat een vrije samenleving een samenleving is die kritiek en satire omarmt en vragen dat deze beslissing opnieuw wordt beoordeeld in het licht van artikel 10 van het Europees Verdrag voor de Rechten van de Mens.</p>
<p>Deniz Göktaş werd aangehouden op beschuldiging van “belediging van de president” en “het publiekelijk beledigen van religieuze waarden”, uitsluitend op basis van enkele satirische uitspraken tijdens zijn meest recente voorstelling. Wij roepen op tot zijn onmiddellijke vrijlating met eerbiediging van zijn fundamentele rechten en vrijheden en spreken de hoop uit op een toekomst waarin polarisatie opnieuw plaatsmaakt voor vrede en verdraagzaamheid, en waarin vrij denken kan bloeien.</p>
<p>Wij brengen deze verklaring met alle respect onder de aandacht van het publiek.</p>
<h3><strong>TÜRKÇE</strong></h3>
<p><strong>Deniz Göktaş Serbest Bırakılsın!</strong></p>
<p>Avrupa’da yaşayan yazarlar, çizerler, gazeteciler ve sanatçılar olarak; düşünce ve ifade özgürlüğünü, sanatı ve mizahı demokratik yaşamın ayrılmaz parçaları olarak görüyoruz.</p>
<p>Toplumu düşündüren, güldürürken sorgulatan mizah, demokratik yaşamın vazgeçilmez unsurlarından biridir. Sanatçılar ve mizahçılar, tarih boyunca iktidarı, toplumsal çelişkileri ve gündelik hayatı eleştiren eserler üretmiş; bu üretim, ifade özgürlüğünün en önemli alanlarından biri olmuştur.</p>
<p>Eleştiri, mizah ve sanat, demokratik toplumlarda cezalandırılması gereken değil, korunması gereken alanlardır. Bir düşünceye katılmamak, onu cezai yaptırımla susturmanın gerekçesi olamaz. Hukukun temel ilkeleri; masumiyet karinesi, adil yargılanma hakkı ve ölçülülük ilkesinin her koşulda gözetilmesini gerektirir.</p>
<p>Türkiye’nin de taraf olduğu Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesi uyarınca ifade özgürlüğü; yalnızca beğenilen ya da zararsız görülen düşüncelerin değil, rahatsız edici, eleştirel ve mizahi ifadelerin de güvencesidir. Sanatın ve mizahın özgür olmadığı bir toplumda demokrasinin de eksik ve güdük kalması kaçınılmazdır. Nitekim Avrupa İnsan Hakları Mahkemesi, <em>Eon v. France</em> kararında, hicvin abartı ve kışkırtma unsurları taşıyan meşru bir ifade biçimi olduğunu, bu tür ifadelerin cezalandırılmasının ise demokratik kamusal tartışma üzerinde caydırıcı bir etki yaratacağını vurgulamıştır.</p>
<p>Susmayan mizah, susturulamayan düşüncedir.</p>
<p>Dünyaya mal olmuş bir halk filozofu ve mizah ustası olan Nasrettin Hoca’yı yetiştiren, Nasrettin Hoca ve Bektaşi fıkralarıyla kıvrak zekâsını ve hoşgörüsünü sergileyen, Mevlana gibi bir hoşgörü sembolünün filizlendiği, Karagöz ile Hacivat’ın doğduğu Anadolu’da sanatçılar ve mizahçılar cezai yaptırım korkusu olmadan kendilerini özgürce ifade edebilmelidir.</p>
<p>Bu nedenle, Osmanlı’da <em>Diyojen</em> (1870) ile modern yazılı mizahın kurumsallaştığı bir kültürün mirasçıları olarak tüm demokratik kamuoyunu; ifade özgürlüğüne, hukukun üstünlüğüne ve adil yargılanma hakkına sahip çıkmaya davet ediyor, Deniz Göktaş hakkında verilen tutuklama kararını, ifade özgürlüğü açısından kaygı verici buluyor ve kınıyoruz.</p>
<p>Özgür bir toplumun, eleştiri ve mizahla barışık bir toplum olduğuna olan inancımızı yineliyor; kararın Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesi ışığında yeniden değerlendirilmesini talep ediyoruz.</p>
<p>Son gösterisinde kullandığı bazı mizahi ifadeler gerekçe gösterilerek “Cumhurbaşkanına hakaret” ve “dini değerleri alenen aşağılama” suçlamalarıyla tutuklanan Göktaş’ın temel hak ve özgürlükler çerçevesinde hemen salıverilmesini bekliyor, kutuplaşmanın yerini tekrar barışa ve hoşgörüye bıraktığı, özgür düşüncenin egemen olduğu neşeli bir gelecek diliyoruz.</p>
<p>Kamuoyuna saygıyla duyururuz.</p>
<p>Açıklama, Avrupa’da yaşayan 124 yazar, çizer, gazeteci, yayıncı, tiyatrocu, müzisyen, halk ozanı, karikatürist ve sanatçı tarafından imzalandı.</p>
<div dir="auto">1-İbrahim Yarar (Tiyatro Yönetmeni- Hollanda)</div>
<div dir="auto">2- Erdinç Utku (Mizah Yazarı ve Tiyatro Yönetmeni – Belçika)</div>
<div dir="auto">3- Aşık Şahturna (Halk Ozanı Aktivist – Almanya)</div>
<div dir="auto">4- Ezhel (Rapçi – Almanya)</div>
<div dir="auto">5- Doğan Özgüden (Gazeteci, Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">6- İnci Tuğsavul (Gazeteci, Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">7- Can Dündar (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">8- Ozan Şiar (Yazar- Sanatçı, Şair ve Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">9- Haydar Eroğlu (Şair – Hollanda)</div>
<div dir="auto">10- İsmail Doğan (Karikatürist – Belçika)</div>
<div dir="auto">11- Birol Kılıç (Yayıncı Yazar – Avusturya)</div>
<div dir="auto">12- Gürsel Köksal (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">13- Attilla Keskin (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">14- Erdoğan Karayel (Karikatürist – Almanya)</div>
<div dir="auto">15- Ali Cabbar (Sanatçı ve Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">16- Nihat Kemal Ateş (Şair – Belçika)</div>
<div dir="auto">17- Tanar Çatalpınar (Sanatçı – Belçika)</div>
<div dir="auto">18- Sibel Dinçer (Tiyatrocu Müzisyen – Belçika)</div>
<div dir="auto">19- Atilla Cansever ( Theater Ulüm Tiyatro Yönetmeni – Almanya)</div>
<div dir="auto">20- Mehmet Tanlı (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">21- Mehmet Emin Alkanlar (Gazeteci-Hollanda)</div>
<div dir="auto">22- Adil Yiğit, (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">23- Süheyla Kaplan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">24-Ufuk Evlâ Bostan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">25- Ali Bağseven (Sanat Organizatörü – Belçika)</div>
<div dir="auto">26- Doç.Dr. Hıdır Eren Çelik (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">27- Murat Çakır (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">28- Murat Saydam (Şair Yazar Radyo Programcısı – Belçika)</div>
<div dir="auto">29- Selçuk Şahin Polat (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">30- Ferman F. Karayığit (Tiyatro Yönetmeni – Almanya)</div>
<div dir="auto">31- Kasım Palabıyık (Tiyatro Oyuncusu – Almanya)</div>
<div dir="auto">32-Leyla Dönmez Suveren ( Ressam – Almanya)</div>
<div dir="auto">33-Ali Temiz (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">34- Nida Sevindik (Oyuncu – Almanya)</div>
<div dir="auto">35- Meryem Ağgül (Oyuncu – Almanya)</div>
<div dir="auto">36- Nuhmettin Karagül (Tiyatro Grubu Yöneticisi – Almanya)</div>
<div dir="auto">37- Serpil Yıldız ( Oyuncu – Almanya)</div>
<div dir="auto">38- Pakize Palabıyık ( (Tiyatro Grubu Yöneticisi – Almanya)</div>
<div dir="auto">39- Maviṣ Güneșer (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">40- Reyhan Kuyumcu (Yönetmen – Almanya)</div>
<div dir="auto">41- Fatma Çiftçi (Oyuncu- Almanya)</div>
<div dir="auto">42- Gülşure Keskin (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">43- Taner Tanrıverdi (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">44- Orhan Çelik (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">45- Ümmü Yılmaz (Oyuncu – Fransa)</div>
<div dir="auto">46- Nurcan Keskin (Tiyatrocu – Almanya)</div>
<div dir="auto">47- Mehmet Esatoğlu (Tiyatro Yönetmeni- Almanya/Türkiye)</div>
<div dir="auto">48- Sevim Tarhan (Șair/Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">49- Ali Riza Korkut (Tiyatrocu/Eğitmen – Almanya)</div>
<div dir="auto">50- Erdal Boyoğlu (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">51- Ali Haydar NERGİS (Gazeteci – İsveç)</div>
<div dir="auto">52- Faruk Eskioğlu (Gazeteci Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">53- İbrahim Eroğlu (Yazar/Şair – Hollanda)</div>
<div dir="auto">54- Yalçın Baykul (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">55- Arif Bektas (Gazeteci – İngiltere)</div>
<div dir="auto">56- Hasan Boz (Gazeteci Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">57- Sedat SARICI (Müzisyen Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">58- Fergül Yücel (Heykeltraş Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">59- Nevzat Çopur (Ressam – Belçika)</div>
<div dir="auto">60- Kadir Kankılıç ( Besteci Müzisyen – Belçika)</div>
<div dir="auto">61- Ali Çarman (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">62- Mevlüt Asar (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">63- Prof. de. H. Neşe Özgen (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">64-Zeki Rüzgar ( Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">65- Cem Duman (Yayıncı-Yazar-Hollanda)</div>
<div dir="auto">66- Medine Durmann (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">67- Aslı Filiz (Ressam -Almanya)</div>
<div dir="auto">68- Kazım Gündoğan (Araştırmacı Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">69- Ozan Emekçi (Halk Ozanı – Almanya)</div>
<div dir="auto">70- Ümit Kaya (Şair Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">71- Şükrü Yıldız (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">72- Kenan Taşkesen (Tiyatrocu – Almanya)</div>
<div dir="auto">73- Zerrin Buğday ( Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">74- Işın Ertürk (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">75- Ferhat Tunç (Sanatçı – Almanya)</div>
<div dir="auto">76- Hasan Hayri Ateş (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">77- Yaşar Kahraman ( Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">78- Seher Yeğin (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">79- İlhan Atasoy (Kabaretist ve yazar – Almanya )</div>
<div dir="auto">80- Canan Kayışlı (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">81- Kazım Cumert (Yazar- Hollanda)</div>
<div dir="auto">82- Cemal Akça (Yazar, Fotoğraf Sanatçısı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">83-Recai Aksu (Gazeteci,- Almanya)</div>
<div dir="auto">84- Ahmet Sefa (Yazar- Hollanda)</div>
<div dir="auto">85- Aytekin Kılıç (Saz Sanatçısı- Belçika)</div>
<div dir="auto">86- Kamil Aydemir (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">87- Bülent Kaya (Yazar – İsviçre)</div>
<div dir="auto">88- Agop Yıldız (Halk Ozanı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">89- Sırrı Ayhan (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">90- Serap Varan (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">91- Cahide Özer (Şair- Almanya)</div>
<div dir="auto">92- Gani Cansever (Şair Halk Ozanı- Almanya)</div>
<div dir="auto">93- Ali Yıldırım (Yazar, Sanatçı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">94- Sabri Varan (Yazar Fotoğraf Sanatçısı – Almanya)</div>
<div dir="auto">95- Yaşar Çiçekdemir (Yazar- Hollanda)</div>
<div dir="auto">96- Murat Tuncel (Yazar Gazeteci- Hollanda)</div>
<div dir="auto">97- Ali Gümüş (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">98- İrfan Erdoğan (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">99- Halit Umar (Yazar, Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">100- Hilal Nesin (Tiyatrocu ve Yazar – Fransa)</div>
<div dir="auto">101- Şinasi Dikmen (Kabaretist ve yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">102- Şaban Ol (Tiyatro Yönetmeni ve Yazar – Hollanda)</div>
<div dir="auto">103- Hıdır Murat Doğan (Sanatçı Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">104- Mustafa Temel (Gazeteci -Almanya)</div>
<div dir="auto">105- Selma Koçiva (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">106-Mehmet Tas (Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">107- Hayati Boyacıoğlu (Karikatürist – Almanya)</div>
<div dir="auto">108- Osman Okkan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">109- Selman Şimsek (Şair, Yazar, Yayıncı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">110- Gülnar Meral (Şair, Tiyatro Sanatçısı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">111- Berin Uyar (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">112- Nilüfer Yıldırım (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">113- Erkan Pehlivan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">114- Evet: Seda Şanlıer (Gazeteci- İsveç)</div>
<div dir="auto">115- Yener Orkunoğlu – (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">116- Çağdaş Gökbel (Gazeteci Yazar – İrlanda)</div>
<div dir="auto">117- Vicdan Özerdem( Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">118- Sultan Karataş( Şair yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">119- Olcay Jennings (Çevirmen – İngiltere)</div>
<div dir="auto">120- Aslı Erdoğan (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">121- Erhan Eren (Yapımcı-Yönetmen Almanya)</div>
<div dir="auto">122- Mustafa Bozdurgut (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">123- Haydar Doğan (Şair Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto"><span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">124- Bektaş Tosun (Şair Yazar Araştırmacı – Hollanda)</span></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/autorinnen-journalisten-und-kuenstler-aus-europa-fordern-freilassung-von-deniz-goektas/">Autorinnen, Journalisten und Künstler aus Europa fordern Freilassung von Deniz Göktaş</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Deniz Göktaş’a Avrupa’dan destek ve çağrı</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/deniz-goektasa-avrupadan-destek-ve-cagri/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jul 2026 07:24:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Avrupa’da yaşayan 186 yazar, çizer, gazeteci, yayıncı ve sanatçı( sayı yükseliyor), ortak&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/deniz-goektasa-avrupadan-destek-ve-cagri/">Deniz Göktaş’a Avrupa’dan destek ve çağrı</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Avrupa’da yaşayan 186 yazar, çizer, gazeteci, yayıncı ve sanatçı( sayı yükseliyor), ortak açıklamayla <strong>stand-up satiristi ve metin yazarı Deniz Göktaş’ın</strong> serbest bırakılmasını istedi. Açıklamada, mizahın ve hicvin demokratik toplumların vazgeçilmez unsurları olduğu vurgulanarak, tutuklama kararının Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesi ışığında yeniden değerlendirilmesi talep edildi. Açıklamanın Türkçe metniyle birlikte İngilizce, Fransızca, Hollandaca ve Almanca çevirileri de yayımlandı.</h3>
<p> </p>
<p><strong>BRÜKSEL, 05.07.2026</strong>-Avrupa’da yaşayan yazar, çizer, gazeteci, yayıncı ve sanatçılardan Deniz Göktaş için ortak destek çağrısı geldi. Aralarında Almanya’nın ilk Türk kökenli kabare sanatçısı Şinasi Dikmen; tiyatrocular Atilla Cansever, İbrahim Yarar, Şaban Ol ve Hilal Nesin; halk ozanları Âşık Şahturna ve Ozan Emekçi; sanatçı Ferhat Tunç; rapçi Ezhel; gazeteci ve yazarlar Doğan Özgüden, İnci Tuğsavul, Osman Okkan, Gürsel Köksal, Atilla Keskin, Can Dündar, Nihat Kemal Ateş, Haydar Eroğlu ve Murat Tuncel; karikatüristler İsmail Doğan, Hayati Boyacıoğlu ve Erdoğan Karayel ile mizah yazarı Erdinç Utku’nun da bulunduğu Almanya, Belçika, Hollanda, Avusturya, İsveç, Fransa, İngiltere, İsviçre ve İrlanda’da yaşayan 124 isim, ortak açıklamada Göktaş’ın serbest bırakılmasını talep etti.</p>
<h4><strong>İfade özgürlüğü vurgusu</strong></h4>
<p>Açıklamada, düşünce ve ifade özgürlüğü, sanat ve mizahın demokratik yaşamın ayrılmaz parçaları olduğu belirtilerek, sanatçıların eleştirel ve mizahi ifadeleri nedeniyle cezalandırılmasının hukuk devleti, adil yargılanma hakkı, masumiyet karinesi ve ölçülülük ilkesiyle bağdaşmadığı vurgulandı.</p>
<h4><strong>AİHS 10. madde hatırlatması</strong></h4>
<p>İmzacılar, Türkiye’nin de taraf olduğu Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesine dikkat çekerek, ifade özgürlüğünün yalnızca beğenilen ya da zararsız görülen düşünceleri değil, rahatsız edici, eleştirel ve mizahi ifadeleri de koruduğunu kaydetti. Açıklamada, Avrupa İnsan Hakları Mahkemesi’nin <em>Eon v. France</em> kararına da atıfta bulunularak, hicvin abartı ve kışkırtma unsurları taşıyan meşru bir ifade biçimi olduğu ve bu tür ifadelerin cezalandırılmasının demokratik kamusal tartışma üzerinde caydırıcı etki yaratacağı ifade edildi.</p>
<h4><strong>“Susmayan mizah, susturulamayan düşüncedir”</strong></h4>
<p>Ortak açıklamada, “Susmayan mizah, susturulamayan düşüncedir” denilerek, Nasrettin Hoca’dan Bektaşi fıkralarına, Mevlana’dan Karagöz ile Hacivat’a ve Osmanlı’da Diyojen ile kurumsallaşan modern yazılı mizah geleneğine uzanan kültürel mirasa vurgu yapıldı.</p>
<h4><strong>Tutuklama kararına tepki</strong></h4>
<p>İmzacılar, Deniz Göktaş hakkında verilen tutuklama kararını ifade özgürlüğü açısından kaygı verici bulduklarını belirterek, kararın Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesi ışığında yeniden değerlendirilmesini istedi.</p>
<h4><strong>Serbest bırakılma talebi</strong></h4>
<p>Açıklamada, son gösterisinde kullandığı bazı mizahi ifadeler gerekçe gösterilerek “Cumhurbaşkanına hakaret” ve “dini değerleri alenen aşağılama” suçlamalarıyla tutuklanan Göktaş’ın, temel hak ve özgürlükler çerçevesinde serbest bırakılması beklendiği kaydedildi.</p>
<h4><strong>Ortak açıklamanın tam metni</strong></h4>
<p><strong>Deniz Göktaş Serbest Bırakılsın!</strong></p>
<p>Avrupa’da yaşayan yazarlar, çizerler, gazeteciler ve sanatçılar olarak; düşünce ve ifade özgürlüğünü, sanatı ve mizahı demokratik yaşamın ayrılmaz parçaları olarak görüyoruz.</p>
<p>Toplumu düşündüren, güldürürken sorgulatan mizah, demokratik yaşamın vazgeçilmez unsurlarından biridir. Sanatçılar ve mizahçılar, tarih boyunca iktidarı, toplumsal çelişkileri ve gündelik hayatı eleştiren eserler üretmiş; bu üretim, ifade özgürlüğünün en önemli alanlarından biri olmuştur.</p>
<p>Eleştiri, mizah ve sanat, demokratik toplumlarda cezalandırılması gereken değil, korunması gereken alanlardır. Bir düşünceye katılmamak, onu cezai yaptırımla susturmanın gerekçesi olamaz. Hukukun temel ilkeleri; masumiyet karinesi, adil yargılanma hakkı ve ölçülülük ilkesinin her koşulda gözetilmesini gerektirir.</p>
<p>Türkiye’nin de taraf olduğu Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesi uyarınca ifade özgürlüğü; yalnızca beğenilen ya da zararsız görülen düşüncelerin değil, rahatsız edici, eleştirel ve mizahi ifadelerin de güvencesidir. Sanatın ve mizahın özgür olmadığı bir toplumda demokrasinin de eksik ve güdük kalması kaçınılmazdır. Nitekim Avrupa İnsan Hakları Mahkemesi, <em>Eon v. France</em> kararında, hicvin abartı ve kışkırtma unsurları taşıyan meşru bir ifade biçimi olduğunu, bu tür ifadelerin cezalandırılmasının ise demokratik kamusal tartışma üzerinde caydırıcı bir etki yaratacağını vurgulamıştır.</p>
<p>Susmayan mizah, susturulamayan düşüncedir.</p>
<p>Dünyaya mal olmuş bir halk filozofu ve mizah ustası olan Nasrettin Hoca’yı yetiştiren, Nasrettin Hoca ve Bektaşi fıkralarıyla kıvrak zekâsını ve hoşgörüsünü sergileyen, Mevlana gibi bir hoşgörü sembolünün filizlendiği, Karagöz ile Hacivat’ın doğduğu Anadolu’da sanatçılar ve mizahçılar cezai yaptırım korkusu olmadan kendilerini özgürce ifade edebilmelidir.</p>
<p>Bu nedenle, Osmanlı’da Diyojen (1870) ile modern yazılı mizahın kurumsallaştığı bir kültürün mirasçıları olarak tüm demokratik kamuoyunu; ifade özgürlüğüne, hukukun üstünlüğüne ve adil yargılanma hakkına sahip çıkmaya davet ediyor, Deniz Göktaş hakkında verilen tutuklama kararını, ifade özgürlüğü açısından kaygı verici buluyor ve kınıyoruz.</p>
<p>Özgür bir toplumun, eleştiri ve mizahla barışık bir toplum olduğuna olan inancımızı yineliyor; kararın Avrupa İnsan Hakları Sözleşmesi’nin 10. maddesi ışığında yeniden değerlendirilmesini talep ediyoruz.</p>
<p>Son gösterisinde kullandığı bazı mizahi ifadeler gerekçe gösterilerek “Cumhurbaşkanına hakaret” ve “dini değerleri alenen aşağılama” suçlamalarıyla tutuklanan Göktaş’ın temel hak ve özgürlükler çerçevesinde hemen salıverilmesini bekliyor, kutuplaşmanın yerini tekrar barışa ve hoşgörüye bıraktığı, özgür düşüncenin egemen olduğu neşeli bir gelecek diliyoruz.</p>
<p>Kamuoyuna saygıyla duyururuz.</p>
<p><strong>124 imzacıdan destek</strong></p>
<p>Açıklama, Avrupa’da yaşayan 186 yazar, çizer, gazeteci, yayıncı, tiyatrocu, müzisyen, halk ozanı, karikatürist ve sanatçı tarafından imzalandı.</p>
<div dir="auto">1-İbrahim Yarar (Tiyatro Yönetmeni- Hollanda)</div>
<div dir="auto">2- Erdinç Utku (Mizah Yazarı ve Tiyatro Yönetmeni – Belçika)</div>
<div dir="auto">3- Aşık Şahturna (Halk Ozanı Aktivist – Almanya)</div>
<div dir="auto">4- Ezhel (Rapçi – Almanya)</div>
<div dir="auto">5- Doğan Özgüden (Gazeteci, Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">6- İnci Tuğsavul (Gazeteci, Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">7- Can Dündar (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">8- Ozan Şiar (Yazar- Sanatçı, Şair ve Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">9- Haydar Eroğlu (Şair – Hollanda)</div>
<div dir="auto">10- İsmail Doğan (Karikatürist – Belçika)</div>
<div dir="auto">11- Birol Kılıç (Yayıncı Yazar – Avusturya)</div>
<div dir="auto">12- Gürsel Köksal (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">13- Attilla Keskin (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">14- Erdoğan Karayel (Karikatürist – Almanya)</div>
<div dir="auto">15- Ali Cabbar (Sanatçı ve Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">16- Nihat Kemal Ateş (Şair – Belçika)</div>
<div dir="auto">17- Tanar Çatalpınar (Sanatçı – Belçika)</div>
<div dir="auto">18- Sibel Dinçer (Tiyatrocu Müzisyen – Belçika)</div>
<div dir="auto">19- Atilla Cansever ( Theater Ulüm Tiyatro Yönetmeni – Almanya)</div>
<div dir="auto">20- Mehmet Tanlı (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">21- Mehmet Emin Alkanlar (Gazeteci-Hollanda)</div>
<div dir="auto">22- Adil Yiğit, (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">23- Süheyla Kaplan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">24-Ufuk Evlâ Bostan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">25- Ali Bağseven (Sanat Organizatörü – Belçika)</div>
<div dir="auto">26- Doç.Dr. Hıdır Eren Çelik (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">27- Murat Çakır (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">28- Murat Saydam (Şair Yazar Radyo Programcısı – Belçika)</div>
<div dir="auto">29- Selçuk Şahin Polat (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">30- Ferman F. Karayığit (Tiyatro Yönetmeni – Almanya)</div>
<div dir="auto">31- Kasım Palabıyık (Tiyatro Oyuncusu – Almanya)</div>
<div dir="auto">32-Leyla Dönmez Suveren ( Ressam – Almanya)</div>
<div dir="auto">33-Ali Temiz (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">34- Nida Sevindik (Oyuncu – Almanya)</div>
<div dir="auto">35- Meryem Ağgül (Oyuncu – Almanya)</div>
<div dir="auto">36- Nuhmettin Karagül (Tiyatro Grubu Yöneticisi – Almanya)</div>
<div dir="auto">37- Serpil Yıldız ( Oyuncu – Almanya)</div>
<div dir="auto">38- Pakize Palabıyık ( (Tiyatro Grubu Yöneticisi – Almanya)</div>
<div dir="auto">39- Maviṣ Güneșer (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">40- Reyhan Kuyumcu (Yönetmen – Almanya)</div>
<div dir="auto">41- Fatma Çiftçi (Oyuncu- Almanya)</div>
<div dir="auto">42- Gülşure Keskin (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">43- Taner Tanrıverdi (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">44- Orhan Çelik (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">45- Ümmü Yılmaz (Oyuncu – Fransa)</div>
<div dir="auto">46- Nurcan Keskin (Tiyatrocu – Almanya)</div>
<div dir="auto">47- Mehmet Esatoğlu (Tiyatro Yönetmeni- Almanya/Türkiye)</div>
<div dir="auto">48- Sevim Tarhan (Șair/Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">49- Ali Riza Korkut (Tiyatrocu/Eğitmen – Almanya)</div>
<div dir="auto">50- Erdal Boyoğlu (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">51- Ali Haydar NERGİS (Gazeteci – İsveç)</div>
<div dir="auto">52- Faruk Eskioğlu (Gazeteci Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">53- İbrahim Eroğlu (Yazar/Şair – Hollanda)</div>
<div dir="auto">54- Yalçın Baykul (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">55- Arif Bektas (Gazeteci – İngiltere)</div>
<div dir="auto">56- Hasan Boz (Gazeteci Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">57- Sedat SARICI (Müzisyen Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">58- Fergül Yücel (Heykeltraş Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">59- Nevzat Çopur (Ressam – Belçika)</div>
<div dir="auto">60- Kadir Kankılıç ( Besteci Müzisyen – Belçika)</div>
<div dir="auto">61- Ali Çarman (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">62- Mevlüt Asar (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">63- Prof. de. H. Neşe Özgen (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">64-Zeki Rüzgar ( Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">65- Cem Duman (Yayıncı-Yazar-Hollanda)</div>
<div dir="auto">66- Medine Durmann (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">67- Aslı Filiz (Ressam -Almanya)</div>
<div dir="auto">68- Kazım Gündoğan (Araştırmacı Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">69- Ozan Emekçi (Halk Ozanı – Almanya)</div>
<div dir="auto">70- Ümit Kaya (Şair Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">71- Şükrü Yıldız (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">72- Kenan Taşkesen (Tiyatrocu – Almanya)</div>
<div dir="auto">73- Zerrin Buğday ( Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">74- Işın Ertürk (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">75- Ferhat Tunç (Sanatçı – Almanya)</div>
<div dir="auto">76- Hasan Hayri Ateş (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">77- Yaşar Kahraman ( Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">78- Seher Yeğin (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">79- İlhan Atasoy (Kabaretist ve yazar – Almanya )</div>
<div dir="auto">80- Canan Kayışlı (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">81- Kazım Cumert (Yazar- Hollanda)</div>
<div dir="auto">82- Cemal Akça (Yazar, Fotoğraf Sanatçısı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">83-Recai Aksu (Gazeteci,- Almanya)</div>
<div dir="auto">84- Ahmet Sefa (Yazar- Hollanda)</div>
<div dir="auto">85- Aytekin Kılıç (Saz Sanatçısı- Belçika)</div>
<div dir="auto">86- Kamil Aydemir (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">87- Bülent Kaya (Yazar – İsviçre)</div>
<div dir="auto">88- Agop Yıldız (Halk Ozanı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">89- Sırrı Ayhan (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">90- Serap Varan (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">91- Cahide Özer (Şair- Almanya)</div>
<div dir="auto">92- Gani Cansever (Şair Halk Ozanı- Almanya)</div>
<div dir="auto">93- Ali Yıldırım (Yazar, Sanatçı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">94- Sabri Varan (Yazar Fotoğraf Sanatçısı – Almanya)</div>
<div dir="auto">95- Yaşar Çiçekdemir (Yazar- Hollanda)</div>
<div dir="auto">96- Murat Tuncel (Yazar Gazeteci- Hollanda)</div>
<div dir="auto">97- Ali Gümüş (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">98- İrfan Erdoğan (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">99- Halit Umar (Yazar, Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">100- Hilal Nesin (Tiyatrocu ve Yazar – Fransa)</div>
<div dir="auto">101- Şinasi Dikmen (Kabaretist ve yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">102- Şaban Ol (Tiyatro Yönetmeni ve Yazar – Hollanda)</div>
<div dir="auto">103- Hıdır Murat Doğan (Sanatçı Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">104- Mustafa Temel (Gazeteci -Almanya)</div>
<div dir="auto">105- Selma Koçiva (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">106-Mehmet Tas (Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">107- Hayati Boyacıoğlu (Karikatürist – Almanya)</div>
<div dir="auto">108- Osman Okkan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">109- Selman Şimsek (Şair, Yazar, Yayıncı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">110- Gülnar Meral (Şair, Tiyatro Sanatçısı- Hollanda)</div>
<div dir="auto">111- Berin Uyar (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">112- Nilüfer Yıldırım (Şair- Hollanda)</div>
<div dir="auto">113- Erkan Pehlivan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">114- Evet: Seda Şanlıer (Gazeteci- İsveç)</div>
<div dir="auto">115- Yener Orkunoğlu – (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">116- Çağdaş Gökbel (Gazeteci Yazar – İrlanda)</div>
<div dir="auto">117- Vicdan Özerdem( Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">118- Sultan Karataş( Şair yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">119- Olcay Jennings (Çevirmen – İngiltere)</div>
<div dir="auto">120- Aslı Erdoğan (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">121- Erhan Eren (Yapımcı-Yönetmen Almanya)</div>
<div dir="auto">122- Mustafa Bozdurgut (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">123- Haydar Doğan (Şair Yazar – Almanya)<br />
<span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';"><span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">124- Bektaş Tosun (Şair Yazar Araştırmacı – Hollanda)</p>
<p></span></span></p>
<div dir="auto">125- Hüseyin Eryılmaz (Şair – Belçika)</div>
<div dir="auto">126- Öncü Göçebe (Müzisyen – İngiltere)</div>
<div dir="auto">127- Bülent Koçuroğlu (Yazar sanatçı – Hollanda)</div>
<div dir="auto">128- Hakan Erol (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">129- Sevim Ünal (Ressam Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">130- Birgül Göker Perdisa ( Gazeteci Yazar – İtalya )</div>
<div dir="auto">131- Şükran Bağcık ( Şair – Almanya)</div>
<div dir="auto">132- Gülsen Gülbeyaz (Yazar- Almanya)</div>
<div dir="auto">133- Vehbi Koca (Fotograf Sanatçısı – İngiltere)</div>
<div dir="auto">134- Bahar Kimyongür (Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">135- Nedim Şahin (Sanatçı- Almanya)</div>
<div dir="auto">136- Hasan Subaşı (Gazeteci- Almanya)</div>
<div dir="auto">137- Cumali Yağmur (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">138-Birol Keskin (Gazeteci- Almanya)</div>
<div dir="auto">139- Yunus Ülger (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">140- Mehmet Yıldız (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">141- Özcan Buze (Gazeteci Yazar – Norveç)</div>
<div dir="auto">142- İlhan İşözen (Karikatürist – Almanya)</div>
<div dir="auto">143- Orhan İşözen (Ebru Şanatçısı -Almanya)</div>
<div dir="auto">144- Demir SÖNMEZ (Gazeteci Yazar Fotoğraf Sanatçısı – İsviçre)</div>
<div dir="auto">145- Kemal Yalçın (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">146- Necdet Yüksekbaş (Şair – Hollanda)</div>
<div dir="auto">147- Sidem Samsun ( Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">148- Ufuk Uyanık ( Karikatürist – İngiltere)</div>
<div dir="auto">149- Hüseyin Kaplan ( Müzisyen – İngiltere)</div>
<div dir="auto">150- Temel Işık (Gazeteci- Almanya)</div>
<div dir="auto">151- Mehmet Ötün (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">152- Kazım Doğan (Gazeteci – Almanya)</div>
<div dir="auto">153- Başak Canda (Gazeteci Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">154- Dilek Dizdar (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">155- Nafiz Özbek (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">156- Hüseyin Şenol (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">157- Alirıza Güler ( Gazeteci-Almanya)</div>
<div dir="auto">158- Muzaffer Topgume (Müzisyen – Belçika)</div>
<div dir="auto">159- Ekin Kapusuz (Basın Sözcüsü – Almanya)</div>
<div dir="auto">160- Bahattin Gemici (Şair Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">161- Adnan Aytaç ( Gazeteci- Almanya)</div>
<div dir="auto">162- Gülay Kılıçdoğan (Rejisör – Almanya)</div>
<div dir="auto">163- Hilmi Tozan (Halkla İlişkiler Uzmanı – Almanya)</div>
<div dir="auto">164- Mehmet Tepebaşı (Yazar – Hollanda)</div>
<div dir="auto">165- Ali Çolak (Müzisyen – Almanya)</div>
<div dir="auto">166- Yusuf Demir (Yazar TV Program Yapımcısı – Almanya)</div>
<div dir="auto">167- Ömer Yaprakkıran (Grafiker – Almanya)</div>
<div dir="auto">168- Ali Baran (Sanatçı-Almanya)</div>
<div dir="auto">169- Halil İçöz (Yazar -Almanya)</div>
<div dir="auto">170- Turan Akpınar (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">171- Nafize Can (Ressam – Belçika)</div>
<div dir="auto">172- Enver Enli (Gazeteci Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">173- Yaşar Ekin (Şair Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">174- Halil Beran (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">175- Tuncay Yıldırım (Gazeteci- Almanya)</div>
<div dir="auto">176 – Prof. Dr. Kemal Bozay (Akademisyen Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">177- Ozan Özgür Çağdaş (Müzisyen – İsviçre)</div>
<div dir="auto">178- Ümit Erzurumlu (Ressam – İngiltere)</div>
<div dir="auto">179- Ahmetcan Uzlaşık (Gazeteci Yazar/ Şair- Belçika)</div>
<div dir="auto">180- Ahmet Güven (Yazar – İngiltere)</div>
<div dir="auto">181- Akman Gedik (Şair Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">182- Yaver Zeytinoğlu (Yazar – Belçika)</div>
<div dir="auto">183- Ali Rıza Orman (Yazar – Almanya)</div>
<div dir="auto">184- Cafer Cebe (Şair – Almanya)</div>
<div dir="auto">185- Zafer Yörük (Akademisyen – Yazar)</div>
<div dir="auto">186- Birgül Solmaz (Şair – Hollanda)</div>
</div>
<div dir="auto">
<h3><strong>ENGLISH:</strong></h3>
<p><strong>The stand-up comedian Deniz Göktaş should be released!</strong></p>
<p><strong>Joint statement by journalists, writers, cartoonists, and artists living in Europe</strong></p>
<p>Deniz Göktaş is a Turkish humorous writer, stand-up comedian and satirist whose work is characterized by black humour, political satire, self-irony, and incisive observations of society. He takes aim at power structures as well as the opposition, his own social milieu, and not least himself.</p>
<p><strong>Free Deniz Göktaş!</strong></p>
<p>As writers, cartoonists, journalists, and artists living across Europe, we regard freedom of thought and expression, art, and humour as indispensable pillars of democratic life.</p>
<p>Humour that makes society think and question while making it laugh is one of the essential elements of democracy. Throughout history, artists and humorists have produced works that critically examine those in power, social inconsistencies, and everyday life. Such creative expression has always constituted one of the most vital domains of freedom of expression.</p>
<p>Criticism, humour and art are not to be punished in democratic societies; they are among the most important domains that must be protected. Disagreeing with an opinion can never justify silencing it through the imposition of criminal sanctions. The fundamental principles of the rule of law require that the presumption of innocence, the right to a fair trial, and the principle of proportionality be respected in all circumstances.</p>
<p>Pursuant to Article 10 of the European Convention on Human Rights, to which Türkiye is a party, freedom of expression protects not only ideas that are welcomed or considered harmless, but also those that are disturbing, critical, or humorous. In a society where art and humour are not free, democracy itself is inevitably diminished. Indeed, in its ruling in the case of Eon v. France, the European Court of Human Rights emphasized that satire is a legitimate form of expression characterized by exaggeration and provocation, and that punishing such expressions would have a chilling effect on democratic public debate.</p>
<p>Humour that refuses to remain silent is thought that cannot be silenced.</p>
<p>In the land that gave the world Nasreddin Hodja, the beloved folk philosopher and master of wit; that nurtured the spirit of tolerance embodied by Mevlana; that displayed its sharp intelligence through the tales of Nasreddin Hodja and Bektaşi; and that gave birth to Karagöz and Hacivat, artists and humorists in Anatolia should be able to express themselves freely without fear of criminal sanctions.</p>
<p>As heirs to a cultural tradition in which modern written humour became institutionalized in Ottoman times with the periodical Diyojen (1870), we call upon the entire democratic international community to defend freedom of expression, the rule of law, and the right to a fair trial. We consider the detention order issued against Deniz Göktaş deeply troubling from the perspective of freedom of expression, and we condemn it.</p>
<p>Reaffirming our belief that a free society is one that is comfortable with criticism and humour, we call for this decision to be reconsidered in light of Article 10 of the European Convention on Human Rights.</p>
<p>Göktaş was detained on charges of “insulting the President” and “publicly denigrating religious values” on the basis of certain humorous remarks made during his most recent performance. We call for his immediate release in accordance with fundamental rights and freedoms, and we hope for a future in which polarization gives way once again to peace and tolerance, and where free thought can flourish.</p>
<p>We respectfully submit this statement to the public.</p>
<h3><strong>DEUTSCH:</strong></h3>
<p><strong>Der türkische Stand-up-Satiriker Deniz Göktaş soll freigelassen werden!</strong></p>
<p><strong>Gemeinsame Erklärung von in Europa lebenden Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren, Zeichnerinnen und Zeichnern sowie Künstlerinnen und Künstlern</strong></p>
<p>Deniz Göktaş ist ein türkischer Humorautor, Stand-up-Künstler und Satiriker, dessen Arbeit von schwarzem Humor, politischer Satire, Selbstironie und scharfen gesellschaftskritischen Beobachtungen geprägt ist. Er nimmt Machtverhältnisse ebenso aufs Korn wie die Opposition, das eigene gesellschaftliche Milieu und nicht zuletzt sich selbst.</p>
<p>Seine Stand-up-Show „Ölü Deniz“ wurde auf YouTube fast zehn Millionen Mal angesehen; nachdem sie viral gegangen war, wurden gegen ihn Ermittlungen wegen der Vorwürfe der „Beleidigung des Staatspräsidenten“ und der „öffentlichen Herabwürdigung religiöser Werte“ eingeleitet. Medienberichten zufolge wurde Göktaş bei seiner Rückkehr aus dem Ausland am Flughafen Istanbul festgenommen; nach der Gesundheitskontrolle wurde er mit auf dem Rücken angelegten Handschellen zur Polizei gebracht. Diese Form der Behandlung erfüllt uns im Hinblick auf Meinungsfreiheit, Menschenwürde und den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit mit großer Sorge und Betroffenheit.</p>
<p>Als in Europa lebende Journalistinnen und Journalisten, Autorinnen und Autoren, Zeichnerinnen und Zeichner sowie Künstlerinnen und Künstler betrachten wir die Gedanken- und Meinungsfreiheit, die Kunst und den Humor als unverzichtbare Bestandteile demokratischen Lebens.</p>
<p>Humor, der die Gesellschaft zum Nachdenken bringt und sie beim Lachen zum Hinterfragen anregt, gehört zu den unverzichtbaren Elementen einer demokratischen Ordnung. Künstlerinnen und Künstler sowie Satirikerinnen und Satiriker haben im Laufe der Geschichte Werke geschaffen, die Machtverhältnisse, gesellschaftliche Widersprüche und den Alltag kritisch beleuchten; diese schöpferische Arbeit zählt zu den wichtigsten Bereichen der Meinungsfreiheit.</p>
<p>Kritik, Humor und Kunst sind in demokratischen Gesellschaften keine Bereiche, die bestraft, sondern solche, die geschützt werden müssen. Die Ablehnung einer Meinung kann niemals ein Grund sein, sie mit strafrechtlichen Mitteln zum Schweigen zu bringen. Die Grundprinzipien des Rechts verlangen, dass die Unschuldsvermutung, das Recht auf ein faires Verfahren und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit unter allen Umständen gewahrt bleiben.</p>
<p>Gemäß Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention, die auch die Türkei ratifiziert hat, schützt die Meinungsfreiheit nicht nur allgemein akzeptierte oder als harmlos empfundene Äußerungen, sondern auch störende, kritische und humoristische Ausdrucksformen. Wo Kunst und Humor nicht frei sind, bleibt auch die Demokratie zwangsläufig unvollständig und verkümmert. So hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im Urteil <em>Eon gegen Frankreich</em> (2013) hervorgehoben, dass Satire eine legitime Ausdrucksform ist, die ihrem Wesen nach Elemente der Übertreibung und Provokation enthalten kann, und dass die Bestrafung solcher Äußerungen eine abschreckende Wirkung auf die demokratische öffentliche Debatte entfaltet.</p>
<p>Humor, der nicht schweigt, ist Denken, das sich nicht zum Schweigen bringen lässt.</p>
<p>In Anatolien, das den weltweit bekannten Volksphilosophen und Meister des Humors Nasreddin Hodscha hervorgebracht hat, das in den Erzählungen von Nasreddin Hodscha und den Bektaschi-Anekdoten seinen scharfen Geist und seine Toleranz sichtbar macht, in dem ein Symbol der Toleranz wie Mevlana aufblühte und in dem Karagöz und Hacivat entstanden sind, müssen Künstlerinnen und Künstler sowie Satirikerinnen und Satiriker sich frei äußern können, ohne strafrechtliche Sanktionen befürchten zu müssen.</p>
<p>Als Erbinnen und Erben einer Kultur, in der sich mit „Diyojen“ im Jahr 1870 die moderne schriftliche Satire im Osmanischen Reich institutionalisierte, rufen wir daher die gesamte demokratische Öffentlichkeit dazu auf, für Meinungsfreiheit, Rechtsstaatlichkeit und das Recht auf ein faires Verfahren einzutreten. Die gegen Deniz Göktaş verhängte Untersuchungshaft betrachten wir aus Sicht der Meinungsfreiheit als besorgniserregend und verurteilen sie.</p>
<p>Wir bekräftigen unsere Überzeugung, dass eine freie Gesellschaft eine Gesellschaft ist, die mit Kritik und Humor im Frieden lebt, und fordern, dass die Entscheidung im Lichte von Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention erneut geprüft wird.</p>
<p>Wir erwarten, dass Deniz Göktaş, der wegen einiger humoristischer Äußerungen in seiner letzten Vorstellung unter den Vorwürfen der „Beleidigung des Staatspräsidenten“ und der „öffentlichen Herabwürdigung religiöser Werte“ inhaftiert wurde, unter Wahrung der Grund- und Freiheitsrechte unverzüglich freigelassen wird.</p>
<p>Wir wünschen uns eine Zukunft, in der die Polarisierung wieder dem Frieden und der Toleranz weicht, in der freies Denken herrscht und auch die Freude ihren Platz hat.</p>
<p>Diesen Appell richten wir mit Respekt an die demokratische Öffentlichkeit.</p>
<h3><strong>FRANÇAIS :</strong></h3>
<p><strong>Que Deniz Göktaş soit libéré !</strong></p>
<p>En tant qu’écrivains, dessinateurs, journalistes et artistes vivant en Europe, nous considérons la liberté de pensée et d’expression, l’art et l’humour comme des composantes indissociables de la vie démocratique.</p>
<p>L’humour, qui fait réfléchir la société tout en la faisant rire et s’interroger, est l’un des éléments indispensables de la vie démocratique. Tout au long de l’histoire, les artistes et les humoristes ont produit des œuvres critiquant le pouvoir, les contradictions sociales et la vie quotidienne ; cette production a été l’un des domaines les plus importants de la liberté d’expression.</p>
<p>La critique, l’humour et l’art sont, dans les sociétés démocratiques, des domaines à protéger et non à sanctionner. Le désaccord avec une idée ne peut justifier de la faire taire par une sanction pénale. Les principes fondamentaux du droit exigent le respect en toutes circonstances de la présomption d’innocence, du droit à un procès équitable et du principe de proportionnalité.</p>
<p>Conformément à l’article 10 de la Convention européenne des droits de l’homme, dont la Turquie est signataire, la liberté d’expression garantit non seulement les idées bien accueillies ou jugées inoffensives, mais aussi les expressions dérangeantes, critiques et humoristiques. Dans une société où l’art et l’humour ne sont pas libres, la démocratie ne peut être qu’incomplète et rabougrie. La Cour européenne des droits de l’homme, dans l’arrêt Eon c. France, a d’ailleurs souligné que la satire est une forme d’expression légitime comportant des éléments d’exagération et de provocation, et que la sanction de ce type d’expression aurait un effet dissuasif sur le débat public démocratique.</p>
<p>L’humour qui ne se tait pas est une pensée qu’on ne peut réduire au silence.</p>
<p>En Anatolie, terre qui a vu naître Nasreddin Hodja — philosophe populaire et maître de l’humour connu dans le monde entier —, où l’esprit de tolérance incarné par Mevlana s’est épanoui, où les récits de Nasreddin Hodja et des Bektachis témoignent d’un esprit vif et de tolérance, et où sont nés Karagöz et Hacivat, les artistes et les humoristes doivent pouvoir s’exprimer librement, sans crainte de sanction pénale.</p>
<p>C’est pourquoi, en tant qu’héritiers d’une culture où l’humour écrit moderne s’est institutionnalisé avec Diyojen (1870) sous l’Empire ottoman, nous invitons l’ensemble de l’opinion démocratique à défendre la liberté d’expression, l’État de droit et le droit à un procès équitable. Nous jugeons préoccupante, du point de vue de la liberté d’expression, la décision d’arrestation prise à l’encontre de Deniz Göktaş, et nous la condamnons.</p>
<p>Nous réaffirmons notre conviction qu’une société libre est une société en paix avec la critique et l’humour, et demandons que cette décision soit réexaminée à la lumière de l’article 10 de la Convention européenne des droits de l’homme.</p>
<p>Göktaş, arrêté pour « insulte au président de la République » et « dénigrement public des valeurs religieuses » en raison de certaines expressions humoristiques utilisées lors de son dernier spectacle, doit être immédiatement remis en liberté dans le cadre des droits et libertés fondamentaux. Nous souhaitons qu’à la polarisation succèdent de nouveau la paix et la tolérance, et qu’advienne un avenir joyeux où règne la liberté de pensée.</p>
<p>Nous portons ceci respectueusement à la connaissance de l’opinion publique.</p>
<h3><strong>NEDERLANDS:</strong></h3>
<p><strong>Laat Deniz Göktaş vrij!</strong></p>
<p>Als schrijvers, cartoonisten, journalisten en kunstenaars die in Europa wonen, beschouwen wij de vrijheid van denken en meningsuiting, kunst en satire als onlosmakelijke onderdelen van een democratische samenleving.</p>
<p>Satire die mensen aan het lachen maakt én tegelijkertijd aan het denken zet, is een wezenlijk onderdeel van de democratie. Door de geschiedenis heen hebben kunstenaars en satirici werken gecreëerd waarin machthebbers, maatschappelijke tegenstellingen en het dagelijkse leven kritisch worden belicht. Dergelijke artistieke expressie vormt een van de belangrijkste uitingen van de vrijheid van meningsuiting.</p>
<p>Kritiek, satire en kunst zijn in een democratische samenleving geen zaken die bestraft moeten worden, maar waarden die bescherming verdienen. Het oneens zijn met een mening kan nooit een rechtvaardiging vormen om die met strafrechtelijke middelen het zwijgen op te leggen. De fundamentele beginselen van de rechtsstaat vereisen dat het vermoeden van onschuld, het recht op een eerlijk proces en het proportionaliteitsbeginsel onder alle omstandigheden worden gerespecteerd.</p>
<p>Overeenkomstig artikel 10 van het Europees Verdrag voor de Rechten van de Mens, waarbij ook Turkije partij is, beschermt de vrijheid van meningsuiting niet alleen opvattingen die worden gewaardeerd of als onschadelijk worden beschouwd, maar ook uitingen die schokkend, kritisch of satirisch zijn. In een samenleving waar kunst en satire niet vrij zijn, blijft ook de democratie onvermijdelijk onvolledig en verzwakt. Het Europees Hof voor de Rechten van de Mens heeft in de zaak Eon t. Frankrijk bevestigd dat satire een legitieme vorm van meningsuiting is die wordt gekenmerkt door overdrijving en provocatie, en dat het bestraffen ervan een afschrikkend effect heeft op het democratische publieke debat.</p>
<p>Satire die niet zwijgt, is een gedachte die niet het zwijgen kan worden opgelegd.</p>
<p>In Anatolië – het land dat Nasreddin Hodja, de wereldwijd bekende volksfilosoof en meester van de humor, heeft voortgebracht; waar de geest van verdraagzaamheid, belichaamd door Mevlana, tot bloei kwam; waar de verhalen van Nasreddin Hodja en Bektaşi getuigen van scherpe geest en tolerantie; en waar Karagöz en Hacivat zijn ontstaan – moeten kunstenaars en satirici zich vrij kunnen uiten zonder vrees voor strafrechtelijke vervolging.</p>
<p>Als erfgenamen van een cultuur waarin de moderne geschreven satire in het Ottomaanse Rijk werd geïnstitutionaliseerd met Diyojen (1870), roepen wij de volledige democratische publieke opinie op om de vrijheid van meningsuiting, de rechtsstaat en het recht op een eerlijk proces te verdedigen. Wij beschouwen het bevel tot voorlopige hechtenis tegen Deniz Göktaş als bijzonder zorgwekkend vanuit het oogpunt van de vrijheid van meningsuiting en veroordelen deze beslissing.</p>
<p>Wij herhalen onze overtuiging dat een vrije samenleving een samenleving is die kritiek en satire omarmt en vragen dat deze beslissing opnieuw wordt beoordeeld in het licht van artikel 10 van het Europees Verdrag voor de Rechten van de Mens.</p>
<p>Deniz Göktaş werd aangehouden op beschuldiging van “belediging van de president” en “het publiekelijk beledigen van religieuze waarden”, uitsluitend op basis van enkele satirische uitspraken tijdens zijn meest recente voorstelling. Wij roepen op tot zijn onmiddellijke vrijlating met eerbiediging van zijn fundamentele rechten en vrijheden en spreken de hoop uit op een toekomst waarin polarisatie opnieuw plaatsmaakt voor vrede en verdraagzaamheid, en waarin vrij denken kan bloeien.</p>
<p>Wij brengen deze verklaring met alle respect onder de aandacht van het publiek.</p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/07/05/deniz-goektasa-avrupadan-destek-ve-cagri/">Deniz Göktaş’a Avrupa’dan destek ve çağrı</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<title>Was die angeblich lustige „Hund-Türke“-Karikatur über Deutschland, Österreich und uns selbst verrät</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 10:54:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was die angeblich lustige „Hund-Türke“-Karikatur über Deutschland, Österreich und uns selbst verrät&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Was die angeblich lustige „Hund-Türke“-Karikatur über Deutschland, Österreich und uns selbst verrät</h2>
<h3></h3>
<p><em>von Birol Kilic, Beobachtungen und Analysen aus Wien, 07.06.2026</em></p>
<p>Als ich diese Karikatur zum ersten Mal sah – die ich auch über Signal und WhatsApp von mehreren Personen zugeschickt bekommen hatte – musste ich zunächst schmunzeln. Nicht wegen des Witzes selbst, sondern weil ich sofort erkannte, dass die Frisur des Hundes in Wirklichkeit gar nichts mit „Türken“ zu tun hat.</p>
<p>Ich bin seit über einem Vierteljahrhundert in Wien lebender österreichischer Staatsbürger türkischer Herkunft, stamme aus Istanbul und kenne beide Welten nicht schlecht.</p>
<p>Ich kenne diese Frisur seit meiner Kindheit. In Istanbul nannte man sie schon vor Jahrzehnten „Amerikan tıraşı“ – amerikanischer Haarschnitt. Wer damals zum Friseur ging und diesen Begriff verwendete, bekam genau das, was auf der Karikatur zu sehen ist: kurz rasierte Seiten, längeres Haar oben. Die Frisur kam nicht aus Anatolien, nicht aus Konya, nicht aus Kayseri und auch nicht aus Wien-Favoriten. Sie kam aus Amerika. Aus amerikanischer Militärkultur, amerikanischer Popkultur und amerikanischer Massenkultur.</p>
<p>Je länger ich die Karikatur betrachtete, desto weniger lustig erschien sie mir.</p>
<p><strong>Was macht diese Karikatur überhaupt lustig?</strong></p>
<p>Der Witz funktioniert nämlich nur dann, wenn beim Betrachter bereits bestimmte Bilder im Kopf vorhanden sind. Der Hund soll nicht einfach schlecht frisiert aussehen. Er soll „türkisch frisiert“ aussehen. Das Publikum soll nicht über die Frisur lachen, sondern über die Vorstellung eines türkischen Friseurs. Genau dort beginnt die eigentliche Aussage der Karikatur.</p>
<p>Warum versteht der Betrachter die Pointe überhaupt? Weil er sie bereits kennt. Weil im gesellschaftlichen Gedächtnis bereits ein Bild des türkischen Friseurs existiert – ein Bild, das nicht aus eigener Erfahrung stammen muss, sondern aus jahrzehntelanger kultureller Übermittlung. Der Witz braucht keine Erklärung, weil das Vorurteil bereits vorhanden ist. Und genau das ist das eigentliche Problem.</p>
<p>Denn die eigentliche Frage lautet nicht, warum ein Hund so aussieht. Die eigentliche Frage lautet, warum ausgerechnet ein türkischer Friseur die Pointe sein muss.</p>
<p data-start="471" data-end="531"><strong data-start="471" data-end="531">Historische Sensibilität statt historische Gleichsetzung</strong></p>
<p data-start="533" data-end="975">Europa hat in seiner Geschichte immer wieder erlebt, wie Minderheiten und gesellschaftliche Gruppen durch Tiermetaphern, Karikaturen und visuelle Zuschreibungen herabgesetzt wurden. Solche Darstellungen erfüllten oft die Funktion, Distanz zu schaffen, Vorurteile zu verstärken und Menschen als „anders“ erscheinen zu lassen. Die historische Erfahrung verpflichtet daher nicht zu vorschnellen Vergleichen, wohl aber zu besonderer Sensibilität.</p>
<p data-start="977" data-end="1382">Gerade deshalb lohnt es sich, auch aktuelle Debatten genauer zu betrachten. Nicht weil eine Hundekarikatur mit den dunklen Kapiteln der europäischen Geschichte gleichgesetzt werden könnte. Sondern weil sie daran erinnert, wie wichtig es ist, die Mechanismen der Verallgemeinerung, der Stereotypisierung und der Entmenschlichung frühzeitig zu erkennen, bevor sie gesellschaftlich selbstverständlich werden.</p>
<p><strong>Warum ausgerechnet ein türkischer Friseur?</strong></p>
<p>Noch bemerkenswerter erscheint die Wahl des Friseurs. Warum nicht ein türkischer Arzt? Warum nicht ein türkischer Universitätsprofessor? Warum nicht ein türkischer Unternehmer oder Richter? Warum landet die Karikatur ausgerechnet beim türkischen Friseur?</p>
<p>Wer sich mit der Geschichte der Arbeitsmigration beschäftigt hat, erkennt darin ein altes Muster. Über Generationen hinweg wurden Einwanderergruppen in Europa auf bestimmte Rollen reduziert. Aus dem Menschen wurde der Gastarbeiter. Aus dem Gastarbeiter wurde der Gemüsehändler, der Kebap-Verkäufer oder eben der Friseur. Ganze Lebensgeschichten verschwanden hinter wenigen Klischees. Die Karikatur greift genau auf dieses kulturelle Archiv zurück. Sie macht sich nicht über einen einzelnen Friseur lustig. Sie macht sich über eine gesellschaftlich bekannte Figur lustig, die seit Jahrzehnten für „den Türken“ stehen soll.</p>
<p><strong>Wien und seine türkischen Friseure</strong></p>
<p>Wer heute durch Wien geht, begegnet dem türkischen Friseur an jeder Ecke – von Favoriten über Meidling bis nach Floridsdorf. In wie vielen Wiener Bezirken gibt es keinen einzigen türkischen Friseursalon? Die Antwort lautet: in keinem.</p>
<p>Kaum jemand fragt dabei, wie viele österreichische Kinder ihren ersten Haarschnitt in einem türkischen Friseursalon erhalten haben. Wie viele österreichische Pensionisten jeden Monat denselben türkischen Friseur aufsuchen. Wie viele österreichische Mütter ihre Söhne selbstverständlich zum Nachbarn mit dem türkischen Namen schicken. Der türkische Friseur ist längst kein Fremdkörper im Wiener Alltag. Er gehört zur österreichischen Alltagskultur – so selbstverständlich wie das Café ums Eck oder der Greißler von nebenan.</p>
<p>Genau deshalb ist die Pointe der Karikatur so aufschlussreich. Sie verspottet ausgerechnet jemanden, den dieselbe Gesellschaft täglich in Anspruch nimmt. Das ist kein Zufall. Das ist das Wesen des Klischees: Es überlebt nicht trotz der Realität, sondern neben ihr. Der türkische Friseur ist für viele Wiener längst vertrauter als manche politische Institution. Gerade deshalb verrät die Karikatur mehr über die Wahrnehmung der Mehrheitsgesellschaft als über die Realität der türkischen Minderheit.</p>
<p><strong>Tierbilder sind in Europa niemals unschuldig</strong></p>
<p>Am meisten irritiert mich jedoch etwas anderes: Die Karikatur macht aus einem Hund einen Türken.</p>
<p>Viele Betrachter werden darin kein Problem erkennen. Doch historisch betrachtet sollte eine europäische Gesellschaft sehr vorsichtig sein, wenn Menschen oder ethnische Gruppen über Tierbilder, Tiervergleiche oder tierische Karikaturen dargestellt werden. Solche Darstellungen besitzen in Europa eine lange und problematische Tradition. Gerade deshalb sollte man sensibel bleiben, auch wenn die Absicht angeblich nur Humor ist.</p>
<p>Viele Leser werden sagen, es handle sich lediglich um einen harmlosen Witz. Doch gerade in Deutschland und Österreich sollte man bei Tier-Mensch-Darstellungen vorsichtig sein. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat gezeigt, dass solche Bilder selten nur Bilder bleiben.</p>
<p>Über Jahrzehnte wurden in Europa Minderheiten, religiöse Gemeinschaften und ethnische Gruppen durch Tiermetaphern dargestellt. Menschen erschienen als Ratten, Parasiten, Schädlinge, Insekten oder andere Wesen, die nicht mehr als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft wahrgenommen werden sollten. Die politische Funktion solcher Darstellungen war nicht in erster Linie die Beleidigung. Ihre Funktion bestand darin, emotionale Distanz zu erzeugen. Wer Menschen nicht mehr als Menschen wahrnimmt, kann Vorurteile leichter akzeptieren. Wer Vorurteile akzeptiert, akzeptiert irgendwann auch Ausgrenzung.</p>
<p>Natürlich behauptet niemand, dass eine Hundekarikatur über einen türkischen Friseur dieselbe Bedeutung hätte wie die menschenverachtende Propaganda vergangener Diktaturen. Darum geht es nicht. Die historische Lehre besteht vielmehr darin, die Mechanismen zu erkennen, bevor sie gesellschaftlich normal werden. Der Übergang von der Karikatur zur Diskriminierung beginnt nicht mit Gewalt. Er beginnt mit Gewöhnung. Die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts liefert genügend Beispiele dafür, wohin die systematische Entmenschlichung von Minderheiten führen kann. Entmenschlichung beginnt selten mit Gewalt. Sie beginnt fast immer mit Bildern.</p>
<p><strong>Ein Hund, ein Türke und Europas historische Erfahrung</strong></p>
<p>Wenn heute ähnliche Tier-Mensch-Vergleiche – etwa ein Hund, der angeblich „lustig“ als „türkisch frisiert“ dargestellt wird – gegenüber religiösen oder kulturellen Gruppen verwendet werden, sollte dies ein ernstes Warnsignal sein. Solche Darstellungen lösen denselben historisch bekannten Mechanismus aus: Sie schwächen den gesellschaftlichen Frieden, verstärken Vorurteile und drängen die betroffene Gruppe aus der Kategorie „Mensch“ heraus.</p>
<p>Natürlich wird man einwenden, dies sei doch nur ein Scherz. Niemand wolle jemanden beleidigen. Niemand wolle Hass verbreiten. Genau so beginnen jedoch viele gesellschaftliche Prozesse. Nicht mit offenem Hass, sondern mit Gewöhnung. Nicht mit einer politischen Rede, sondern mit einem Lacher. Nicht mit einer Parole, sondern mit einer Karikatur. Die europäische Geschichte lehrt uns, dass die Entwertung von Menschen selten dort beginnt, wo sie endet. Sie beginnt oft dort, wo Menschen aufhören, Fragen zu stellen.</p>
<p>Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob diese Zeichnung gut oder schlecht gelungen ist. Die eigentliche Frage lautet, warum die Verbindung zwischen einem Hund und einem Türken überhaupt als Pointe funktionieren kann. Welche Bilder müssen bereits im Kopf des Betrachters vorhanden sein, damit ein solcher Witz verstanden wird? Welche Vorstellungen über Türken, über Migranten oder über bestimmte Berufsgruppen werden hier vorausgesetzt? Humor ist niemals nur das, worüber gelacht wird. Humor verrät immer auch, was eine Gesellschaft für selbstverständlich hält.</p>
<p><strong>Vom Rassismus zum Kulturalismus</strong></p>
<p>Wer die deutschsprachige Gesellschaft aufmerksam beobachtet, erkennt darin ein bekanntes Muster. Über Türken wird häufig nicht offen feindselig gesprochen. Die Zeiten grober biologischer Rassentheorien sind vorbei. Stattdessen erscheinen die Vorurteile in humorvoller Verpackung. Sie treten als Witz, Karikatur oder scheinbar harmlose Bemerkung auf. Das Ziel bleibt jedoch oft dasselbe: Eine bestimmte Gruppe wird als anders, fremd oder minder kultiviert dargestellt.</p>
<p>Heute sagt niemand mehr: Türken sind biologisch minderwertig. Das wäre zu offen, zu angreifbar, zu historisch belastet. Stattdessen heißt es: Türken schneiden halt so. Türken sind halt so. Muslime sind halt so. Die Biologie ist verschwunden. Die Abwertung ist geblieben. Sie hat lediglich ihr Gewand gewechselt – vom Rassismus biologischer Prägung zum Kulturalismus, der ethnische Gruppen über angeblich unveränderliche kulturelle Merkmale definiert und festschreibt.</p>
<p>Der Kulturalismus ist subtiler als sein Vorgänger. Er gibt vor, nicht über Gene zu sprechen, sondern über Werte, Gewohnheiten, Mentalitäten. Er klingt nach Beobachtung, nach Erfahrung, nach nüchterner Analyse. Aber sein Ergebnis ist dasselbe: Eine Gruppe wird aus der Kategorie des Allgemeinen herausgehoben und als strukturell anders beschrieben. Die Karikatur vom türkischen Friseur ist kein unschuldiger Witz. Sie ist ein kleines Dokument dieser Denksweise.</p>
<p>Bemerkenswert ist dabei, dass viele Menschen eine solche Karikatur sofort als problematisch erkennen würden, wenn man das Wort „türkisch“ durch eine andere Herkunft ersetzen würde. Die Empörung wäre groß. Bei Türken hingegen gilt vieles noch immer als gesellschaftlich akzeptabler Humor. Genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.</p>
<p><strong>Die unsichtbare Hierarchie des Humors</strong></p>
<p>Jede Gesellschaft behauptet gerne, dass über alle Menschen gelacht werden dürfe. In der Praxis stimmt das jedoch selten. Es gibt Gruppen, bei denen jede Verallgemeinerung sofort als problematisch erkannt wird. Und es gibt Gruppen, bei denen dieselbe Verallgemeinerung noch immer als harmloser Humor gilt.</p>
<p>Deshalb lohnt sich ein einfaches Gedankenexperiment. Würde dieselbe Karikatur dieselbe Gelassenheit auslösen, wenn dort statt „türkischer Friseur“ eine andere religiöse, ethnische oder kulturelle Gruppe genannt würde? Würde man dieselbe Pointe veröffentlichen? Würde dieselbe Redaktion dieselbe Zeichnung drucken? Würden dieselben Menschen darüber lachen? Die Antwort auf diese Fragen verrät meist mehr über eine Gesellschaft als die Karikatur selbst.</p>
<p><strong>Der amerikanische Haarschnitt als europäische Ironie</strong></p>
<p>Je länger man die Zeichnung betrachtet, desto absürder erscheint ihre innere Logik. Die Frisur, die hier verspottet wird, ist nicht türkisch. Sie ist auch nicht syrisch, arabisch oder kurdisch. Sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger amerikanischer Kulturdominanz. Über Filme, Musikvideos, Sportidole und soziale Medien wurde sie rund um die Welt exportiert. Millionen Jugendliche übernahmen diesen Stil, weil sie dieselben Filme sahen, dieselbe Musik hörten und denselben Stars folgten.</p>
<p>Dass ausgerechnet diese Frisur nun als Symbol für „den Türken“ herhalten soll, zeigt, wie wenig die Karikatur tatsächlich über Türken aussagt. Sie sagt vielmehr etwas über die Bereitschaft aus, komplexe gesellschaftliche Entwicklungen auf einfache ethnische Bilder zu reduzieren.</p>
<p><strong>Noch interessanter wird die Sache, wenn man die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte betrachtet</strong></p>
<p>Die auf der Karikatur dargestellte Frisur wird heute in Wien häufig von Jugendlichen getragen, die gar keine Türken sind. Man sieht sie bei jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Besonders häufig findet man sie unter Jugendlichen aus Syrien, dem Irak oder anderen Regionen des Nahen Ostens.</p>
<p><strong>Und hier beginnt die eigentliche Ironie</strong></p>
<p>Die Karikatur verspottet ausgerechnet eine Erscheinung, die ohne die politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vielleicht nie zu einem festen Bestandteil europäischer Straßenbilder geworden wäre. Millionen Menschen wurden durch Kriege, Bürgerkriege und geopolitische Konflikte aus ihrer Heimat verdrängt. Ganze Regionen wurden destabilisiert. Die Folgen dieser Entwicklungen erreichten schließlich Europa. Sie kamen nicht nur in Form von Flüchtlingsbewegungen, sondern auch als neue kulturelle Ausdrucksformen, neue Jugendmilieus und neue Identitäten.</p>
<p>Deshalb ist die Karikatur für mich weit mehr als ein misslungener Witz über eine Frisur. Sie erzählt ungewollt eine Geschichte über Europa selbst. Sie zeigt, wie leicht man über sichtbare Symptome lacht, während man die Ursachen ausblendet. Man lacht über den jungen Mann mit dem „American Cut“, denkt aber nicht darüber nach, warum dieser Stil heute in den Vorstädten von Wien, Berlin oder Brüssel so präsent ist.</p>
<p><strong>Kinder geopolitischer Konflikte</strong></p>
<p>Wer heute durch Wien, Berlin oder Brüssel geht, begegnet jungen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Viele stammen aus Familien, die vor Krieg, Terror oder politischem Zusammenbruch fliehen mussten. Syrien, Irak, Afghanistan oder andere Regionen des Nahen Ostens sind nicht durch Zufall zu Herkunftsländern großer Migrationsbewegungen geworden. Hinter ihnen stehen Jahrzehnte geopolitischer Konflikte, Interventionen, Machtkampfe und gescheiterter Ordnungsversuche.</p>
<p>Wer hat Syrien zerstört? Wer hat den Irak destabilisiert? Wer hat Afghanistan zwanzig Jahre lang besetzt und am Ende sich selbst überlassen? Diese Fragen sind keine Anklage. Sie sind eine Erinnerung. Eine Erinnerung daran, dass die Menschen, über deren Frisuren heute gelacht wird, oft die Kinder jener Entscheidungen sind, die andere getroffen haben.</p>
<p>Die Karikatur lacht über das Ergebnis dieser Geschichte. Sie fragt jedoch nicht nach ihren Ursachen. Sie verspottet die Erscheinung, blendet aber die Entstehung aus. Gerade darin liegt eine der großen Schwächen vieler europäischer Debatten: Man diskutiert intensiv über die Folgen, aber nur selten über die Vorgeschichte.</p>
<p>Wer heute nur die Frisur sieht, aber nicht die Geschichte dahinter, betrachtet das Ergebnis und vergisst die Ursachen. Europa diskutiert seit Jahren über Integration. Weit seltener diskutiert es darüber, welche politischen Entscheidungen Millionen Menschen überhaupt erst nach Europa geführt haben.</p>
<p><strong>Die Gesellschaft im Spiegel der Karikatur</strong></p>
<p>Karikaturen sind oft ehrlicher als politische Reden. Sie zeigen nicht nur, worüber eine Gesellschaft lacht. Sie zeigen auch, welche Gruppen eine Gesellschaft noch immer für geeignet hält, um Gegenstand dieses Lachens zu sein.</p>
<p>Vielleicht liegt die größte Ironie dieser Zeichnung darin, dass sie am Ende gar nichts über türkische Friseure erzählt. Sie erzählt etwas über jene Gesellschaft, die sie gezeichnet hat. Über ihre Selbstverständlichkeiten. Über ihre blinden Flecken. Über die Gruppen, die noch immer als geeignete Zielscheibe für einen vermeintlich harmlosen Witz gelten.</p>
<p>Karikaturen sind deshalb oft ehrlicher als politische Programme. Sie zeigen nicht nur, worüber eine Gesellschaft lacht. Sie zeigen auch, wen sie noch immer nicht ganz als Teil ihrer selbst betrachtet.</p>
<p>Vielleicht ist die interessanteste Figur dieser Karikatur weder der Hund noch der türkische Friseur. Die interessanteste Figur ist die Gesellschaft, die beides für eine harmlose Pointe hält. Denn Karikaturen erzählen selten die Wahrheit über ihre Opfer. Fast immer erzählen sie die Wahrheit über ihre Urheber.</p>
<p><strong>Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – aber welche Geschichte wird hier erzählt?</strong></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8100 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer.jpg" alt="" width="4125" height="2750" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer.jpg 4125w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-300x200.jpg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-1024x683.jpg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-768x512.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-1536x1024.jpg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-2048x1365.jpg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-800x533.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/06/Augen-zu-und-durch-Jawohl-Herr-General-Karikatuer-1160x773.jpg 1160w" sizes="(max-width: 4125px) 100vw, 4125px" /></p>
<p>Auf den ersten Blick haben diese Bilder nichts miteinander zu tun. Hier eine angeblich harmlose Hund-Karikatur über einen „türkischen Friseur“. Dort politische Kampagnen, Umfragen, Schlagzeilen und Botschaften über Muslime, Migration und gesellschaftliche Zugehörigkeit. Betrachtet man sie jedoch gemeinsam, entsteht ein anderes Bild.</p>
<p>Kein einzelnes Bild erklärt eine Gesellschaft. Keine einzelne Karikatur, keine einzelne Schlagzeile und keine einzelne politische Botschaft. Erst im Zusammenspiel entsteht ein Deutungsrahmen. Karikaturen kommen selten aus dem Nichts. Sie entstehen in gesellschaftlichen Kontexten, die sie möglich machen.</p>
<p>Ob bewusst oder unbewusst, ob koordiniert oder nicht: Wenn über Jahre hinweg ähnliche Vorstellungen von Fremdheit, kultureller Andersartigkeit und gesellschaftlicher Zugehörigkeit vermittelt werden, entsteht ein gesellschaftlicher Kontext, in dem bestimmte Bilder, Witze und Zuschreibungen selbstverständlich erscheinen.</p>
<p><span style="font-size: 1.25rem; font-weight: bold; color: #000000; font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">Birol Kılıç, 07.06.2026 – Beobachtungen und Analysen aus Wien.</span></p>
<blockquote>
<p class="p1"><span class="s1">Der Publizist, Verleger und Unternehmer lebt seit mehr als 25 Jahren in Wien und beschäftigt sich publizistisch mit Fragen der Migration, der Medien, der Integration und der gesellschaftlichen Wahrnehmung.</span></p>
</blockquote>
<p><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/author-birol-kilic/">Weitere Artikel des Autors hier</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/06/07/was-die-angeblich-lustige-hund-tuerke-karikatur-ueber-deutschland-oesterreich-und-uns-selbst-verraet/">Was die angeblich lustige „Hund-Türke“-Karikatur über Deutschland, Österreich und uns selbst verrät</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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