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	<title>Kultur Archive - tuerkische-allgemeine.de</title>
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	<description>Ihre Zeitung für Türkische News aus dem Deutschsprachigen Raum</description>
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	<title>Kultur Archive - tuerkische-allgemeine.de</title>
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		<title>Aleviten im Visier : „Sie alle massakrieren“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 13:42:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aleviten im Visier : „Sie alle massakrieren“ von Birol Kilic , Analysen &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/08/29/aleviten-im-visier-sie-alle-massakrieren/">Aleviten im Visier : „Sie alle massakrieren“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="qMYqUG_convSearchResultHighlightRoot">
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<p>von Birol Kilic , Analysen  und Beobachtungen aus Wien, 29.08.2026</p>
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<p>Der kurdisch-islamisch-konservative Politiker und frühere HDP-Abgeordnete Altan Tan teilt Aleviten in „traditionelle“, „atheistische“ und „Pseudo-Aleviten“ ein und unterstellt Teilen von ihnen eine „Abrechnung mit dem Islam“. Wenige Tage später spricht ehemalige Generaldirektor der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, Kemal Öztürk, im Fernsehsender NTV pauschal von „allen Nusayriern“ und davon, man könne angesichts der geschilderten Verbrechen beinahe denken, „sie alle zu massakrieren“ sei gerechtfertigt.</p>
<p class="p1"><span class="s1">Gleichzeitig treibt Ankara einen neuen sunnitisch‑konservativen türkisch‑kurdischen Verständigungsprozess voran. </span>Ausgerechnet das Bündnis Sultan Selims I., Yavuz, mit dem <span class="s1">sunnitisch‑</span>kurdischen Gelehrten und Politiker İdris-i Bitlisi aus dem frühen 16. Jahrhundert wird dabei als historisches Beispiel türkisch-kurdischer Zusammenarbeit bemüht. Für Aleviten und Kızılbaş ist diese Epoche jedoch mit Verfolgung, Vertreibung, Enteignung und Tötungen verbunden. In einer der größten religiösen Gemeinschaften der Türkei wächst deshalb die Sorge, dass eine alte politische Logik in neuer Sprache zurückkehrt: kollektive Zuschreibung, religiöse Ausgrenzung und die Unterscheidung zwischen erwünschten und unerwünschten Aleviten.</p>
<h5><strong data-start="1730" data-end="1792">Eine neue  Allianz gegen die Aleviten– und eine alte Frage</strong></h5>
<p>Im Zentrum dieser neuen Verständigung steht ausgerechnet Abdullah Öcalan, Gründer und weiterhin wichtigste politische Bezugsperson der PKK, die auf der Terrorliste der Europäischen Union geführt wird. Auffällig ist dabei die politische Verschiebung: Öcalan würdigt inzwischen ausdrücklich den von Recep Tayyip Erdoğan und MHP-Chef Devlet Bahçeli getragenen politischen Willen und stellt historische türkisch-kurdische Bündnisse positiv heraus.Gleichzeitig wird aus Teilen des kurdisch-islamisch-konservativen Milieus eine Sprache hörbar, in der säkulare, linke und alevitische Kurden als Gegner oder Hindernis des neuen Prozesses erscheinen. Damit stellt sich besonders für kurdische und zazaische Aleviten eine unangenehme Frage: Soll die jahrzehntelange türkisch-kurdische Konfrontation durch eine neue, stärker konservativ-sunnitisch geprägte politische Verständigung beendet werden – und wer befindet sich danach außerhalb dieses neuen Konsenses?</p>
<h5><strong data-start="2748" data-end="2811">Wenn frühere PKK-Sympathisanten selbst ins Zweifeln geraten</strong></h5>
<p>Besonders sensibel ist diese Entwicklung für jene kurdischen und zazaischen Aleviten, die der PKK in der Vergangenheit aus ethnischen, linken, säkularen oder antistaatlichen Motiven politisch nahestanden oder Sympathien für sie hegten. Für viele von ihnen präsentierte sich die PKK über Jahrzehnte nicht als religiös-konservative, sondern als säkulare, linke und revolutionäre Bewegung.Wenn dieselbe Bewegung nun unter Öcalans politischer Führung eine Verständigung mit Erdoğan, Bahçeli und einem konservativ geprägten Staatsprojekt sucht, entsteht in diesem Milieu ein erheblicher Widerspruch. Auch in der europäischen Diaspora, in der zahlreiche kurdische und zazaische Aleviten leben, wird diese Entwicklung mit Aufmerksamkeit und teilweise erheblicher Skepsis verfolgt.</p>
<h5><strong data-start="3590" data-end="3652">Aus politischer Opposition wird „Abrechnung mit dem Islam“</strong></h5>
<p>Genau in dieser Phase erklärt Altan Tan, bestimmte Aleviten hätten eine „Abrechnung mit dem Islam“, bezeichnet andere als „atheistische Pseudo-Aleviten“ und zieht damit faktisch eine Grenze zwischen einem aus seiner Sicht legitimen und einem problematischen Alevitentum.Kurz darauf fällt im Fernsehen Kemal Öztürks Satz über die arabischen Aleviten, die Nusayrier. Er spricht nicht von konkreten Tätern, sondern von „allen Nusayriern“ und davon, man könne angesichts der ihm geschilderten Verbrechen beinahe zu dem Gedanken kommen, „sie alle zu massakrieren“.Das macht Aleviten nicht automatisch zu den „ersten Opfern“ eines geheimen politischen Plans. Für einen solchen Plan gibt es keinen Beleg. Es zeigt jedoch, wo eine neue gesellschaftliche Bruchlinie entstehen könnte: Während Erdoğan, Bahçeli, Öcalan und Teile der kurdischen Politik nach einer neuen staatlichen und regionalen Ordnung suchen, geraten ausgerechnet jene Aleviten unter Rechtfertigungsdruck, die religiös, säkular oder politisch nicht in diese neue Ordnung passen.</p>
<h5><strong data-start="4696" data-end="4747">Zwei unabhängige Aussagen, ein ähnliches und trauriges Muster</strong></h5>
<p>Altan Tan und Kemal Öztürk haben ihre Aussagen nach allem, was öffentlich bekannt ist, nicht miteinander abgestimmt. Es gibt keinen Beleg für eine gemeinsame Kampagne. Gerade deshalb ist die Ähnlichkeit des sprachlichen Mechanismus bemerkenswert.Aus Individuen werden Kollektive. Aus politischer Opposition wird eine Eigenschaft einer Glaubensgemeinschaft. Aus der Schuld konkreter Täter wird eine Zuschreibung an „alle“.Bei Altan Tan beginnt dies mit einer scheinbar theologischen Unterscheidung. Er spricht von „traditionellen Aleviten“, von „Aleviten ohne Ali“, von „Atheisten“, von „Pseudo-Aleviten“ und von „politischen Aleviten“. Problematisch ist nicht, dass ein konservativer Muslim eine bestimmte theologische Auffassung vom Alevitentum vertritt. Problematisch wird es dort, wo aus dieser Auffassung eine politische Sortierung von Menschen entsteht.Tan bleibt nicht bei der Frage, wer aus seiner Sicht religiös ist und wer nicht. Er behauptet, die von ihm so genannten „politischen Aleviten“ hätten nicht nur mit Erdoğan und der AKP, sondern mit dem „gesamten islamischen Lager“ und „im Kern auch mit dem Islam“ eine Rechnung offen.Damit verschiebt er die Ebene. Wer gegen Erdoğan ist, ist nicht automatisch gegen den Islam. Wer die AKP ablehnt, lehnt nicht den sunnitischen Glauben ab. Wer den politischen Islam kritisiert, führt keinen Glaubenskrieg gegen Muslime. Genau diese Grenzen werden jedoch verwischt, wenn politische Gegnerschaft als „Abrechnung mit dem Islam“ beschrieben wird.</p>
<h5><strong><span style="color: #000000; font-size: 2rem; font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">Wenn aus Opposition eine religiöse Gegnerschaft wird</span></strong></h5>
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<p data-start="2685" data-end="2966">Tans Argumentation gewinnt zusätzliche Schärfe dadurch, dass er eine historische Reihe konstruiert: Menderes, Özal, Erbakan, Erdoğan. Derselbe angebliche alevitische politische Block habe sich immer wieder gegen konservative und religiös geprägte Führungspersönlichkeiten gestellt.</p>
<p data-start="2968" data-end="3228">Das ist mehr als eine parteipolitische Analyse. Es erzeugt das Bild eines dauerhaften gesellschaftlichen Gegners: auf der einen Seite das „islamische Lager“, auf der anderen bestimmte Aleviten, denen eine tiefere Feindschaft gegen den Islam zugeschrieben wird.</p>
<p data-start="3230" data-end="3481">In einem Land, in dem die Grenzen zwischen religiöser, politischer und ethnischer Identität immer wieder gewaltsam aufgeladen wurden, ist eine solche Konstruktion riskant. Sie kann aus einem politischen Streit eine konfessionelle Frontstellung machen.</p>
<p data-start="3483" data-end="3683">Noch deutlicher wird das in Tans Formulierung von den „atheistischen Pseudo-Aleviten“. Damit beansprucht er letztlich, von außen zu entscheiden, wer zur alevitischen Gemeinschaft gehört und wer nicht.</p>
<p data-start="3685" data-end="3917">Der religiöse Alevit, der Ali, Mohammed und die Zwölf Imame anerkennt, erscheint als legitim. Der säkulare, linke, sozialistische oder atheistische Mensch alevitischer Herkunft wird dagegen zum fragwürdigen oder „falschen“ Aleviten.</p>
<p data-start="3919" data-end="4016">Politisch entsteht so eine gefährliche Kategorie: der akzeptable und der nicht akzeptable Alevit.</p>
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<h4 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-section-id="50k3a4" data-start="0" data-end="37">Wenn Glaube zur Machttechnik wird</h4>
<p data-start="39" data-end="352">Nicht der sunnitische Glaube ist hier Gegenstand der Kritik, ebenso wenig die kurdische oder türkische Herkunft eines politischen Akteurs. Interessant ist vielmehr ein Mechanismus, der weit über den konkreten Fall hinausweist: Religion kann vom persönlichen Glauben zu einem Instrument politischer Ordnung werden.</p>
<p data-start="354" data-end="784">Wenn ein Politiker beginnt festzulegen, wer ein „echter“ und wer ein „falscher“ Alevit sei, geht es nicht mehr ausschließlich um eine theologische Meinungsverschiedenheit. Religiöse Kategorien werden dann zur politischen Sortierung von Menschen benutzt. Der Andersdenkende erscheint zunächst als religiös fragwürdig, anschließend als politischer Gegner und schließlich möglicherweise als Teil eines kollektiv definierten Problems.</p>
<p data-start="786" data-end="1012">Ein solcher Mechanismus lässt sich als eine <strong data-start="830" data-end="860">„Theologie der Verachtung“</strong> beschreiben: Nicht die konkrete Handlung eines Menschen steht im Mittelpunkt, sondern seine vermeintlich richtige oder falsche religiöse Zugehörigkeit.</p>
<p data-start="1014" data-end="1608">Diese politische Versuchung ist älter als der moderne Islamismus. Bereits die frühe islamische Geschichte ist von Konflikten darüber geprägt, wie religiöse Legitimation und weltliche Herrschaft miteinander verbunden werden dürfen. Die Schlacht von Siffin, die Herausbildung dynastischer Herrschaft unter Muawiya und schließlich Kerbela gehören zu den zentralen historischen Erinnerungsorten dieses Konflikts. Besonders in schiitischen und alevitischen Traditionen wurden sie später zu Symbolen für die Frage, was geschieht, wenn politische Macht mit religiösem Wahrheitsanspruch verbunden wird.</p>
<p data-start="1610" data-end="2011">Der moderne politische Islam ist deshalb nicht einfach eine Fortsetzung der Umayyaden. Eine solche direkte historische Linie wäre zu grob. Vergleichbar ist jedoch ein bestimmtes Herrschaftsprinzip: Religion kann entweder eine moralische Grenze politischer Macht darstellen – oder sie kann dazu verwendet werden, Macht zu legitimieren, Gehorsam einzufordern und politische Gegner religiös zu markieren.</p>
<p data-start="2013" data-end="2269">Gerade deshalb sind Begriffe wie „echte Aleviten“, „Pseudo-Aleviten“ oder eine angebliche „Abrechnung mit dem Islam“ politisch nicht belanglos. Sie verschieben eine gesellschaftliche und politische Auseinandersetzung auf die Ebene religiöser Zugehörigkeit.</p>
<p data-start="2271" data-end="2514">Aus der Perspektive eines außenstehenden Beobachters liegt darin der entscheidende Punkt: Nicht mehr nur politische Positionen werden beurteilt, sondern zunehmend auch die religiöse Legitimität der Menschen, die diese Positionen vertreten.</p>
<p data-start="2516" data-end="2763" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Politisch entscheidend ist deshalb nicht die Frage, welche Definition des Alevitentums „richtig“ ist, sondern wer überhaupt das Recht beansprucht, eine solche Definition zur Grundlage gesellschaftlicher und politischer Zugehörigkeit zu machen.</p>
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<h4 class="z-0 flex min-h-[46px] justify-start"><span style="color: #000000; font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji'; font-size: 2rem;">Eine alte konfessionelle Bruchlinie</span></h4>
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<p data-start="4058" data-end="4111">Diese Sprache fällt nicht in ein historisches Vakuum.</p>
<p data-start="4113" data-end="4396">Das Alevitentum ist keine bloße politische Identität. Für viele seiner Angehörigen ist die Erinnerung an Ali, an die Familie des Propheten und an Kerbela zentral. Ebenso gehört die Erfahrung staatlicher und gesellschaftlicher Ausgrenzung über Jahrhunderte zum kollektiven Gedächtnis.</p>
<p data-start="4398" data-end="4460">Hier berührt die aktuelle Debatte eine viel ältere Geschichte.</p>
<p data-start="4462" data-end="4951">In der Schlacht von Siffin im Jahr 657 standen sich Ali ibn Abi Talib und Muawiya ibn Abi Sufyan gegenüber. Nach der klassischen islamischen Überlieferung ließ die Seite Muawiyas in einer kritischen Phase Koranseiten oder Koranhandschriften auf Lanzen erheben und forderte, das „Buch Gottes“ zum Schiedsrichter zu machen. Der religiöse Appell hatte unmittelbare politische Wirkung: Alis Lager geriet unter Druck, die militärische Entscheidung wurde verhindert, ein Schiedsverfahren folgte.</p>
<p data-start="4953" data-end="5166">Es wäre historisch falsch, daraus eine direkte Linie zum modernen politischen Islam zu ziehen. Der politische Islam im heutigen Sinn entstand unter völlig anderen Bedingungen, vor allem im 19. und 20. Jahrhundert.</p>
<p data-start="5168" data-end="5334">Doch Siffin steht bis heute symbolisch für eine ältere und wiederkehrende Frage: Was geschieht, wenn religiöse Autorität im Kampf um politische Macht eingesetzt wird?</p>
<p data-start="5336" data-end="5571">Unter Muawiya entwickelte sich das Kalifat zunehmend zu einer dynastischen Herrschaft. Sein Sohn Yazid wurde als Nachfolger etabliert. Unter Yazids Herrschaft wurde 680 Husain, der Enkel des Propheten und Sohn Alis, in Kerbela getötet.</p>
<p data-start="5573" data-end="5753">Für Aleviten und Schiiten ist Kerbela keine historische Randnotiz. Es ist eine zentrale Chiffre für die Verbindung von Macht, religiöser Legitimation, Unterdrückung und Widerstand.</p>
<p data-start="5755" data-end="5977">Gerade deshalb reagieren Aleviten empfindlich, wenn heutige politische Auseinandersetzungen wieder in Kategorien von „richtiger Religion“, „Abweichung“, „Islamfeindschaft“ und gesellschaftlicher Loyalität übersetzt werden.</p>
<h4 data-section-id="5rmqp2" data-start="5979" data-end="6027">Warum ausgerechnet  Sultan Yavuz und İdris-i Bitlisi?</h4>
<p data-start="6029" data-end="6135">Noch brisanter wird die aktuelle Lage durch die Geschichtspolitik des neuen türkisch-kurdischen Prozesses. Abdullah Öcalan, der Gründer und weiterhin zentrale Bezugspunkt der PKK, hat das Bündnis von Sultan Selim I., Yavuz, mit İdris-i Bitlisi ausdrücklich als wichtiges historisches Beispiel osmanisch-kurdischer Zusammenarbeit hervorgehoben.</p>
<p data-start="6375" data-end="6480">Auch der türkische Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş hat auf diese historische Konstellation verwiesen. Für eine türkisch-kurdische Staats- und Bündniserzählung kann dieses Beispiel attraktiv erscheinen. Unter Selim wurden kurdische Fürstentümer stärker in das osmanische System eingebunden; İdris-i Bitlisi spielte dabei eine wichtige Vermittlerrolle.</p>
<p data-start="6732" data-end="6799">Für Aleviten erzählt dieselbe Epoche jedoch eine andere Geschichte.</p>
<p data-start="6801" data-end="7275">Der Konflikt mit dem safawidischen Iran ging mit der Verfolgung von Kızılbaş-Gruppen in Anatolien einher. Kızılbaş wurden nicht nur als politische Sicherheitsgefahr, sondern in religiösen Texten und staatlichen Diskursen auch als häretisch und strafwürdig dargestellt. Über Opferzahlen und einzelne historische Details wird gestritten. Dass die Epoche für das alevitisch-kızılbaşische Gedächtnis eine Geschichte von Verfolgung und Gewalt darstellt, ist jedoch unbestreitbar.</p>
<p data-start="7277" data-end="7484">Deshalb ist die Frage berechtigt: Warum wird für einen Friedensprozess des 21. Jahrhunderts ausgerechnet ein historisches Bündnismodell gewählt, dessen andere Seite für Aleviten mit Verfolgung verbunden ist?</p>
<p data-start="7486" data-end="7549">Allein daraus folgt selbstverständlich keine heutige Bedrohung. Aber politische Symbole sind nicht neutral.</p>
<p data-start="7596" data-end="7946">Wenn ein historisches türkisch-kurdisches Bündnis positiv beschworen wird, dessen Entstehungszeit für Kızılbaş eine traumatische Bedeutung hat, und gleichzeitig ein prominenter kurdisch-islamisch-konservativer Politiker Teile der Aleviten als „Pseudo-Aleviten“ und als Gegner des Islam bezeichnet, entsteht ein Spannungsfeld, das erklärt werden muss.</p>
<h4 data-section-id="gm5m6z" data-start="7948" data-end="7998">Der neue Deal verändert die politischen Fronten</h4>
<p data-start="8000" data-end="8411">Der sogenannte Prozess für eine „terrorfreie Türkei“ hat die politische Landschaft verändert. AKP, MHP und die prokurdische DEM-Partei tragen inzwischen wesentliche Teile eines parlamentarischen Rahmens gemeinsam. Öcalan lobt den politischen Willen von Erdoğan und MHP-Chef Devlet Bahçeli. Altan Tan selbst spricht von einer erzielten „Übereinkunft“ und von einem möglichen türkisch-kurdisch-arabischen Bündnis.</p>
<p data-start="8413" data-end="8582">Ein öffentlich vorliegender, von Staat und PKK unterzeichneter Vertrag existiert nicht. Deshalb wäre es unseriös, von einem geheimen Abkommen gegen Aleviten zu sprechen. Doch politische Allianzen verändern immer auch die Definition von Freund und Gegner.</p>
<p data-start="8670" data-end="8719">Genau an diesem Punkt wird Tans Sprache relevant. Wenn der bisherige türkisch-kurdische Konflikt politisch entschärft werden soll, stellt sich zwangsläufig die Frage, welche inneren Gegensätze in der neuen Ordnung an Bedeutung gewinnen. Werden säkulare, linke oder alevitische Kritiker plötzlich als Hindernis einer großen konservativ-nationalen Versöhnung dargestellt?</p>
<p data-start="9042" data-end="9148">Das ist keine Behauptung über einen geheimen Plan. Es ist eine Frage an die öffentlich verwendete Sprache. Und diese Sprache gibt Anlass, genau hinzuhören.</p>
<h4 data-section-id="1ib6kiz" data-start="9200" data-end="9234">Dann sagte Kemal Öztürk: „alle“</h4>
<p data-start="9236" data-end="9306">Kemal Öztürks Aussage verschärfte diese Debatte noch einmal erheblich.</p>
<p data-start="9308" data-end="9458">Öztürk ist kein unbedeutender Kommentator. Er war Berater Recep Tayyip Erdoğans und später Generaldirektor der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.</p>
<p data-start="9460" data-end="9812">In einer NTV-Sendung berichtete er über Verbrechen unter dem Assad-Regime, über Sednaya, Idlib, Afrin und das Umland von Aleppo. Er schilderte Grausamkeiten und sagte anschließend über die Nusayrier, also die arabischen Alawiten, sinngemäß, man könne angesichts dieser Berichte zu dem Gedanken kommen, es sei gerechtfertigt, „sie alle“ zu massakrieren.</p>
<p data-start="9814" data-end="9907">Danach fügte er hinzu, die neuen Machthaber hätten sich gerade nicht auf diese Weise gerächt.</p>
<p data-start="9909" data-end="9978">Dieser Zusatz gehört zum Kontext. Er darf nicht unterschlagen werden.</p>
<p data-start="9980" data-end="10025">Aber er löscht den vorherigen Satz nicht aus.</p>
<p data-start="10027" data-end="10067">Denn der zentrale Begriff lautet „alle“.</p>
<p data-start="10069" data-end="10087">Nicht „die Täter“.</p>
<p data-start="10089" data-end="10118">Nicht „die Verantwortlichen“.</p>
<p data-start="10120" data-end="10167">Nicht „jene, die gefoltert und gemordet haben“.</p>
<p data-start="10169" data-end="10195">Sondern: „alle Nusayrier“.</p>
<p data-start="10197" data-end="10257">Damit wird aus individueller Schuld kollektive Zuschreibung.</p>
<p data-start="10259" data-end="10522">Ein Nusayrier, der Assad bekämpft hat, fällt unter das Wort „alle“. Ein Kind fällt darunter. Ein Bauer, eine Ärztin, ein oppositioneller Intellektueller, ein Mensch, der mit keinem Verbrechen etwas zu tun hat – alle verschwinden sprachlich in derselben Kategorie. Genau hier beginnt eine Sprache, die in pluralistischen Gesellschaften gefährlich wird.</p>
<h4 data-section-id="1f7xjpq" data-start="10613" data-end="10649">Kollektivschuld ist keine Analyse</h4>
<p data-start="10651" data-end="10939">Die Verantwortung für Verbrechen kann nur individuell oder institutionell festgestellt werden. Ein Geheimdienst kann verantwortlich sein. Ein Gefängniskommandant kann verantwortlich sein. Ein militärischer Verband kann verantwortlich sein. Ein politischer Führer kann verantwortlich sein.</p>
<p data-start="10941" data-end="11001">Eine Glaubensgemeinschaft kann nicht pauschal schuldig sein.</p>
<p data-start="11003" data-end="11164">In dem Moment, in dem ethnische oder religiöse Identität an die Stelle konkreter Verantwortung tritt, endet politische Analyse und beginnt Kollektivzuschreibung. Genau deshalb ist die Verbindung zwischen den Aussagen Tans und Öztürks analytisch interessant, obwohl keine Koordination zwischen beiden nachgewiesen ist.</p>
<p data-start="11323" data-end="11399">Tan sagt im Kern: Ein Teil der Aleviten steht dem Islam feindlich gegenüber. Öztürk sagt im Kontext Syriens einen Satz, in dem „alle Nusayrier“ mit einem Massaker verbunden werden. In beiden Fällen wird religiöse Zugehörigkeit zum politischen Erklärungsmodell.</p>
<h4 data-section-id="1cijxii" data-start="11587" data-end="11656">Maraş, Çorum, Sivas Massaken: Warum Worte in diesem Fall nicht neutral sind</h4>
<p data-start="11658" data-end="11837">Die Türkei hat Erfahrung damit, was geschieht, wenn Aleviten nicht mehr als Individuen, Nachbarn und Bürger, sondern als geschlossene gesellschaftliche Kategorie behandelt werden.</p>
<p data-start="11839" data-end="12046">Maraş 1978, Çorum 1980 und Sivas 1993 sind unterschiedliche historische Ereignisse mit unterschiedlichen Akteuren und Ursachen. Sie dürfen nicht zu einer einzigen einfachen Erzählung zusammengedrängt werden. Aber eine Gemeinsamkeit ist relevant: Gewalt entstand nicht aus dem Nichts.</p>
<p data-start="12125" data-end="12318">Ihr gingen Gerüchte, politische Feindbilder, konfessionelle Zuschreibungen und die Vorstellung voraus, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe bedrohe Religion, Nation oder gesellschaftliche Ordnung. Das bedeutet nicht, dass die Türkei heute unmittelbar vor einer vergleichbaren Entwicklung steht. Eine solche Behauptung wäre unbelegt und verantwortungslos.</p>
<p data-start="12480" data-end="12662">Es bedeutet aber sehr wohl, dass Begriffe wie „Islamfeind“, „Pseudo-Alevi“, „alle Nusayrier“ oder „massakrieren“ in diesem historischen Kontext eine besondere Verantwortung erzeugen. Gerade öffentliche Personen müssen wissen, welche Erinnerungen solche Begriffe aktivieren.</p>
<h4 data-section-id="13i5ldo" data-start="12756" data-end="12813">Frieden kann keine neue Minderheit zum Gegner brauchen</h4>
<p data-start="12815" data-end="12998">Der türkisch-kurdische Konflikt hat über Jahrzehnte unermessliches Leid verursacht. Wenn er tatsächlich auf politischem Weg beendet werden kann, wäre das ein historischer Fortschritt.</p>
<p data-start="13000" data-end="13136">Doch ein Friedensprozess beweist seine demokratische Qualität nicht allein daran, dass zwei bisher verfeindete Seiten sich verständigen. Entscheidend ist, was mit jenen geschieht, die nicht Teil dieses neuen Machtarrangements sind.</p>
<p data-start="13234" data-end="13468">Ein türkisch-kurdischer Frieden, der säkulare Aleviten, linke Aleviten oder andere kritische Gruppen als „gegen den Islam“, als „unecht“ oder als störende politische Elemente markiert, wäre kein umfassender gesellschaftlicher Frieden. Er würde lediglich eine Konfliktlinie schließen und möglicherweise eine andere verschärfen.</p>
<p data-start="13563" data-end="13656">Deshalb sollte die Frage nicht lauten, ob Aleviten „für“ oder „gegen“ den neuen Prozess sind. Die Frage lautet, ob sie ihre politischen Positionen frei vertreten können, ohne dass ihnen aufgrund ihrer religiösen oder kulturellen Identität eine Feindschaft gegen den Islam unterstellt wird.</p>
<p data-start="13855" data-end="14111">Und ebenso muss für arabische Aleviten gelten: Assad und seine Verbrechen können untersucht, verurteilt und strafrechtlich verfolgt werden, ohne Millionen Menschen allein wegen ihrer konfessionellen Herkunft in eine Kategorie kollektiver Schuld zu stecken.</p>
<h4 data-section-id="1me88wn" data-start="14113" data-end="14153">Die Warnzeichen liegen in der Sprache</h4>
<p data-start="14155" data-end="14311">Es gibt keinen Beleg für eine koordinierte anti-alevitische Strategie von Tan, Öztürk, Regierung und Öcalan. Eine seriöse Analyse sollte das deutlich sagen.</p>
<p data-start="14313" data-end="14402">Doch man braucht keine Verschwörung, damit gesellschaftlich gefährliche Sprache entsteht. Es genügt, wenn politische Akteure beginnen, Menschen nach religiöser Zugehörigkeit zu sortieren; wenn „richtige“ und „falsche“ Angehörige einer Minderheit definiert werden; wenn politische Opposition als religiöse Feindschaft interpretiert wird; wenn die Verbrechen einzelner auf eine ganze Gemeinschaft übertragen werden.</p>
<p data-start="14729" data-end="14794">Genau deshalb ist die Häufung der vergangenen Tage bemerkenswert.</p>
<p data-start="14796" data-end="14823">„Abrechnung mit dem Islam.“ , „Aleviten ohne Ali.“, „Atheistische Pseudo-Aleviten.“</p>
<p data-start="14880" data-end="14897">„Alle Nusayrier.“ „Massakrieren.“</p>
<p data-start="14916" data-end="15024">Jeder dieser Begriffe hat einen anderen Kontext. Zusammen ergeben sie keinen Beweis für einen geheimen Plan. Aber sie bilden eine politische Atmosphäre, die Aleviten mit guten Gründen aufmerksam macht. Die entscheidende Frage des neuen Prozesses lautet daher nicht nur, ob Ankara und die kurdische Bewegung Frieden schließen können.</p>
<p data-start="15252" data-end="15268">Sie lautet auch: <strong data-start="15270" data-end="15480">Kann eine neue türkisch-kurdische Verständigung entstehen, ohne dass Aleviten – religiöse wie säkulare, türkische wie kurdische – erneut zum inneren Gegenbild einer neuen politischen Ordnung gemacht werden?</strong></p>
<p data-start="15482" data-end="15607" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Daran wird sich zeigen, ob es tatsächlich um gesellschaftlichen Frieden geht – oder nur um eine Neuordnung politischer Macht.</p>
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<div class="text-center"><strong>Quellen</strong></div>
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<p data-start="135" data-end="334"><strong>Independent Türkçe – Altan Tan: „Was wollen die atheistischen Pseudo-Aleviten ohne Ali?“</strong><br />
Independent Türkçe – Altan Tan, “Ali’siz ateist sözde Aleviler neyin peşinde?”<br data-start="213" data-end="216" /><a href="https://www.indyturk.com/node/781786/t%C3%BCrki%CC%87yeden-sesler/alisiz-ateist-s%C3%B6zde-aleviler-neyin-pe%C5%9Finde?utm_source=">https://www.indyturk.com/node/781786/t%C3%BCrki%CC%87yeden-sesler/alisiz-ateist-s%C3%B6zde-aleviler-neyin-pe%C5%9Finde</a></p>
<p><strong>Medyascope – Interview mit Altan Tan von Ruşen Çakır vom 17. August 2026</strong></p>
<p data-start="336" data-end="491">Medyascope – Altan Tan’ın Ruşen Çakır’la 17 Ağustos 2026 tarihli söyleşisi<br data-start="410" data-end="413" /><a class="decorated-link" href="https://medyascope.tv/2026/08/17/cozum-surecinin-kaderini-kimler-belirleyecek/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="413" data-end="491">https://medyascope.tv/2026/08/17/cozum-surecinin-kaderini-kimler-belirleyecek/</a></p>
<p><strong>Cumhuriyet – Äußerungen von Kemal Öztürk über Nusayrier in einer NTV-Sendung</strong></p>
<p data-start="493" data-end="703">Cumhuriyet – Kemal Öztürk’ün NTV’de Nusayriler hakkında kullandığı sözler<br data-start="566" data-end="569" /><a class="decorated-link" href="https://www.cumhuriyet.com.tr/siyaset/ntv-canli-yayininda-katliam-gondermesi-nusayrileri-hedef-alan-kemal-ozturk-e-buyuk-tepki-2533192?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="569" data-end="703">https://www.cumhuriyet.com.tr/siyaset/ntv-canli-yayininda-katliam-gondermesi-nusayrileri-hedef-alan-kemal-ozturk-e-buyuk-tepki-2533192</a></p>
<p><strong>PİRHA – Erklärung der Demokratischen Alevitischen Vereinigungen zu Altan Tan und Kemal Öztürk</strong><br data-start="687" data-end="690" />PİRHA – Demokratik Alevi Dernekleri’nin Altan Tan ve Kemal Öztürk açıklaması<br data-start="781" data-end="784" /><a class="decorated-link" href="https://pirha.org/dad-alevilere-yonelik-nefret-soyleminin-normallestirilmesine-izin-vermeyecegiz-525908.html/29/08/2026/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="784" data-end="904">https://pirha.org/dad-alevilere-yonelik-nefret-soyleminin-normallestirilmesine-izin-vermeyecegiz-525908.html/29/08/2026/</a></p>
<p><strong>YOL TV – Reaktionen alevitischer Organisationen auf Altan Tans Äußerungen über Aleviten</strong></p>
<p data-start="906" data-end="1124">YOL TV – Altan Tan’ın Alevilere yönelik sözlerine Alevi kurumlarının tepkisi<br data-start="982" data-end="985" /><a class="decorated-link" href="https://www.yoltv.com/2026/08/28/aleviligi-tanimlamak-da-alevilere-baris-dersi-vermek-de-senin-ve-senin-gibilerin-haddi-degildir-altan-tan/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="985" data-end="1124">https://www.yoltv.com/2026/08/28/aleviligi-tanimlamak-da-alevilere-baris-dersi-vermek-de-senin-ve-senin-gibilerin-haddi-degildir-altan-tan/</a></p>
<p><strong>YOL TV – Alevitische Organisationen kritisieren Altan Tan und fordern juristische Schritte</strong><br data-start="1133" data-end="1136" />YOL TV – Alevi örgütlerinden Altan Tan’a tepki ve yargıya çağrı<br data-start="1189" data-end="1192" /><a class="decorated-link" href="https://www.yoltv.com/2026/08/26/alevi-orgutlerinden-yargiya-altan-tan-cagrisi-nefret-soylemleri-karsisindaki-cifte-standart-son-bulsun/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="1192" data-end="1328">https://www.yoltv.com/2026/08/26/alevi-orgutlerinden-yargiya-altan-tan-cagrisi-nefret-soylemleri-karsisindaki-cifte-standart-son-bulsun/</a></p>
<p data-start="1330" data-end="1620"><strong>T24 – Reaktion der DEM-Partei auf Kemal Öztürks Aussage über „alle Nusayrier</strong><br />
T24 – DEM Parti’den Kemal Öztürk’ün “Nusayrilerin hepsini katletseler” sözlerine tepki<br data-start="1416" data-end="1419" /><a class="decorated-link" href="https://t24.com.tr/gundem/dem-partiden-kemal-ozturkun-bu-nusayrilerin-hepsini-katletseler-yeridir-diyesiniz-geliyor-sozlerine-tepki-bu-dil-acikca-suc-teskil-etmektedir-sorusturma-baslatilmali%2C1344660?utm_source=chatgpt.com" target="_new" rel="noopener" data-start="1419" data-end="1620">https://t24.com.tr/gundem/dem-partiden-kemal-ozturkun-bu-nusayrilerin-hepsini-katletseler-yeridir-diyesiniz-geliyor-sozlerine-tepki-bu-dil-acikca-suc-teskil-etmektedir-sorusturma-baslatilmali%2C1344660</a></p>
<p data-start="1622" data-end="1838"><strong>Anadolu Ajansı (AA) – Bericht über Kemal Öztürks Ausscheiden als Generaldirektor der Anadolu Ajansı sowie biografische Angaben</strong><br />
Anadolu Ajansı – Kemal Öztürk’ün Anadolu Ajansı Genel Müdürlüğü görevinden ayrılmasına ilişkin haber ve biyografik bilgiler<br data-start="1745" data-end="1748" /><a class="decorated-link" href="https://www.aa.com.tr/tr/kurumsal-haberler/aa-genel-muduru-ozturk-gorevinden-ayrildi/96450" target="_new" rel="noopener" data-start="1748" data-end="1838">https://www.aa.com.tr/tr/kurumsal-haberler/aa-genel-muduru-ozturk-gorevinden-ayrildi/96450</a></p>
<p><strong>Parlement-Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) – Abgeordneteneintrag zu Altan Tan</strong></p>
<p data-start="1840" data-end="2017">TBMM – Altan Tan milletvekili kaydı<br data-start="1875" data-end="1878" /><a class="decorated-link" href="https://www.tbmm.gov.tr/Milletvekili/MilletvekiliDetay?DonemId=f72877c2-f509-037b-e050-007f01005610&amp;id=f72877c2-bf6f-037b-e050-007f01005610" target="_new" rel="noopener" data-start="1878" data-end="2017">https://www.tbmm.gov.tr/Milletvekili/MilletvekiliDetay?DonemId=f72877c2-f509-037b-e050-007f01005610&amp;id=f72877c2-bf6f-037b-e050-007f01005610</a></p>
<p><strong>Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) – Gesetz Nr. 7595 zur Stärkung der nationalen Solidarität und gesellschaftlichen Integration</strong></p>
<p data-start="1840" data-end="2017">Parlement-TBMM – 7595 sayılı Millî Dayanışma ve Toplumsal Bütünleşmenin Güçlendirilmesine Dair Kanun<br data-start="2109" data-end="2112" /><a class="decorated-link" href="https://tbmm.gov.tr/Yasama/Kanun/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00" target="_new" rel="noopener" data-start="2112" data-end="2181">https://tbmm.gov.tr/Yasama/Kanun/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00</a></p>
<p data-start="2183" data-end="2321"><strong>Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) – Gesetzesvorlage, Initiatoren und parlamentarisches Verfahren</strong><br />
TBMM – Kanun teklifi, teklif sahipleri ve yasama süreci<br data-start="2238" data-end="2241" /><a class="decorated-link" href="https://www.tbmm.gov.tr/Yasama/KanunTeklifi/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00" target="_new" rel="noopener" data-start="2241" data-end="2321">https://www.tbmm.gov.tr/Yasama/KanunTeklifi/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00</a></p>
<p><strong>Medyascope – Abdullah Öcalans Einschätzungen zum Bündnis zwischen Yavuz Sultan Selim und İdris-i Bitlisi</strong></p>
<p data-start="2323" data-end="2519">Medyascope – Abdullah Öcalan’ın Yavuz Sultan Selim–İdris-i Bitlisi ittifakına ilişkin değerlendirmeleri<br data-start="2426" data-end="2429" /><a class="decorated-link" href="https://medyascope.tv/2025/06/04/abdullah-ocalan-cumhuriyetin-kurt-politikasini-elestirdi/" target="_new" rel="noopener" data-start="2429" data-end="2519">https://medyascope.tv/2025/06/04/abdullah-ocalan-cumhuriyetin-kurt-politikasini-elestirdi/</a></p>
<p><strong>Türk Kültürü ve Hacı Bektaş Veli Araştırma Dergisi – Wissenschaftliche Studie zur Zeit Yavuz Sultan Selims, zu den Kızılbaş und zu İdris-i Bitlisi</strong></p>
<p data-start="2521" data-end="2714">Türk Kültürü ve Hacı Bektaş Veli Araştırma Dergisi – Yavuz Sultan Selim dönemi, Kızılbaşlar ve İdris-i Bitlisi üzerine akademik çalışma<br data-start="2656" data-end="2659" /><a class="decorated-link" href="https://dergipark.org.tr/tr/pub/tkhcbva/article/1157234" target="_new" rel="noopener" data-start="2659" data-end="2714">https://dergipark.org.tr/tr/pub/tkhcbva/article/1157234</a></p>
<p><strong>Cambridge University Press – <em data-start="2830" data-end="2894">Warrant for Genocide? Ottoman Propaganda Against the Qizilbash</em></strong></p>
<p data-start="2716" data-end="3016">Cambridge University Press – <em data-start="2745" data-end="2809">Warrant for Genocide? Ottoman Propaganda Against the Qizilbash</em><br data-start="2809" data-end="2812" /><a class="decorated-link" href="https://www.cambridge.org/core/books/abs/violence-in-islamic-thought-from-the-mongols-to-european-imperialism/warrant-for-genocide-ottoman-propaganda-against-the-qizilbash/EA6979F5D1FD38159D1A3AE6FDC2F6AC" target="_new" rel="noopener" data-start="2812" data-end="3016">https://www.cambridge.org/core/books/abs/violence-in-islamic-thought-from-the-mongols-to-european-imperialism/warrant-for-genocide-ottoman-propaganda-against-the-qizilbash/EA6979F5D1FD38159D1A3AE6FDC2F6AC</a></p>
<p data-start="3018" data-end="3216"><strong>Bianet – Abdullah Öcalans Äußerung über den „starken politischen Willen“ von Erdoğan und Bahçeli</strong><br />
Bianet – Abdullah Öcalan’ın Erdoğan ve Bahçeli’nin “güçlü siyasi iradesi”ne ilişkin açıklaması<br data-start="3112" data-end="3115" /><a class="decorated-link" href="https://bianet.org/haber/ocalan-sosyal-medyaya-yansiyan-ve-bana-atfedilen-ifadeler-gercek-disi-322806" target="_new" rel="noopener" data-start="3115" data-end="3216">https://bianet.org/haber/ocalan-sosyal-medyaya-yansiyan-ve-bana-atfedilen-ifadeler-gercek-disi-322806</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/08/29/aleviten-im-visier-sie-alle-massakrieren/">Aleviten im Visier : „Sie alle massakrieren“</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<title>Aleviler yine hedefte: Barış adı altında Yavuz–İdris-i Bitlisi işbirliği?</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/08/29/aleviler-yine-hedefte-baris-adi-altinda-yavuz-idris-i-bitlisi-isbirligi/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2026 11:21:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.tuerkische-allgemeine.de/?p=8317</guid>

					<description><![CDATA[<p>Barış adı altında Yavuz–İdris-i Bitlisi işbirliği? Aleviler yine hedefte — Tan’dan “İslam’la&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/08/29/aleviler-yine-hedefte-baris-adi-altinda-yavuz-idris-i-bitlisi-isbirligi/">Aleviler yine hedefte: Barış adı altında Yavuz–İdris-i Bitlisi işbirliği?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1 class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-section-id="yz8pin" data-start="287" data-end="362">Barış adı altında Yavuz–İdris-i Bitlisi işbirliği?</h1>
<h5>Aleviler yine hedefte — Tan’dan “İslam’la hesaplaşma”, Öztürk’ten “hepsini katletseler”</h5>
<p><strong><a href="https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/PDF/?uri=CELEX%3A32026D1882&amp;utm_source=">AB’nin terör örgütleri listesinde yer alan PKK’nın lideri Abdullah Öcalan</a>’ın Yavuz Sultan Selim–İdris-i Bitlisi ittifakını tarihsel bir Türk-Kürt ortaklığı modeli olarak öne çıkarması dikkat çekiyor. Altan Tan’ın “Ali’siz Aleviler” çıkışı ve Kemal Öztürk’ün Arap Alevilerine yönelik “Bu Nusayrilerin hepsini katletseler yeridir diyesiniz geliyor” sözleri ise şu soruyu gündeme getiriyor: “Barış” adı verilen yeni siyasal denklem kurulurken Aleviler neden yeniden hedef gösteriliyor?</strong></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-section-id="yz8pin" data-start="287" data-end="362">Birol Kılıç, Viyana&#8217;dan gözlem ve analizler, 29.08.2026<br />
<strong><br />
</strong>Son birkaç gün içinde kullanılan ifadeler sıradan bir siyasi polemiğin sınırlarını aştı. Eski HDP milletvekili Altan Tan, Alevileri “geleneksel”, “siyasal”, “Ali’siz”, “ateist” ve “sözde Alevi” diye tasnif ederken, “siyasal Aleviler” olarak adlandırdığı kesimin yalnız Erdoğan ve AKP ile değil, “topyekûn İslami kesimle” ve “özünde İslam’la” hesaplaştığını ileri sürdü. Gazeteci ve eski Anadolu Ajansı Genel Müdürü Kemal Öztürk ise Suriye’deki Nusayrileri konuşurken bütün bir inanç topluluğunu “hepsi” sözcüğüyle katliam cümlesinin içine yerleştirdi. İki kişinin aynı siyasi plan doğrultusunda hareket ettiğine ilişkin bir veri yok. Ancak iki açıklamadaki ortak nokta dikkat çekici: Tek tek kişilerin siyasi tercihleri veya somut fiilleri yerine, geniş bir inanç topluluğu kimliği üzerinden topluca tanımlanıyor.</p>
<h5><strong>Altan Tan&#8217;ın tepki çeken sözleri : “Hepsinin özünde İslam’la hesaplaşmaları var”</strong></h5>
<p>Altan Tan’ın sözleri yalnız “Ali’siz Aleviler” ifadesinden ibaret değil. Tan, “siyasal Aleviler” diye adlandırdığı kesimin geçmişten bugüne muhafazakâr ve İslamcı siyasi aktörlerle karşı karşıya geldiğini savundu; Adnan Menderes, Turgut Özal, Necmettin Erbakan ve Recep Tayyip Erdoğan’ı aynı tarihsel-siyasi çizginin içine yerleştirdi. Ardından bu kesimin “topyekûn İslami kesimle” ve “özünde İslam’la da bir hesaplaşması” bulunduğunu söyledi.</p>
<p>Buradaki ayrım önemli. Bir siyasi iktidara, Milli Görüş’e, AKP’ye veya siyasal İslam anlayışına karşı çıkmak ile İslam dinine karşı olmak aynı şey değil. Tan’ın kullandığı çerçeve ise siyasi muhalefeti daha geniş bir dinsel çatışmanın içine taşıyor. Böylece kendi “siyasal Alevi” kategorisine yerleştirdiği insanların tutumu yalnız bir hükümete veya ideolojiye muhalefet olarak değil, “İslami kesimle” ve nihayet “İslam’la hesaplaşma” biçiminde sunuluyor. Türkiye’nin mezhepsel hafızası düşünüldüğünde bu küçük bir kelime tercihi değil; Alevilerin geniş Sünni-Müslüman toplumun karşısında ayrı bir blok gibi algılanmasına yol açabilecek bir çerçeve.</p>
<p>Tan, 28 Ağustos’ta yayımlanan yazısında da geri adım atmadı. Yazının başlığı doğrudan “Ali’siz ateist sözde Aleviler neyin peşinde?” idi. Metinde “Ali’siz, ateist Alevi asıllılar” ifadesini kullandı ve ardından “Bakın, Alevi demiyorum” diye ekledi. Anne ve babaları Alevi olsa bile bugün Alevilikle veya herhangi bir dinle ilişkileri bulunmadığını düşündüğü kişilerin Alevi olarak tanımlanmasına karşı çıktı. Alevilik üzerinden “solculuk, sosyalistlik, Marksistlik, ateistlik” yapıldığını ileri sürdü; bunu “dolandırıcılık” ve “sahtekârlık” sözleriyle nitelendirdi.</p>
<p>Mesele Tan’ın Alevilik üzerine teolojik bir görüş taşıması değil. Tartışmalı olan, milyonlarca insanın taşıdığı bir kimliğin bir siyasetçi tarafından “geleneksel”, “Ali’siz”, “ateist”, “Marksist” veya “sözde” diye dışarıdan tasnif edilmesi ve ardından belirli Alevilerin “İslam’la hesaplaşan” bir siyasi kategori içinde sunulması. Bu yaklaşım kaçınılmaz olarak “makbul Alevi–makbul olmayan Alevi” tartışmasını doğuruyor. Alevi kuruluşlarının itirazı da tam burada yoğunlaşıyor: Aleviliğin sınırlarının dışarıdan çizilemeyeceği, kimin “gerçek” veya “sözde” Alevi olduğuna bir siyasetçinin karar veremeyeceği belirtiliyor.</p>
<h5><strong>Yavuz–İdris-i Bitlisi göndermesi neden Alevileri rahatsız ediyor?</strong></h5>
<p>Tartışmanın bir de tarihsel arka planı var. PKK lideri Abdullah Öcalan, örgütün 2025’teki kongresine gönderdiği değerlendirmede “Yavuz Sultan Selim ile İdris-i Bitlisi ittifakı çok önemlidir” diyerek bu ilişkiyi Osmanlı-Kürt ortaklığının önemli tarihsel örneklerinden biri olarak sundu. Çaldıran, Mercidabık ve Ridaniye savaşlarını da Kürt-Osmanlı ittifakının sonuçları arasında değerlendirdi.</p>
<p>Bu tarihsel örneği yakın dönemde yalnız Öcalan gündeme getirmedi. TBMM Başkanı Numan Kurtulmuş da Şırnak’ta yaptığı bir konuşmada Yavuz Sultan Selim ile İdris-i Bitlisi arasındaki ittifakı Türklerle Kürtlerin tarihsel ortaklığı açısından olumlu bir örnek olarak anlattı. Sözleri Alevi kuruluşlarının sert tepkisine yol açtı; çeşitli Alevi federasyonları ve dernekleri, Yavuz döneminin Kızılbaş-Alevi hafızasında taşıdığı ağır anlamı hatırlattı.</p>
<p>Çünkü Yavuz Sultan Selim–İdris-i Bitlisi ilişkisi yalnız Osmanlı’nın doğuya doğru genişlemesinin veya bazı Kürt emirlikleriyle kurduğu ittifakın tarihi değil. Aynı dönem Alevi-Kızılbaş hafızasında Çaldıran, Kızılbaşların takibi, ağır baskılar, fetvalar, sürgünler ve öldürmelerle birlikte anılıyor. Öldürülenlerin sayısı ve olayların kapsamı tarihçiler arasında tartışmalı olsa da Kızılbaşların dönemin siyasi ve dinî dilinde tehlikeli, sapkın ve cezalandırılması gereken bir topluluk olarak gösterildiği tarihsel bir gerçek.</p>
<p>Bu nedenle Yavuz–İdris-i Bitlisi ittifakının bugün yeniden bir “Türk-Kürt birlik modeli” olarak sunulması Aleviler açısından nötr bir tarih göndermesi değil. Alevi hafızasında ister istemez başka bir soru doğuyor: Geçmişte bu ittifakın karşısında kalan Kızılbaşların bugünkü torunları, kurulmak istenen yeni siyasi denklemde nerede duracak?</p>
<p>Elbette tarihsel bir ittifakın bugün anılması, kendi başına Alevilere yönelik bir tehdit bulunduğunu göstermez. Böyle bir sonuç çıkarmak için somut kanıt gerekir. Fakat aynı dönemde Alevilerin bir bölümünün “İslam’la hesaplaşan”, “Ali’siz”, “ateist” veya “sözde Alevi” olarak tanımlanması; hemen ardından Arap Alevilerinin tamamını kapsayan “hepsini katletseler” gibi bir cümlenin ulusal televizyonda kurulabilmesi, tarihsel göndermenin yarattığı hassasiyeti büyütüyor.</p>
<p>Ortaya çıkan soru bu nedenle basit değil: <strong>Yeni bir Türk-Kürt siyasi uzlaşması kurulurken Aleviler bunun eşit yurttaşları mı olacak, yoksa itiraz eden Aleviler yeniden “sorunlu kesim” olarak mı tarif edilecek? Başka bir ifadeyle: Bu barış kimler arasında ve kimin pahasına kuruluyor?</strong></p>
<h4><strong>Milli Görüş’ten HDP’ye, HDP’den Saadet’e</strong></h4>
<p>Altan Tan’ın siyasi geçmişi de bugünkü sözlerini değerlendirirken önem taşıyor. 1958 Batman doğumlu Tan, mühendislik eğitiminin ardından uzun yıllar muhafazakâr ve İslamcı Kürt siyasetinde yer aldı. 1987’de Refah Partisi’ne katıldı ve partinin Güneydoğu müfettişliği görevini üstlendi. Daha sonra Kürt siyasi hareketine yöneldi; üç dönem Diyarbakır milletvekilliği yaptı ve HDP çatısı altında parlamentoda bulundu.</p>
<p>HDP, özellikle AKP-MHP iktidarı tarafından yıllarca PKK’nın “parlamentodaki siyasi uzantısı” olmakla suçlandı. Cumhurbaşkanı Recep Tayyip Erdoğan bu nitelemeyi açık biçimde kullandı. Bu, iktidarın siyasi ve hukuki iddiasıdır; HDP ise bu tanımı reddetti. Parti hakkında açılan kapatma davasında da Yargıtay Cumhuriyet Başsavcılığı tarafından devletin ülkesi ve milletiyle bölünmez bütünlüğüne aykırı eylemlerin odağı haline geldiği ileri sürüldü.</p>
<p>Tan ise 2018’de HDP’den ayrılarak Milli Görüş geleneğinin devamındaki Saadet Partisi’nden İstanbul milletvekili adayı oldu. Ayrılırken HDP içindeki “marjinal sol” etkisini eleştiriyor, HDP ile HÜDA PAR arasında bir Kürt siyasi ittifakını tercih edeceğini söylüyordu. Bu geçmiş, bugün Aleviler hakkında kullandığı “Marksist”, “ateist” ve “İslam’la hesaplaşan” kategorilerini tek başına açıklamaz; ancak kullandığı siyasi dilin hangi düşünsel çevreden geldiğini anlamak açısından göz ardı edilemez.</p>
<h4><strong>“Madem bu anlaşma imzalandı, mutabakat sağlandı”</strong></h4>
<p>Altan Tan’ın Alevilere ilişkin çıkışlarının Türkiye’de yeni “çözüm” veya iktidarın kullandığı ifadeyle “Terörsüz Türkiye” sürecinin hızlandığı bir döneme rastlaması tartışmayı daha da hassas hale getiriyor. Tan, 17 Ağustos’ta Ruşen Çakır’a verdiği söyleşide devlet ile PKK arasındaki süreci değerlendirirken “Madem bu anlaşma imzalandı, mutabakat sağlandı” dedi; PKK’nın kampları boşaltması ve devletin bunu tespit etmesi gerektiğini savundu. Aynı söyleşide bölgesel perspektifini “Türk-Kürt-Arap ittifakı”, “Türkiye’nin havzasal genişlemesi” ve “entegrasyon süreci” kavramlarıyla anlattı.</p>
<p>Burada sınırı açık tutmak gerekiyor. Tan’ın “anlaşma imzalandı” sözü kendi ifadesidir. Kamuoyuna açıklanmış, devlet ile PKK temsilcilerinin imzalarını taşıyan bir anlaşma belgesi bulunmuyor. Dolayısıyla gizli veya yazılı bir anlaşmanın içeriği konusunda kesin hükümler vermek mümkün değil.</p>
<p>Buna karşılık sürecin artık yalnız görüşmelerden ibaret olmadığı da açık. TBMM’nin 10 Ağustos 2026’da kabul ettiği Millî Dayanışma ve Toplumsal Bütünleşmenin Güçlendirilmesine Dair Kanun, PKK/KCK’nin fiilî varlığını sona erdirmesi ve silahlarını teslim etmesinin güvenlik kurumlarınca tespit edilmesinden sonraki hukuki işlemleri düzenliyor. Teklifin ilk imzacıları arasında AKP’den Numan Kurtulmuş ve Abdullah Güler, MHP Genel Başkanı Devlet Bahçeli ile DEM Parti eş genel başkanları Tülay Hatimoğulları Oruç ve Tuncer Bakırhan bulunuyor.</p>
<p>Öcalan da sürecin geldiği aşamayı değerlendirirken Cumhurbaşkanı Erdoğan ile MHP lideri Bahçeli’nin ortaya koyduğu “güçlü siyasi irade”den söz etti. Dolayısıyla Ankara ile İmralı arasında hiçbir siyasi örtüşme bulunmadığını söylemek artık mümkün değil. Ancak bu siyasi yakınlaşmadan hareketle Alevilere karşı gizli bir plan veya anlaşma bulunduğu sonucuna varmak da mevcut belgelerin taşıyabileceğinden daha ileri bir iddia olur.</p>
<p>Asıl dikkat edilmesi gereken nokta başka: Yeni Türk-Kürt uzlaşmasının konuşulduğu günlerde, bazı Alevilerin aynı süreç içinde “İslam’la hesaplaşan”, “Marksist”, “Ali’siz” veya “sözde” bir kesim olarak tarif edilmeye başlanması.</p>
<h4><strong>Kemal Öztürk’ün cümlesindeki kritik sözcük: “Hepsi”</strong></h4>
<p>Altan Tan tartışması sürerken bu kez eski Anadolu Ajansı Genel Müdürü Kemal Öztürk’ün NTV’deki sözleri gündeme geldi. Öztürk, Suriye’de Esad yönetimi döneminde yaşandığını söylediği ağır insan hakları ihlallerini anlatırken Sednaya Cezaevi, İdlib, Afrin ve Halep kırsalından söz etti. Önce Sednaya için, “Orada çalışmış çöpçüyü bile assalar, kurşuna dizseler yeridir dersiniz” dedi.</p>
<p>Ardından kapsamı çok daha geniş bir cümle kurdu:</p>
<p><strong>“İdlib’de, Afrin’de ve Halep kırsallarında öyle korkunç hikâyeler dinledim ki, ‘Bu Nusayrilerin hepsini katletseler yeridir’ diyesiniz geliyor.”</strong></p>
<p>Öztürk daha sonra “Ama bakın intikam almadılar” diyerek sözünü sürdürdü. Bu devam cümlesi bağlam açısından önemlidir ve görmezden gelinmemelidir. Ancak tepkinin merkezindeki sorun da böylece ortadan kalkmıyor: <strong>“Nusayrilerin hepsi.”</strong></p>
<p>Bir rejimin, ordunun veya tek tek faillerin işlediği suçları araştırmak, suçluların yargılanmasını istemek başka şeydir; sorumluluğu milyonlarca insanın mensup olduğu bir inanç kimliğine genişletmek başka. Rejim yanlısı veya karşıtı, çocuk veya yetişkin, suç işlemiş veya hiçbir suça karışmamış olmasına bakılmaksızın “Nusayrilerin hepsi” denildiğinde bireysel sorumluluğun yerini kolektif suçlama alıyor.</p>
<p>Sorun bu nedenle yalnız “katletmek” fiili değildir. Ondan önce gelen <strong>“hepsi”</strong> sözcüğüdür.</p>
<p>Öztürk de sıradan bir sosyal medya kullanıcısı değil. Uzun yıllar Türkiye’nin siyasi ve medya merkezinde çalıştı; dönemin Başbakanı Recep Tayyip Erdoğan’ın basın danışmanlığını yaptı, daha sonra Anadolu Ajansı Yönetim Kurulu Başkanı ve Genel Müdürü oldu. Böyle bir geçmişe sahip bir gazetecinin ulusal televizyon ekranında bütün bir Nusayri toplumunu “hepsini katletseler” cümlesinin içine yerleştirmesi, sözlerin yarattığı tepkiyi daha da büyüttü.</p>
<p>Alevi kuruluşları bu ifadeyi bir dil sürçmesi olarak görmedi. Arap Alevi ve diğer Alevi kuruluşlarından gelen açıklamalarda, herhangi bir toplumun işlediği iddia edilen suçların o toplumun bütün üyelerine yüklenemeyeceği vurgulandı. Bazı kuruluşlar sözleri nefret söylemi olarak nitelendirirken, soruşturma çağrıları da yapıldı. Demokratik Alevi Dernekleri ise Altan Tan ile Kemal Öztürk’ün açıklamalarını aynı değerlendirmede ele alarak Alevilere yönelik nefret dilinin normalleştirilmemesi gerektiğini bildirdi.</p>
<h5><strong>Eski bir fay hattında yeni siyasi dönem</strong></h5>
<p>Altan Tan ile Kemal Öztürk’ün aynı siyasi plan doğrultusunda hareket ettiğini gösteren bir veri yok; böyle bir bağlantı kurmak eldeki bilgilerin ötesine geçer. Ancak kullanılan dilin ortak bir yönü var. Tan, Alevilerin bir bölümünü “İslam’la hesaplaşan” siyasi bir kategoriye yerleştiriyor ve bu kesimi “Ali’li”, “Ali’siz”, “geleneksel”, “Marksist”, “ateist” ve “sözde” diye ayırıyor. Öztürk ise Suriye’de belirli kişi ve kurumlara yüklenebilecek suçları “Nusayrilerin hepsi” ifadesiyle bir inanç topluluğunun tamamına doğru genişletiyor.</p>
<p>Türkiye’de Alevilerin tarihsel hafızası nedeniyle bu tür genellemeler sıradan sayılamaz. Maraş, Çorum ve Sivas gibi kitlesel şiddet olaylarının öncesinde ve sırasında da Aleviler hakkında siyasi, dinsel ve ahlaki suçlamalar dolaşıma sokulmuş; toplumun bir kesimi diğerine karşı kuşku ve düşmanlıkla beslenmişti. Bugünkü Türkiye’nin aynı noktaya sürüklendiğini söylemek için ortada kanıt yok ve böyle bir hüküm doğru olmaz. Fakat geçmişin bıraktığı ders de açık: Bir topluluğun önce kimliği üzerinden genellenmesi, ardından siyasi veya dinsel bir tehdit gibi sunulması hafife alınabilecek bir dil değildir.</p>
<p>Üstelik bugün tartışılan siyasi süreç “barış”, “kardeşlik”, “toplumsal bütünleşme” ve “Türk-Kürt ortaklığı” kavramları üzerinden yürütülüyor. Böyle bir dönemde Alevilerin bir bölümünü “İslam’la hesaplaşan” kesim olarak göstermek veya Arap Alevilerinin tamamını “katletmek” kelimesiyle aynı cümleye sokmak yalnız Alevileri ilgilendiren bir mesele değil. Türkiye’nin Sünni, Alevi, Kürt, Türk, seküler ve muhafazakâr kesimleri arasındaki kırılgan toplumsal dengeleri ilgilendiriyor.</p>
<p>Bir siyasetçiyi eleştirmek başka, onun inancını tartışma konusu yapmak başka; suç işlemiş kişileri yargılamak başka, onların mensup olduğu toplumun “hepsini” aynı suç ve katliam cümlesinin içine sokmak başkadır.</p>
<p>Altan Tan’ın “İslam’la hesaplaşma”, “Ali’siz”, “ateist” ve “sözde Alevi” sözleriyle Kemal Öztürk’ün “Nusayrilerin hepsi” ve “katletseler yeridir” ifadelerinin aynı günlerde gündeme gelmesi, Alevi kuruluşlarının neden sert tepki gösterdiğini anlamak için yeterince ağır bir tablo oluşturuyor.</p>
<p>Ve Yavuz Sultan Selim–İdris-i Bitlisi ittifakının yeniden olumlu bir tarihsel model olarak dolaşıma sokulduğu bu yeni siyasi dönemde Alevilerin sorduğu soru da ortada duruyor:</p>
<p><strong>Bu yeni “barış” ve ittifak düzeninde Alevilere biçilen yer gerçekten eşit yurttaşlık mı olacak; yoksa itiraz eden Aleviler yeniden “İslam’la hesaplaşan”, “sözde” veya “sorun çıkaran” bir toplumsal kesim olarak mı gösterilecek?</strong></p>
<p class="PDq2pG_selectionAnchorContainer" data-start="120" data-end="133"><strong data-start="120" data-end="133">Kaynaklar</strong></p>
<p data-start="135" data-end="334">Independent Türkçe – Altan Tan, “Ali’siz ateist sözde Aleviler neyin peşinde?”<br data-start="213" data-end="216" /><a href="https://www.indyturk.com/node/781786/t%C3%BCrki%CC%87yeden-sesler/alisiz-ateist-s%C3%B6zde-aleviler-neyin-pe%C5%9Finde?utm_source=">https://www.indyturk.com/node/781786/t%C3%BCrki%CC%87yeden-sesler/alisiz-ateist-s%C3%B6zde-aleviler-neyin-pe%C5%9Finde</a></p>
<p data-start="336" data-end="491">Medyascope – Altan Tan’ın Ruşen Çakır’la 17 Ağustos 2026 tarihli söyleşisi<br data-start="410" data-end="413" /><a class="decorated-link" href="https://medyascope.tv/2026/08/17/cozum-surecinin-kaderini-kimler-belirleyecek/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="413" data-end="491">https://medyascope.tv/2026/08/17/cozum-surecinin-kaderini-kimler-belirleyecek/</a></p>
<p data-start="493" data-end="703">Cumhuriyet – Kemal Öztürk’ün NTV’de Nusayriler hakkında kullandığı sözler<br data-start="566" data-end="569" /><a class="decorated-link" href="https://www.cumhuriyet.com.tr/siyaset/ntv-canli-yayininda-katliam-gondermesi-nusayrileri-hedef-alan-kemal-ozturk-e-buyuk-tepki-2533192?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="569" data-end="703">https://www.cumhuriyet.com.tr/siyaset/ntv-canli-yayininda-katliam-gondermesi-nusayrileri-hedef-alan-kemal-ozturk-e-buyuk-tepki-2533192</a></p>
<p data-start="705" data-end="904">PİRHA – Demokratik Alevi Dernekleri’nin Altan Tan ve Kemal Öztürk açıklaması<br data-start="781" data-end="784" /><a class="decorated-link" href="https://pirha.org/dad-alevilere-yonelik-nefret-soyleminin-normallestirilmesine-izin-vermeyecegiz-525908.html/29/08/2026/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="784" data-end="904">https://pirha.org/dad-alevilere-yonelik-nefret-soyleminin-normallestirilmesine-izin-vermeyecegiz-525908.html/29/08/2026/</a></p>
<p data-start="906" data-end="1124">YOL TV – Altan Tan’ın Alevilere yönelik sözlerine Alevi kurumlarının tepkisi<br data-start="982" data-end="985" /><a class="decorated-link" href="https://www.yoltv.com/2026/08/28/aleviligi-tanimlamak-da-alevilere-baris-dersi-vermek-de-senin-ve-senin-gibilerin-haddi-degildir-altan-tan/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="985" data-end="1124">https://www.yoltv.com/2026/08/28/aleviligi-tanimlamak-da-alevilere-baris-dersi-vermek-de-senin-ve-senin-gibilerin-haddi-degildir-altan-tan/</a></p>
<p data-start="1126" data-end="1328">YOL TV – Alevi örgütlerinden Altan Tan’a tepki ve yargıya çağrı<br data-start="1189" data-end="1192" /><a class="decorated-link" href="https://www.yoltv.com/2026/08/26/alevi-orgutlerinden-yargiya-altan-tan-cagrisi-nefret-soylemleri-karsisindaki-cifte-standart-son-bulsun/?utm_source=" target="_new" rel="noopener" data-start="1192" data-end="1328">https://www.yoltv.com/2026/08/26/alevi-orgutlerinden-yargiya-altan-tan-cagrisi-nefret-soylemleri-karsisindaki-cifte-standart-son-bulsun/</a></p>
<p data-start="1330" data-end="1620">T24 – DEM Parti’den Kemal Öztürk’ün “Nusayrilerin hepsini katletseler” sözlerine tepki<br data-start="1416" data-end="1419" /><a class="decorated-link" href="https://t24.com.tr/gundem/dem-partiden-kemal-ozturkun-bu-nusayrilerin-hepsini-katletseler-yeridir-diyesiniz-geliyor-sozlerine-tepki-bu-dil-acikca-suc-teskil-etmektedir-sorusturma-baslatilmali%2C1344660?utm_source=chatgpt.com" target="_new" rel="noopener" data-start="1419" data-end="1620">https://t24.com.tr/gundem/dem-partiden-kemal-ozturkun-bu-nusayrilerin-hepsini-katletseler-yeridir-diyesiniz-geliyor-sozlerine-tepki-bu-dil-acikca-suc-teskil-etmektedir-sorusturma-baslatilmali%2C1344660</a></p>
<p data-start="1622" data-end="1838">Anadolu Ajansı – Kemal Öztürk’ün Anadolu Ajansı Genel Müdürlüğü görevinden ayrılmasına ilişkin haber ve biyografik bilgiler<br data-start="1745" data-end="1748" /><a class="decorated-link" href="https://www.aa.com.tr/tr/kurumsal-haberler/aa-genel-muduru-ozturk-gorevinden-ayrildi/96450" target="_new" rel="noopener" data-start="1748" data-end="1838">https://www.aa.com.tr/tr/kurumsal-haberler/aa-genel-muduru-ozturk-gorevinden-ayrildi/96450</a></p>
<p data-start="1840" data-end="2017">TBMM – Altan Tan milletvekili kaydı<br data-start="1875" data-end="1878" /><a class="decorated-link" href="https://www.tbmm.gov.tr/Milletvekili/MilletvekiliDetay?DonemId=f72877c2-f509-037b-e050-007f01005610&amp;id=f72877c2-bf6f-037b-e050-007f01005610" target="_new" rel="noopener" data-start="1878" data-end="2017">https://www.tbmm.gov.tr/Milletvekili/MilletvekiliDetay?DonemId=f72877c2-f509-037b-e050-007f01005610&amp;id=f72877c2-bf6f-037b-e050-007f01005610</a></p>
<p data-start="2019" data-end="2181">TBMM – 7595 sayılı Millî Dayanışma ve Toplumsal Bütünleşmenin Güçlendirilmesine Dair Kanun<br data-start="2109" data-end="2112" /><a class="decorated-link" href="https://tbmm.gov.tr/Yasama/Kanun/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00" target="_new" rel="noopener" data-start="2112" data-end="2181">https://tbmm.gov.tr/Yasama/Kanun/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00</a></p>
<p data-start="2183" data-end="2321">TBMM – Kanun teklifi, teklif sahipleri ve yasama süreci<br data-start="2238" data-end="2241" /><a class="decorated-link" href="https://www.tbmm.gov.tr/Yasama/KanunTeklifi/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00" target="_new" rel="noopener" data-start="2241" data-end="2321">https://www.tbmm.gov.tr/Yasama/KanunTeklifi/3270cca3-ed00-434b-aa64-019fd1c2dd00</a></p>
<p data-start="2323" data-end="2519">Medyascope – Abdullah Öcalan’ın Yavuz Sultan Selim–İdris-i Bitlisi ittifakına ilişkin değerlendirmeleri<br data-start="2426" data-end="2429" /><a class="decorated-link" href="https://medyascope.tv/2025/06/04/abdullah-ocalan-cumhuriyetin-kurt-politikasini-elestirdi/" target="_new" rel="noopener" data-start="2429" data-end="2519">https://medyascope.tv/2025/06/04/abdullah-ocalan-cumhuriyetin-kurt-politikasini-elestirdi/</a></p>
<p data-start="2521" data-end="2714">Türk Kültürü ve Hacı Bektaş Veli Araştırma Dergisi – Yavuz Sultan Selim dönemi, Kızılbaşlar ve İdris-i Bitlisi üzerine akademik çalışma<br data-start="2656" data-end="2659" /><a class="decorated-link" href="https://dergipark.org.tr/tr/pub/tkhcbva/article/1157234" target="_new" rel="noopener" data-start="2659" data-end="2714">https://dergipark.org.tr/tr/pub/tkhcbva/article/1157234</a></p>
<p data-start="2716" data-end="3016">Cambridge University Press – <em data-start="2745" data-end="2809">Warrant for Genocide? Ottoman Propaganda Against the Qizilbash</em><br data-start="2809" data-end="2812" /><a class="decorated-link" href="https://www.cambridge.org/core/books/abs/violence-in-islamic-thought-from-the-mongols-to-european-imperialism/warrant-for-genocide-ottoman-propaganda-against-the-qizilbash/EA6979F5D1FD38159D1A3AE6FDC2F6AC" target="_new" rel="noopener" data-start="2812" data-end="3016">https://www.cambridge.org/core/books/abs/violence-in-islamic-thought-from-the-mongols-to-european-imperialism/warrant-for-genocide-ottoman-propaganda-against-the-qizilbash/EA6979F5D1FD38159D1A3AE6FDC2F6AC</a></p>
<p data-start="3018" data-end="3216">Bianet – Abdullah Öcalan’ın Erdoğan ve Bahçeli’nin “güçlü siyasi iradesi”ne ilişkin açıklaması<br data-start="3112" data-end="3115" /><a class="decorated-link" href="https://bianet.org/haber/ocalan-sosyal-medyaya-yansiyan-ve-bana-atfedilen-ifadeler-gercek-disi-322806" target="_new" rel="noopener" data-start="3115" data-end="3216">https://bianet.org/haber/ocalan-sosyal-medyaya-yansiyan-ve-bana-atfedilen-ifadeler-gercek-disi-322806</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<ul data-start="12948" data-end="13409">
<li data-section-id="o1n7hx" data-start="13368" data-end="13409"></li>
</ul>
<p data-start="10671" data-end="10977"><span class="contents" data-content-reference-start="11599" data-content-reference-end="11768"><span class="" data-state="closed"> </span></span></p>
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		<title>Trenčín: „Europäische Kulturhauptstadt&#8220; als Ansage für die Freiheit der Kunst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2026 13:46:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die schmucke Altstadt mit mittelalterlicher Festung wäre schon allein einen Besuch wert.&#8230;</p>
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<h4 class="flex-1"><span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">Die schmucke Altstadt mit mittelalterlicher Festung wäre schon allein einen Besuch wert. Dazu kommen bis Jahresende viele Ausstellungen als Programm, das für die Freiheit der Kunst wirbt.</span></h4>
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<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Von Otmar Lahodynsky, Trenčín, 31.03.2026, Türkische Allgemeine</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Nur zwei Auto- oder Bahnstunden von Wien entfernt bleibt die westslowakische Stadt Trenčín für viele ein Geheimtipp. Doch bis Jahresende ist die schmucke, am Fluss Váh (deutsch: Waag) gelegene Gemeinde mit 54.000 Einwohnern auch Europäische Kulturhauptstadt — gemeinsam mit dem finnischen Oulu. Mitte Februar fand ein Wochenende lang die Eröffnung statt. Und bis knapp vor der offiziellen Feier auf der mittelalterlichen Festung, die sich auf einem Felsen über der Altstadt erstreckt, war nicht sicher, ob auch Mitglieder der rechtsnationalen Regierung daran teilnehmen würden. Kulturministerin Martina Šimkovičová von der rechtsextremen SNS-Partei, die einen Feldzug gegen liberale Kulturschaffende führt und auch das Staatsfernsehen auf Regierungskurs brachte, blieb der Einladung fern. Dabei hätte ihr das Begleitprogramm mit Folkloretänzen und Kinderchören sicher gefallen.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-8013 size-large aligncenter" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-1024x768.jpeg" alt="" width="1024" height="768" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-1024x768.jpeg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-300x225.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-768x576.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-800x600.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-1160x870.jpeg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/IMG_6594-scaled.jpeg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<h3 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>Worte gegen die Macht</strong></h3>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Aber nicht die Reden. So erklärte der Bürgermeister der 54.000 Einwohner zählenden Stadt, Richard Rybniček, in Anspielung auf die amtierende, autoritär eingestellte Regierung der Slowakei: „Wir Slowaken werden niemals zulassen, dass uns das Recht, in Freiheit, Demokratie und Würde zu leben, jemals wieder weggenommen wird.&#8220; Und unter großem Beifall ergänzte der seit 16 Jahren regierende, parteilose Stadtvorsteher: „Trenčín wird als Europäische Kulturhauptstadt seine Position als offene, freie, tolerante und moderne Stadt festigen.&#8220; Rybniček erinnerte dabei an seine Jugend im kommunistischen System hinter dem Eisernen Vorhang. Schon damals öffneten Künstler ein Fenster zur Freiheit.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Der prominenteste anwesende Politiker, der Sprecher des slowakischen Nationalrats, Richard Raši — der als Bürgermeister von Košice 2013 die erste Kulturhauptstadt der Slowakei leitete — hob die Chance hervor, den Reichtum der slowakischen Kultur europa- und weltweit zu zeigen. Die Kosten dafür seien kein bloßer Ausgabeposten, „sondern eine Investition in unsere Zukunft&#8220;.</p>
<p><img decoding="async" class="wp-image-8014 size-full aligncenter" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6633.jpeg" alt="" width="480" height="640" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6633.jpeg 480w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6633-225x300.jpeg 225w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<h4 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>25 Millionen Euro für Kultur und Erneuerung</strong></h4>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das Budget für die Kulturhauptstadt beträgt 25 Millionen Euro, dazu kommen EU-Mittel für die Infrastruktur der Stadt. So wurden Teile der Altstadt samt Burg erneuert. Auch die Renovierung der prächtigen, 1913 eingeweihten Synagoge im Jugendstil, die in der NS-Zeit zum Teil zerstört wurde, wird fortgesetzt — auch mit Mitteln aus Norwegen und Liechtenstein.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Die alte Eisenbahnbrücke wird erst im Herbst eine neue Funktion erhalten: Sie soll eine Begegnungsstätte für Bewohner und Besucher werden — mit Cafés, Kulturateliers und kleinen Läden für regionale Produkte. Gemäß dem Festival-Motto „Erwecken der Neugier&#8220; steht das Voneinander-Lernen durch Dialog im Mittelpunkt des Kulturhauptstadt-Jahres.</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-8015 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6612.jpeg" alt="" width="640" height="480" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6612.jpeg 640w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6612-300x225.jpeg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<h4 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>Internationale Kunst trifft slowakisches Erbe</strong></h4>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">„Wir wollen in diesem Jahr einen neuen Blick auf diese alte Stadt ermöglichen, auch wie Künstler uns sehen&#8220;, erklärt Martin Mojžiš vom Leitungsteam der Kulturhauptstadt im Gespräch mit der „Türkischen Allgemeinen&#8220;. Man habe bewusst auf internationale Stars verzichtet, aber neben slowakischen Künstlern auch Kulturschaffende aus anderen Ländern eingeladen. So werden derzeit Künstler aus Japan, der Türkei, Spanien und Portugal in Ausstellungen präsentiert. Der junge Künstler Diren Demir aus Istanbul ist derzeit mit einem Projekt „Walk in the Rain&#8220; aus dem Bereich Street-Art zu sehen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Das historische Erbe der Stadt mit der imposanten Burganlage, dem Hauptquartier der Infanterie und der ehemaligen Textilindustrie werde in vielen Projekten nachgezeichnet werden, so Mojžiš — stets unter Einbeziehung lokaler Initiativen. Ein Modeatelier mit nachhaltiger Ausrichtung wurde bei der Synagoge eröffnet, in dem für Recycling geworben und gegen umweltbelastende Textilimporte Stellung bezogen wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8016 size-full aligncenter" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6617.jpeg" alt="" width="480" height="640" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6617.jpeg 480w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6617-225x300.jpeg 225w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<h4 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>Dialog der Weltreligionen</strong></h4>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Einen Schwerpunkt bildet auch der Dialog der Weltreligionen. So beginnt im Frühling eine Reihe von Veranstaltungen der ökumenischen Bewegung, die wöchentlich abwechselnd in katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen stattfinden sollen. Auch das Judentum und der Islam werden einbezogen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8012 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6654.jpeg" alt="" width="640" height="480" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6654.jpeg 640w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6654-300x225.jpeg 300w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<h4 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>Laserharfe und Avantgarde — Kunst zum Anfassen</strong></h4>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">In der barocken, von Jesuiten geschaffenen Piaristenkirche in der Altstadt fand am Eröffnungswochenende nach dem bunten Open-Air-Programm auf dem Friedensplatz eine besondere Sonntagsmesse statt. Der Bischof der isländischen Hauptstadt Reykjavík, der aus der Slowakei stammende Dávid Tencer, hielt die Predigt, und das Kammerorchester mit der Opernsängerin Paulina Ovádková gestaltete das musikalische Programm. In der gotischen Marienkirche auf dem Weg zur Burg wurde eine Laserharfe installiert, auf der Besucher durch bloße Bewegung der Hände elektronische Klänge erzeugen können.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Die Werkschau des slowakischen Künstlers Stano Filko (1937–2015), des bedeutenden Avantgarde-Malers, in der Miloš-Alexander-Bazovský-Galerie zeigt auch fernöstliche Spiritualität. Filko hat auf großflächigen Gemälden, die ein wenig an Hermann Nitsch und Arnulf Rainer erinnern, seinen eigenen Kosmos geschaffen und jeder Farbe Chakren zugewiesen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-8018 size-full aligncenter" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6669.jpeg" alt="" width="480" height="640" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6669.jpeg 480w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6669-225x300.jpeg 225w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
<h4 class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]" style="text-align: center;"><strong>Kasten: Trenčín und seine Umgebung</strong></h4>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]">Trenčín lädt Besucher mit vielen Programmpunkten bis Ende des Jahres ein. Auch benachbarte Dörfer sind sehenswert: So der nahe Kurort Trenčianske Teplice, der k&amp;k-Flair verströmt und neben Schwefelquellen ein Hamam aus dem Jahr 1888 bietet — dazu noch die beliebten Oblaten. Und im Dorf Uhrovec wohnten gleich zwei berühmte Slowaken — im 19. und 20. Jahrhundert — sogar im selben Haus: der Politiker und Kodifizierer der slowakischen Schriftsprache, Ľudovít Štúr, und der ehemalige KP-Chef der ČSSR und Begründer des Prager Frühlings, Alexander Dubček. ( Von Otmar Lahodynsky, Trenčín, 31.03.2026, Türkische Allgemeine)</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-[1.7]"><span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">Infos und Programm: </span><a class="underline underline underline-offset-2 decoration-1 decoration-current/40 hover:decoration-current focus:decoration-current" style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';" href="http://www.trencin2026.eu">www.trencin2026.eu</a></p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8019 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6657.jpeg" alt="" width="480" height="640" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6657.jpeg 480w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6657-225x300.jpeg 225w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8020 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6646.jpeg" alt="" width="480" height="640" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6646.jpeg 480w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6646-225x300.jpeg 225w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /> <img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-8021 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6641.jpeg" alt="" width="480" height="640" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6641.jpeg 480w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/Mittel-IMG_6641-225x300.jpeg 225w" sizes="(max-width: 480px) 100vw, 480px" /></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/03/31/trencin-europaeische-kulturhauptstadt-als-ansage-fuer-die-freiheit-der-kunst/">Trenčín: „Europäische Kulturhauptstadt&#8220; als Ansage für die Freiheit der Kunst</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<title>Wien im Blick eines Osmanen Was Gaspard Testa 1793 sah — und was uns heute noch angeht</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/03/08/wien-im-blick-eines-osmanen-was-gaspard-testa-1793-sah-und-was-uns-heute-noch-angeht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Mar 2026 17:37:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wien 1793 – Gesehen mit den Augen eines Osmanischen Dragoman- Diplomaten Sie&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2026/03/08/wien-im-blick-eines-osmanen-was-gaspard-testa-1793-sah-und-was-uns-heute-noch-angeht/">Wien im Blick eines Osmanen Was Gaspard Testa 1793 sah — und was uns heute noch angeht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wien 1793 – Gesehen mit den Augen eines Osmanischen Dragoman- Diplomaten</h2>
<h4>
<p>Sie zeigen Wien nicht durch die Augen eines europäischen Reisenden, sondern durch den Blick eines Beobachters aus der osmanischen Welt.</h4>
<p>Birol Kılıç, 08.03.2026, Wien, Rezension</p>
<p data-start="0" data-end="253">Unglaublich… Haben Sie sich jemals gefragt, wie Wien im Jahr 1793 aussah? Wie die Straßen beschaffen waren, wie das tägliche Leben verlief, wie die Menschen lebten und sich in dieser Stadt bewegten? Wenn ja, dann könnte dieses Werk Ihr Interesse wecken.</p>
<p data-start="255" data-end="812">Denn wenn man einen Zeitzeugen des Jahres 1793 erleben möchte – jemanden, der beschreibt, wie Wien damals aussah, von den Straßen über die Frauen und Geschäfte bis hin zur Beleuchtung auf dem Weg zur Oper – und der sogar Kaiser Franz II. (1792–1806), den letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, persönlich in Wien gesehen hat, während er siebzehn Tage lang als Botschaftsdrogman (Übersetzer) tätig war, dann sollte man dieses Buch über Wien und andere europäische Städte lesen. Dieses Werk öffnet ein Fenster in eine vergangene Zeit.</p>
<p data-start="814" data-end="1292">Der Text ist nicht in der distanzierten Sprache eines Historikers verfasst, sondern klingt wie die unmittelbare Stimme eines Tagebuchs. In seinen Zeilen liegen die Frische der Beobachtung, die Nähe des Erlebten und die Authentizität eines Menschen, der mitten<strong> im damaligen Wien stand.</strong> Jahr 1793&#8230;Derzeit arbeiten wir auch mit dem „Neue Welt Verlag” aus Wien daran, dieses türkisch-niederländische Buch gemeinsam mit dem Herausgeber Tütüncü in deutscher Sprache herauszugeben. Bevor es soweit ist, möchte ich jedoch gerne einen kurzen Einblick in die Entstehung und Bedeutung dieses Werkes von Testa aus dem Jahr 1793 geben und einige Hintergrundinformationen dazu liefern..</p>
<p data-start="1294" data-end="1650">Der Autor dieser im Jahr 1793 in Wien angefertigten Aufzeichnungen ist <strong>Gesbart Baron Testa,</strong> ein osmanischer Bürger und Untertan genuesischer( aus Italien) Abstammung sowie römisch-katholischen Glaubens. Testa wurde am 1. August 1770 in Istanbul geboren. Seine Geschichte ist zugleich die Geschichte einer Familie, die über Jahrhunderte hinweg zwischen zwei Welten lebte.</p>
<p data-start="1652" data-end="2121">Die Familie Testa gehörte zu jenen levantinischen Familien Galatas, deren Leben sich im Schnittpunkt von Handel, Diplomatie und Kultur bewegte. Ihre Wurzeln reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als sich ihre Vorfahren aus der Seerepublik Genua( Italien)   in Galata niederließen. Dieses Viertel am Goldenen Horn war damals einer der internationalsten Orte der östlichen Mittelmeerwelt – ein Treffpunkt von Händlern, Diplomaten und Reisenden aus Europa und dem Osmanischen Reich.</p>
<p data-start="2123" data-end="2570">Nach der Eroberung Konstantinopels <strong>im Jahr 1453 überreichten Vertreter der Genuesen von Galata Sultan Mehmed II. die Schlüssel des Viertels.</strong> Der Sultan gewährte den Bewohnern Schutz und Handelsprivilegien. In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich daraus enge Beziehungen zwischen den levantinischen Familien Galatas und der osmanischen Verwaltung. Viele dieser Familien wurden zu wichtigen Vermittlern zwischen Europa und der Hohen Pforte.</p>
<p data-start="2572" data-end="2936">Auch in der Familie Testa setzte sich diese Tradition fort. Bereits der Großvater Gaspard Testas arbeitete als Dolmetscher an der niederländischen Botschaft in Istanbul. Dass der junge Testa denselben Weg einschlug, war daher kaum überraschend. Es war die Fortsetzung einer Familienlinie, die seit Generationen zwischen Europa und der osmanischen Welt vermittelte.</p>
<p data-start="2938" data-end="3274">1791 trat Gaspard Testa als Dolmetscher in den Dienst der niederländischen Botschaft. Im Laufe der Jahre machte er eine bemerkenswerte diplomatische Karriere: zunächst als Attaché, später als Kanzler, Sekretär und schließlich als Geschäftsträger. Sein Leben war ganz der Aufgabe gewidmet, zwischen zwei politischen Welten zu vermitteln.</p>
<p data-start="3276" data-end="3733">Als Testa im Jahr 1793 nach Wien kam, regierte <strong>Kaiser Franz II. über die Habsburgermonarchie.</strong> Franz II. galt nicht als großer Reformer, sondern als vorsichtiger Bewahrer der bestehenden Ordnung. Diese Ordnung war jedoch nicht von ihm geschaffen worden. Ihre Grundlagen waren bereits im 18. Jahrhundert unter seiner Großmutter Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. gelegt worden, die durch umfassende Reformen Verwaltung, Bildung und Staat modernisierten.</p>
<p data-start="3735" data-end="4087">Franz II. selbst galt als zurückhaltender und pflichtbewusster Herrscher. Zeitgenossen beschrieben ihn als nüchtern und stark auf Stabilität bedacht. Große politische Visionen lagen ihm weniger als die Bewahrung von Ruhe, Ordnung und Kontinuität im Staat – besonders in den unruhigen Jahren der Französischen Revolution und der napoleonischen Umbrüche.</p>
<p data-start="4089" data-end="4490">Genau in diese Welt trat der junge Gaspard Testa ein, als er im Herbst 1793 Wien erreichte – eine Stadt, die ihm zugleich vertraut und fremd erscheinen musste. Vertraut, weil sie ein Zentrum europäischer Diplomatie war. Fremd, weil ihre Ordnung, ihre Straßen, ihre Beleuchtung und ihr öffentliches Leben eine andere Vorstellung von Stadt und Staat widerspiegelten als jene, die er aus Istanbul kannte.</p>
<p data-start="4492" data-end="4885">Gerade deshalb sind seine Notizen aus dem Jahr 1793 über Wien heute so faszinierend. Sie zeigen Wien nicht durch die Augen eines europäischen Reisenden, sondern durch den Blick eines Beobachters aus der osmanischen Welt. Manchmal genügt dabei eine scheinbar kleine Beobachtung – eine gepflasterte Straße, eine Laterne oder eine Szene im Theater –, um den Unterschied zwischen zwei politischen Kulturen sichtbar zu machen.</p>
<p data-start="4887" data-end="5003" data-is-last-node="" data-is-only-node="">Testas Tagebuch ist deshalb mehr als nur ein Reisebericht. Es ist ein seltenes Dokument der Begegnung zweier Welten.</p>
<h4 class="isSelectedEnd"><span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji';">.</span>Wie kamen die Genuesen nach Istanbul?</h4>
<p class="isSelectedEnd">Zur Zeit, aus der die Familie Testa stammt, existierte Italien als einheitlicher Staat noch nicht. Die italienische Halbinsel bestand vielmehr aus zahlreichen unabhängigen Stadtstaaten und Republiken, darunter Venedig, Florenz, Pisa und die mächtige Seerepublik Genua. Diese Republiken waren bedeutende Handelsmächte des Mittelmeerraums und unterhielten weitreichende Handelsnetze von Spanien bis zum Schwarzen Meer.</p>
<h4>Ahdnamen für die Genuesen</h4>
<p class="isSelectedEnd">Die sogenannten Ahdnamen für die Genuesen waren offizielle Urkunden des Osmanischen Reiches, mit denen genuesischen Kaufleuten und der Bevölkerung von Galata insbesondere während und nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 Schutz und Handelsprivilegien gewährt wurden. Diese Dokumente garantierten den Genuesen Sicherheit für Leben und Eigentum sowie weitreichende wirtschaftliche Rechte, damit sie ihre Handelsaktivitäten im Mittelmeer und im Schwarzen Meer weiterhin ausüben konnten. In der europäischen Geschichtsschreibung werden solche Urkunden häufig als Schutz- und Privilegienbriefe oder als frühe Formen von Handelskapitulationen bezeichnet.</p>
<p class="isSelectedEnd">Die bekannteste und grundlegende dieser Urkunden ist die Ahdname, die Sultan Mehmed II., genannt „der Eroberer“, im Jahr 1453 den Einwohnern von Galata – vor allem den dort lebenden Genuesen – verlieh. Nachdem Galata seine Schlüssel übergeben hatte, gewährte der Sultan der lokalen Bevölkerung Schutz und erklärte sinngemäß, dass sie unter seiner Garantie stehen und ihre Geschäfte weiterhin ausüben könnten. Mehmed II., der sich nach der Einnahme der Stadt auch als <strong>Kayser-i Rûm</strong> („Kaiser von Rom“) verstand, sah sich bewusst in der Tradition der römisch-byzantinischen Kaiser und orientierte sich dabei auch am historischen Vorbild Konstantins des Großen, des Gründers Konstantinopels.</p>
<p class="isSelectedEnd">Zu den wichtigsten Bestimmungen dieser Ahdnamen gehörten wirtschaftliche und rechtliche Privilegien für genuesische Kaufleute. Ihnen wurden vergleichsweise niedrige Zölle eingeräumt sowie das Recht, in den osmanischen Häfen frei Handel zu treiben. Darüber hinaus wurden diese Privilegien von späteren osmanischen Herrschern – darunter Bayezid II., Selim I. und Süleyman I. – bei ihrem Regierungsantritt erneuert und bestätigt, wodurch die wirtschaftliche Präsenz der genuesischen Händler über lange Zeit gesichert blieb.</p>
<p class="isSelectedEnd">Ein weiterer wichtiger Bestandteil dieser Vereinbarungen war die religiöse Toleranz. Die Kirchen der genuesischen Gemeinschaft wurden geschützt, und den Angehörigen dieser lateinischen Bevölkerung wurde erlaubt, ihren christlichen Glauben frei auszuüben.</p>
<p>In der historischen Entwicklung stellen diese Ahdnamen ein bedeutendes Beispiel für die Handels- und Diplomatiepolitik des Osmanischen Reiches dar. Sie zeigen, wie das Reich bereits in seiner frühen Phase stabile wirtschaftliche Beziehungen zu westlichen Seemächten aufbaute und diese durch rechtliche Garantien absicherte.</p>
<h4>Die Wiederentdeckung des Tagebuchs</h4>
<p class="isSelectedEnd">Die Notizen Testas wurden gelesen, erschlossen und herausgegeben von Mehmet Tütüncü, einem Vertreter der zweiten Generation niederländischer Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, der sich sowohl in den Niederlanden als auch in der Türkei durch seine historischen Publikationen einen Namen gemacht hat. Ihm sind wir zu großem Dank verpflichtet. Denn seiner sorgfältigen Arbeit verdanken wir es, dass wir heute die Aufzeichnungen eines christlichen und zugleich glücklichen osmanischen Bürgers lesen können, der im Jahr 1793 seine Eindrücke von Wien festhielt.</p>
<p class="isSelectedEnd">Mehmet Tütüncü lebt in den Niederlanden, ich selbst in Wien. Uns verbindet nicht nur das Interesse an Geschichte, sondern auch die Leidenschaft für Bücher und ihre Veröffentlichung. Seit Jahren schicken wir uns gegenseitig Publikationen zu. Auf diese Weise gelangte schließlich auch das Werk von Testa in unsere Hände. Tütüncü hatte das Manuskript in einer dunklen Kammer in Holland entdeckt, es ans Licht gebracht, in modernes Niederländisch und Türkisch übertragen und mit eigenen Mitteln als Buch veröffentlicht.</p>
<h4>Ein Tagebuch aus Wien</h4>
<p class="isSelectedEnd">In Wien hatte ich die Gelegenheit, dieses Notizbuch eines Drogman-Zeitzeugen eingehend zu studieren. Seine Familie stammte ursprünglich aus Genua und lebte seit dem 15. Jahrhundert im Osmanischen Reich, wo sie zahlreiche Privilegien genoss. Testa selbst war ein Sohn Istanbuls – ebenso wie ich.</p>
<p class="isSelectedEnd">Es sind jedoch nicht immer die großen Ereignisse, an denen sich der Zustand einer Epoche erkennen lässt. Zwar markieren Schlachten, Revolutionen und Verträge die dramatischen Wendepunkte der Geschichte. Doch das eigentliche Gesicht einer Zeit zeigt sich häufig in den unscheinbaren Dingen des Alltags: im Pflaster einer Straße, im Licht einer Laterne oder in der Art, wie Menschen sich im öffentlichen Raum bewegen. Gerade in diesen kleinen Details offenbart sich oft die tiefere Wahrheit einer Epoche. Und genau deshalb ist Testas Tagebuch so wertvoll: Es zeigt uns nicht nur die großen Bühnen der Geschichte, sondern vor allem das leise, alltägliche Leben einer vergangenen Welt.</p>
<h4>Eine Begegnung zweier Welten</h4>
<p class="isSelectedEnd">Als der junge osmanische Diplomat Gaspard Testa im Herbst des Jahres 1793 nach Wien kam, sah er deshalb nicht nur eine europäische Residenzstadt. Er begegnete einer Ordnung. Und in dieser Ordnung erkannte er – vielleicht ohne es selbst vollständig zu formulieren – den Unterschied zwischen zwei politischen Welten.</p>
<p class="isSelectedEnd">Es gibt Texte, die nicht nur von einer Reise berichten, sondern zugleich davon, wie zwei Imperien einander wahrnehmen. Das Reisetagebuch des jungen osmanischen Untertanen Gaspard Testa (1770–1847) gehört zu diesen seltenen Dokumenten. Testa, der in den vielsprachigen Straßen Galatas aufgewachsen war und aus einer Familie stammte, deren Leben eng mit der Diplomatie verbunden war, verließ im Jahr 1793 zum ersten Mal die Grenzen des Osmanischen Reiches. Im Gefolge des niederländischen Botschafters machte er sich von Istanbul aus auf den Weg nach Wien.</p>
<p class="isSelectedEnd">Gerade darin liegt die besondere Bedeutung dieses Tagebuchs. Über Jahrhunderte hinweg war es meist Europa gewesen, das den Orient beschrieb und interpretierte. Reisende aus dem Westen beobachteten den Osten und formten daraus ein Bild, das lange Zeit das europäische Verständnis der Welt prägte. Bei Testa kehrt sich diese Blickrichtung um. Hier beobachtet ein Mann aus der osmanischen Welt Europa – mit Neugier, Aufmerksamkeit und jener nüchternen Genauigkeit, die oft mehr verrät als große politische Analysen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Denn Testa interessiert sich nicht in erster Linie für höfische Zeremonien oder diplomatische Rituale. Sein Blick fällt auf andere Dinge: auf Straßen, auf Werkstätten, auf Märkte und auf das Verhalten der Menschen im Alltag. Gerade diese scheinbar kleinen Beobachtungen zeigen ihm, wie unterschiedlich zwei politische und gesellschaftliche Ordnungen funktionieren.</p>
<p class="isSelectedEnd">Dass wir dieses Tagebuch heute lesen können, verdanken wir der Arbeit des Historikers Mehmet Tütüncü, der in den Niederlanden seit vielen Jahren zu den Beziehungen zwischen der osmanischen Welt und Europa forscht. Sein Werk über Gaspard Testas Reisetagebuch hat ein Dokument aus den Archiven ans Licht geholt, das lange Zeit nur wenigen Spezialisten bekannt war. Tütüncü veröffentlichte seine Untersuchung zunächst 2002 auf Niederländisch und später, im Jahr 2023, auch auf Türkisch. Damit wurde ein Text zugänglich, der nicht nur für Historiker von Interesse ist, sondern für jeden, der verstehen möchte, wie Europa und die osmanische Welt einander am Ende des 18. Jahrhunderts wahrnahmen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Als jemand, der selbst in Wien lebt und publiziert, erscheint es mir daher nur angemessen, diesen Dank gleich zu Beginn auszusprechen. Denn ohne diese editorische Arbeit wäre Testas Stimme heute kaum hörbar.</p>
<p class="isSelectedEnd">Liest man das Tagebuch, fällt schnell auf, dass Testa weniger ein politischer Kommentator als vielmehr ein genauer Beobachter ist. Seine Notizen sind von einer Mischung aus Staunen und analytischer Neugier geprägt. Gerade deshalb besitzen sie bis heute eine erstaunliche Frische.</p>
<p>Denn Testa beschreibt nicht nur eine Reise. Er beschreibt eine Begegnung mit einer anderen Ordnung der Welt.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Wer war Gaspard Testa?</h4>
<p class="isSelectedEnd">Gaspard Testa wurde am 1. August 1770 in Istanbul geboren. Seine Geschichte ist zugleich die Geschichte einer Familie, die über Jahrhunderte hinweg zwischen zwei Welten lebte. Die Testas gehörten zu jenen levantinischen Familien, deren Leben sich im Schnittpunkt von Handel, Diplomatie und Kultur bewegte.</p>
<p class="isSelectedEnd">Ihre Wurzeln reichen weit zurück. Bereits um 1260 ließ sich die Familie, ursprünglich aus Genua stammend, in Galata nieder. Galata war damals ein Ort, an dem sich verschiedene Sprachen, Religionen und Handelsinteressen begegneten. Wer dort aufwuchs, lernte früh, zwischen Welten zu vermitteln.</p>
<p class="isSelectedEnd">Diese Fähigkeit sollte für die Familie Testa zu einer Art historischer Berufung werden.</p>
<p class="isSelectedEnd">Nach der Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 gehörten Mitglieder der Familie zu jenen, die dem osmanischen Sultan Mehmed II. die Schlüssel von Galata überreichten. Aus diesem Moment entwickelte sich ein besonderes Verhältnis zwischen der Familie und der osmanischen Verwaltung. Über Generationen hinweg wurden die Testas zu Vermittlern zwischen europäischen Mächten und der Hohen Pforte.</p>
<p class="isSelectedEnd">In einer Zeit, in der Diplomatie ohne Sprachkenntnisse kaum möglich war, waren solche Vermittler von unschätzbarem Wert. Sie übersetzten nicht nur Worte, sondern auch politische Kulturen.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Eine Familie zwischen Imperien</h4>
<p class="isSelectedEnd">Auch Gaspards Großvater diente bereits als Dolmetscher an der niederländischen Botschaft in Istanbul. Dass der junge Testa denselben Weg einschlug, war daher keine zufällige Entscheidung, sondern die Fortsetzung einer Familienlinie, die seit Jahrhunderten zwischen Europa und der osmanischen Welt vermittelte.</p>
<p class="isSelectedEnd">1791 trat Gaspard Testa als Dolmetscher in den Dienst der niederländischen Botschaft. Im Laufe der Jahre sollte er eine bemerkenswerte diplomatische Karriere machen: zunächst als Attaché, später als Kanzler, Sekretär und schließlich als Geschäftsträger. Sein Leben war ganz der Aufgabe gewidmet, zwischen zwei politischen Welten zu vermitteln.</p>
<p class="isSelectedEnd">1846 wurde ihm der Titel eines Barons verliehen. Ein Jahr später, 1847, starb er in Istanbul. Begraben liegt er in der Kirche Santa Maria Draperis nahe dem niederländischen Generalkonsulat – ein Ort, der symbolisch für das Leben eines Mannes steht, der zwischen Kulturen und Staaten wirkte.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Ein Tagebuch aus dem Archiv</h4>
<p class="isSelectedEnd">Das Reisetagebuch, das Testa während seiner Reise im Jahr 1793 verfasste, ist ein erstaunlich kleines Dokument: nur 26 Blätter, insgesamt 52 Seiten, geschrieben auf Französisch.</p>
<p class="isSelectedEnd">Doch sein historischer Wert ist weit größer als sein Umfang vermuten lässt. Die Handschrift wurde später teilweise dem niederländischen Staatsarchiv übergeben und befindet sich heute unter den Papieren der Familie van Dedem. Lange Zeit blieb sie dort unbeachtet – ein stilles Dokument in den Archiven Europas.</p>
<p class="isSelectedEnd">Erst die Arbeit des Historikers Mehmet Tütüncü brachte diesen Text wieder ans Licht. Mit großer Sorgfalt rekonstruierte er den historischen Kontext und veröffentlichte das Werk zunächst auf Niederländisch und später auf Türkisch.</p>
<p class="isSelectedEnd">Damit wurde eine Quelle zugänglich, die nicht nur eine Reise beschreibt, sondern auch einen seltenen Perspektivwechsel ermöglicht.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Zwei Jahrhunderte diplomatischer Beziehungen</h4>
<p class="isSelectedEnd">Die Reise, die Testa 1793 unternahm, fand in einem besonderen historischen Moment statt. Zu diesem Zeitpunkt verband das Osmanische Reich und die Niederlande bereits eine fast zweihundertjährige diplomatische Beziehung.</p>
<p class="isSelectedEnd">Diese Beziehung beruhte nicht allein auf Handel. Sie war auch Teil der politischen Kräftebalance Europas.</p>
<p class="isSelectedEnd">Im frühen 17. Jahrhundert suchten sowohl die Niederlande als auch das Osmanische Reich Verbündete gegen die katholischen Großmächte Europas. Die Habsburger und Spanien dominierten weite Teile des Kontinents und der Weltmeere. Für beide Staaten konnte daher ein pragmatisches Bündnis sinnvoll sein.</p>
<p class="isSelectedEnd">1612 gewährte der osmanische Sultan niederländischen Kaufleuten weitreichende Rechte im Reich: sie durften reisen, Handel treiben und sich niederlassen. Diese Entscheidung legte den Grundstein für stabile diplomatische Beziehungen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Schon bald entstanden niederländische Handelskolonien in Städten wie Aleppo, Smyrna und Konstantinopel. Diplomatie folgte dem Handel.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Die Rückreise eines Botschafters</h4>
<p class="isSelectedEnd">Der niederländische Botschafter Frederik Gysbert Baron van Dedem hatte acht Jahre in Istanbul verbracht. 1793 endete seine Mission.</p>
<p class="isSelectedEnd">Van Dedem war ein niederländischer Aristokrat. Sein Familiensitz, das Schloss De Gelder in der Provinz Overijssel, symbolisierte seine gesellschaftliche Stellung. Nach Jahren diplomatischer Arbeit war es Zeit, nach Hause zurückzukehren.</p>
<p class="isSelectedEnd">Diese Rückreise wurde zur Reisegesellschaft von zehn Personen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Zu ihr gehörten neben dem Botschafter seine Frau Adriana Frederica Johanna Sloet und sein Sohn Anthony. Hinzu kamen eine Kaufmannswitwe aus Amsterdam, ein schwedischer Diplomat, ein Offizier aus Triest, ein Professor, ein Prager Kaufmann, ein Diener – und Gaspard Testa.</p>
<p class="isSelectedEnd">Am 5. September 1793 verließ die Gruppe Istanbul. Vor ihnen lagen mehr als 1500 Kilometer.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Aufbruch aus Istanbul</h4>
<p class="isSelectedEnd">Die Reise begann mit Postkutschen und Pferdegespannen. Ein offizieller Wegführer begleitete die Gruppe bis zur österreichischen Grenze. Auch Janitscharen wurden abgestellt, um die Reisenden zu schützen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Reisen im späten 18. Jahrhundert bedeutete Geduld. Schon kurz nach dem Aufbruch brach in der Nähe von Eyüp die Achse einer Kutsche. Solche Zwischenfälle waren keine Ausnahme. Brücken waren oft baufällig, Straßen schlecht instand gehalten.</p>
<p class="isSelectedEnd">Postpferde mussten immer wieder gewechselt werden, und häufig fehlten frische Tiere. Reisen war langsam. Und manchmal gefährlich.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Räuber, Krankheit und Unsicherheit</h4>
<p class="isSelectedEnd">Besonders auf der Strecke zwischen Edirne und Philippopolis warnte der Wegführer vor Räubern. Er versuchte sogar, die Gruppe von der Hauptstraße abzubringen. Später stellte sich heraus, dass diese Warnungen übertrieben waren.</p>
<p class="isSelectedEnd">Doch die Unsicherheit blieb. Auch Unterkünfte waren ein Problem. Manche Nächte verbrachte die Gruppe in Geschäften oder einfachen Schuppen. Die weiblichen Reisenden schliefen gelegentlich sogar in den Kutschen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Hinzu kam eine weitere Gefahr, die damals in Europa allgegenwärtig war: die Pest. An der österreichisch-osmanischen Grenze in Zemlin wurde die Reisegruppe zehn Tage lang unter Quarantäne gestellt.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Europa und Wien in Aufruhr</h4>
<p class="isSelectedEnd">Während Testa durch den Balkan reiste, befand sich Europa in einer seiner dramatischsten Phasen. Die Französische Revolution hatte den Kontinent erschüttert. Im Januar 1793 wurde Ludwig XVI. hingerichtet. Wenige Monate später, im Oktober desselben Jahres, folgte Marie Antoinette. Für die europäischen Monarchien war dies ein Schock.</p>
<p class="isSelectedEnd">Die politische Ordnung des Kontinents begann zu wanken. Und genau in diesem Moment betrat der junge osmanische Diplomat Wien.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Siebzehn Tage in Wien</h4>
<p class="isSelectedEnd">Am 23. Oktober 1793 erreichte die Reisegesellschaft Wien. Nach Wochen auf staubigen Straßen, nach zerbrochenen Wagenachsen, Quarantäne und improvisierten Unterkünften öffnete sich nun eine andere Welt.</p>
<p class="isSelectedEnd">Die Gruppe bezog Quartier in einem Gasthof am Graben, einer der elegantesten Straßen der Stadt. Der niederländische Botschafter van Dedem mietete dort ein komfortables Appartement. Wien war damals eine der bedeutendsten Residenzstädte Europas – politisches Zentrum der Habsburgermonarchie und zugleich ein Ort intensiven kulturellen Lebens.</p>
<p class="isSelectedEnd">Kaum angekommen, wurde van Dedem krank. Doch nach der Behandlung durch den Hofarzt Brambilla besserte sich sein Zustand rasch, und bald begann die gesellschaftliche Routine der Diplomatie: Einladungen, Theaterbesuche, Gespräche mit hochrangigen Persönlichkeiten.</p>
<p class="isSelectedEnd">Unter den Besuchern befanden sich Prinz Colloredo-Mels, der einflussreiche Staatsmann Prinz von Kaunitz, der Marquis di Gallo sowie mehrere europäische Diplomaten. Für Testa jedoch war etwas anderes wichtiger als diplomatische Begegnungen. Sein Blick richtete sich auf die Stadt selbst.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Straßen und Ordnung</h4>
<p class="isSelectedEnd">Eines der ersten Dinge, die Testa in Wien bemerkte, waren die Straßen. „Zum ersten Mal sah ich Straßen, die mit quadratischen Steinen gepflastert waren“, notierte er. Auch die Gehwege waren befestigt, und die Straßennamen waren deutlich angeschrieben. Diese Beobachtung wirkt auf den heutigen Leser banal. Doch für jemanden, der aus einer osmanischen Großstadt kam, war dies bemerkenswert.</p>
<p class="isSelectedEnd">Denn hier zeigte sich eine andere Vorstellung davon, wie eine Stadt organisiert sein sollte. Wien war nicht nur eine Ansammlung von Gebäuden; es war ein geordnetes System. Die Straßen wurden regelmäßig gereinigt und repariert. Die Orientierung fiel leichter. Der öffentliche Raum wirkte kontrolliert und gepflegt.</p>
<p class="isSelectedEnd">In Istanbul dagegen war die städtische Struktur stärker durch Viertel, religiöse Gemeinschaften und lokale Gewohnheiten geprägt. Die Verwaltung griff weniger direkt in die Gestaltung des urbanen Alltags ein. Testas Beobachtung deutet damit auf einen tieferen Unterschied hin: auf zwei verschiedene Vorstellungen von Stadt.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Die Nacht wird öffentlich</h4>
<p class="isSelectedEnd">Besonders beeindruckt war Testa von der Beleuchtung der Stadt. „Nachts wurde Wien durch birnenförmige Laternen erhellt“, schrieb er.</p>
<p class="isSelectedEnd">Heute erscheint uns dies selbstverständlich. Doch im späten 18. Jahrhundert war öffentliche Beleuchtung ein Symbol moderner Stadtverwaltung. Über Jahrhunderte war die Nacht ein Raum der Unsicherheit gewesen. Dunkle Straßen bedeuteten Gefahr – für Reisende ebenso wie für Bewohner. Die Laternen Wiens veränderten diese Erfahrung. Die Stadt blieb auch nach Sonnenuntergang zugänglich. Menschen konnten sich sicher bewegen. Der öffentliche Raum hörte nicht mit dem Einbruch der Dunkelheit auf.Es war eine kleine technische Veränderung – mit großen gesellschaftlichen Folgen.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Frauen im öffentlichen Leben</h4>
<p class="isSelectedEnd">Eine weitere Beobachtung beschäftigte Testa besonders: die Rolle der Frauen. Bereits kurz nach dem Überschreiten der osmanischen Grenze fiel ihm auf, dass Frauen in den Städten sichtbar arbeiteten. Sie standen hinter Verkaufstheken, betrieben Geschäfte oder waren im Dienstleistungsbereich tätig.</p>
<p class="isSelectedEnd">In seinem Tagebuch schrieb er: „In meine Heimat ( Istanbul) können Frauen keine Läden führen; sie beschäftigen sich vor allem mit den Arbeiten im Haus. Hier jedoch sah ich, dass sie jede Art von Arbeit verrichteten.“</p>
<p class="isSelectedEnd">Diese Beobachtung ist bemerkenswert, weil Testa sie ohne moralisches Urteil festhält. Er beschreibt lediglich eine Realität, die sich von der ihm vertrauten unterscheidet. Doch gerade darin liegt ihre Bedeutung. Denn wirtschaftliche Teilhabe verändert Gesellschaften. Wenn Frauen im öffentlichen Raum arbeiten, verändert sich auch die Struktur des Alltags – und damit die soziale Dynamik einer Stadt.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Der Kaiser im Theater</h4>
<p class="isSelectedEnd">Eine Szene im Theater überraschte Testa besonders. Als der Kaiser seine Loge betrat, erhob sich niemand im Publikum. Für Testa war dies fast unvorstellbar. In der osmanischen politischen Kultur war die Gegenwart des Sultans mit einem klaren Zeremoniell verbunden. Wer ihm begegnete, zeigte Respekt durch sichtbare Gesten – man stand auf, trat zur Seite, senkte den Blick. Im Wiener Theater jedoch blieb das Publikum sitzen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Noch erstaunlicher war für Testa, dass Menschen im Parterre frei über den Kaiser sprachen, als wäre er eine gewöhnliche Person. Für einen Beobachter aus dem Osmanischen Reich musste diese Szene irritierend wirken. Sie zeigte eine andere Beziehung zwischen Herrscher und Gesellschaft. Nicht unbedingt Opposition – aber eine größere Distanzlosigkeit. Eine andere politische Kultur.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Hunde, Hygiene und Ordnung</h4>
<p class="isSelectedEnd">Auch scheinbar nebensächliche Details fielen Testa auf.In Wien liefen keine herrenlosen Hunde auf den Straßen. Jeder Hund trug ein Halsband und gehörte einem Besitzer. Die Polizei ließ außerdem keine toten Tiere auf der Straße liegen. Diese Beobachtung war für Testa bemerkenswert, weil die Situation in Istanbul anders aussah. Dort lebten viele streunende Hunde in den Straßen der Stadt.</p>
<p class="isSelectedEnd">Der Unterschied war mehr als nur eine Frage der Tierhaltung. Er spiegelte ein wachsendes Interesse der europäischen Staaten an öffentlicher Hygiene wider. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich in vielen Städten eine neue Politik der öffentlichen Gesundheit. Saubere Straßen, kontrollierte Tierhaltung und organisierte Abfallentsorgung wurden Teil staatlicher Verantwortung.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Fabriken und Produktion</h4>
<p class="isSelectedEnd">Während seines Aufenthalts besuchte Testa auch eine Seidenmanufaktur.Dort beobachtete er Maschinen, die Stoffe mit erstaunlicher Geschwindigkeit produzierten. Obwohl weniger Arbeiter beschäftigt waren als in vergleichbaren Werkstätten in Konstantinopel, war die Produktivität deutlich höher.</p>
<p class="isSelectedEnd">Für Testa war dies ein Hinweis auf einen technologischen Unterschied. Die Produktion im Osmanischen Reich beruhte häufig auf Handarbeit und großen Arbeitsgruppen. In Mitteleuropa dagegen begannen mechanische Vorrichtungen die Effizienz zu erhöhen. Diese Beobachtung zeigt, wie aufmerksam Testa wirtschaftliche Entwicklungen registrierte. Er verstand, dass sich die Stärke eines Staates nicht nur auf dem Schlachtfeld entscheidet, sondern auch in Werkstätten und Fabriken.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Mehrstöckige Häuser und Hausnummern</h4>
<p class="isSelectedEnd">Ein weiteres Detail faszinierte ihn: die Architektur der Stadt.Viele Wiener Häuser waren fünf oder sogar sieben Stockwerke hoch. Mehrere Familien lebten in einem Gebäude, ohne einander unbedingt zu kennen.</p>
<p class="isSelectedEnd">Jedes Haus besaß zudem eine Nummer. Für Testa war dies eine praktische Innovation. Hausnummern erleichterten Verwaltung, Postverkehr und militärische Registrierung. Es war ein kleines Element – doch es machte sichtbar, wie Verwaltung und Alltag miteinander verbunden waren.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Zwei Imperien, zwei Wege</h4>
<p class="isSelectedEnd">Die Beobachtungen Testas sind mehr als persönliche Eindrücke eines Reisenden. Sie spiegeln eine größere historische Entwicklung. Im 18. Jahrhundert hatte die Habsburgermonarchie unter Maria Theresia und Joseph II. umfangreiche Reformen eingeleitet: Schulpflicht, Verwaltungsreformen, Verbesserungen der Infrastruktur und eine stärkere Rolle des Staates im öffentlichen Leben. Das Osmanische Reich hingegen bewegte sich langsamer in Richtung Reform.</p>
<p class="isSelectedEnd">Sultan Selim III. begann zwar militärische Modernisierungen, doch viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens blieben stärker von traditionellen Strukturen geprägt. Der Unterschied zwischen beiden Reichen zeigte sich daher nicht nur in politischen Institutionen – sondern auch im Alltag. In Straßen. In Fabriken.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Ein Blick aus dem Osten</h4>
<p class="isSelectedEnd">Testas Tagebuch ist deshalb so faszinierend, weil es Europa aus einer ungewohnten Perspektive beschreibt. Er ist kein europäischer Reisender, der den Orient exotisch betrachtet. Stattdessen ist er ein Mann aus der osmanischen Welt, der Europa mit wachem Blick beobachtet.</p>
<p class="isSelectedEnd">Er staunt, aber er urteilt selten. Er registriert Unterschiede, ohne sofort Schlüsse zu ziehen. Gerade diese Nüchternheit macht seine Notizen zu einer wertvollen historischen Quelle.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Das Ende der Reise</h4>
<p class="isSelectedEnd">Ende November 1793 erreichte die Reisegesellschaft schließlich die Niederlande. Am 26. November überquerten sie den Wassergraben von Schloss De Gelder, dem Familiensitz des Botschafters van Dedem. Nach drei Monaten war die Reise beendet.</p>
<p class="isSelectedEnd">Testa blieb noch einige Monate in Holland, besuchte die Universität Leiden und unterstützte Gelehrte bei Übersetzungen osmanischer Texte. Danach kehrte er nach Istanbul zurück. Dort verbrachte er den Rest seines Lebens als Diplomat – ein Mann zwischen zwei Welten.</p>
<h4 class="isSelectedEnd">Die Religion des Staates ist die Gerechtigkeit</h4>
<p class="isSelectedEnd">Wenn man Testas Beobachtungen heute liest, wird deutlich, dass sie über eine Reise hinausgehen. Sie erzählen von der Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft, von der Art, wie Städte organisiert sind, und davon, wie Freiheit im Alltag sichtbar wird.</p>
<p class="isSelectedEnd">Ein alter Satz, der Imam Ali zugeschrieben wird, bringt diese Erfahrung vielleicht am besten auf den Punkt: „Die Religion des Staates ist die Gerechtigkeit.“</p>
<p>Gerechtigkeit zeigt sich nicht nur in Gesetzen oder Gerichten. Sie zeigt sich auch in beleuchteten Straßen, in offenen Märkten, in der Würde der Bürger und in der Ordnung des öffentlichen Raumes. Testas Tagebuch erinnert uns daran, dass Zivilisation oft in den kleinen Dingen sichtbar wird. Manchmal genügt ein Pflasterstein, um den Unterschied zwischen zwei Welten zu erkennen.</p>
<h4 data-section-id="l0upx7" data-start="264" data-end="289"><span style="font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, 'Segoe UI', Roboto, 'Helvetica Neue', Arial, 'Noto Sans', sans-serif, 'Apple Color Emoji', 'Segoe UI Emoji', 'Segoe UI Symbol', 'Noto Color Emoji'; color: #333333; font-size: 16px;">( Birol Kılıç, 09.03.2026, Wien, Rezension)</span></h4>
<p><strong>Das Buch &gt;  </strong><strong data-start="371" data-end="443">Gaspard Testa&#8217;nın seyahat günlüğü üzerine genişletilmiş bir inceleme</strong></p>
<p data-start="445" data-end="488">Kaynak eser: Mehmet Tütüncü (SOTA Hollanda)</p>
<p data-start="445" data-end="488"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7922 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-scaled.jpeg" alt="" width="1920" height="2560" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-scaled.jpeg 1920w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-225x300.jpeg 225w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-768x1024.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-800x1067.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2026/03/testa2-1160x1547.jpeg 1160w" sizes="(max-width: 1920px) 100vw, 1920px" /></p>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Dec 2025 09:34:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Freuds stiller, aber hoffnungsvoller Stein der Vernunft in Wien und der Türkei&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/12/02/freuds-stiller-aber-hoffnungsvoller-stein-der-vernunft-in-wien-und-der-tuerkei/"></a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Freuds stiller, aber hoffnungsvoller Stein der Vernunft in Wien und der Türkei</h2>
<p>On 30 October 2025, the traditional Turkish quality newspaper <i>Cumhuriyet</i> (“The Republic”), the oldest newspaper still in circulation in Turkey, published an essay by Birol Kiliç from Vienna entitled <i>“Freud&#8217;s quiet but hopeful stone of reason in Vienna and Turkey”</i> in its section for prominent authors on page two. The article has been translated into both German(first) and English. Kiliç is the founder and editor of the newspapers <i>Neue Heimat Zeitung</i>, <i>Türkische Allgemeine</i>, and <i>Neue Welt Verlag</i> in Vienna.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Freuds stiller, aber hoffnungsvoller Stein der Vernunft in Wien und der Türkei</strong></p>
<p>Cumhuriyet, Birol Kiliç, Seite 2, 30.11.2025</p>
<p>Es war einer jener Novembermorgen, an denen die Kälte Wiens wie ein feiner Schnitt auf der Haut liegt, und ich versuchte, rechtzeitig zu einer wichtigen Besprechung zu gelangen. Als ich durch den Sigmund-Freud-Park gegenüber der Universität Wien ging, hielt mich plötzlich jener Gedenkstein fest, den ich seit Jahren kenne, aber offenbar noch nie wirklich betrachtet hatte.</p>
<p>Im Morgenlicht erschien die Inschrift darauf schärfer, klarer und eindringlicher: „Die Stimme der Vernunft ist leise, sanft und still.“</p>
<p>Diese Stille gehörte nicht nur dem weltberühmten Freud (1856–1939), dem Vater der Psychoanalyse, sondern auch jener Hingabe, die das Herz der Anatolier erfasst – jenem moralischen Erbe, das sagt: „Wer sich nicht mit Vernunft und Gewissen reinigt, kann andere nicht reinigen.“ Ebenso gehört diese Stille dem Leiden der Türkei, in der Rechtsstaat, Meinungsvielfalt, Pressefreiheit, Gewaltenteilung und die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf der Intensivstation liegen.</p>
<p>Wenn wir heute über die seelische Lage der Türkei nachdenken, gewinnt diese alte Botschaft neue Bedeutung. Die Hoffnungslosigkeit der Jugend, der Verlust des Glaubens an Gerechtigkeit und die Verdrängung der Wahrheit durch Lärm treiben die Menschen in die Stille. Doch Stille ist der Raum von Geduld und Gewissen.</p>
<p>Lärm und Ungerechtigkeit sind kurzlebig. Die Stimmen von Tyrannen wie Hitler waren sehr laut, aber keine von ihnen hat Bestand.</p>
<p>Die symbolische Linie von den anatolischen Erenler bis zum Freud-Stein in Wien erinnert uns daran: Wahrheit beginnt leise mit Vernunft und Gewissen, doch am Ende siegt sie immer.</p>
<p>Der Weg der Vernunft und des Gewissens der Menschheit, der aus der Vergangenheit lernt, ist derselbe. Wie Freud sagte: „Die Stimme der Vernunft ist leise, sanft und still.“ Die Vernunft und die Rechtschaffenen werden siegen. Ohne Zweifel.</p>
<h4>Die Stimme der Vernunft und ein Optimist?</h4>
<p>Vor der berühmten Votivkirche in Wien, einer Stadt, die jahrhundertelang das Zentrum eines glanzvollen Reiches war, dunkle Zeiten überstand und heute mehrfach zur „lebenswertesten Stadt der Welt“ gewählt wurde, steht seit 1985 eine Stele, die Sigmund Freud gewidmet ist.</p>
<p>Freud floh 1938 vor dem NS-Regime nach London, wo er 1939 voller Kummer und Schmerzen starb, während seine vier Geschwister, die ihm de facto das Leben gerettet hatten, in NS-Konzentrationslagern starben.</p>
<p>Auf dem Stein ist nur ein einziger Satz zu lesen, der jedoch eine tiefere Fortsetzung hat. In seinem Werk „Die Zukunft einer Illusion“ (1927) schreibt Freud:  „Die Stimme der Vernunft – zugleich Trägerin von Gewissen, Recht und Gerechtigkeit – ist leise, sanft, still, aber sie ruht nicht, bis sie gehört wird. Am Ende findet sie ihren Weg, und das ist ein seltener Grund für Optimismus für die Menschheit.“</p>
<p>Meinte Freud damit, dass Vernunft, Rechtschaffenheit, Ethik, Gewissenhaftigkeit und moralische Haltung zwar kurzfristig unterdrückt werden können, aber langfristig unvermeidlich Gehör finden? Demnach ist Stille kein Rückzug, sondern Ausdruck von Beständigkeit und moralischer Beharrlichkeit.</p>
<p>Als ich vor dem Stein stand, erinnerte ich mich an die Haltung der anatolischen Erenler, die ihre Hand auf das Herz legen und die gleiche Botschaft „Hand aufs Herz“ vermitteln. Und trotzdem gibt es in der Türkei unvernünftige und herzlose Entwicklungen, wenn der Staat de facto ausgebeutet wird. Freuds Botschaft schien wie eine moderne Wiedergeburt jener Wahrheit, die die Erenler schon vor Jahrhunderten still verkündet hatten.</p>
<p>Freuds Stein und das Symbol der anatolischen Erenler vermitteln dieselbe Botschaft. Lärm ist nicht gleichbedeutend mit Wahrheit; wahr ist die Stimme der Vernunft und des Gewissens, die still, aber beharrlich an die Wahrheit glaubt.</p>
<p>Die Hand auf dem Herzen ist eines der ältesten Führungszeichen der türkischen Kulturgeschichte. Mit dieser Geste wird keine Macht verkündet, sondern Treue zu Gewissen und Vernunft sowie Loyalität zu Recht und Wahrheit. Durch die Alp Erenler gelangte diese Tradition nach Anatolien, wurde dort geprägt und erreichte schließlich auch Europa über die Erenler.</p>
<p>Yunus Emre, Tapduk Emre, Ahi Evran, Hacı Bektaş Veli, Şeyh Edebali, Somuncu Baba, Abdal Musa, Sarı Saltuk, Geyikli Baba und Emir Sultan weisen alle auf denselben Punkt hin. Sie alle vertreten eine Moral- und Führungsauffassung, die Herz, Gewissen und Vernunft ins Zentrum stellt. Diese Ideen beeinflussten über die Balkanregion hinweg auch das westliche Denken.</p>
<p>Der kategorische Imperativ, ein unbedingtes Gebot der Vernunft, ist das Kernstück von Kants „Pflichtenethik“. Kants kritische Vernunft wurde indirekt von diesem Erbe genährt, und sein Einfluss reicht von Hegel bis zu Freud. Er ermutigt uns, optimistisch und hoffnungsvoll den moralischen Weg nicht zu bezweifeln – den Weg von Vernunft und Gewissen.</p>
<p>Wie Freud sagte: „Die Stimme der Vernunft ist leise, sanft und still.“ Die Vernunft und die Rechtschaffenen werden siegen&#8220;</p>
<p>Ohne Zweifel&#8230;.</p>
<p><strong>Quelle</strong>:<br />
<a href="https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/freud-un-sessiz-ama-umut-veren-akil-tasi-2457079">https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/freud-un-sessiz-ama-umut-veren-akil-tasi-2457079</a></p>
<p><strong>Englisch</strong></p>
<h4>Freud’s silent yet hopeful stone of reason</h4>
<p>Cumhuriyet, 30.11.2025, S.2, Birol Kiliç, Vienna</p>
<p>It was one of those November mornings when the cold of Vienna lay on the skin like a fine cut, and I tried to get to an important meeting on time. As I walked through the Sigmund Freud Park opposite the University of Vienna, I was suddenly held by that memorial stone which I had known for years, but apparently had never really looked at.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7652 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/12/Mittel-Cumhuriyet.Freud_.BirolKilic-Vienna.jpeg" alt="" width="640" height="386" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/12/Mittel-Cumhuriyet.Freud_.BirolKilic-Vienna.jpeg 640w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/12/Mittel-Cumhuriyet.Freud_.BirolKilic-Vienna-300x181.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/12/Mittel-Cumhuriyet.Freud_.BirolKilic-Vienna-600x362.jpeg 600w" sizes="(max-width: 640px) 100vw, 640px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In the morning light the inscription on it appeared sharper, clearer, more compelling: “The voice of reason is quiet, gentle and still.”</p>
<p>This silence belonged not only to the world‑famous Freud (1856–1939), the father of psychoanalysis, but also to that devotion which captures the heart of the Anatolians – that moral heritage which says: “Whoever does not cleanse himself with reason and conscience cannot cleanse others.” Likewise, this silence belongs to the suffering of Turkey, where the rule of law, diversity of opinion, freedom of the press, separation of powers and the liberal‑democratic order lie in intensive care.</p>
<p>When we think today about the spiritual condition of Turkey, this old message gains new meaning. The hopelessness of the youth, the loss of faith in justice and the displacement of truth by noise drive people into silence. Yet silence is the space of patience and conscience.</p>
<p>Noise and injustice are short‑lived. The voices of tyrants like Hitler were very loud, but none of them endured.</p>
<p>The symbolic line from the Anatolian Erenler to the Freud stone in Vienna reminds us: truth begins quietly with reason and conscience, yet in the end it always triumphs.</p>
<p>The path of reason and conscience of humanity, which learns from the past, is the same. As Freud said: “The voice of reason is quiet, gentle and still.” Reason and the righteous will prevail. Without doubt.</p>
<p>The voice of reason and an optimist?</p>
<p>In front of the famous Votive Church in Vienna, a city that for centuries was the center of a splendid empire, survived dark times and today has been chosen several times as the “most livable city in the world,” there has stood since 1985 a stele dedicated to Sigmund Freud.</p>
<p>Freud fled in 1938 from the Nazi regime to London, where he died in 1939 full of sorrow and pain, while his four siblings, who had in fact saved his life, perished in Nazi concentration camps.</p>
<p>On the stone only a single sentence is written, but it has a deeper continuation. In his work “The Future of an Illusion” (1927) Freud writes:<br />
“The voice of reason – at the same time bearer of conscience, law and justice – is quiet, gentle, still, but it does not rest until it is heard. In the end it finds its way, and that is a rare reason for optimism for humanity.”</p>
<p>Did Freud mean that reason, righteousness, ethics, conscientiousness and moral attitude can be suppressed in the short term, but in the long term inevitably find a hearing? Silence is therefore not retreat, but expression of persistence and moral tenacity.</p>
<p>As I stood before the stone, I remembered the attitude of the Anatolian Erenler, who place their hand on the heart and convey the same message “hand on heart.” And yet there are in Turkey such unreasonable and heartless developments when the state is de facto exploited. Freud’s message seemed like a modern rebirth of that truth which the Erenler had already proclaimed silently centuries ago.</p>
<p>Freud’s stone and the symbol of the Anatolian Erenler convey the same message. Noise is not truth; true is the voice of reason and conscience, which quietly but persistently believes in truth.</p>
<p>The hand on the heart is one of the oldest signs of leadership in Turkish cultural history. With this gesture no power is proclaimed, but loyalty to conscience and reason as well as fidelity to law and truth. Through the Alp Erenler this tradition came to Anatolia, was shaped there and finally reached Europe through the Erenler.</p>
<p>Yunus Emre, Tapduk Emre, Ahi Evran, Hacı Bektaş Veli, Şeyh Edebali, Somuncu Baba, Abdal Musa, Sarı Saltuk, Geyikli Baba and Emir Sultan all point to the same truth. They all represent a moral and leadership concept that places heart, conscience and reason at the center. These ideas influenced Western thought across the Balkan region.</p>
<p>The categorical imperative, an unconditional command of reason, is the core of Kant’s “ethics of duty.” Kant’s critical reason was indirectly nourished by this heritage, and his influence extends from Hegel to Freud. He encourages us to remain optimistic and hopeful, not to doubt the moral path – the path of reason and conscience.</p>
<p>As Freud said: “The voice of reason is quiet, gentle and still.” Reason and the righteous will prevail. Without doubt.</p>
<p><strong>Source</strong>:<br />
<a href="https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/freud-un-sessiz-ama-umut-veren-akil-tasi-2457079">https://www.cumhuriyet.com.tr/pazar-yazilari/freud-un-sessiz-ama-umut-veren-akil-tasi-2457079</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/12/02/freuds-stiller-aber-hoffnungsvoller-stein-der-vernunft-in-wien-und-der-tuerkei/"></a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>Jerusalems Status erneut umstritten: Netanyahu provoziert, Giannopoulos ehrt Erdoğan mit historischer Gabe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Sep 2025 08:50:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<category><![CDATA[Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Netanyahu: „Jerusalem gehört uns – und wird es bleiben“ &#160; Warum Israel&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="p3"><span class="s1">Netanyahu: „Jerusalem gehört uns – und wird es bleiben“</span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<h4 class="p1"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=8AxGpkw8xVE">Warum Israel Erdoğan will</a></h4>
<p class="p3"><span class="s1">Türkische Allgemeine, Berlin, 18.09.2025</span></p>
<p class="p4">Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte bei einer internationalen Konferenz in Jerusalem, an der auch US-Außenminister Antony Blinken teilnahm, in einer weltweit übertragenen Live-Botschaft: „Jerusalem gehört uns – und wird es bleiben.“ Die direkte Ansprache an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan wurde von Beobachtern als gezielte Provokation gewertet, insbesondere angesichts der sensiblen religiösen und politischen Bedeutung der Stadt.</p>
<h3 class="p3"><span class="s1">Ein symbolträchtiges Geschenk: Emanname für Erdoğan</span></h3>
<p class="p4">Kurz nach Netanyahus Erklärung empfing Präsident Erdoğan den griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem, Theofilos Giannopoulos, in seinem Arbeitsbüro in Dolmabahçe. Giannopoulos überreichte Erdoğan ein gerahmtes Dokument: die sogenannte „Emanname“ – ein historisches Schutzversprechen, das Kalif Omar ibn al-Chattab nach der friedlichen Eroberung Jerusalems im Jahr 638 dem byzantinischen Patriarchen Sophronios übergab.</p>
<h3 class="p3"><span class="s1">Wer ist Giannopoulos?</span></h3>
<p class="p4">Theofilos Giannopoulos ist seit 2005 Patriarch der griechisch-orthodoxen Kirche von Jerusalem. Geboren in Griechenland, gilt er als höchste geistliche Autorität für die christlichen Heiligtümer in der Stadt. Seine Rolle umfasst nicht nur religiöse Aufgaben, sondern auch diplomatische Verantwortung gegenüber anderen Konfessionen und Staaten.</p>
<h3 class="p3"><span class="s1">Die Emanname: Schutz für Christen und ihre Heiligtümer</span></h3>
<p class="p4">Die Emanname ist ein historisches Dokument, das nach dem Einzug von Kalif Omar in Jerusalem entstand. Es garantiert den christlichen Bewohnern der Stadt sowie ihren religiösen Stätten – darunter die Grabeskirche, die Geburtskirche in Bethlehem und weitere heilige Orte – Schutz und freie Religionsausübung. Die Vereinbarung wurde in Anwesenheit bedeutender Gefährten des Propheten Muhammad übergeben und enthält unter anderem folgende Punkte:</p>
<p class="p4">•<span class="Apple-converted-space">  </span>Alle christlichen Geistlichen und Gemeinden stehen unter muslimischem Schutz, solange sie sich an die Bedingungen des Vertrags halten.</p>
<p class="p4">•<span class="Apple-converted-space">  </span>Die christlichen Heiligtümer dürfen nicht beschädigt oder enteignet werden.</p>
<p class="p4">•<span class="Apple-converted-space">  </span>Besuchern der Grabeskirche dürfen keine Gebühren auferlegt werden, mit Ausnahme einer symbolischen Abgabe für bestimmte Gruppen.</p>
<p class="p4">•<span class="Apple-converted-space">  </span>Die christlichen Gemeinschaften – darunter Kopten, Armenier, Syrer, Äthiopier und andere – unterstehen dem Schutz des Patriarchen Sophronios.</p>
<p class="p4">•<span class="Apple-converted-space">  </span>Wer gegen diese Vereinbarung verstößt, „bricht Gottes Bund und widersetzt sich Seinem Gesandten“, heißt es in der Schlussformel.</p>
<h3 class="p3"><span class="s1">Politische Botschaft zwischen den Zeilen</span></h3>
<p class="p4">Das Geschenk von Giannopoulos an Erdoğan ist mehr als eine höfliche Geste. Es erinnert an eine Zeit, in der religiöse Toleranz und gegenseitiger Respekt in Jerusalem praktiziert wurden. Inmitten der aktuellen Spannungen um die Zukunft der Stadt sendet die Emanname eine stille, aber kraftvolle Botschaft: Jerusalem gehört nicht nur einer Nation oder Religion, sondern ist ein gemeinsames Erbe der Menschheit.</p>
<h3 class="p3"><span class="s1">Erdoğan bleibt zurückhaltend</span></h3>
<p class="p4">Präsident Erdoğan nahm das Geschenk mit sichtbarem Respekt entgegen, äußerte sich jedoch nicht direkt zu Netanyahus Aussagen. Die Türkei verfolgt traditionell eine Politik, die den multireligiösen Charakter Jerusalems betont und sich für den Schutz islamischer sowie christlicher Heiligtümer einsetzt.</p>
<h4 class="p1"><a href="https://www.youtube.com/watch?v=8AxGpkw8xVE">Warum Israel Erdoğan will – Analyse von Levent Gültekin </a></h4>
<p class="p1">Levent Gültekin über die Jerusalem-Kontroverse zwischen Erdoğan und Netanyahu</p>
<p class="p1">(<i>Aus der Sendung „Die Regierung ist unzureichend!“ – YouTube, 17. September 2025</i>)</p>
<p class="p1">Der Journalist Levent Gültekin argumentiert in den ersten 15 Minuten seiner Sendung, dass Israel Präsident Erdoğan nicht trotz, sondern gerade wegen seiner Rhetorik und Politik bevorzugt. Laut Gültekin dient Erdoğan für Israel als idealer Gegenspieler: laut, konfrontativ, aber letztlich berechenbar und funktional.</p>
<p class="p1">Er führt aus, dass Erdoğan zwar regelmäßig die israelische Regierung kritisiert, insbesondere im Zusammenhang mit Gaza und Jerusalem, jedoch gleichzeitig die wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen nie ernsthaft gefährdet. Die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern florieren, militärische Kooperationen bestehen weiterhin, und auch die Geheimdienste beider Staaten arbeiten punktuell zusammen.</p>
<p class="p1">Gültekin betont, dass Israel von Erdoğans polarisierender Rhetorik profitiert: Sie stärkt Netanyahus Position im eigenen Land, indem sie ein klares Feindbild liefert, während Erdoğan seinerseits die islamische Welt rhetorisch mobilisiert, ohne konkrete politische Konsequenzen folgen zu lassen. Diese gegenseitige Inszenierung stabilisiere die Machtverhältnisse beider Führer.</p>
<p class="p1">Er nennt Erdoğan einen „kontrollierten Gegner“, der zwar laut widerspricht, aber nie wirklich stört. Für Israel sei dies besser als ein ruhiger, diplomatisch versierter türkischer Staatschef, der mit internationaler Unterstützung konkrete politische Schritte gegen israelische Politik unternehmen könnte.</p>
<p class="p1">Gültekin schließt mit der Feststellung: „Erdoğan ist für Israel nützlich – nicht weil er schweigt, sondern weil er genau so spricht, wie sie es brauchen.“</p>
<p class="p4">(Türkische Allgemeine, 18.09.2025)</p>
<p>Quelle:</p>
<p class="p3"><span class="s1">•<span class="Apple-converted-space">  </span><a href="https://abcnews.go.com/International/rubio-lands-israel-ahead-netanyahu-meeting-hamas-war/story?id=125551936"><span class="s2">ABC News – Rubio and Netanyahu meet in Israel</span></a> <a href="https://abcnews.go.com/International/rubio-lands-israel-ahead-netanyahu-meeting-hamas-war/story?id=125551936&amp;copilot_analytics_metadata=eyJldmVudEluZm9fY2xpY2tTb3VyY2UiOiJjaXRhdGlvbkxpbmsiLCJldmVudEluZm9fY29udmVyc2F0aW9uSWQiOiIxVDg5RG5uYldpTTVGdnZVZWJpOXAiLCJldmVudEluZm9fbWVzc2FnZUlkIjoiV28xZ21FV2kxNzMzSEhMSllmSkpOIiwiZXZlbnRJbmZvX2NsaWNrRGVzdGluYXRpb24iOiJodHRwczpcL1wvYWJjbmV3cy5nby5jb21cL0ludGVybmF0aW9uYWxcL3J1YmlvLWxhbmRzLWlzcmFlbC1haGVhZC1uZXRhbnlhaHUtbWVldGluZy1oYW1hcy13YXJcL3N0b3J5P2lkPTEyNTU1MTkzNiJ9"><span class="s3">A</span></a></span></p>
<p class="p3"><span class="s1">•<span class="Apple-converted-space">  </span><a href="https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2025/09/secretary-of-state-marco-rubio-and-israeli-prime-minister-benjamin-netanyahu-at-a-joint-press-availability"><span class="s2">U.S. State Department – Joint Press Availability</span></a></p>
<p></span></p>
<p class="p1">.Levent Gültekin über die Jerusalem-Kontroverse zwischen Erdoğan und Netanyahu</p>
<p class="p1">(<i>Aus der Sendung „Die Regierung ist unzureichend!“ – YouTube, 17. September 2025</i>)</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=8AxGpkw8xVE">https://www.youtube.com/watch?v=8AxGpkw8xVE</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/09/18/jerusalems-status-erneut-umstritten-netanyahu-provoziert-giannopoulos-ehrt-erdogan-mit-historischer-gabe/">Jerusalems Status erneut umstritten: Netanyahu provoziert, Giannopoulos ehrt Erdoğan mit historischer Gabe</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<item>
		<title>499. Jahrestag der Schlacht von Mohács – Erinnerung, Diplomatie und Brüderlichkeit</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/29/499-jahrestag-der-schlacht-von-mohacs-erinnerung-diplomatie-und-bruederlichkeit/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 29 Aug 2025 08:45:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wussten Sie, dass sich im Jahr 1926 ein bedeutendes Ereignis zwischen Ungarn&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/29/499-jahrestag-der-schlacht-von-mohacs-erinnerung-diplomatie-und-bruederlichkeit/">499. Jahrestag der Schlacht von Mohács – Erinnerung, Diplomatie und Brüderlichkeit</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wussten Sie, dass sich im Jahr 1926 ein bedeutendes Ereignis zwischen Ungarn und der Türkei zutrug – ein Moment, den wir am 29. August 2025 als historisches Dokument neu beleuchten wollen? <span class="Apple-converted-space">  </span>Vierhundert Jahre nach der Schlacht von Mohács wurde nicht nur der Verlust eines Königs betrauert, sondern auch eine neue Brücke zwischen zwei alten Völkern geschlagen. Die Teilnahme der Türkei an der Gedenkfeier von 1926 verlieh dem Ereignis eine unerwartete diplomatische Tiefe – ein Zeichen dafür, dass Geschichte nicht nur trennt, sondern auch verbinden kann.</p>
<p>Von Birol Kilic, Analysen und Beobachtungen aus Wien, den 29.08.2025</p>
<p><strong><br />
BUDAPEST. </strong>Am 29. August 1926, exakt vier Jahrhunderte nach der folgenschweren Schlacht von Mohács, versammelten sich in Ungarn zahlreiche Würdenträger und Bürger zu einer eindrucksvollen Gedenkveranstaltung. Diese Zeremonie war weit mehr als ein historisches Ritual – sie markierte einen bedeutenden Moment der diplomatischen Annäherung zwischen der Türkei und Ungarn im frühen 20. Jahrhundert.</p>
<p>Die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs und die territorialen Verluste durch den Vertrag von Trianon hatten Ungarn schwer getroffen. In diesem Kontext wurde die Gedenkfeier in Mohács zu einem Ausdruck kollektiver Selbstbesinnung und nationaler Würde. Besonders hervorzuheben ist die Anwesenheit des türkischen Botschafters Hüsrev Gerede, der – neben dem britischen Gesandten – als einziger ausländischer Diplomat offiziell eingeladen war und damit eine besondere symbolische Rolle einnahm.</p>
<p>Der damalige Reichsverweser Miklós Horthy hielt eine Rede, in der er die Türkei ausdrücklich würdigte. Er sagte: „<strong>Vor vierhundert Jahren kämpften wir gegen unsere Verwandten. Und heute, an diesem traurigen Tag, ist der Vertreter eines Bruderlandes hier, um unseren Schmerz zu teilen – während jene, die damals mit uns kämpften, heute gegen uns stehen.“</strong></p>
<p>Die Rede enthielt nicht nur Worte des Gedenkens, sondern offenbarte eine tiefgreifende historische Neubewertung. Sie trug dazu bei, das Bild der Türkei nicht länger als einstigen Gegner, sondern als respektierten Partner und kulturell verwandtes Volk zu verankern.</p>
<p>Miklós Horthy, der zentrale Akteur der Gedenkfeier von 1926, war eine prägende Figur der ungarischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Geboren am 18. Juni 1868 in Kenderes (damals Österreich-Ungarn), diente er zunächst als Admiral in der k.u.k. Marine. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm er als Reichsverweser die faktische Staatsführung des Königreichs Ungarn und blieb von 1920 bis 1944 im Amt.</p>
<p>Sein offizieller Titel lautete <i>vitéz nagybányai Horthy Miklós</i>, und er galt als Symbol für nationale Stabilität in einer Zeit tiefgreifender politischer Umbrüche. Auch seine Teilnahme an der Gedenkfeier zum 400. Jahrestag der Schlacht von Mohács unterstrich seine Rolle als Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und zwischen Ungarn und der Türkei.</p>
<p>Auf türkischer Seite wurde die Einladung mit besonderer diplomatischer Sensibilität behandelt. Die Regierung in Ankara instruierte Botschafter Hüsrev Gerede ausdrücklich, nur dann an der Veranstaltung teilzunehmen, wenn sichergestellt sei, dass keine Aussagen fallen würden, die die nationalen Empfindungen der Türkei verletzen könnten. Nachdem diese Bedingung erfüllt war, nahm Hüsrev Bey an der Gedenkfeier teil und wurde mit sichtbarer Wertschätzung empfangen</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Diplomatisches Dokument aus dem Jahr 1926 – Osmanisch-Türkische Rede von Hüsrev Gerede in Mohács</h2>
<p>Im Rahmen der Gedenkfeier zum 400. Jahrestag der Schlacht von Mohács hielt der türkische Botschafter Hüsrev Gerede eine bemerkenswerte Rede, deren Originaltext in osmanischer Schrift überliefert ist. Das Dokument, das auf Seite 205 der diplomatischen Archivsammlung erscheint, ist Teil des Werkes:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7245 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey.jpg" alt="" width="843" height="1265" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey.jpg 843w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey-200x300.jpg 200w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey-682x1024.jpg 682w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey-768x1152.jpg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey-800x1200.jpg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/diplomatHuesrevbey-400x600.jpg 400w" sizes="(max-width: 843px) 100vw, 843px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>📘 <i>A magyar–török politikai kapcsolatok alakulása a diplomáciai levéltári források alapján (1922–1933)</i> <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>📍 Herausgegeben vom Außenministerium der Republik Türkei, Diplomatisches Archiv, Ankara, 2024 <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>📄 Seite: 205 <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>🔗 <a href="https://www.worldcat.org/title/1427787781">WorldCat-Eintrag zum Werk</a></p>
<p>In dieser Rede betont Hüsrev Bey die historische Brüderlichkeit zwischen Türken und Ungarn und beginnt mit den Worten:</p>
<p>„Kardeşlerim – Meine Brüder, <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Während ich heute vor den heiligen Gräbern unserer heldenhaften Vorfahren spreche, beginne ich nicht mit diplomatischen Floskeln, sondern mit dem Ruf unserer gemeinsamen Herkunft: Brüder.“</p>
<p>Er hebt hervor, dass die Osmanen bei ihren militärischen Unternehmungen in Europa nie aus religiösem Fanatismus handelten, sondern stets politische Ziele verfolgten. Die Konfrontationen mit Ungarn seien nicht ideologisch motiviert gewesen, sondern Teil der strategischen Umfassung von Byzanz. Werke wie Takáts’ „Budiner Paschas auf Ungarisch“ belegen die Toleranz der Osmanen gegenüber lokalen Kulturen.</p>
<p>Zum Abschluss seiner Rede ehrt Hüsrev Bey die gefallenen Helden und gedenkt des ungarischen Freiheitskämpfers Ferenc Rákóczi mit tiefem Respekt. Die Teilnahme der Türkei an dieser Gedenkfeier wurde von der ungarischen Seite als ein Akt der Versöhnung und Brüderlichkeit gewürdigt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aus dem ungarischen Quellen</p>
<p><i>Szenzációt keltett Horthy Miklós mohácson elmondott beszéde a csata négyszázadik évfordulóján</i> <span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Veröffentlicht auf <a href="https://www.bama.hu/helyi-kozelet/2022/08/szenzaciot-keltett-horthy-miklos-mohacson-elmondott-beszede-a-csata-negyszazadik-evfordulojan">Bama.hu – Baranya Megyei Hírportál</a></p>
<h2>Horthy Miklós’ Rede in Mohács sorgte für Aufsehen – Gedenkfeier zum 400. Jahrestag der Schlacht von Mohács</h2>
<p>Laut einem Artikel der ungarischen Regionalzeitung <i>Bama.hu</i> vom August 2022 sorgte die Rede von Reichsverweser Miklós Horthy bei der Gedenkfeier zum 400. Jahrestag der Schlacht von Mohács im Jahr 1926 für diplomatisches und öffentliches Aufsehen. Die Veranstaltung fand am 29. August 1926 in Mohács statt und wurde als nationaler Trauertag begangen.</p>
<p>Horthy reiste mit dem Dampfer „Zsófia“ der MFTR-Flussschifffahrtsgesellschaft an und wurde am Hafen von einer großen Menschenmenge empfangen. Die Delegation wurde von Levente-Jugendlichen und Pfadfindern zum Szent-György-Platz begleitet, wo ein Feldaltar errichtet und das Gelände der geplanten Gedächtniskirche mit Fahnen geschmückt war.</p>
<p>Erzbischof Gyula Zichy zelebrierte die Messe und segnete den Grundstein der Kirche, in dessen Fundament Erde aus 3600 Siedlungen der historischen 64 Komitate Ungarns eingebracht wurde – ein symbolischer Akt nationaler Einheit.</p>
<p>Nach der Messe fuhr die Delegation zur Mündung des Csele-Bachs, wo ein Denkmal zu Ehren von König Ludwig II. errichtet worden war. Horthy legte dort den ersten Kranz nieder und hielt eine Rede, in der er betonte, dass mit dem Tod des Königs auch das „Herz Ungarns“ verloren gegangen sei – in einer Zeit, in der die Verteidigung der westlichen Kultur oberste Priorität hatte.</p>
<p>Besonders bemerkenswert war Horthys Aussage, dass aus dem einstigen Feind, den Türken, inzwischen ein verständnisvoller Freund geworden sei, während sich Ungarn von seinem damaligen Verbündeten Serbien entfremdet habe – selbst wenn dieser heute unter dem Namen Jugoslawien auftrete. Diese Worte galten als diplomatisch heikel, insbesondere im Kontext der Nachwirkungen des Vertrags von Trianon.</p>
<p>Ein Missverständnis entstand, als einige Medien berichteten, Jugoslawien sei durch seine Botschaft vertreten gewesen. Dies wurde später offiziell dementiert. Auch Sportler des Ruderverbands, die aus Budapest, Győr und der Tschechoslowakei angereist waren, durften nicht an der offiziellen Zeremonie teilnehmen, da die Grenzpolizei ihre Ankunft nicht registriert hatte.</p>
<p>Die Veranstaltung wurde filmisch dokumentiert und bleibt ein bedeutendes Kapitel der ungarischen Erinnerungskultur.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>•<span class="Apple-converted-space">  </span>Kerepeszki Róbert: <i>Horthy Miklós mohácsi beszéde, 1926. Emlékezethely a politikai gondolkodásban és a nemzetközi kapcsolatok történetében</i>. <a href="https://www.academia.edu/17287300/Horthy_Mikl%C3%B3s_moh%C3%A1csi_besz%C3%A9de_1926_Eml%C3%A9kezethely_a_politikai_gondolkod%C3%A1sban_%C3%A9s_a_nemzetk%C3%B6zi_kapcsolatok_t%C3%B6rt%C3%A9net%C3%A9ben">PDF auf Academia.edu</a> <a href="https://www.academia.edu/17287300/Horthy_Mikl%C3%B3s_moh%C3%A1csi_besz%C3%A9de_1926_Eml%C3%A9kezethely_a_politikai_gondolkod%C3%A1sban_%C3%A9s_a_nemzetk%C3%B6zi_kapcsolatok_t%C3%B6rt%C3%A9net%C3%A9ben?copilot_analytics_metadata=eyJldmVudEluZm9fY29udmVyc2F0aW9uSWQiOiJxSnc5NXpUS1VxQ1ZIdVhKOXo0NTEiLCJldmVudEluZm9fY2xpY2tTb3VyY2UiOiJjaXRhdGlvbkxpbmsiLCJldmVudEluZm9fbWVzc2FnZUlkIjoiMk1DNkFweG9ocm1qejMyV2JIeUZyIiwiZXZlbnRJbmZvX2NsaWNrRGVzdGluYXRpb24iOiJodHRwczpcL1wvd3d3LmFjYWRlbWlhLmVkdVwvMTcyODczMDBcL0hvcnRoeV9NaWtsJUMzJUIzc19tb2glQzMlQTFjc2lfYmVzeiVDMyVBOWRlXzE5MjZfRW1sJUMzJUE5a2V6ZXRoZWx5X2FfcG9saXRpa2FpX2dvbmRvbGtvZCVDMyVBMXNiYW5fJUMzJUE5c19hX25lbXpldGslQzMlQjZ6aV9rYXBjc29sYXRva190JUMzJUI2cnQlQzMlQTluZXQlQzMlQTliZW4ifQ%3D%3D">A</a></p>
<p>•<span class="Apple-converted-space">  </span>Huszadik Század Archiv: <i>Horthy Miklós beszéde a mohácsi síkon a magyar-szerb orientáció mellett</i> (1926). <a href="http://www.huszadikszazad.hu/1926-augusztus/politika/horthy-miklos-beszede-a-mohacsi-sikon-a-magyar-szerb-orientacio-mellett">Zeitungsartikel</a> <a href="http://www.huszadikszazad.hu/1926-augusztus/politika/horthy-miklos-beszede-a-mohacsi-sikon-a-magyar-szerb-orientacio-mellett?copilot_analytics_metadata=eyJldmVudEluZm9fbWVzc2FnZUlkIjoiMk1DNkFweG9ocm1qejMyV2JIeUZyIiwiZXZlbnRJbmZvX2NsaWNrU291cmNlIjoiY2l0YXRpb25MaW5rIiwiZXZlbnRJbmZvX2NsaWNrRGVzdGluYXRpb24iOiJodHRwOlwvXC93d3cuaHVzemFkaWtzemF6YWQuaHVcLzE5MjYtYXVndXN6dHVzXC9wb2xpdGlrYVwvaG9ydGh5LW1pa2xvcy1iZXN6ZWRlLWEtbW9oYWNzaS1zaWtvbi1hLW1hZ3lhci1zemVyYi1vcmllbnRhY2lvLW1lbGxldHQiLCJldmVudEluZm9fY29udmVyc2F0aW9uSWQiOiJxSnc5NXpUS1VxQ1ZIdVhKOXo0NTEifQ%3D%3D">B</a></p>
<p>•<span class="Apple-converted-space">  </span>T.C. Außenministerium, Diplomatisches Archiv: <i>Türkiye-Macaristan Siyasi İlişkileri, 1922–1933</i>. Herausgegeben von Mehmet Erdoğan, Emre Saral, Kövecsi-Oláh Péter. Ankara, 2024.</p>
<p>•<span class="Apple-converted-space">  </span>Takáts Sándor: <i>Budin Paşalarının Macarca Muhâberâtı</i> – Historische Quelle zur osmanischen Verwaltung und Toleranzpolitik in Ungarn.</p>
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		<title>&#8222;Deutsche Pons – das ist echt frech!&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2025 14:27:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wien, 4..08 2025, Türkische Allgemeine Im Jahr 2000 hat der PONS-Verlag das&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/11/deutsche-pons-das-ist-echt-frech/">&#8222;Deutsche Pons – das ist echt frech!&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wien, 4..08 2025, Türkische Allgemeine</strong></p>
<p>Im Jahr 2000 hat der PONS-Verlag das „Illustrierte Türkisch-Deutsche Wörterbuch“ für 30 Euro herausgebracht. Es soll Deutschsprachigen das Türkischlernen mit Bildern ermöglichen, vermittelt jedoch ein falsches Bild von der modernen Türkei, verzerrt die Realität und bestätigt westliche Klischees. De facto werden dadurch krankhafte Vorurteile zementiert. Dies sind die leisesten Kritiken gegenüber dem Buch, über die wir hier berichten werden.</p>
<h3>Reaktionen – spät, aber doch</h3>
<p>Als Reaktion darauf wurde ein Brief an den Verlag geschickt, dessen Inhalt die Türkische Allgemeine ihren Lesern unten zugänglich macht. Ein in Wien promovierender türkischer Staatsbürger hat sich besorgt über das im Jahr 2020 erschienene „Illustrierte Türkisch-Deutsche Wörterbuch“ des PONS-Verlags geäußert und einen Protestbrief an den Verlag gesandt.</p>
<p>Ein türkischer Student griff während seiner Bemühungen, die deutsche Sprache zu lernen, auf das Werk zurück. Er stellte jedoch fest, dass die Bilder aus einer einseitigen und voreingenommenen Perspektive der türkischen Gesellschaft ausgewählt worden waren und Vorurteile verstärken. Der Student beschloss, einen Brief zu schreiben, um seine Bedenken zum Ausdruck zu bringen. In seinem Brief betonte er, dass die Bilder die kulturelle Vielfalt und den Modernisierungsprozess der Türkei nicht ausreichend widerspiegelten.</p>
<h3>Hier ist der Brief</h3>
<p>&nbsp;</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7167 size-large" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59-1024x903.png" alt="" width="1024" height="903" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59-1024x903.png 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59-300x265.png 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59-768x678.png 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59-800x706.png 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59-600x529.png 600w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.59.png 1104w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-7168 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.32.png" alt="" width="356" height="814" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.32.png 356w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.32-131x300.png 131w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.32-262x600.png 262w" sizes="(max-width: 356px) 100vw, 356px" /><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-7169 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.40.png" alt="" width="1024" height="642" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.40.png 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.40-300x188.png 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.40-768x482.png 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.40-800x502.png 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-14.51.40-600x376.png 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_7172" aria-describedby="caption-attachment-7172" style="width: 2560px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7172 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-scaled.jpeg" alt="" width="2560" height="1489" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-scaled.jpeg 2560w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-300x174.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-1024x596.jpeg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-768x447.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-1536x893.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-2048x1191.jpeg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-800x465.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-1160x675.jpeg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-3072x1787.jpeg 3072w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-1600x931.jpeg 1600w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-2320x1349.jpeg 2320w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-11-um-16.29.06-600x349.jpeg 600w" sizes="(max-width: 2560px) 100vw, 2560px" /><figcaption id="caption-attachment-7172" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
<h3></h3>
<p>Hier ist der aufsehenerregende Brief, den die in Wien lebende türkische Doktorandin in englischer Sprache an den PONS-Verlag bezüglich des „Illustrierten Türkisch-Deutschen Wörterbuchs“ geschrieben hat.</p>
<p>An den PONS Verlag</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren der PONS-Verlagsleitung,</p>
<p>zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich Ihnen mit großer Enttäuschung schreibe. Ich habe heute das Türkisch-Deutsch-Wörterbuch Ihres Verlags gekauft und festgestellt, dass die Bilder im Abschnitt „In der Türkei“, die unsere Kultur repräsentieren sollen, äußerst einseitig sind. Sie bestehen meist aus orientalistischen Klischees bzw. decken kolonialistische Klischees auf und haben nichts mit der Realität in der modernen Türkei zu tun.</p>
<p>Der Versuch, die türkische Kultur auf der ersten Seite direkt über religiöse Elemente (Prediger, Imam, Gebet, Moschee, Gebetsteppich, Takunya (Holzschuhe) usw.) bzw. Bauchtanz zu erklären, zeugt von einer äußerst falschen und kolonialistischen Sichtweise. Außerdem ist die Aufnahme des Begriffs „başlık parası – Brautgeld“ für mich als in der Türkei Geborenen und Aufgewachsenen völlig neu.</p>
<p>Ich finde es bedauerlich, dass Sie die türkische Kultur in einem Land, in dem Millionen von Türken leben, so fremd und falsch darstellen. Durch die Verwendung von Elementen wie Fes, Brautpreis, „beşi bir yerde”, religiösen Symbolen und Bauchtänzerinnen werden nicht nur negative Stereotype über Türken verstärkt, sondern es entsteht auch eine Wahrnehmung, die den säkularen Kampf und die Realität in der Türkei untergräbt.</p>
<p>Als junge türkische Akademikerin und Frau möchte ich dieses Problem ansprechen, da die Beispiele in Ihrer Publikation mit dem Verständnis des politischen Islams in der Türkei in Verbindung gebracht werden können. Meine Aussage, dass Sprache eine politische Haltung darstellt, rührt daher, dass Ihre Darstellung als Herausgeber eine Perspektive erkennen lässt, die den demokratischen Kampf der Menschen in der Türkei, ihre Teilnahme an Protesten gegen den politischen Islam sowie unseren Einsatz zur Verteidigung der säkularen Werte und die vielfältige, freheitlich demokratische Grundhaltung unserer Verfassung ignoriert. Problematisch ist auch, dass die von Ihnen gewählte Sprache und die verwendeten Bilder ausschließlich religiöse („eine ganze Seite über die Türkei mit religiösen Elementen“) und patriarchale („Brautgeld“, „Bridegeld“, „Bauchtänzerin“, „Heiratsthema“) Inhalte enthalten. Dies trägt zur Objektivierung türkischer Frauen bei. Ich danke Ihnen, dass Sie meine Anmerkung ernst genommen haben, und freue mich auf Ihre nächste Publikation.</p>
<p>Schließlich ist Sprache eine dynamische Realität. Wenn Sie sich auf einen Zeitraum vor 150 Jahren beziehen, mögen die von Ihnen erwähnten kulturellen Elemente vielleicht Sinn ergeben. Auch Deutschland ist erst seit ca. 80 bis 150 Jahren so. Als Übersetzerin hoffe ich jedoch, dass Sie die aktuellen Dynamiken der Sprache berücksichtigen und sich in Ihren zukünftigen Veröffentlichungen der politischen Dimension der Sprache sowie der Stereotype, mit denen Nationen zu kämpfen haben, bewusst sind.</p>
<p>So endete der Protestbrief, den wir erhalten haben.</p>
<h3>Was sagen aber die Experten in Wien dazu?</h3>
<p>Der PONS-Verlag hat mit seinem &#8222;Illustrierten Türkisch-Deutschen Wörterbuch&#8220; für 30 Euro für ordentlich Aufsehen gesorgt. Aber was sagen die Kultur-Experten dazu?</p>
<p>Die Experten sagen, dass die Bilder im PONS-Buch die Modernisierung der Türkei und das moderne Leben der türkischen Frauen ignorieren. Stattdessen spiegelten sie eine ziemlich herablassende, arrogante, orientalistische und kolonialistische Sichtweise des Westens aus dem 20. Jahrhundert wider.</p>
<p><strong>&#8222;Deutsche Pons – das ist echt frech!&#8220;</strong></p>
<p>Gegenüber der Türkischen Allgemeinen äußerten sie sich wie folgt:</p>
<p>„Diese Sichtweise stellt die moderne Republik Türkei, die Nachfolgerin des Osmanischen Reiches, immer noch als ein rückständiges Land im Sumpf des Nahen Ostens dar. Hier hat die Türkei in den letzten 20 Jahren sehr gelitten und wurde durch salafistisch-wahabitische Kräfte de facto in den Sumpf des Nahen Ostens geschickt. Aber. Die moderne Türkei wurde durch die verschiedenen Waffen des Westens und die byzantinischen Machenschaften mit ihren unmoralischen Religionshändlern de facto zerstört und wird von den Experten von oben herab betrachtet. Sie beschreiben das Land wie ‚exotische Tiere, die sich gegenseitig auffressen. Deutsche Pons – das ist echt frech!&#8220;</p>
<p>Starke Worte.</p>
<p>Nach dieser bemerkenswerten Kritik forderten die Experten den PONS-Verlag auf, die kulturelle Vielfalt der Türkei und das wahre Gesicht der modernen Türkei gegenüber Personen, die Türkisch lernen möchten, fairer darzustellen. Die Experten betonten, dass solche illustrierten Türkisch-Lehrbücher im Rahmen des Sprachlernprozesses nicht nur Vokabeln, sondern auch kulturelle und kontextuelle Aspekte der Modernisierung vermitteln sollten.</p>
<p>In diesem Zusammenhang sprachen sie sich dafür aus, Bilder hinzuzufügen, die die reiche Geschichte, das kulturelle Erbe und die Stellung der Frau in der türkischen Gesellschaft zumindest ansatzweise widerspiegeln. Abschließend erklärten die Fachverleger: „Dies ist nicht nur für Sprachlernende von großer Bedeutung, sondern auch für das internationale Image der Türkei.“ Dies ist ein bewusster Versuch von PONS, mit orientalistisch-arrogantem Gehabe zu diffamieren. Nicht alle Deutschen sind so, aber viele vertreten diese Sichtweise. Wir raten davon ab, dies fortzusetzen. Die alten Zeiten sind nach Ukraine- Russland und Syrien Krieg vorbei. Deutsche Pons und das Bilderwörterbuch Türkisch-Deutsch schüren Vorurteile gegen die moderne Frau in der Türkei und ihren säkularen Lebensstil. Seit Jahren versucht man, mit westlicher Hilfe die moderne Republik in einen soft-sunnitischen Molla-Iran umzuwandeln, indem man Hand in Hand mit den Reaktionären und Fundamentalisten aus der Türkei und der Welt arbeitet. Damit schießt Deutschland und die EU sich selbst in die Beine. Wir raten davon ab, dies fortzusetzen.“ (<strong>Wien, 4..08 2025, Türkische Allgemeine</strong>)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/11/deutsche-pons-das-ist-echt-frech/">&#8222;Deutsche Pons – das ist echt frech!&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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		<title>ALMAN PONS’UN  HIZLI TÜRKÇE ÖĞRETMESİNE TEPKİ NEREDEN GELDİ?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Andreas Günes]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Aug 2025 13:00:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>VİYANA. PONS yayınevi, 30 avroya &#8222;Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü&#8220; adlı bir kitap yayınlayarak,&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/11/alman-ponsun-hizli-tuerkce-oegretmesine-tepki-nereden-geldi/">ALMAN PONS’UN  HIZLI TÜRKÇE ÖĞRETMESİNE TEPKİ NEREDEN GELDİ?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p data-pm-slice="1 1 []"><strong>VİYANA.</strong> PONS yayınevi, 30 avroya &#8222;Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü&#8220; adlı bir kitap yayınlayarak, Almanca konuşanlara modern Türkiye&#8217;yi göz ardı eden ve Batı&#8217;nın önyargılarını pekiştiren bir içerik sunduğu iddia ediliyor. Bu duruma tepki olarak yayınevine bir mektup gönderildi ve Türkische Allgemeine, mektubun içeriğini okuyucularına aktarıyor.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Viyana&#8217;da doktora yapan bir Türk vatandaşı, 2018 baskılı Almanca PONS sözlüğünün 2020&#8217;de &#8222;Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü&#8220; olarak yeniden yayımlanmasından rahatsızlık duyduğunu ifade etti. Bu projenin yöneticisi Alman Christiana Mackenzie, sözlüğün daha önce resimsiz olan versiyonunun, internette ismi bulunmayan Erkin Güneşdoğdu&#8217;nun desteğiyle geliştiğini belirtti.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Bir Türk üniversitesi öğrencisi, Almanca dilini öğrenme çabaları sırasında PONS yayınevinin &#8222;Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü&#8220; adlı eserine başvurdu. Ancak, bu sözlüğün içindeki resimlerin tek taraflı ve önyargılı bir bakış açısıyla hazırlandığını fark etti. Bu durumu gözlemleyen öğrenci, hissettiği rahatsızlığı dile getirmek amacıyla bir mektup yazmaya karar verdi. Mektubunda, sözlükteki görsellerin Türkiye&#8217;nin zengin kültürel çeşitliliğini ve modernleşme sürecini yeterince yansıtmadığını vurguladı.</p>
<h3 data-pm-slice="1 1 []"><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/IN-DER-TUeRKEI.pdf">PONS IN DER TÜRKEI</a></h3>
<h3 data-pm-slice="1 1 []"></h3>
<h3 data-pm-slice="1 1 []">İşte o mektup</h3>
<p data-pm-slice="1 1 []">İşte Viyana&#8217;da yaşayan bayan Türk doktora öğrencisinin PONS yayınevine İngilizce kaleme aldığı &#8222;Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü&#8220; ile ilgili dikkat çeken mektup..</p>
<p>&#8222;Sayın İlgili,</p>
<p>Öncelikle, büyük bir hayal kırıklığıyla size yazdığımı belirtmek isterim. Bugün, yayın evinizin (PONS) Türkçe-Almanca sözlük kitabını satın aldım ve “In Der Türkei” bölümünde kültürümüzü temsil etmesi amaçlanan görsellerin son derece oryantalist ve Türkiye&#8217;nin gerçekliğinden tamamen kopuk olduğunu gördüm. Türk kültürünü ilk sayfada doğrudan dini unsurlar (vaiz, imam, namaz, cami, seccade vb.) aracılığıyla açıklamaya çalışmak, son derece hatalı ve oryantalist bir bakış açısını yansıtmaktadır. Ayrıca, “başlık parası – das Brautgeld” ifadesinin kitaba dahil edilmesi, Türkiye&#8217;de doğup büyümüş biri olarak hayatımda ilk kez gördüğüm bir şeydir. Milyonlarca Türk&#8217;ün yaşadığı bir ülkede, Türk kültürünü bu kadar yabancı ve yanlış bir şekilde temsil etmenizi talihsiz ve iyi niyetli bulmuyorum. Fes, başlık parası, “beşi bir yerde”, dini semboller ve dansözler gibi unsurların kullanılması, Türkler hakkındaki olumsuz stereotipleri pekiştirmekle kalmaz, aynı zamanda Türkiye&#8217;deki laik mücadeleyi baltalayan bir algı yaratır. Son olarak, dil dinamik bir gerçektir. Eğer bahsettiğiniz zaman dilimi 150 yıl önceyse, belki de bahsettiğiniz kültürel unsurlar mantıklı olabilir. Ancak, bir çevirmen olarak, dilin güncel dinamiklerini göz önünde bulundurmanızı ve gelecekteki yayınlarınızda dilin politik duruşu ve ulusların mücadele ettiği stereotiplerin bilincinde olmanızı umuyorum.&#8220;</p>
<figure id="attachment_7154" aria-describedby="caption-attachment-7154" style="width: 2087px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7154 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-scaled.jpeg" alt="" width="2087" height="2560" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-scaled.jpeg 2087w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-245x300.jpeg 245w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-835x1024.jpeg 835w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-768x942.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-1252x1536.jpeg 1252w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-1669x2048.jpeg 1669w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-800x982.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-1160x1423.jpeg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-1600x1963.jpeg 1600w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-489x600.jpeg 489w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xxx-1536x1885.jpeg 1536w" sizes="(max-width: 2087px) 100vw, 2087px" /><figcaption id="caption-attachment-7154" class="wp-caption-text">PONS yayınevi, 30 avroya &#8222;Resimli Türkçe-Almanca Sözlüğü&#8220; adlı bir kitap geçte olsa protesto edilmesi dikkat çekti.</figcaption></figure>
<h3 data-pm-slice="1 1 []"></h3>
<h3 data-pm-slice="1 1 []">Yayıncı Viyana&#8217;da yaşayan uzmanlar ne diyor</h3>
<p data-pm-slice="1 1 []">Bu öğrencinin PONS&#8217;a gönderdiği mektubu aşağıda yayınlamadan önce, bu PONS kitabını alanında uzman olan Avusturyalı Türk yayıncılarla paylaştık. Onların görüşleri oldukça sert eleştirilerle doluydu.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Uzmanlar, PONS&#8217;daki resimlerin, Türkiye&#8217;nin modernleşme sürecini ve modern Türk kadınını yok sayarak, 20. yüzyıldan kalma Batı&#8217;nın aşağılayıcı, küstah ve üstten bakan oryantalist bakış açısını yansıttığını belirtere şunları ifade ettiler: &#8222;Bu bakış açısı, Osmanlı İmparatorluğu&#8217;nun ardılı olan modern Türkiye Cumhuriyeti&#8217;ni hala Orta Doğu bataklığında geri kalmış bir ülke olarak tasvir etmektedir. Uzmanlar, Batı&#8217;nın silahları ve Bizans oyunlarıyla bu bölgenin ahlaksız din bezirganlarıyla mahvedilmiş Türkiye&#8217;ye üstten bakarak, bu ülkeyi &#8222;birbirine yiyen egzotik hayvanlar&#8220; olarak tanımlamaktır.</p>
<p data-pm-slice="1 1 []">Bu eleştirilerin ardından uzmanlar, PONS yayınevinin Türkçe öğrenmek isteyen Almanca konuşan bireylere yönelik olarak Türkiye&#8217;nin kültürel çeşitliliğini ve modern Türkiye&#8217;nin gerçek yüzünü daha adil bir şekilde temsil etmesini talep ettiler. Uzmanlar, bu tür resimli Türkçe öğrenme eserlerinin, dil öğrenme sürecinde sadece kelimeleri değil, aynı zamanda kültürel ama bir o kadar da gelinen modernleşme bağlamlarını da içermesi gerektiğini vurguladılar. Bu bağlamda, Türkiye&#8217;nin zengin tarihini, kültürel mirasını ve kadınların toplumdaki yerini daha doğru bir şekilde yansıtacak tek kare bile olsa görsellerin eklenmesi gerektiğini savundular. Uzman yayıncılar son olarak, &#8222;Bu durum, sadece dil öğrenenler için değil, aynı zamanda Türkiye&#8217;nin uluslararası imajı açısından da büyük bir önem taşımaktadır. Bu PONS tarafından bilinçli bir şekilde oryantalist küstah bir üstenci bakışla çamura sokma girişimidir. Almanların hepsi böyle değildir ama içlerinde bu bakış açısına sahip olanlar çoktur. Vazgeçmelerini tavsiye ederiz.&#8220; ifadelerini kullandılar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Yorum sizlerin&#8230;</p>
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		<item>
		<title>Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland?</title>
		<link>https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/09/wendepunkt-1-august-2025-warum-danken-die-alevitischen-bektaschi-griechenland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Birol Kilic]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Aug 2025 09:34:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland? &#160; Syrien&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/09/wendepunkt-1-august-2025-warum-danken-die-alevitischen-bektaschi-griechenland/">Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Syrien versus Griechenland im Monat August 2025</p>
<p>Birol Kılıç, Beobachtungen und Analysen aus Wien, 09.08.2025</p>
<p>Warum danken sie ausgerechnet Griechenland, obwohl sie von Massakern, Assimilation, Diskriminierung und menschenverachtenden <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/">Behandlungen durch IS, HTS, al-Nusra, salafistische und wahhabitische Terrororganisationen in Syrien und den Nachbarländern betroffen sind?</a></p>
<p>Ich war neugierig. In letzter Zeit habe ich die neben dem <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/06/12/massaker-und-pogrome-in-talkalakh-gegen-die-alevitische-minderheit-in-syrien/">in Syrien stattfindenden alevitischen Genozid begangenen Vergewaltigung</a><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/06/12/massaker-und-pogrome-in-talkalakh-gegen-die-alevitische-minderheit-in-syrien/">en, Raub und Unmenschlichkeiten beobachtet</a> und geschrieben.</p>
<p>Die Aleviten sind besonders dankbar für Österreich und Deutschland, da sie dort als religiöse Glaubensgemeinschaft anerkannt sind. Das sind Fakten, die wir kennen. Neu ist aber Griechenland, besonders ab dem 1. August 2025, ein Wendepunkt in der griechischen Geschichte.</p>
<p>Das griechische Parlament hat am 1. August 2025 die Bektaşi-Aleviten erstmals offiziell als eigenständige Religionsgemeinschaft anerkannt. Sie können nun eigene Tekke gründen, ihr Eigentum verwalten und ihre Führer wählen. Der vom griechischen Ministerium für Bildung, Religion und Sport ausgearbeitete Gesetzentwurf zur Spaltung der türkischen Minderheit in Westthrakien definiert die alevitischen Bektaşi als separate „religiöse juristische Person”.</p>
<p>Eine <strong>Tekke bzw. ein Dergah</strong> ist ein Zentrum der alevitischen Bektashi-Gemeinschaft. Der Begriff bedeutet „Rückzugsort“, „Schutz“ oder „Asyl“ und bezeichnet einen Gebetsraum, der nicht mit einer Moschee gleichzusetzen ist.</p>
<p>Die türkische Regierung sollte das eigentlich machen. Und zwar längs. Schade&#8230; Das sollte eigentlich die türkische Regierung machen. Und zwar längs. Ganz im Gegenteil. Die Entwicklungen in der Türkei sind demokratiepolitisch beängstigend und was in Syrien bezüglich <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/13/syrien-das-ist-keine-hochzeit-das-ist-die-vergewaltigung-einer-frau/">der Aleviten durch HTS und die Regierung passiert,</a> ist ebenfalls besorgniserregend.</p>
<h4>911 km grenze und schmerzen</h4>
<p>In Syrien, das eine 911 km lange Grenze mit der Türkei hat, passiert vor den Augen der mehr als 30 Millionen Aleviten in der Türkei und der Millionen Aleviten in der Diaspora ein genozidales Massaker an den Aleviten. Im August hat dieses Massaker durch Hunger und Wassermangel seinen Höhepunkt erreicht. Wir leben im 21. Jahrhundert und alle verschließen die Augen davor, wie die HTS Golani Ahmet Schaara Regierung die alevitische Minderheit genozidiert – mit Hilfe der Nachbarregierungen. Die Aleviten sind schockiert und trauern, weil sie Gewalt ablehnen. Das ist vielleicht Ihr Fehler gegenüber den Drusen in Syrien, die jetzt ihre Ehre, ihr Land und ihr Gut, dazu noch ihre Frauen und Mädchen durch den sunnitischen, chidistischen, salfitischen, wahabitischen Terrorismus verlieren, der von der HTS-Regierung unterstützt, wenn nicht sogar dirigiert wird. Das sind nicht nur Behauptungen, sondern Fakten der internationalen Organisation und Presse. Auf der anderen Seite passiert im Monat August, genauer gesagt am 1. August 2025, etwas in Griechenland, wo die Aleviten-Bektaschis in der Welt und in der Türkei Freude bereiten und Griechenland „Danke” sagen.</p>
<p>Griechenland hat Anfang April 2021 das Alevitentum offiziell anerkannt. Dies gab der damalige stellvertretende griechische Minister für Bildung und religiöse Angelegenheiten, Angelos Syrigos, vor vier Jahren bei der Neueröffnung eines „Cem Evi” (CEM-HAUS, keine Moschee) in der Grenzregion Evros in der Zeitung evros-news.gr bekannt. (1)</p>
<p>Heute, vier Jahre später, erfahren wir aus griechischen Zeitungen vom 01.08.2025 von einer neuen Entwicklung bezüglich der alevitischen Bektaschier in Griechenland. Aus dem Gesetzesentwurf des griechischen Ministeriums für Bildung, Religion und Sport sowie aus den Stellungnahmen des Parlaments und der alevitischen Gemeinden in Griechenland und der Türkei erfahren wir, dass insbesondere die institutionelle Anerkennung der Aleviten in Thrakien erfolgt, wo hauptsächlich die türkisch-sunnitische und alevitische Minderheit lebt. Griechenland erkennt sie nicht als türkische, sondern als muslimische Minderheit an. In Artikel 49 des Gesetzesentwurfs ist diese Anerkennung verankert. Darin wird festgelegt, dass die Aleviten alle Rechte behalten, die ihnen aus dem Vertrag von Lausanne über die muslimische Minderheit zustehen. Sie unterliegen jedoch nicht der Zuständigkeit der sunnitischen Muftis, die ausschließlich den sunnitischen Islam vertreten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Viele Aleviten in der Türkei, in Europa und weltweit freuen sich über die Entwicklungen in Österreich und Deutschland, wo die Aleviten als Glaubensgemeinschaft anerkannt sind. Auch die alevitischen Bektaşi in Griechenland dürfen das ab dem 1. August 2025 erleben.</p>
<p>Aus verschiedenen Quellen, die ich hier notiert habe, ist zu erfahren: „Gratulation Griechenland. <a href="https://www.turkischegemeinde.at/dringende-petition-an-das-un-hauptquartier-in-new-york-die-un-muss-sofort-handeln-um-die-genozidalen-massaker-an-den-alawiten-in-syrien-zu-stoppen/">Heute werden die arabischen Aleviten in der Küstenregion Syriens von der HTS-Gruppe ‚Ahmet Schaara (Golani)‘ – eine Gruppe von Al-Nusra- und Al-Nusra-nahestehenden salafistischen und wahabitischen IS-Derivaten – genozidal massakriert.</a> Die Frauen und Töchter werden vergewaltigt und als Sexsklavinnen verschleppt. Ihre Grundstücke und ihr gesamtes Hab und Gut werden beschlagnahmt. Sie müssen jetzt, mitten im August, ohne Wasser und Essen auskommen und den Tod erwarten. Obwohl wir viele Beschwerden bei der UNO und in Den Haag eingereicht haben, schaut die AKP-MHP-Regierung zu, obwohl Millionen von ihnen in der Region Hatay und in der Südosttürkei als alevitische Araber und türkische Staatsbürger leben. Auch unsere Zukunft in der Türkei ist nicht rosig, da diese Banden aus Idlib durch die Engländer und Amerikaner als IS-Terroristen der Al-Nusra-Front ausgebildet wurden und nun die Macht in Syrien übernommen haben. In der Türkei sind sie stark vertreten. Deswegen ist dieser Schritt in Griechenland sehr wichtig.“</p>
<p>Ein anderer alevitischer Intellektueller aus Istanbul spricht gegenüber der Türkischen Allgemeinen Folgendes an: „Tatsächlich liegen sehr viele Anzeigen bezüglich der HTS-Regierung vor. Sie hat vor kurzem die Dürzis im Süden Syriens massakriert, aber einen großen Widerstand erlebt und sich zurückgezogen, weil die Dürzis ihre Waffen niemals an die HTS-Regierung abgegeben haben. Das taten die alevitischen Araber, und das war der Beginn der alevitischen Genozide, die bis heute, seit Dezember 2024, in steigendem Tempo weitergehen. Wer diese Genozide verdunkelt, ist auch Täter und wird in Den Haag in Zukunft zur Rechenschaft gezogen. Sie haben moralisch verloren und ihre Glaubwürdigkeit zerstört.“</p>
<p>Wir haben alles notiert und beobachten, dass die Entwicklungen in Syrien bald auch die Türkei und Europa in Mitleidenschaft ziehen werden. Unser Ziel ist es deshalb, durch wahre Informationen aufzuklären, damit sich solche Entwicklungen in der Türkei und in Europa nicht ereignen.</p>
<p>Die Aleviten sind Mitglieder einer vorwiegend in der Türkei beheimateten Glaubensrichtung, die sich im 13./14. Jahrhundert unter den zugewanderten oghusisch-türkmenischen Stämmen in Anatolien und Aserbaidschan verbreitete. In der Türkei machen sie etwa 25–40 % der Bevölkerung aus. In Deutschland und Österreich gelten sie als offiziell anerkannte Religionsgemeinschaft.</p>
<p>I<strong>ch möchte hier drei griechische Quellen vorstellen:</strong> eine regionale Zeitung aus Xanthi( Türkisch İskeçe), die griechische Zeitung Pasok und Einen Vortrag hielt der griechisch-türkische Abgeordnete Ilhan Ahmet. Abgeordneter der PASOK-Bewegung für den Wandel im griechischen Parlament. Zudem möchte ich die Übersetzung des griechischen Gesetzes Art. 49 mit dem Titel „Anerkennung der religiösen Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien als juristische Person” vorstellen.</p>
<p>Da die alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich staatlich anerkannt ist, könnte dies auch für die Leserinnen und Leser in Deutschland von Interesse sein. Ohne Kommentar darf ich die Berichte mit den Quellen und Übersetzungen unten wiedergeben. Hier ist zu lesen, wie die Griechen die Angelegenheit der Aleviten sehen bzw. wie sie darüber berichten.</p>
<p><strong>Xanthi, xanthinea.gr-Zeitung. 2. August 2025</strong></p>
<p><strong>Die Quellen sind unten angegeben. (2)</strong></p>
<h4>xanthinea.gr: „Aleviten in Thrakien: Warum ihre Anerkennung Ankara verärgert – Der Konflikt mit dem türkischen Konsulat“</h4>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_7125" aria-describedby="caption-attachment-7125" style="width: 884px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7125 size-full" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-09-um-11.35.58.jpeg" alt="" width="884" height="932" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-09-um-11.35.58.jpeg 884w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-09-um-11.35.58-285x300.jpeg 285w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-09-um-11.35.58-768x810.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-09-um-11.35.58-800x843.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/Bildschirmfoto-2025-08-09-um-11.35.58-569x600.jpeg 569w" sizes="(max-width: 884px) 100vw, 884px" /><figcaption id="caption-attachment-7125" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
<p><strong>Xanthi, 2. August 2025.</strong> Die „Panurgie der Geschichte” führte zur Verabschiedung der Bestimmungen des Gesetzentwurfs des Bildungsministeriums zur institutionellen Verankerung des religiösen Dogmas der Aleviten in Thrakien. Dies verärgerte Ankara stark und fällt zeitlich mit dem Beginn ihres großen Festes „Hilia” zusammen.</p>
<p>Insbesondere fällt die institutionelle Anerkennung der Aleviten in Thrakien mit dem Beginn dieses Festes auf der Hochebene von Chilia zusammen. Dieser historische Ort der Begegnung und des kulturellen Ausdrucks liegt an der Grenze zwischen Rhodopen, Evros und Bulgarien und beherbergt den berühmten Tekke von Roussa.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_7127" aria-describedby="caption-attachment-7127" style="width: 1024px" class="wp-caption alignnone"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-7127 size-large" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-1024x597.jpeg" alt="" width="1024" height="597" srcset="https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-1024x597.jpeg 1024w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-300x175.jpeg 300w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-768x448.jpeg 768w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-1536x896.jpeg 1536w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-2048x1195.jpeg 2048w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-800x467.jpeg 800w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-1160x677.jpeg 1160w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-1600x933.jpeg 1600w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-2320x1353.jpeg 2320w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-600x350.jpeg 600w, https://www.tuerkische-allgemeine.de/wp-content/uploads/2025/08/xx-scaled.jpeg 2560w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption id="caption-attachment-7127" class="wp-caption-text">Screenshot</figcaption></figure>
<p>Laut Quellen des Ministeriums handelt es sich dabei jedoch um einen Zufall und nicht um eine Absicht der griechischen Regierung. Diese misst der Maßnahme jedoch kulturelle und politische Bedeutung bei und bekräftigt damit die langjährige Präsenz und Bedeutung der Aleviten in der Region.</p>
<p>Nach Informationen von Iefimerida wird Bildungsministerin Sofia Zacharaki nach der Verabschiedung des Gesetzes voraussichtlich an den Feierlichkeiten teilnehmen und zu diesem Zweck mit einem Militärflugzeug nach Evros fliegen.</p>
<p>Die Entscheidung des griechischen Parlaments, die rechtliche Anerkennung der alevitischen Bektaşi-Gemeinschaft in Thrakien voranzutreiben, ist ein Meilenstein für die Religionsfreiheit in Griechenland und für die Beziehungen des Landes zur Türkei.</p>
<p>Die etwa 3.500 Mitglieder zählende alevitische Gemeinschaft, die in mindestens zehn Dörfern in der Region Thrakien lebt – darunter Roussa, Mega Derio und Mikro Derio –, ist nun offiziell als religiöse juristische Person anerkannt. Dies ermöglicht es der Gemeinschaft, innerhalb der muslimischen Minderheit in Thrakien autonom zu funktionieren.</p>
<p>In Artikel 49 des Gesetzentwurfs des Ministeriums für Bildung, Religion und Sport ist diese Anerkennung verankert. Dort wird festgelegt, dass die Aleviten alle Rechte behalten, die ihnen aus dem Vertrag von Lausanne über die muslimische Minderheit zustehen. Sie unterliegen jedoch nicht der Zuständigkeit der Muftis, die ausschließlich den sunnitischen Islam vertreten.</p>
<p>Pilgerreisen</p>
<p>Religiöse Tourismuspakete</p>
<p>Auf diese Weise erhält die Gemeinschaft administrative und religiöse Autonomie. Dieser Schritt wird von griechischen Quellen als strategisch wichtig für den Schutz der religiösen Rechte und die Erweiterung des demokratischen Staates bezeichnet.</p>
<p>Die alevitischen Muslime unterscheiden sich in ihrer Glaubensausübung deutlich von der innerhalb der Minderheit vorherrschenden sunnitischen Doktrin. Anstatt in den gemeinsamen sunnitischen Moscheen zu beten, führen sie ihre religiösen Zeremonien in speziellen Räumen durch, die als Cemevi (auch „Cemici” oder „Tekke”) bekannt sind. Dort verbinden sie Musik, Tanz, Poesie und gemeinsame Meditation. Darüber hinaus wenden sie nicht unbedingt die Scharia an, halten sich nicht zwingend an den Ramadan und erkennen den staatlichen Mufti nicht als ihren religiösen Führer an.</p>
<p>Im Bildungsministerium herrscht die Ansicht, dass dieser Schritt des griechischen Parlaments einen Wendepunkt für die religiöse Autonomie und das Funktionieren dieser Untergruppe der muslimischen Minderheit darstellt, ohne jedoch ihren Status als Angehörige der Minderheit insgesamt zu beeinträchtigen.</p>
<p>Durch den Gesetzentwurf des Ministeriums für Bildung, Religion und Sport wird die Gemeinschaft der Bektaschi-Aleviten als religiöse juristische Person des Privatrechts mit Sitz in Roussa im Evros ausdrücklich anerkannt.</p>
<p>Dieser institutionelle Status ist der erste seiner Art für eine muslimische Glaubensgemeinschaft in Griechenland und bildet die Grundlage für die Selbstverwaltung der Gemeinschaft in religiösen und administrativen Angelegenheiten.</p>
<p><strong>Der Gesetzentwurf führt praktische Änderungen ein, die diese Autonomie und Flexibilität gewährleisten.</strong></p>
<p>So wird ein gemeinnütziger Verwaltungsausschuss für die Bektaşi-Aleviten-Wakifs (Stiftung) gegründet, der der Aufsicht des Ministeriums untersteht. Er übernimmt die Verwaltung der Wakifs, der Tekkes und der Kultstätten und gewährleistet so den Schutz und die ordnungsgemäße Verwaltung des Vermögens der Gemeinschaft. Gleichzeitig wird diese von den übrigen Minderheitenstrukturen distanziert und erhält administrative und wirtschaftliche Autonomie.</p>
<p>Der Gesetzentwurf sieht zudem Bildungsregelungen vor, die die besondere religiöse Identität der Aleviten anerkennen.</p>
<p>Wenn an einer Schule mindestens zehn alevitische Schüler:innen eingeschrieben sind, haben diese die Möglichkeit, am speziellen Unterricht zu ihrer Glaubenslehre teilzunehmen und sind damit vom obligatorischen Religionsunterricht befreit. Dies ist eine wichtige Änderung, die den Respekt vor religiöser Vielfalt widerspiegelt und die Notwendigkeit einer Anpassung des Bildungswesens an die Besonderheiten der Gemeinschaft aufzeigt.</p>
<p>Darüber hinaus vereinfacht die Anerkennung der Gemeinschaft als juristische Person des Privatrechts die Verfahren zu ihrer Gründung und ihrem Betrieb, verringert den bürokratischen Aufwand und schafft einen klareren und funktionelleren Rahmen.</p>
<p>Hervorzuheben ist, dass die Gemeinschaft ihren Status als Teil der muslimischen Minderheit in Thrakien mit allen Rechten, die sich aus dem Vertrag von Lausanne und der Gesetzgebung des Landes ergeben, vollständig behält.</p>
<p>Die institutionelle Anerkennung zielt nicht darauf ab, den Minderheitenstatus insgesamt infrage zu stellen, sondern den Aleviten die Ausübung ihrer religiösen und kulturellen Rechte mit größerer Autonomie und unter Achtung ihrer Besonderheiten zu ermöglichen. Durch diese Regelung werden die demokratische Gleichstellung und die Teilhabe der Aleviten am öffentlichen Leben in Thrakien gestärkt und ihre kollektive Identität und Tradition gewahrt</p>
<p>.</p>
<p><strong>Der langjährige Streit mit dem Konsulat in Komotini</strong></p>
<p>Diese Anerkennung sorgt in Ankara und insbesondere im türkischen Konsulat in Komotini für große Verärgerung, da das Konsulat traditionell versucht, seinen Einfluss auf die muslimische Minderheit aufrechtzuerhalten.</p>
<p>Die langjährige Auseinandersetzung zwischen der türkischen diplomatischen Vertretung und den Aleviten dreht sich um das Fest in Chilia. Das Konsulat betrachtet dieses Fest als Hebel für seine Strategie der Einflussnahme und Durchsetzung seines Dogmas gegenüber der muslimischen Minderheit.</p>
<p>Das türkische Konsulat in Komotini, das das religiöse und soziale Leben der Muslime kontrollieren will, akzeptiert die Unabhängigkeit der Aleviten von der Vereinigung mit der sunnitischen Minderheit in Griechenland nicht, die sie über das Präsidium für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) kontrollieren wollen. Es reagiert nun auf die unabhängige religiöse Organisation und Veranstaltungen der Aleviten in Griechenland, da diese seine eigene Rolle schwächen.</p>
<p>Nachdem die alevitische Gemeinschaft in den letzten Jahren die Kontrolle über den Kulturverein zurückgewonnen hat, der das Fest organisiert, hat das türkische Konsulat beschlossen, eigene Veranstaltungen zu organisieren. Diese verlieren jedoch allmählich an Bedeutung.</p>
<p>Dabei handelt es sich um den bekannten lokalen Brauch des „Ağa”, bei dem traditionelle Ringkämpfe ausgetragen werden, bei denen die Ringer, wie es beim traditionellen Ringkampf der Aleviten in der Region üblich ist, mit Öl eingerieben werden. Diese Kämpfe sind eine Art griechisch-römischer oder freier Kampf, bei dem die Ringer, die Pechlivanis genannt werden, Lederhosen tragen und mit Öl eingerieben kämpfen, wodurch der Kampf aufgrund der Glätte erschwert wird.</p>
<p>Die Ölringkämpfe haben tiefe Wurzeln in der Tradition der alevitischen Bektasiden in Thrakien. Sie sind Teil eines großen Festes, das jedes Jahr auf der Anhöhe von Chilia in der Nähe von Roussa mit Musik, Tanz und gesellschaftlichen Zusammenkünften stattfindet. Die Ringer erhalten vom Publikum Geld als Anerkennung, während die gesamte Veranstaltung für die lokale alevitische Gemeinschaft auch eine religiös-kulturelle Dimension hat.</p>
<p>Für die Aleviten in Thrakien bedeutet die Verabschiedung des Gesetzesentwurfs den glücklichen Abschluss langjähriger Bemühungen. In diesen haben sie für die Unabhängigkeit ihrer Glaubenslehre und die Anerkennung ihrer einzigartigen Identität in Griechenland gekämpft. Dabei bitten sie ohne Einflussnahme oder Einmischung von außen um Anerkennung.</p>
<p>D<strong>er allgemeine Kontext des Misstrauens der türkischen AKP Regierung gegenüber den Aleviten</strong></p>
<p>Die Haltung von Recep Tayyip Erdoğan gegenüber den Aleviten in Thrakien ist zurückhaltend bis ablehnend. Dies hängt mit der sunnitischen, reaktionären Prägung seiner Partei und der türkischen Republik im Allgemeinen zusammen.</p>
<p>Sowohl der Staat Türkei als auch Erdoğans Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) unterstützen den reaktionären sunnitischen Islam nachdrücklich als grundlegenden Bestandteil der nationalen und religiösen Identität. Deshalb stellt die Anerkennung einer alevitischen Glaubenslehre eine Herausforderung für das offizielle religiöse Narrativ und die Kontrolle der Minderheit dar.</p>
<p>Darüber hinaus beansprucht Erdoğan die Rolle des Führers der muslimischen Welt, wodurch sein Bekenntnis zum sunnitischen Islam politisch notwendig wird und Teil seiner Ideologie ist. Nach türkischer Darstellung würde die Anerkennung der Aleviten als eigenständige religiöse Glaubensrichtung das einheitliche sunnitische Bild der Minderheit in Thrakien zerstören und eine andere Minderheitenidentität schaffen. Dies würde das türkische Dogma einer ungeteilten muslimischen Minderheit grundlegend infrage stellen.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Kontroverse verschärft, sind die langjährigen Beziehungen der Aleviten zu den Kurden, die einen Konfliktpunkt mit der türkischen Regierung darstellen. Die Aleviten sind dafür bekannt, dass sie historisch enger mit den Kurden verbunden sind. Trotz der jüngsten Entwicklungen sind die Kurden nach wie vor ein entscheidender Faktor für die Sicherheitsgarantien der Türkei.</p>
<p>Schließlich stellt die neue Bestimmung des griechischen Gesetzentwurfs, der die Aleviten als eigenständige Religionsgemeinschaft in Griechenland anerkennt, das türkische Dogma über die Minderheit in Thrakien infrage.</p>
<p>Dieses besagt, dass die muslimische Minderheit in Thrakien eine einzige, unteilbare, überwiegend sunnitische Gemeinschaft ist. Die Anerkennung einer nicht-sunnitischen Glaubensrichtung ist für Ankara demnach unzulässig und eine zusätzliche Provokation. Dies verärgert den türkischen Präsidenten Erdoğan und das türkische Konsulat, da es ihren Einfluss mindert und die bisherigen Gepflogenheiten im Umgang mit Minderheiten infrage stellt.&#8220; (2)</p>
<p>&#8212;-</p>
<p>PASOK-Bewegung für den Wandel, Partei, pasok.gr (3).</p>
<h3>„Thrakien ist weder eine ‚Grenze‘, noch eine ‚Gefahr‘ oder eine ‚Überwachungszone‘.</h3>
<p>Von der Pressestelle der PASOK-Bewegung für den Wandel</p>
<p>Veröffentlicht am 01.08.2025</p>
<p>In: Parlamentarische Tätigkeit</p>
<p>Rede zum Gesetzentwurf des Ministeriums für Bildung, Religion und Sport, über den heute, am letzten Arbeitstag des Parlaments vor der Sommerpause, abgestimmt wird.</p>
<p>Gehalten von Ilhan Ahmet, Abgeordneter der PASOK-Bewegung für den Wandel.</p>
<p>Ilhan Ahmet ging dabei insbesondere auf die Artikel ein, die die institutionelle Anerkennung der religiösen Gemeinschaften der Bektasiden und Aleviten innerhalb des griechischen Staatsgebiets betreffen.</p>
<p>Ilhan Ahmet legte den Parlamentsprotokollen zunächst den Beschluss der Versammlung der Juristen von Komotini zur unglücklichen Äußerung von Sofia Zacharaki vor und forderte sie auf, diese zurückzunehmen.</p>
<p>Er betonte, dass in den Artikeln 49 bis 58 des Gesetzentwurfs das Recht unserer Mitbürger, der Aleviten und Bektasiten – Mitglieder der muslimischen Minderheit in Thrakien – ihre religiöse und kulturelle Identität frei zum Ausdruck zu bringen, sich zu organisieren und selbst zu definieren, zum ersten Mal ausdrücklich verankert ist. Ahmet bezeichnete dies als „Akt des Respekts gegenüber der Würde, dem Glauben und der Identität Tausender unserer Mitbürger”.</p>
<p>„Dies ist ein Schritt in Richtung echter Gleichberechtigung und Festigung der Religionsfreiheit in Thrakien und in ganz Griechenland.” Die Aleviten und Bektasiten sind nicht „unsichtbar“. Sie sind Bürger dieses Landes, die eine offene, tolerante und friedliche Form des Islam vertreten, mit Betonung auf der Gleichstellung der Geschlechter und der Akzeptanz von Unterschieden“, schloss er.</p>
<p>In seiner Rede bezog sich der PASOK-Abgeordnete an einigen Stellen auf einen kürzlich erschienenen Artikel des Rechtsanwalts und renommierten Juristen Stergios Gialoglou. Gialoglou ist alles andere als ein Feind oder Gegner der Regierung. Der Abgeordnete nutzte den Artikel, um auf die schwierige Lage Thrakiens aufmerksam zu machen.</p>
<p>Gleichzeitig wies er nachdrücklich auf die chronischen Missstände und die sozioökonomische Sackgasse hin, in der sich die Region befindet.</p>
<p>„Thrakien leert sich. Die jungen Leute gehen weg. Die Industriegebiete verkümmern. Armut und Chancenlosigkeit schaffen ein soziales Vakuum und untergraben das Vertrauen in die Institutionen. Und das betrifft nicht nur Muslime oder Christen. Es betrifft alle Bürger Thrakens, unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Es ist Zeit, das Narrativ zu ändern. Thrakien ist weder „Grenze“ noch „Gefahr“ noch „Überwachungszone“. Thrakien ist ein Knotenpunkt. Es ist eine Brücke zu den Balkanländern, nach Europa und in den Osten. Thrakien ist eine Chance. Es lohnt sich, in diese Region zu investieren. Wir fordern keine Sonderbehandlung. Wir fordern gleichberechtigte Teilhabe. Wir fordern eine Politik, die verbindet und nicht spaltet. Wir fordern Würde und Entwicklung für alle. Das politische System des Landes ist verpflichtet, diese Region aktiv zu unterstützen.&#8220;</p>
<h3>Hier ist das griechische Gesetz Nr. 49 bezüglich der „Anerkennung der religiösen Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien als juristische Person”.</h3>
<p><strong>Übersetzt in die deutsche Sprache.</strong></p>
<p>Artikel 49</p>
<h6>Artikel 49 – Anerkennung der religiösen Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien als juristische Person</h6>
<p>(1) Die religiöse Gemeinschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien wird gemäß Artikel 2 des Gesetzes Nr. 4301/2014 als juristische Person des Privatrechts unter dem Namen „Trakya Bektaşi Alevi Müslümanları Dini Tüzel Kişiliği” (Religiöse juristische Person der Bektaşi-Aleviten in Thrakien) anerkannt. Ihr Sitz befindet sich in der Gemeinde Orfeas, Gemeinde Soufli, Bezirk Evros, im Ort Mikro Derio, Dorf Roussa. Für die Anerkennung ist es nicht erforderlich, sich an das zuständige erstinstanzliche Gericht zu wenden.</p>
<p>(2) Innerhalb eines Jahres nach der Veröffentlichung dieses Gesetzes im Amtsblatt muss diese juristische Person zusammen mit den entsprechenden Unterlagen gemäß Artikel 3 des Gesetzes Nr. 4301/2014 beim erstinstanzlichen Gericht, in dessen Bezirk ihr Sitz liegt, einen Antrag auf Eintragung in das amtliche Register stellen.</p>
<p>Die Gründungsurkunde und die Satzung müssen mit mindestens 300 Unterschriften eingereicht werden.</p>
<p>– Der Antrag ist auch dem Ministerium für Bildung, Religion und Sport zu melden.</p>
<p>– Die Eintragung erfolgt durch den Gerichtspräsidenten.</p>
<p>Wird innerhalb dieser Frist kein Antrag gestellt, kann keine öffentliche Einrichtung mit dieser juristischen Person Geschäfte tätigen.</p>
<p>(3) Die Mitglieder der Bektaşi-Aleviten-Gemeinschaft in Thrakien genießen die Minderheitenrechte, die ihnen durch den Vertrag von Lausanne und die griechischen Gesetze zuerkannt wurden. Artikel 146 des Gesetzes Nr. 4964/2022 (Aufgaben und Befugnisse der Muftis von Thrakien) findet auf sie keine Anwendung.</p>
<p>4. Diese juristische Person unterliegt Abschnitt A des Gesetzes Nr. 4301/2014, sofern Abschnitt H keine anderen Regelungen enthält.</p>
<p>Artikel 50 – Gebetsstätten der Bektaşi-Aleviten in Thrakien</p>
<p>1. Die bestehenden Gebetsstätten (Cem, Cemevi, Tekke) und die künftig zu errichtenden Gebetsstätten werden von der „Religiösen Juristischen Person der Bektaşi-Aleviten in Thrakien” gemäß ihrer eigenen Gründungs- und Geschäftsordnung verwaltet und vertreten.</p>
<p>(2) Innerhalb von zwei Jahren nach der Veröffentlichung dieses Gesetzes im Amtsblatt müssen die Gründungs- und Betriebsgenehmigungen der bestehenden und rechtmäßig tätigen Gebetsstätten im Namen der juristischen Person neu geregelt werden.</p>
<p>– Der Antrag ist zusammen mit dem in der Gebetsstätte tätigen Geistlichen (Dede) zu unterzeichnen.</p>
<p>– Es sind keine weiteren Formalitäten oder Unterlagen erforderlich.</p>
<p>(3) Die in Absatz 2 genannte Frist kann durch Beschluss des Ministers für Bildung, Religion und Sport insgesamt dreimal um jeweils ein Jahr verlängert werden.</p>
<p>Artikel 51 – Verwaltungskommission für das Stiftungsvermögen der Bektaşi-Aleviten in Thrakien (Δ.Ε.Β.Α.Μ.Α.Μ.Θ.)</p>
<p>Es wird eine juristische Person des Privatrechts mit dem Namen „Verwaltungskommission für das Stiftungsvermögen der Bektaşi-Aleviten in Thrakien” gegründet.</p>
<p>– Diese Einrichtung ist eine gemeinnützige Organisation ohne Erwerbszweck.</p>
<p>– Sie wird vom Minister für Bildung, Religion und Sport beaufsichtigt.</p>
<p>– Ihr Hauptzweck ist</p>
<p>die Verwaltung und Erhaltung von Stiftungsvermögen (Gebäude, Grundstücke, Wälder),</p>
<p>&#8211; die Verwaltung und Erhaltung religiöser und kultureller Stätten wie Cem, Cemevi, Tekke und Friedhöfe,</p>
<p>– sowie aller Einnahmen und Spenden.</p>
<p>, sowie die Durchführung gemeinnütziger Aktivitäten.</p>
<p>Sie unterliegt jedoch auch dem Gesetz über das kulturelle Erbe und archäologische Funde (4858/2021).</p>
<p>2. Die Kommission hat alle Rechte und Pflichten an allen ihr überlassenen beweglichen und unbeweglichen Vermögenswerten.</p>
<p>Sie handelt gemäß dem vom Spender angegebenen Zweck.</p>
<p>Die Kommission verwaltet auch die Vermögenswerte, die sie in Zukunft erwerben wird (gesetzlich erworben), auf die gleiche Weise.</p>
<p>Artikel 52: Verwaltung der Stiftungseigentümer der Kommission für die Verwaltung der Stiftungseigentümer der Bektaşi-Aleviten von Thrakien.</p>
<p>1. Das Verwaltungsorgan der Δ.Ε.Β.Α.Μ.Α.Μ.Θ. (Kommission für die Verwaltung der Stiftungseigentümer) ist der Verwaltungsrat (Y.K.).</p>
<p>– Die Amtszeit beträgt drei Jahre.</p>
<p>– Der Verwaltungsrat besteht aus fünf Mitgliedern.</p>
<p>– Alle Mitglieder werden ausschließlich aus den Reihen der Mitglieder der religiösen juristischen Person der Bektaşi-Aleviten von Thrakien gewählt.</p>
<p>– Die Mitglieder müssen mindestens 21 Jahre alt sein.</p>
<p>– Die Ernennung erfolgt durch den Minister für Bildung, Religion und Sport auf Vorschlag dieser religiösen juristischen Person.</p>
<p>– Die Mitglieder können gleichzeitig Geschäftsführer der juristischen Person, Religionsbeamte (Dede) oder gemäß Artikel 59 Religionslehrer (ιεροδιδάσκαλος) sein.</p>
<p>– Ehepartner oder Verwandte bis zum dritten Grad eines Mitglieds können jedoch nicht gleichzeitig dem Vorstand angehören.</p>
<p>In der ersten Sitzung des Verwaltungsrats werden gewählt:</p>
<p>– der Vorsitzende (der gleichzeitig der gesetzliche Vertreter der Kommission ist),</p>
<p>– der Schatzmeister,</p>
<p>– der Sekretär.</p>
<p>Wenn die religiöse juristische Person keine fünf Mitglieder und deren Stellvertreter vorschlägt, werden die fehlenden Mitglieder direkt vom Minister ernannt.</p>
<p>– Wenn die religiöse juristische Person aufgelöst wird, werden alle Mitglieder direkt vom Minister ernannt.</p>
<p>Diese Mitglieder müssen unbedingt Bektaşi-Aleviten sein.</p>
<p>Die Beschlüsse des Verwaltungsrats treten erst nach vorheriger Genehmigung in Kraft und werden auf der offiziellen Website der Kommission veröffentlicht.</p>
<p>– Ausgaben, die 1.500 Euro übersteigen,</p>
<p>– Anmietung, Kauf, Verkauf und Verpfändung von Immobilien,</p>
<p>– Kreditaufnahmen,</p>
<p>– Annahme von Spenden, Hilfen, Sponsoring, Erbschaften und Vermächtnissen.</p>
<p>– Einstellung von Personal.</p>
<p>Bei diesen Vorgängen sind darüber hinaus die Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO – 2016/679) und das griechische Gesetz Nr. 4624/2019 zu beachten.</p>
<p>Artikel 53 – Ausschlussgründe</p>
<p>Die folgenden Personen können nicht in den Verwaltungsrat berufen werden:</p>
<p>– Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister usw.</p>
<p>• Personen, die in der Verwaltung einer anderen Stiftung tätig sind,</p>
<p>– Personen, die wegen einer der folgenden Straftaten verurteilt wurden oder gegen die ein Verfahren läuft:</p>
<p>– Diebstahl, Betrug, Unterschlagung, Bestechung, Amtsmissbrauch, Falschaussage, Sexualdelikte, Verleumdung usw.</p>
<p>– Ehepartner oder Verwandte bis zum dritten Grad, die in derselben Verwaltung tätig sind.</p>
<p>– Personen, die zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten absolviert haben, können nicht wiedergewählt werden.</p>
<p>Artikel 54 – Unvereinbarkeiten und Amtsenthebung</p>
<p>(1) Bei Vorliegen eines Hindernisses oder bei Nichteinhaltung der Vorschriften erlischt die Mitgliedschaft automatisch.</p>
<p>Die Entscheidung trifft der Minister.</p>
<p>(2) Bis zum Abschluss des Registrierungsverfahrens wird eine vorläufige Verwaltung vom Minister ernannt.</p>
<p>3. Die Mitglieder des Verwaltungsrats haften für vorsätzliche oder grob fahrlässige Verletzung ihrer Pflichten.</p>
<p>Der Vorsitzende und der Schatzmeister sind zur Vermögensangabe verpflichtet.</p>
<p>⸻</p>
<p>Artikel 55 – Einnahmequellen</p>
<p>1. Die Einnahmen setzen sich wie folgt zusammen:</p>
<p>– Erträge aus der Verwaltung des Stiftungsvermögens, Zinsen, Spenden, Erbschaften sowie Finanzmittel aus öffentlichen Investitionsprogrammen.</p>
<p>2. Die Kommission kann vom Ministerium unterstützt werden.</p>
<p>3. Bis Ende März eines jeden Jahres sind die Bilanz des Vorjahres und der Haushalt für das neue Jahr vorzulegen.</p>
<p>In notwendigen Fällen können unter Einhaltung der Bedingungen durch Spenden erworbene bewegliche/unbewegliche Vermögenswerte verkauft werden.</p>
<p>Zunächst wird eine Bewertung vorgenommen und eine öffentliche Versteigerung organisiert.</p>
<p>Nach drei erfolglosen Versteigerungen kann ein Direktverkauf erfolgen.</p>
<p>5. Der Zweck des Spenders ist zu beachten. Ist dies nicht möglich, kann durch Gerichtsbeschluss ein neuer Zweck festgelegt werden.</p>
<p>⸻</p>
<p>Artikel 56 – Stiftungsverzeichnis</p>
<p>(1) Die Vermögenswerte der Bektaşi-Alevî-Stiftungen gelten automatisch als auf die Kommission übertragen.</p>
<p>Der Vorsitzende erstellt einen Inventarbericht, der mit einer notariell beglaubigten Urkunde im Grundbuch eingetragen wird.</p>
<p>(2) Eigentumsfragen werden auf Vorschlag einer neunköpfigen Kommission vom Minister entschieden.</p>
<p>Die Kommission setzt sich wie folgt zusammen: Vertreter des Bildungsministeriums, des Wirtschaftsministeriums, des Landwirtschaftsministeriums, des Rechtsrats und ein Vertreter der Kommission.</p>
<p>3. Neu zu gründende Stiftungen werden gemäß den Bestimmungen des Zivilgesetzbuches gegründet und nach diesem Gesetz verwaltet. Artikel 57 – Religiöse Erziehung der Bektaşi-Aleviten in Thrakien</p>
<p>1. Bektaşi-alevitische muslimische Schüler, die in Thrakien öffentliche oder Minderheitenschulen besuchen,</p>
<p>a) sind gemäß Artikel 37 des Gesetzes Nr. 4777/2021 und den darauf basierenden Ministerialbeschlüssen vom Religionsunterricht befreit,</p>
<p>b) nicht an einem alternativen Unterricht teilnehmen möchten und</p>
<p>c) in öffentlichen Schulen mindestens zehn Schüler einer Klasse und in Minderheitenschulen unabhängig von der Anzahl der Schüler einen Antrag stellen.</p>
<p>Für diese Schüler wird während der Religionsunterrichtsstunde die Glaubenslehre der Bektaşi-Aleviten in Thrakien unterrichtet.</p>
<p>2. Dieser Unterricht kann von folgenden Personen erteilt werden:</p>
<p>&#8211; PE73-Fachlehrer (Mitglieder der Trakya Bektaşi Alevi Müslümanları Dini Tüzel Kişiliği, religiöse juristische Person der Bektaşi-Aleviten von Thrakien),</p>
<p>oder von religiösen Lehrern (İerodidaskalos) gemäß Artikel 59.</p>
<p>3. Die Unterrichtsmaterialien werden wie folgt erstellt:</p>
<p>• vom Institut für Bildungspolitik (Ι.Ε.Π.),</p>
<p>– oder von einem durch Ministerialbeschluss eingesetzten Expertenausschuss.</p>
<p>Die Materialien werden in gedruckter oder digitaler Form vom Institut für Informationstechnologie und Veröffentlichungen (Ι.Τ.Υ.Ε.) „DIOFANTOS” verteilt.</p>
<p>Wenn sie bis zum 30. Juni nicht vom IEP vorbereitet werden können oder ihre Verteilung nicht möglich ist:</p>
<p>wählen die Lehrer die Materialien aus, die sie für geeignet halten.</p>
<p>Diese Materialien werden nach Genehmigung durch das I.E.P. kostenlos an die Schülerinnen und Schüler verteilt.</p>
<p>In der Entscheidung über die Bildung des Fachausschusses werden die Arbeitsbedingungen, die zu erbringenden Leistungen und die Vergütung der Mitglieder festgelegt.</p>
<p>Artikel 58 – Religionslehrer (İerodidaskalos) für die Bektaşi-Aleviten in Thrakien</p>
<p>Zur Unterstützung der religiösen und spirituellen Entwicklung der Bektaşi-Aleviten in Thrakien</p>
<p>– können in den Provinzen Rodopi, Xanthi und Mergini insgesamt 15 Religionslehrer (İerodidaskalos)</p>
<p>– für einen Zeitraum von höchstens zehn Monaten mit einem befristeten privatrechtlichen Vertrag nach öffentlicher Ausschreibung eingestellt werden.</p>
<p>Die Verträge werden vom Minister für Bildung, Religion und Sport unterzeichnet.</p>
<p>2. Die Aufgabe der Religionslehrer besteht darin, ihren Glauben in Gotteshäusern zu lehren.</p>
<p>Darüber hinaus können sie mit Zustimmung des zuständigen Bildungsdirektors ihren Glauben auch in öffentlichen und Minderheitenschulen unterrichten, sofern sie dies wünschen.</p>
<p>Dies erfordert keine pädagogische Qualifikation und findet außerhalb des Lehrplans statt.</p>
<p>Artikel 59: Qualifikationen von Religionslehrern und Ausschlussgründe</p>
<p>(1) Bewerber müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:</p>
<p>– griechische Staatsangehörigkeit und ständiger Wohnsitz in Thrakien,</p>
<p>– Mitgliedschaft in der religiösen Körperschaft der Bektaşi-Aleviten in Thrakien,</p>
<p>– Abschluss an einer theologischen Fakultät, einer Grundschullehrerausbildung oder einer Ausbildung zum Sekundarschullehrer,</p>
<p>– Die Diplome müssen von der D.O.A.T.A.P. (Griechische Akademie für Akademische Anerkennung) anerkannt sein.</p>
<p>(2) Auch Dede (religiöse Führer) können unter folgenden Bedingungen kandidieren:</p>
<p>– griechische Staatsangehörigkeit, ständiger Wohnsitz in Thrakien und Mitgliedschaft in der entsprechenden religiösen juristischen Person,</p>
<p>– Abschluss der Grundschule oder Sekundarstufe oder Hochschulabschluss (von der D.O.A.T.A.P. anerkannt),</p>
<p>– Registrierung gemäß Artikel 14 des Gesetzes Nr. 4301/2014.</p>
<p>3. Die folgenden Personen können nicht als Religionslehrer ernannt werden:</p>
<p>– Personen, die unter Vormundschaft stehen,</p>
<p>– Personen, die wegen einer der folgenden Straftaten rechtskräftig verurteilt wurden oder gegen die ein Ermittlungsverfahren läuft:</p>
<p>• Diebstahl, Unterschlagung, Betrug, Erpressung, Bestechung, Amtsmissbrauch, Sexualstraftaten, häusliche Gewalt, Kindesentführung, Störung religiöser Zeremonien,</p>
<p>Staatsverbrechen: – Aufruhr,</p>
<p>– Widerstand gegen die Staatsgewalt,</p>
<p>– Störung der Rechtspflege,</p>
<p>– Anstiftung zu Straftaten,</p>
<p>– Terrorismus,</p>
<p>– Rassismus,</p>
<p>– Beleidigung religiöser Symbole usw.</p>
<p>Darüber hinaus sind Drogendelikte und die Ausübung einer religiösen Tätigkeit ohne Befugnis ebenfalls ein Hinderungsgrund.</p>
<p>Ausnahmsweise können in den ersten fünf Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes auch folgende Personen als Religionslehrer eingestellt werden:</p>
<p>– griechische Staatsbürger mit ständigem Wohnsitz in Thrakien, die Mitglied der entsprechenden religiösen juristischen Person sind,</p>
<p>– Absolventen einer Religionsschule in Xanthi oder Komotini oder</p>
<p>– Personen, die mindestens zehn Jahre lang als Religionslehrer gemäß dem Gesetz Nr. 3536/2007 tätig waren.</p>
<p>Artikel 60 – Auswahlverfahren</p>
<p>(1) Durch Ministerialbeschluss wird bekannt gegeben:</p>
<p>– die Anzahl der zu besetzenden Stellen,</p>
<p>– die erforderlichen Qualifikationen,</p>
<p>– die Auswahlkriterien, Ausschlussgründe, Vertragsbedingungen und Arbeitsorte (es kann sich um mehrere Cemevis oder Tekkes handeln).</p>
<p>Wenn der Religionslehrer auch an Schulen tätig sein möchte, wird sein Vertrag entsprechend angepasst.</p>
<p>2. Die Auswahl erfolgt durch eine fünfköpfige Kommission.</p>
<p>– drei Mitglieder werden von einer religiösen juristischen Person ernannt,</p>
<p>– zwei Mitglieder werden vom Bildungsminister ernannt.</p>
<p>Die Bewerber:innen werden nicht nur anhand ihrer Unterlagen, sondern auch anhand ihrer Qualifikationen wie Moral, Persönlichkeit und bisherige Leistungen bewertet.</p>
<p>– Die Kommission wird durch einen Ministerialbeschluss eingesetzt, wobei ein Vorsitzender und ein Sekretär ernannt werden.</p>
<p>Artikel 61 – Einstellung von Religionslehrern</p>
<p>(1) Die Verträge von Religionslehrern können einseitig um bis zu zehn Monate verlängert werden.</p>
<p>– Verträge, deren Laufzeit abgelaufen ist und die nicht verlängert werden, enden automatisch mit der Besetzung neu ausgeschriebener Stellen.</p>
<p>2. Die Gehälter werden gemäß Artikel 37 des Gesetzes Nr. 3536/2007 gezahlt.</p>
<p>– Haushalt: Die Kosten werden vom Ministerium für Bildung, Religion und Sport getragen.</p>
<p>– Für Religionslehrer, die an beauftragten Schulen unterrichten, wird keine zusätzliche Vergütung gezahlt.</p>
<p>– Sozialversicherung: Sie sind bei der E-EFKA versichert.</p>
<p>3. Der Vertrag wird in folgenden Fällen gekündigt:</p>
<p>– Schriftlicher Antrag der religiösen juristischen Person</p>
<p>– Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Kandidaten gemäß Artikel 60.</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft informiert das Ministerium unverzüglich über die Einleitung eines solchen Verfahrens.</p>
<p>– Bis zur rechtskräftigen Verurteilung wird die Registrierung des Religionslehrers als religiöser Bediensteter ausgesetzt.</p>
<p>Wird er für unschuldig befunden, wird die Registrierung wieder aktiviert.</p>
<p>(5) Religionslehrer können auf Wunsch und mit Entscheidung des zuständigen Bildungsdirektors auch als Verwaltungsangestellte bei der religiösen juristischen Person tätig werden.</p>
<p>In diesem Fall bleibt das Gehalt unverändert, es werden keine zusätzlichen Zahlungen geleistet und die Arbeitszeiten werden neu geregelt.</p>
<p>Quellen:</p>
<p><strong>(1)</strong></p>
<p><a href="https://www.evros-news.gr/2021/04/10/σουφλί-το-χώρο-λατρείας-των-αλεβιτών-σ/">https://www.evros-news.gr/2021/04/10/σουφλί-το-χώρο-λατρείας-των-αλεβιτών-σ/</a></p>
<p><strong>(2)</strong></p>
<blockquote hcb-fetch-image-from="https://www.xanthinea.gr/2025/08/alevites-thrakis-giati-i-anagnorisi-tous-eknevrizei-tin-agkyra-i-kontra-me-to-tourkiko-proxeneio?fbclid=IwY2xjawMBzKdleHRuA2FlbQIxMABicmlkETB2VWhxR05tbnBtOXk4a3RBAR6FP5b-ul9gmLdoNs-y3BIW-1-iEz4lVZYCMNZE93dbDGZYIr6aFL0Rp4PNXg_aem_S_i_IeNAksF6GfdGP44aHg" class="wp-embedded-content" data-secret="4YVF20rbAX"><p><a href="https://www.xanthinea.gr/2025/08/alevites-thrakis-giati-i-anagnorisi-tous-eknevrizei-tin-agkyra-i-kontra-me-to-tourkiko-proxeneio">Αλεβίτες Θράκης: Γιατί η αναγνώρισή τους εκνευρίζει την Άγκυρα &#8211; Η κόντρα με το Τουρκικό Προξενείο</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8220;Αλεβίτες Θράκης: Γιατί η αναγνώρισή τους εκνευρίζει την Άγκυρα &#8211; Η κόντρα με το Τουρκικό Προξενείο&#8221; &#8212; XanthiNea.gr | Ξάνθη Νέα | Ειδήσεις για Ξάνθη" src="https://www.xanthinea.gr/2025/08/alevites-thrakis-giati-i-anagnorisi-tous-eknevrizei-tin-agkyra-i-kontra-me-to-tourkiko-proxeneio/embed#?secret=KYDMgR2aNq#?secret=4YVF20rbAX" data-secret="4YVF20rbAX" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<p><a href="https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1285398819926109&amp;set=a.457676202698379&amp;type=3&amp;mibextid=wwXIfr&amp;rdid=vDbe8whBSrk9IXkg&amp;share_url=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fshare%2F1EtPY8vGKe%2F%3Fmibextid%3DwwXIfr#">https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1285398819926109&amp;set=a.457676202698379&amp;type=3&amp;mibextid=wwXIfr&amp;rdid=vDbe8whBSrk9IXkg&amp;share_url=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fshare%2F1EtPY8vGKe%2F%3Fmibextid%3DwwXIfr#</a></p>
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<p><strong>(3)</strong></p>
<blockquote hcb-fetch-image-from="https://pasok.gr/i-thraki-den-einai-oute-sunoro-oute-kindunos-oute-zoni-epitirisis/?fbclid=IwY2xjawL-lPxleHRuA2FlbQIxMABicmlkETE0cG5Kb05BcTl2NHh0NUxkAR6crfFEDfV_SP1DVCpcjfSnfLMsN8VjiBjXfnWtUmbRaG632tfh8mnftqbhpw_aem_CU7koS-YVIA7Y80-veYbIg" class="wp-embedded-content" data-secret="GO4KFxxQQ4"><p><a href="https://pasok.gr/i-thraki-den-einai-oute-sunoro-oute-kindunos-oute-zoni-epitirisis/">&#8220;Η Θράκη δεν είναι ούτε “σύνορο”, ούτε “κίνδυνος”, ούτε “ζώνη επιτήρησης”&#8221;  </a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8220;&#8220;Η Θράκη δεν είναι ούτε “σύνορο”, ούτε “κίνδυνος”, ούτε “ζώνη επιτήρησης”&#8221;  &#8221; &#8212; ΠΑΣΟΚ - Κίνημα Αλλαγής" src="https://pasok.gr/i-thraki-den-einai-oute-sunoro-oute-kindunos-oute-zoni-epitirisis/embed/#?secret=Y2j19FxApd#?secret=GO4KFxxQQ4" data-secret="GO4KFxxQQ4" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<p>Syrien und Aleviten</p>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="EQvMB6wUzu"><p><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/13/syrien-das-ist-keine-hochzeit-das-ist-die-vergewaltigung-einer-frau/">SYRIEN: DAS IST KEINE HOCHZEIT, DAS IST DIE VERGEWALTIGUNG EINER FRAU!</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;SYRIEN: DAS IST KEINE HOCHZEIT, DAS IST DIE VERGEWALTIGUNG EINER FRAU!&#8220; &#8212; tuerkische-allgemeine.de" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/13/syrien-das-ist-keine-hochzeit-das-ist-die-vergewaltigung-einer-frau/embed/#?secret=t8GwSpodEQ#?secret=EQvMB6wUzu" data-secret="EQvMB6wUzu" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="xCZgXaVlYZ"><p><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/hts-syrische-vergewaltigungen-von-minderheiten-eine-analyse/">HTS Syrische Vergewaltigungen von Minderheiten &#8211; eine Analyse</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;HTS Syrische Vergewaltigungen von Minderheiten &#8211; eine Analyse&#8220; &#8212; tuerkische-allgemeine.de" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/hts-syrische-vergewaltigungen-von-minderheiten-eine-analyse/embed/#?secret=H5gHSdeXmf#?secret=xCZgXaVlYZ" data-secret="xCZgXaVlYZ" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="cFEWcK50uT"><p><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/">Appell an UN und Internationalen Gerichtshof: Entführung und sexuelle Versklavung alevitischer Frauen in Syrien</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Appell an UN und Internationalen Gerichtshof: Entführung und sexuelle Versklavung alevitischer Frauen in Syrien&#8220; &#8212; tuerkische-allgemeine.de" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/embed/#?secret=3iPOurb7a4#?secret=cFEWcK50uT" data-secret="cFEWcK50uT" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="cFEWcK50uT"><p><a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/">Appell an UN und Internationalen Gerichtshof: Entführung und sexuelle Versklavung alevitischer Frauen in Syrien</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Appell an UN und Internationalen Gerichtshof: Entführung und sexuelle Versklavung alevitischer Frauen in Syrien&#8220; &#8212; tuerkische-allgemeine.de" src="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/05/09/appell-an-un-und-internationalen-gerichtshof-entfuehrung-und-sexuelle-versklavung-alevitischer-frauen-in-syrien/embed/#?secret=3iPOurb7a4#?secret=cFEWcK50uT" data-secret="cFEWcK50uT" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<blockquote hcb-fetch-image-from="https://www.turkischegemeinde.at/offener-brief-an-die-eu-kommission-streichung-von-der-eu-terrorliste-und-unlemkins-institut-syrien-hts-massaka-bericht/" class="wp-embedded-content" data-secret="02wfiuZOEt"><p><a href="https://www.turkischegemeinde.at/offener-brief-an-die-eu-kommission-streichung-von-der-eu-terrorliste-und-unlemkins-institut-syrien-hts-massaka-bericht/">Offener Brief an die EU-Kommission: Streichung von der EU-Terrorliste und UN+Lemkins-Institut Syrien HTS Massaka-Bericht</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Offener Brief an die EU-Kommission: Streichung von der EU-Terrorliste und UN+Lemkins-Institut Syrien HTS Massaka-Bericht&#8220; &#8212; Turkische Kulturgemeinde Österreich" src="https://www.turkischegemeinde.at/offener-brief-an-die-eu-kommission-streichung-von-der-eu-terrorliste-und-unlemkins-institut-syrien-hts-massaka-bericht/embed/#?secret=Ryleq2sx4J#?secret=02wfiuZOEt" data-secret="02wfiuZOEt" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<blockquote hcb-fetch-image-from="https://www.turkischegemeinde.at/lemkin-institut-alarmstufe-rot-fuer-voelkermord/" class="wp-embedded-content" data-secret="muBL3rkDGL"><p><a href="https://www.turkischegemeinde.at/lemkin-institut-alarmstufe-rot-fuer-voelkermord/">Lemkin Institut: Alarmstufe Rot für Völkermord</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Lemkin Institut: Alarmstufe Rot für Völkermord&#8220; &#8212; Turkische Kulturgemeinde Österreich" src="https://www.turkischegemeinde.at/lemkin-institut-alarmstufe-rot-fuer-voelkermord/embed/#?secret=EyiYTMX16o#?secret=muBL3rkDGL" data-secret="muBL3rkDGL" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
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<blockquote hcb-fetch-image-from="https://www.turkischegemeinde.at/dringende-petition-an-das-un-hauptquartier-in-new-york-die-un-muss-sofort-handeln-um-die-genozidalen-massaker-an-den-alawiten-in-syrien-zu-stoppen/" class="wp-embedded-content" data-secret="NW6SybxNAx"><p><a href="https://www.turkischegemeinde.at/dringende-petition-an-das-un-hauptquartier-in-new-york-die-un-muss-sofort-handeln-um-die-genozidalen-massaker-an-den-alawiten-in-syrien-zu-stoppen/">Dringende Petition an das UN-Hauptquartier in New York: „Die UN muss sofort handeln, um die genozidalen Massaker an den Alawiten in Syrien zu stoppen“.</a></p></blockquote>
<p><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;&lt;p&gt;Dringende Petition an das UN-Hauptquartier in New York:&lt;/p&gt; „Die UN muss sofort handeln, um die genozidalen Massaker an den Alawiten in Syrien zu stoppen“.&#8220; &#8212; Turkische Kulturgemeinde Österreich" src="https://www.turkischegemeinde.at/dringende-petition-an-das-un-hauptquartier-in-new-york-die-un-muss-sofort-handeln-um-die-genozidalen-massaker-an-den-alawiten-in-syrien-zu-stoppen/embed/#?secret=QEbo9jiwwa#?secret=NW6SybxNAx" data-secret="NW6SybxNAx" width="600" height="338" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de/2025/08/09/wendepunkt-1-august-2025-warum-danken-die-alevitischen-bektaschi-griechenland/">Wendepunkt 1. August 2025: Warum danken die alevitischen Bektaschi Griechenland?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.tuerkische-allgemeine.de">tuerkische-allgemeine.de</a>.</p>
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